Streitkräfte der Islamischen Republik Iran
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| Führung | |||
|---|---|---|---|
| Oberbefehlshaber: | Modschtaba Chamenei | ||
| Verteidigungsminister: | Majid Ebn-e-Reza[1] | ||
| Militärischer Befehlshaber: | vakant | ||
| Militärische Führung: | Führungsstab der Streitkräfte | ||
| Sitz des Hauptquartiers: | Teheran | ||
| Militärische Stärke | |||
| Aktive Soldaten: | 610.000 (2024)[2] | ||
| Reservisten: | 350.000 (2024)[2] | ||
| Wehrpflicht: | Ja | ||
| Wehrtauglichkeitsalter: | 18 Jahre | ||
| Anteil Soldaten an Gesamtbevölkerung: | 0,75 % | ||
| Haushalt | |||
| Militärbudget: | 10,3 Mrd. $ (2023)[3] | ||
| Ausgabenanteil vom Steueraufkommen: | 3,5 % | ||
| Anteil am Bruttoinlandsprodukt: | 2,1 % (2023)[3] | ||
| Geschichte | |||
Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran bestehen aus der regulären Armee Irans, der Artesch, und dem Korps der Islamischen Revolutionsgarde (den Pasdaran bzw. Sepah).
Überblick
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Das iranische Militär ist durch die seit 1979 mit unterschiedlicher Stärke bestehenden Ausfuhrverbote von Militärmaterial durch verschiedene Staaten sowie durch die bis heute nachwirkenden Verluste von Großwaffen im Ersten Golfkrieg beeinträchtigt. Das betrifft insbesondere Waffensysteme von Luftwaffe und Marine. Bei den bodengebundenen Waffensystemen sind die Verluste zumindest zahlenmäßig ausgeglichen. Allerdings gelten viele Waffen als überaltert und in einem technisch schlechten Zustand. Die Mannschaftsstärke ist US-Schätzungen zufolge nach einem Stand von 545.000 Soldaten im Jahr 2008 auf 523.000 im Jahr 2018, zuzüglich rund 250.000 Reservisten gesunken.
Ein Großteil der heute vorhandenen Waffensysteme stammt aus US-Waffenhilfen während der Herrschaft von Schah Mohammad Reza Pahlavi zwischen 1945 und 1979 sowie in neuerer Zeit aus Waffengeschäften mit Russland und der Volksrepublik China. Für das Jahr 2023 gibt das Sipri die Rüstungsausgaben mit 10,3 Mrd. US-Dollar an. Das entspricht 2,1 % des Bruttoinlandsprodukts.
Auftrag
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ausrichtung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Streitkräfte des heutigen Iran haben die Aufgabe, die territoriale Integrität des Staates Iran zu gewährleisten und zu verteidigen. Neben der klassischen Landesverteidigung erfüllen die Basidsch und die Islamische Revolutionsgarde auch eine innenpolitische Rolle, die Sicherung der Staatsform und -regierung sowie der geistlichen Führungselite.
Strategie und Einsatzdoktrin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ideologische Ausrichtung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit der Islamischen Revolution von 1979 versteht sich Iran gemäß seiner theokratischen Staatsform als das einzige Land, in dem ein auf den Islam ausgerichtetes religiöses und staatliches Gemeinwesen vollständig verwirklicht wird, im Gegensatz – wenn nicht gar in Opposition – zu allen anderen Staaten der Welt, die entweder nicht-islamisch sind oder in ihrer politischen und gesellschaftlichen Struktur nach iranischer Einschätzung dem Islam keine angemessene und maßgebliche Rolle zukommen lassen. Die Streitkräfte haben somit auch die Aufgabe, die besondere Staatsform Irans zu verteidigen. In den Jahren unmittelbar nach der Islamischen Revolution spielte der Export der Revolution vor allem für die Pasdaran und die von Iran unterstützten paramilitärischen Kräfte in der Region eine wichtige Rolle. Dieser Ansatz ist inzwischen aber weitgehend von der Realpolitik verdrängt worden.
Eine Konstante der iranischen Außenpolitik bleibt die Feindschaft zu Israel, dessen Vernichtung seit der Islamischen Revolution zwar mit schwankendem Nachdruck, aber dennoch ständig propagiert wurde. Die offizielle iranische Politik bezeichnet Israel als widerrechtlich errichtetes „zionistisches Regime“.
Geopolitische Ausrichtung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Zerfall der Sowjetunion war der Irak der einzige verbliebene potenzielle Gegner Irans, auf den sich die meisten Verteidigungs-Planspiele bezogen. Nach dem Dritten Golfkrieg verschwand dieses Feindbild weitgehend. An seine Stelle trat die militärische Präsenz der USA im Irak und in Afghanistan, die Iran als Bedrohung ansieht. Des Weiteren sieht sich Iran in seinen Nachbarstaaten von US-amerikanischen Luftwaffenbasen eingekesselt. Bei einem möglichen Angriff der USA wäre eine Luftüberlegenheit Irans, bedingt durch die schlechte Ausrüstung der iranischen Luftwaffe, nicht gegeben.
Seit der islamischen Revolution werden die USA sowie Israel als Feinde Irans dargestellt, die nach ihrer Darstellung eine Fremdherrschaft über die islamische Welt errichten wollen. Die Islamische Republik Iran sieht sich als Verteidiger und Befreier der islamischen Staatengemeinschaft, notfalls auch mit militärischen Mitteln.
Von zentraler geopolitischer Bedeutung für Iran ist der Persische Golf. Neben den klassischen Strategieproblemen, welche durch die lange Küstenlinie Irans bedingt sind, ist der Persische Golf für den vom Erdöl-Export abhängigen Staat die wichtigste Wasserstraße für den Erdöltransport. Eine Kontrolle über ihn wird als eines der bedeutendsten strategischen Ziele Irans angestrebt.
In den zurückliegenden Jahren wurden die Bürger- und Stellvertreterkriege in Syrien und im Jemen zu wichtigen Plattformen für die militärische Einflussnahme Irans, sowohl durch die Unterstützung von Kriegsparteien als auch durch den Einsatz iranischer Truppen.
Operative Ausrichtung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem Ausgang des Ersten Golfkriegs wurde ab Ende der 1980er Jahre größerer Wert auf eine bessere technische Ausrüstung und intensivere Ausbildung der Truppen gelegt. Vor allem entwickelte sich die Iranische Revolutionsgarde zu einer traditionellen Militärorganisation mit qualitativ überdurchschnittlicher Bewaffnung. Das Element einer Massenarmee scheint auf Dauer nur in den Basidsch vorhanden zu bleiben, während Armee und Revolutionsgarde zumindest den Anspruch erheben, zu modernen, hoch technisierten Truppen zu werden. Die Handelssanktionen vieler Staaten gegen Iran machen es allerdings schwer, diesen Anspruch zu verwirklichen.
Die Möglichkeiten zur Projektion militärischer Macht über weite Entfernungen bleiben wegen fehlender Luft- und Seetransportfähigkeiten begrenzt, so dass Iran auf Operationen innerhalb der eigenen Grenzen und im grenznahen Raum beschränkt ist. Dabei spielen mögliche Operationen im Persischen Golf eine besondere Rolle. Zur unmittelbaren Projektion militärischer Stärke über weite Distanzen stehen Iran lediglich sein Raketenarsenal, die auf exterritoriale Einsätze ausgerichtete al-Quds-Einheit der Pasdaran sowie weitere exterritorial eingesetzte Truppen im syrischen Bürgerkrieg zur Verfügung. Aufgrund der materiellen Unterlegenheit gegenüber anderen Akteuren in der Region hat Iran seit den frühen 2000er Jahren sein Potenzial zur Asymmetrischen Kriegführung ausgebaut, insbesondere durch die Unterstützung irregulärer Kämpfer, beispielsweise in Palästina, Syrien und Jemen. Zu den von Iran finanziell, mit Ausrüstung, Informationen und Beratung unterstützten militärischen oder militanten Gruppen zählen die Streitkräfte Syriens, die libanesische Hisbollah (nach US-Schätzungen mit rund 700 Millionen US-Dollar im Jahr), die palästinensische Hamas, Islamischer Dschihad in Palästina, die Taliban in Afghanistan, Hisbollah-Brigaden und weitere schiitische Gruppen im Irak, die bahrainische Al-Ashtar-Brigaden und die jemenitischen Huthi. Die US-Regierung geht davon aus, dass Iran in großem Umfang Kämpfer im Irak ausgebildet und mit Waffen versorgt hat, die gegen dort stationierte US-Truppen sowie Einheiten der irakischen Regierung vorgehen.
Die wenigen bekannten iranischen Quellen lassen darauf schließen, dass Iran im Fall eines US-Angriffes mit einer Ausweitung des Kampfgebiets reagieren würde, was Raketenangriffe, möglicherweise mit B- und C-Waffen, auf US- und israelische Ziele, sowie eine Aktivierung irregulärer und terroristischer Verbündeter vor allem im Nahen Osten bedeuten würde.
Dienstgrade und Rangabzeichen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Dienstgradstrukturen der Armee und der Revolutionsgarde entsprechen weitgehend der klassischen europäischen Rangordnung. Auch die Rangabzeichen ähneln stark westlichen Vorbildern, wobei sie auf Ornamente der islamischen Kunst zurückgreifen.
Organisation und Ausrüstung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Führung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der militärische Oberbefehl liegt beim Obersten Führer (oder Religionsführer). Er besitzt die Vollmacht, Krieg und Frieden zu erklären sowie den Generalstabschef und die Befehlshaber der Teilstreitkräfte zu berufen oder zu entlassen.
Oberstes sicherheitspolitisches Gremium ist der Nationale Sicherheitsrat. Dieser Rat arbeitet die Sicherheitspolitik und Militärstrategie im Rahmen der Vorgaben des Obersten Führers aus, befasst sich aber auch mit allen anderen Politikfeldern, die mittelbar oder unmittelbar mit Verteidigung und innerer Sicherheit zu tun haben. Der Oberste Führer ist darüber hinaus das zuständige Kontrollorgan des Nationalen Sicherheitsrats.
Das iranische Geheimdienst- und Sicherheitsministerium ist für die regulären Streitkräfte und seit einer grundlegenden Reform 1989 auch für die Pasdaran zuständig. Sein Aufgabenbereich beschränkt sich auf die Verwaltung der Streitkräfte. Es hat 15.000 zivile Angestellte. Strategische Entscheidungen liegen beim Nationalen Sicherheitsrat, operative Entscheidungen werden vom Generalstabschef und den nachgeordneten militärischen Befehlshabern getroffen.
Der Generalstab setzt sich aus den Kommandeuren der Teilstreitkräfte sowie der Pasdaran, der nationalen Polizei und der Gendarmerie zusammen. Das Gremium ist nach dem Vorbild der Generalstäbe in NATO-Ländern aufgebaut, verfügt aber auch über eine politisch-ideologische Abteilung.
Islamische Revolutionsgarde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Islamische Revolutionsgarde (persisch سپاه پاسداران انقلاب اسلامی – Sepah-e Pasdaran-e Enghelab-e Eslami) wurde von Ruhollah Chomeini am 5. Mai 1979 gegründet, um eine Vielzahl von paramilitärischen Gruppen zu einer regierungsloyalen Streitmacht zusammenzufassen. Zunächst diente sie vor allem zur Durchsetzung des neuen Systems im Land, als Gegengewicht zum regulären Militär darstellen. Inzwischen haben sich die Pasdaran zu einem militärischen Verband entwickelt, der über die drei klassischen Teilstreitkräfte und eine traditionelle militärische Kommandostruktur verfügt. Außerdem nimmt die Revolutionsgarde Geheimdienstaufgaben innerhalb und außerhalb Irans wahr und verfügt über beträchtlichen politischen Einfluss.
Die Truppenstärke der Pasdaran wird vom US-Militär heute auf 150.000 Mann geschätzt, darunter auch Wehrpflichtige. Sie sind eingeteilt in 21 Infanterie- und drei Pionier-Divisionen, deren Größe eher Bataillonen entspricht, sowie 15 eigenständige Infanterie-Brigaden, 21 Flugabwehr-Brigaden, insgesamt 42 gepanzerte Artillerie- und ABC-Abwehrbrigaden sowie mehrere Spezial-Einsatzgruppen. Geführt wurden die Mitglieder der Revolutionsgarde seit dem 1. September 2007 von Generalmajor Mohammad Ali Dschafari. Von April 2019 bis Juni 2025 war Hussein Salami Kommandeur der Revolutionsgarde.[4] Er wurde bei einem israelischen Luftangriff getötet. Sein Nachfolger wurde Mohammad Pakpour.
Ihr Marine-Zweig, der rund 20.000 Mann umfasst, ist vor allem mit kleinen, wendigen, zum Teil nur mit Maschinengewehren und von der Besatzung mitgeführten Panzerfäusten bewaffneten Booten ausgerüstet, die eine „Guerilla-Taktik“ im Persischen Golf ermöglichen. In dieser Abteilung ist auch die gesamte iranische Marineinfanterie von rund 5000 Mann enthalten. Ihr Schiffsarsenal umfasst rund 40 leichte Patrouillenboote und seit 2002 zehn chinesische Raketenschnellboote der Houdong-Klasse mit rund 800 Raketen des Typs C-801. Darüber hinaus betreiben die Pasdaran schätzungsweise fünf bis sieben Abschusseinrichtungen für Seezielraketen an der Golfküste. Angeblich sind diese zum Teil mit verbesserten Versionen der C-802 bestückt, die unter der Bezeichnung Noor (Licht) firmieren. Die Ukraine hat zudem Anfang der 1990er Jahre Iran acht Anti-Schiffsraketen vom Typ SS-N-22 Sunburn geliefert. 2002 begann auch der Erwerb chinesischer Hochgeschwindigkeits-Raketenkatamarane.
Im Jahr 2003 erwarb die Luftwaffe der Pasdaran rund zehn Su-25 Frogfoot zum Teil aus dem ausgelagerten oder erbeuteten Bestand der irakischen Luftwaffe (siehe unten), zum Teil aus unbekannten Quellen. Darüber hinaus befinden sich rund zehn Erdkampfflugzeuge des Typs Embraer Super Tucano/ALX, bis zu 45 Pilatus PC-7-Ausbildungsflugzeuge und 20 Hubschrauber des Typs Mi-17 in ihrem Arsenal. Als Transportflugzeuge stehen 20 Yunshuji-12 und Dassault Falcon 20 sowie 15 Iljuschin Il-76 aus irakischen Beständen und zwölf Antonow An-74 zur Verfügung. Auch die iranischen Raketen des Typs Shahab 3 unterstehen den Pasdaran.
Es gilt als gesichert, dass der Verband mehrfach gegen inneriranische bewaffnete Oppositionsbewegungen sowie verschiedene Untergrundbewegungen in anderen Staaten der Golfregion eingesetzt wurde. Wichtigstes Werkzeug dieser verdeckten Operationen und klassischen geheimdienstlichen Einsatzprofile ist die sogenannte Al-Quds-Einheit, benannt nach dem arabischen Namen für Jerusalem. Diese Truppe ist vermutlich rund 5000 Mann stark und in verschiedene Einheiten aufgeteilt, denen jeweils eine Region des Nahen Ostens und Nordafrikas zugeteilt ist. Es kann davon ausgegangen werden, dass in vielen iranischen Botschaften Verbindungsleute der Quds-Einheit stationiert sind. Eine Ausbildungseinrichtung befindet sich möglicherweise auf dem Campus der Imam Ali Universität in Teheran, weitere an geheimen Orten in Iran sowie im Libanon und im Sudan. Anfang 2007 verkündete der iranische Nationale Sicherheitsrat, die Stärke der Quds-Einheit auf 15.000 Mann erhöhen zu wollen.
Darüber hinaus unterstehen die paramilitärischen Einheiten, die Basidsch, seit 1980 den Pasdaran. Ihre Größe wurde 1985 mit drei Millionen Mitgliedern angegeben. Jüngere Schätzungen gehen von 400.000 Mitgliedern aus, davon rund 90.000 im aktiven Dienst und 300.000 mit Reservestatus. Wahrscheinlich ist bei einem längeren Mobilisierungszeitraum eine Truppenstärke von rund einer Million Mann erreichbar. Die Basidsch sollen in rund 740 regionale Bataillone gegliedert sein. Die seit 1993 aufgestellten Aschura-Einheiten innerhalb der Basidsch sind speziell auf die Niederschlagung von Unruhen und Aufständen im Inland ausgerichtet. Sie sollen rund 17.000 Männer und Frauen umfassen.
Angeblich stellt die Islamische Revolutionsgarde in jüngster Zeit auch Frauen-Einheiten auf. US-Quellen wollen in Erfahrung gebracht haben, dass Pasdaran- sowie Basidsch-Einheiten seit dem Dritten Golfkrieg verstärkt Guerilla- und Stay-behind-Operationen trainieren.
Die Pasdaran stellen auch politisch einen erheblichen Machtfaktor in Iran dar. So waren zum Beispiel im Kabinett von Präsident Mahmud Ahmadineschad (dem sechsten Präsidenten der Islamischen Republik Iran) 13 der 21 Minister ehemalige Kommandanten der Revolutionsgarde, dazu gehört auch das Geheimdienstministerium. Er selbst erreichte den Rang eines Kommandanten. Zahlreiche hohe Offiziere sind verwandtschaftlich mit Angehörigen der hohen islamischen Geistlichkeit verbunden. Zudem kontrollieren die Pasdaran zahlreiche Unternehmen mit erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung.
Paramilitärische Polizeieinheiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dem iranischen Innenministerium sind schätzungsweise 45.000 bis 60.000 Mann in Polizei- und Grenzschutzeinheiten unterstellt, die auch paramilitärische Aufgaben übernehmen können. Sie verfügen über leichte Geländefahrzeuge, Patrouillenflugzeuge sowie über rund 90 Küsten- und 40 Hafenschutzboote. US-Schätzungen gehen für das Jahr 2017 von 40.000 Mitgliedern paramilitärischer Einheiten aus.
Heer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Heer wird von US-Militärexperten auf 350.000 Mann geschätzt, 220.000 davon Wehrpflichtige (Stand 2018). Es verfügt über drei Hauptquartiere in Teheran, Isfahan und Schiras. Die Gliederung ist nicht vollkommen klar, umfasst aber vermutlich vier Korps, die wiederum aus vier gepanzerten und vier Infanterie-Divisionen (von denen die 28. und die 84. auch als mechanisiert gelten können), vier unabhängigen Infanterie-Brigaden, drei unabhängigen gepanzerten Brigaden, sieben Artillerieregimentern, zwei Kommando-Divisionen, vier Spezialeinheiten-Brigaden und einer Luftlande-Brigade bestehen. Dazu kommen mehrere nicht genau zugeordnete Einheiten von Brigadestärke. Die 23. Spezialeinheiten-Division ist vermutlich die kampfstärkste Einheit des Heeres. Sie gliedert sich in vier Brigaden auf und umfasst schätzungsweise 5000 Soldaten, unter denen sich keine Wehrpflichtigen befinden. Lediglich eine gepanzerte Division, die 92., entspricht modernen Vorstellungen von einer solchen Einheit. Insgesamt sind die iranischen Heeresverbände sehr uneinheitlich organisiert. Es gibt Brigaden, die von ihrer Größe und Ausrüstung eigentlich eher als Divisionen anzusehen sind, Verbände mit erheblicher Unterbesetzung sowie beträchtliche Unterschiede zwischen den Größen nominell gleichrangiger Verbände. Die Spezialeinheiten werden auch unter dem Begriff Takavaran zusammengefasst.
US-Schätzungen zufolge verfügte Iran im Jahr 2018 über 1513 Kampfpanzer, 725 Schützenpanzer, 640 Mannschaftstransportwagen, 2030 Stück gezogene Artillerie, 292 Selbstfahrlafetten und 1476 Mehrfachraketenwerfer.
| Bild | Modell | Typ | Herkunftsland | Anzahl | Anschaffungsdatum (Jahr) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Cobra BMT-2 | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | 1997 | ||||
| Boragh | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | 140 | 1997 | |||
| Rakhsh | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | |||||
| Sarir | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | |||||
| Sayyad | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | |||||
| M113 | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | 200 | ||||
| Hoveizeh | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | |||||
| BTR-50 | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | 150 | 1966 | |||
| BTR-60 | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | 150 | 1966 | |||
| Heidar-5 | Minenverlegepanzer | 2017–2019 | ||||
| Heidar-6 | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | 2017–2019 | ||||
| Heidar-7 | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | 2017–2019 | ||||
| YW 531 | Gepanzerte Mannschaftstransportwagen | |||||
| Toofan | MRAP | 2018–2019 | ||||
| Raad | MRAP | 2019 | ||||
| Rouintan | Gepanzerter Geländewagen | 2019 | ||||
| Type 86 BMP-1 | amphibischer Schützenpanzer | 210 | ||||
| BMP-2 | amphibischer Schützenpanzer | 400 | 1991–2001 | |||
| FV101 Scorpion Tosan | leichter Spähpanzer | 80+ | 1997 | Eigenproduktion Tosan auf Basis des Scorpion inbegriffen. | ||
| EE-9 Cascavel | leichter Radpanzer | 35 | ||||
| Zulfiqar MBT 3 Zulfiqar MBT 2 Zulfiqar MBT 1 | Kampfpanzer | 4(Prototypen) - unklar | 1996–2019 | Zulfiqar ist der erste iranische Kampfpanzer, benannt nach dem Schwert des Propheten Mohammed. | ||
| Chieftain Mobarez | Kampfpanzer | ~100 | 2006–2019 | Kampfwertgesteigerte Chieftain Kampfpanzer.[7] | ||
| M47M Patton Sabalan Tiam | Kampfpanzer | ~170 | 1960er-1970er 2014 2016–2019 | Kampfwertgesteigerte Version des M47M. | ||
| Samsam | Kampfpanzer | ~150[8] | Kampfwertgesteigerte Version des M60A1. | |||
| T-62 Ch’ŏnma-ho | Kampfpanzer | 75 | 1981–1985 | 200 im Jahre 1981 bestellt, derzeit 75 im Dienst.[8] | ||
| T-72S / T-72M1 | Kampfpanzer | 480 | 1994–1999 | Iran produzierte 422 T-72S unter russischer Lizenz von 1993 bis 2001, weitere 104 T-72M1 wurden 1994–1995 von Polen und 37 T-72M1 von Belarus im Jahre 2000 beschafft.[9] | ||
| Karrar | Kampfpanzer | 800 (geplant) | 2017–2019 | Eigenproduktion auf Basis des T-72, allerdings signifikant kampfwertgesteigert. | ||
| T-54 / T-55 Type 59 / Type-69-II Safir-74 | Kampfpanzer | 540 | Die Panzer des Typs T-54/55 werden derzeit auf die Kampfwertsteigerung Safir-74 umgerüstet. |
| Bild | Modell | Typ | Herkunftsland | Anzahl | Anschaffungsdatum (Jahr) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Safir | Geländewagen | 2008–2019 | ||||
| Neinava | Lastkraftwagen | 2012–2019 | ||||
| Zafar | Lastkraftwagen | |||||
| Zoljanah | Lastkraftwagen | |||||
| KIAN 700 | Schwerlasttransporter | 2019 |
| Bild | Modell | Typ | Herkunftsland | Kaliber | Anschaffungsdatum (Jahr) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| PC-9 ZOAF | Pistole | 9 × 19 mm | ||||
| MPT-9 | Maschinenpistole | 9 × 19 mm | ||||
| Star Z-84 | Maschinenpistole | 9 × 19 mm | ||||
| Uzi | Maschinenpistole | 9 × 19 mm | ||||
| AKS-74U | Karabiner | 5,45 × 39 mm | ||||
| G3A6 | Sturmgewehr | 7,62 × 51 mm NATO | Standardwaffe der iranischen Armee (Artesch). | |||
| AKM Typ 56 KL-7.62 | Sturmgewehr | 7,62 × 39 mm | Überwiegend bei den iranischen Revolutionsgarden (Pasdaran) und den Basidsch im Einsatz. | |||
| AK-103 KL-103/AK-133 |
Sturmgewehr | 7,62 × 39 mm | Bei den iranischen Revolutionsgarden (Pasdaran) weit verbreitet. Befindet sich allerdings auch im Einsatz bei der 65. Fallschirmbrigade (NOHED) der iranischen Armee (Artesch) und bei den Fatehin-Einheiten der Basidsch.[10] | |||
| CQ 5.56 Sayyad 5.56 | Sturmgewehr | 5,56 × 45 mm NATO | Unter anderem von den Saberin-Einheiten der iranischen Revolutionsgarden (Pasdaran) eingesetzt.[11] | |||
| Masaf | Sturmgewehr | 5,56 × 45 mm NATO | Wird von der 65. Fallschirmbrigade (NOHED) der iranischen Armee (Artesch) verwendet.[12] | |||
| MG3A3 | Maschinengewehr | 7,62 × 51 mm NATO | ||||
| PKM-T80 | Maschinengewehr | 7,62 × 54 mm R | ||||
| Dragunow Nakhjir Hoshar/Hoshdar-M |
Designated Marksman Rifle | 7,62 × 54 mm R | ||||
| Taher | Scharfschützengewehr | 7,62 × 51 mm NATO | ||||
| Steyr HS .50 AM-50 Sayyad |
Anti-Materiel Rifle | 12,7 × 99 mm NATO | ||||
| Schaher | Anti-Materiel Rifle | 14,5 × 114 mm |
| Bild | Modell | Typ | Herkunftsland | Kaliber | Anschaffungsdatum (Jahr) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| RPG-7 | Rückstoßfreie Panzerabwehrhandwaffe | 40 mm (Rohr) | ||||
| RPG-29 | Rückstoßfreie Panzerabwehrhandwaffe | 105 mm (Rohr) | ||||
| Saegheh | Panzerabwehrlenkwaffe | |||||
| Toophan | Panzerabwehrlenkwaffe | 1987–2019 | ||||
| 9K11 Maljutka Raad | Panzerabwehrlenkwaffe | |||||
| 9K111 Fagot | Panzerabwehrlenkwaffe | |||||
| 9M113 Konkurs Towsan-1 | Panzerabwehrlenkwaffe | |||||
| 9K115-2 Metis-M | Panzerabwehrlenkwaffe | |||||
| Dehlavie | Panzerabwehrlenkwaffe |
Aufgrund der strikten Geheimhaltungspolitik des iranischen Militärs sind diese Zahlen bestenfalls als ungenau zu betrachten.
Unter den knapp 2100 nicht-selbstfahrenden Geschützen machen knapp 1000 130-mm-Kanonen vom Typ M-46 und rund 540 122-mm-Haubitzen vom Typ D30 den Hauptanteil aus. Die rund 310 Selbstfahrlafetten sind vor allem vom Typ M109 (130 bis 150 Stück) und 2S1 (60 bis 80). Die selbst gebauten Panzerhaubitzen der Typen Raad-1 und Raad-2 sind an sowjetischen bzw. US-amerikanischen Vorbildern orientiert und werden vermutlich seit Ende der 1990er-Jahre bzw. Anfang der 2000er-Jahre an die Streitkräfte ausgeliefert. Dazu kommen rund 5000 Mörser verschiedener Kaliber. Bei der Raketen-Artillerie sind rund 700 12-Rohr-Werfer vom chinesischen Typ 63 (107 Millimeter) im Einsatz sowie rund 170 Raketenwerfer anderer Bauart, davon mehrere verschiedene selbstgebaute Modelle mit vermutlich sehr kleinen Stückzahlen. Sie erreichen Reichweiten von bis zu 105 Kilometern, wobei möglicherweise keine Zielerfassungssysteme existieren, die in dieser Größenordnung arbeiten. Ein Teil der Modelle kann vermutlich auch chemisch oder biologisch bestückte Gefechtsköpfe tragen. Wiederum gehen europäische Schätzungen von deutlich niedrigeren Zahlen von nur rund 60 Mehrfachwerfern aus. Iran verfügt in der Region über das bei weitem größte Arsenal von Artilleriewaffen.
US-Beobachter haben seit dem Jahr 2000 keine Neuerwerbung oder Indienststellung eigenproduzierter Kampfpanzer festgestellt. Die eigenproduzierten bzw. in eigener Regie kampfwertgesteigerten Systeme Mobarez, Safir-74s und Zulfiqar (verschiedene Versionen) sind offenbar nie zur Serienfertigung gelangt.
Das Standardsturmgewehr des iranischen Heeres ist das HK G3, das in Iran von der Firma Defense Industries Organization in Lizenz produziert wird.[13] Neben dem G3 wird das S.5'56,[14] eine in Iran gefertigte Lizenzproduktion des chinesischen Norinco CQ, welches eine Kopie des US-amerikanischen M16A1 von Colt ist, sowie eine als KL-7.62 bezeichnete im Iran gefertigte Lizenzproduktion des chinesischen Typ 56 verwendet. Waffenspezialisten wie Maschinengewehr- und Scharfschützen verfügen über mehrere Bewaffnungsmöglichkeiten, abhängig von Einsatztyp und Schussweite. Diese beinhalten die Maschinengewehre MG3, PKM-T80,[13] MDG[15] und RPK, allesamt Lizenzproduktionen Irans, sowie das Scharfschützengewehr Nakhjir, eine in Iran gefertigte Lizenzproduktion des Dragunow-Scharfschützengewehrs.
Das Potenzial an Panzerabwehrraketen schätzen US-Quellen auf 50 bis 75 TOW- und 20 bis 30 M47-Dragon-Werfer und 100 bis 200 9K111 Fagot. Eine Kopie der 9M14 Maljutka stellt das Land selbst her. Dazu kommt eine größere Zahl verschiedener kleinerer Panzerabwehrwaffen der RPG-Familie sowie verschiedene rückstoßfreie Waffen aus westlicher und sowjetischer Produktion. Die modernsten Panzerabwehrraketen dürften eine unbekannte Anzahl von 9K115-2 Metis-M sein.
Die Heeresflieger-Abteilung ist relativ klein und hat etwas über 100 Transporthubschrauber und rund 50 Bell AH-1 in der Seekriegsversion in ihrem Arsenal. Darüber hinaus verfügt die Armee über rund 1700 Flugabwehrgeschütze meist älterer Bauart. Die 50 bis 100 radargelenkten Flugabwehrgeschütze vom Typ ZSU-23-4 dürften die modernsten Waffen dieser Kategorie sein. An tragbaren Flugabwehrwaffen existiert eine große Zahl an Strela-2-MANPADS, importierte Strela-3 und Igla-1, deren teils verbesserte Kopien das Land unter den Namen Misagh-1 und Misagh-2 herstellt. Als taktischer Lastkraftwagen stehen unterschiedliche teilmilitarisierte handelsübliche LKW sowie Eigenentwicklungen wie der Neinava zur Verfügung.
Wie die anderen Teilstreitkräfte auch, weist das iranische Heer erhebliche Defizite bei der Zielaufklärung und -erfassung, bei der Instandhaltung des Geräts sowie allgemein beim Nachschub auf. Die persönliche Ausrüstung der Soldaten, Ausbildung und technische Kommunikationsfähigkeiten scheinen sich kontinuierlich zu verbessern.
Marine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Marine ist vergleichsweise klein, ihre Stärke beträgt schätzungsweise 18.000 Mann (anderen Quellen zufolge 16.000), davon 2600 Marineinfanteristen in zwei Brigaden und 2000 Marineflieger. Beim Großteil der übrigen Marinesoldaten handelt es sich um Infanteristen auf Inseln im Persischen Golf. Seit 2001 steht die Marine im Zentrum der Modernisierung der iranischen Armee und wurde mit neuen Fahrzeugen ausgestattet. Der Marinenachrichtendienst der USA (U.S. Office of Naval Intelligence) meint, dass diese Fortschritte „die Fähigkeiten Irans zur Produktion von mittleren bis großen Schiffen demonstrieren“.[16] Die iranische Marine gilt jedoch nach wie vor als technisch veraltet und durch Sanktionen geschwächt.[17]
Seit den späten 1970er-Jahren wird eine große Basis in Bandar Beheschti gebaut, die zum Herzstück der iranischen Seestreitkräfte werden soll. Derzeit sind die großen Überwassereinheiten in Bandar Abbas stationiert, dem wichtigsten Marinestützpunkt und zugleich Standort der Marinewerften.(Standort) Strategisches Ziel der iranischen Marine ist die Kontrolle des Persischen Golfs mit seinen wichtigen Verkehrswegen (vor allem für Öltanker). Dementsprechend ist die Marine geostrategisch in fünf Operationszonen gegliedert, drei davon am Persischen Golf. Hauptquartiere:
Überwasserflotte
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US-Schätzungen zufolge verfügte die iranische Marine 2018 über sieben Korvetten (fünf davon Um- und Nachbauten der britischen Vosper-Klasse und zwei des US-Typs PF-103), 18 Versorgungs- und Unterstützungseinheiten, 15 mittlere und 13 kleine Landungsschiffe. Dazu kamen rund 160 Patrouillenboote, 60 davon mit Raketen ausgestattet. Die Bootsflotte umfasste demnach unter anderem 13 Einheiten der Tiger-Klasse. Die größeren Überwasser-Einheiten galten als weitgehend veraltet und stammten aus ehemaligen britischen und amerikanischen Beständen.
Die mittleren Landungsschiffe konnten bis zu 350 Mann und 30 gepanzerte Fahrzeuge transportieren. Dazu kamen 13 Hubschrauber (10 Sikorsky S-61 in der Variante SH-3D und 3 Sikorsky CH-53 in der Variante RH-53D) und 5 U-Jagd-Flugzeuge Lockheed P-3 sowie ein Transporthubschrauber-Bataillon und 5 Patrouillenflugzeuge, deren Einsatzfähigkeit aber als unklar galt.
Am 19. Februar 2010 fand die offizielle Indienststellung des ersten Schiffs der Moudsch-Klasse, der Jamaran, statt. Die Fregatte mit einer Verdrängung von 1420 Tonnen hat eine Besatzung von 120 bis 140 Mann, ist mit Ausrüstung zur elektronischen Kriegsführung und einem Helikopterlandeplatz ausgestattet. Ihre Bewaffnung setzte sich aus Schiff-Schiff- sowie Schiff-Luft-Raketen, Torpedos und einer Bordkanone zusammen. Die Jamaran erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten. Am 1. Dezember 2018 wurde nach der Jamaran und Damavand mit der Sahand die dritte Fregatte der Moudsch-Klasse in Dienst gestellt.
Im Januar 2021 wurde berichtet, dass Iran im Dezember 2020 mit der Makran erstmals einen Hubschrauberträger in Dienst gestellt hat.[18] Es handelt sich um einen umgebauten älteren Öltanker. Das Schiff kann nach iranischen Angaben fünf Hubschrauber gleichzeitig transportieren und soll die Minensuche, U-Boot-Abwehr sowie die Operationen von Spezialeinheiten unterstützen.[19]
Neben der Makran baute Iran zwischen 2000 und 2023 mit der Shahid Roudaki und der Shahid Mahdavi zwei weitere zivile Frachtschiffe zu Kriegsschiffen um. Ende 2024 wurde mit der Shahid Bahman Bagheri ein ehemaliges Containerschiff erstmalig zum Drohnenträger umgebaut.[20] Das Schiff sollte die Reichweite iranischer Drohnen enorm steigern.
Die Islamische Republik Iran verfügt nach unbestätigten Berichten über Kapazitäten zur Produktion vergleichsweise moderner Seeminen und besitzt rund 4000 dieser Waffen.
Jüngere Entwicklungen deuteten auf eine enge Kooperation mit der Volksrepublik China bei der Entwicklung von Antischiffsflugkörpern hin. Erste Produkte dieser gemeinschaftlichen Entwicklungen stellen die Nasr und Kosar dar, die in der Volksrepublik China die Bezeichnung TL-6 und TL-10 tragen. Demnach befanden sich 100 Seezielflugkörper der chinesischen Typen CS-801 und CS-802 im iranischen Arsenal. Allerdings liegt die Reichweite der iranischen Seezielaufklärung beträchtlich unter der Waffenreichweite (C-802: 120 Kilometer). US-Schätzungen zufolge waren die Fregatten sowie rund ein Dutzend Patrouillenboote mit CSS-N-4 ausgestattet. Jeweils rund zehn weitere Patrouillenboote trugen demnach Raketen der Typen C-802 (CSS-C-8) und C-701, in Iran auch als Saccade und Kowar bezeichnet.
Im Zuge des Irankrieges 2026 musste die iranische Marine signifikante Verluste hinnehmen.[21][22] Die USA gaben an, zu Beginn des Krieges alle elf iranischen Marineeinheiten, die sich im Golf von Oman befanden, zerstört zu haben.[23] Nennenswert ist insbesondere die Versenkung des Drohnenträgers Shahid Bahman Bagheri sowie der Korvetten Bayandor und Naghdi (beide Baujahr 1964).[17] Der prestigeträchtige Hubschrauberträger Makran wurde ebenfalls getroffen und schwer beschädigt.[24] Abseits des Irans wurde vor der Küste Sri Lankas die Fregatte Dena durch ein amerikanisches U-Boot versenkt.[25][26] Insgesamt wurden nach Angaben von US-Präsident Donald Trump in den ersten drei Tagen des Krieges 42 iranische Wasserfahrzeuge ausgeschaltet.[27] Ein Großteil der Einheiten wurde getroffen, als diese in Häfen vor Anker lagen.[28] Wie viele der ursprünglich mehr als 100 Schiffe aktuell noch einsatzbereit sind, ist unklar.[29] Es wird vermutet, dass weitgehend nur noch Schnellboote und Mini-U-Boote der Ghadir-Klasse mit sieben Mann Besatzung übrig sind.[30][31] Die iranische Marine galt Experten zufolge bereits vor dem Krieg als durch Sanktionen stark geschwächt und veraltet.[17]
U-Boot-Flotte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die iranische Marine verfügt über drei diesel-elektrische U-Boote des Typs Projekt 877EKM aus russischer Produktion, die zwischen 1992 und 1997 gekauft wurden, sowie über 18 Klein-U-Boote.
Kleinst-U-Boote der sogenannten Ghadir-Klasse mit einer Reichweite von 300 km wurden im Jahr 2005 im iranischen Fernsehen gezeigt und nahmen im April 2006 an einem größeren Seemanöver teil. 2008 kündigte Teheran zudem die Eröffnung der Produktion einer größeren und wirksameren U-Boot-Reihe, der 1000 Tonnen schweren Qa’em-Klasse an.[32]
Im Rahmen des Irankrieges 2026 zerstörten die USA nach eigenen Angaben offenbar durch Luftangriffe ein iranisches U-Boot der modernen Fateh-Klasse im Hafen von Bandar Abbas.[33][34]
Einheiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Bild | Modell | Typ | Herkunftsland | Verdrängung | Anzahl | Anschaffungsdatum (Jahr) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jugo-Klasse | Kleinst-U-Boot | 90–110 t | 4 | 2007 | |||
| Ghadir-Klasse | Kleinst-U-Boot | 115–120 t | 22[36] | 2007–2018 | |||
| Nahang-Klasse | U-Boot | 350–400 t | 1[35] | 2006 | |||
| Fateh-Klasse | U-Boot | 527–593 t | 0 | 2013–2015 | Das einzige bisher fertiggestellte U-Boot wurde 2026 durch die USA versenkt.[31] Drei weitere U-Boote der Fateh-Klasse befanden sich 2019 im Bau.[37] Das vierte U-Boot dieser Klasse wird mit einer Außenluftunabhängigen Antriebsanlage (AIP) ausgestattet werden.[38] | ||
| Besat-Klasse | U-Boot | 3000 t | 1 | Wird mit einer Senkrechtstartanlage (VLS) für Raketen ausgestattet und mit einer Verdrängung von 3000 Tonnen schwerer als bisher erwartet sein.[38][39] | |||
| Projekt 877 | U-Boot | 2300–3076 t | 2[35] | 1992–1997 | Tareq, Nooh und Junes. Taregh wurde am 13. März 2026 versenkt.[40] |
| Bild | Modell | Typ | Herkunftsland | Verdrängung | Anzahl | Anschaffungsdatum (Jahr) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Seraj-1 | Schnellboot | 12 | |||||
| Peykaap-I-Klasse | Schnellboot | 74+ | |||||
| Tir/IPS-18-Klasse | Patrouillenboot | 28,16 t | 10 | ||||
| MIG-S-1800-Klasse | Patrouillenboot | 22 t | 20 | ||||
| Mk III-Klasse | Patrouillenboot | 28–36 t | 10 | ||||
| MIG-G-1900-Klasse | Patrouillenboot | 60 t | 6 | ||||
| MIG-S-2600-Klasse | Patrouillenboot | 70–82 t | 6 | ||||
| Bavar-Klasse | Patrouillenboot | ||||||
| Kaivan-Klasse | Patrouillenboot | 98–148 t | 3 | ||||
| Parvin-Klasse | Patrouillenboot | 98–148 t | 3 | ||||
| Chaho-Klasse Zafar-Klasse |
Patrouillenboot | 70 t | 3 | ||||
| Peykaap-II/IPS-16-Klasse | Flugkörperschnellboot | 13,75 t | 10 | ||||
| C 14-Klasse Azarakhsh |
Katamaran-Flugkörperschnellboot | 20 t | 9 | ||||
| Houdong/Tondar-Klasse | Flugkörperschnellboot | 175 t | 10 | 1994–1996 | |||
| Kaman-Klasse | Flugkörperschnellboot | 234 t | 10 | 1977–2006 | weitgehend baugleich zur Tiger- bzw. La-Combattante-II-Klasse | ||
| Sina-Klasse | Flugkörperschnellboot | 234 t | 4 | 2003–2017 | modernere Nachbauten der Tiger- bzw. La-Combattante-II-Klasse, insgesamt sollen zehn Einheiten gebaut werden | ||
| Hendijan-Klasse | leichte Tender | 420 t | 11 | 1988–1991 | mindestens zwei Einheiten sind mit Noor-Antischiff-Marschflugkörpern bestückt | ||
| Hamzeh-Klasse | Korvette | 580 t | 1 | 1936 1956 | ursprünglich Motoryacht des Schah, 1956 in Italien zur leichten Korvette umgebaut | ||
| Bayandor-Klasse | Korvette | 1135 t | 2 | 1964 | |||
| Alvand-Klasse | Fregatte | 1100 t | 3 | 1971–1972 | |||
| Moudsch-Klasse | Fregatte | 1300 t | 2 | 2010–2018 | Das Schiff „Damavand“ der Moudsch-Klasse sollte 2019 instand gesetzt werden, nachdem es 2018 sank und von der Liste der im Dienst befindlichen Schiffe gestrichen wurde. Vier weitere Schiffe waren damals im Bau.[41] | ||
| Projekt „Safineh“ | Trimaran Zerstörer | 3000 t | Der Bau des Schiffes ist geplant.[42][43] | ||||
| Khalidsch-e Fars-Klasse | Zerstörer | 6500 t | Befand sich 2019 im Bau. | ||||
| Projekt „Negin“ | Zerstörer | 7000 t[38] | Der Bau des Schiffes war 2019 geplant.[44] |
| Bild | Modell | Typ | Herkunftsland | Reichweite | Sprengkopf | Anzahl | Anschaffungsdatum (Jahr) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kowsar | Seezielflugkörper | 18 km[45] | 29 kg[45] | 2006–2019 | ||||
| Nasr | Seezielflugkörper | 27–35 km[45] | 130 kg[45] | 2005–2019 | Basiert auf der chinesischen C-704. | |||
| Nasir | Seezielflugkörper | 35+ km[46] | ||||||
| Noor | Seezielflugkörper | 130–200 km[45] | 165 kg | 2000–2019 | Basiert auf der chinesischen C-802. | |||
| Qader | Seezielflugkörper | 200 km[45] | 200 kg | 2011–2019 | Verbesserte Version des Noor-Seezielflugkörpers. | |||
| Ghadir | Seezielflugkörper | 300 km | 2015–2019 | |||||
| Raad | Seezielflugkörper | 350 km[47] | 450–500 kg[47] | 2007–2019[47] | Basiert auf der chinesischen Silkworm.[47] |
| Bild | Modell | Typ | Herkunftsland | Anzahl | Anschaffungsdatum (Jahr) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sejjil | Kampfdrohne | 2019 | Die Drohne nutzt zwei Turbojet-Triebwerke, kann eine Spitzengeschwindigkeit von 1000 km/h erreichen und Gleitbomben mit einer Reichweite von 100 km tragen. Sejjil ist die erste Drohne der iranischen Marine und kann von Schiffen aus gestartet werden. |