Spriegel

Spriegel sind Unterkonstruktionen von Planen als Abdeckungen der Ladung von offenen EisenbahngĂŒterwagen, Lkw, Open-top-Containern (siehe ISO-Container) oder AnhĂ€ngern. Sie sorgen dafĂŒr, dass beispielsweise Regenwasser ablaufen kann und sich nicht auf der Plane sammelt.
Klassisch besteht ein Spriegel aus stĂ€hlernen vertikalen StĂŒtzen, die von oben in die Bordwand oder den Fahrzeugboden eingesteckt werden können. Die vertikalen Pfosten besitzen in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden vorne und hinten U-förmige Aufnahmen (Schuhe), in welche waagerecht verlaufende Holz- oder Aluminiumlatten eingelegt werden. Das ĂŒber Dach und Seiten gezogene Verdeck wird mit elastischem Seilzug oder Spanngurten an die seitlichen BordwĂ€nde (âBrackenâ) abgespannt und gegebenenfalls mit Knebeln oder Karabinerhaken verriegelt.
Auch die aufklappbaren Dachkonstruktionen von Cabrios enthalten Spriegel, die hier oft in das Verdeck eingenĂ€ht oder -geknĂŒpft sind und der Abspannung gegenĂŒber der Karosserie sowie der Anbindung an den Windschutzscheiben-Rahmen dienen, an dem das Verdeck im geschlossenen Zustand mit Hebeln verriegelt werden kann.
Spriegel wurden in den AnfĂ€ngen des Karosseriebaus verwendet, ehe die Ganzmetallkarosserie eingefĂŒhrt wurde. Damalige Presswerkzeuge waren noch nicht leistungsfĂ€hig genug, um das komplette Dach von fĂŒnf- und mehrsitzigen, geschlossenen Aufbauten als Einzelteil zu formen. Das Dach bestand darum aus einer Holzkonstruktion mit Spriegeln, die von auĂen mit wasserabstoĂendem Material versiegelt und mit DĂ€mmmaterial ausgepolstert wurde. An der Unterseite der Konstruktion befand sich die Bespannung des Dachhimmels, der damals aus einem Filzstoff bestand. Manche Autobauer bezogen die Spriegel oder die gesamte Konstruktion von spezialisierten Unternehmen. EisenbahngĂŒterwagen mit Spriegelgestell wurden beispielsweise eingesetzt bei den Königlich SĂ€chsische Staatseisenbahnen.