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The Factory (Studio)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Das Gebäude der Factory ab 1968 in 33 Union Square West im Decker Building, das Studio lag im 6. Stock

The Factory (englisch für „Die Fabrik“), zeitweise auch Silver Factory genannt, waren verschiedene Studios des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol in New York City.

Der Name leitet sich aus zwei Bedeutungen her: zum einen aus der Tatsache, dass das ungefähr 300 m² große Loft zuvor als Raum des produzierenden Gewerbes genutzt worden war, zum anderen um zu verdeutlichen, dass die Kunstwerke, die dort hergestellt wurden, mechanisch in Serie produzierte Waren waren, die die Massenproduktion der modernen Konsumgesellschaft spiegeln sollte.

Gebäude und Geschichte

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Die erste, im Jahre 1962 gegründete Factory, befand sich in der East 87th Street, bekannt als „Firehouse“, einer verlassenen Feuerwache. Hier arbeitete Andy Warhol von Anfang bis Ende 1963. Die eigentliche, legendäre Silver Factory befand sich von Anfang 1964 bis Anfang 1968 in New York an der Adresse 231 East 47th Street zwischen der 2nd und 3rd Avenue im Stadtteil Manhattan, zwischen dem Sitz der Vereinten Nationen und dem Grand Central Terminal.

Im Februar 1968 zog sie dann nach 33 Union Square West, bevor das alte Gebäude abgerissen wurde. Nach dem Umzug wandelte sich die von Bohemiens frequentierte Experimentierbühne. Im Juli 1968 drang Valerie Solanas in Warhols Büro ein und schoss auf ihn und zwei weitere Anwesende, wobei Warhol schwer verletzt wurde. Unter dem zunehmenden Einfluss der Mitarbeiter Paul Morrissey und Frederick Hughes wurde das Studio danach zu einem sauberen, kameraüberwachten und vor allem finanzorientierten Hochglanz-Kunstkonzern inklusive Vorstand und Geschäftsführern: „Art is business“, wie Warhol es einmal trocken formulierte.

Der gesamte Innenraum war, nach einer Idee des Mitarbeiters und Fotografen Billy Linich (später als Billy Name bekannt), mit Alufolie ausgekleidet und mit silberner Farbe besprüht. Die großen Fenster zur Straßenseite waren ebenso mit Silberfolie verkleidet, so dass bei künstlicher Beleuchtung Tag und Nacht nicht mehr voneinander zu unterscheiden waren. Das Loft war mit einem Lastenaufzug versehen und – für den telefonsüchtigen Warhol unverzichtbar – mit einem Münzfernsprecher. Billy Linich/Name funktionierte zeitweise den hinteren Teil in eine Dunkelkammer um, die er bald zu seinem ständigen Wohnsitz machte.

Die Factory war der Ort, wo sich bildende Künstler, Musiker, Tänzer, Schauspieler, Selbstdarsteller, Homosexuelle, Drogenfreaks und – alle zusammenfassend – Warhols „Superstars“ trafen. Zunächst „produzierte“ Warhol hier mit seinem ersten Assistenten Gerard Malanga seine seriell Siebdrucke und Objekte. Später diente das Studio, aber vor allem das berühmte rote Sofa in der Raummitte, als Drehort und Szenario etlicher Warhol-Filme.

Zahlreiche Stars und Sternchen der Film-, Kunst- und Musikszene sowie der New Yorker und Bostoner High Society besuchten Warhols Studio, darunter Mick Jagger, Bob Dylan, Jim Morrison und Salvador Dalí. Überdies diente die Factory als Proberaum für die von Warhol protegierte und produzierte Rockband The Velvet Underground mit ihrer blonden, deutschstämmigen Chanteuse Nico sowie ab 1980 für Walter Steding.

Literarische Rezeption

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  • Nicole Flattery: Nichts Besonderes. Berlin 2023.
  • Nat Finkelstein: Andy Warhol. The Factory Years 1964–1967. St. Martin’s, New York 1989, ISBN 0-312-02857-1 (englisch).
    • wesentlich erweiterte Neuausgabe: PowerHouse, London/New York 1999, ISBN 1-57687-090-1 (englisch).
  • Debra Miller: Billy Name: Stills from the Warhol Films. Prestel, München 1994, ISBN 3-7913-1367-3.
  • Stephen Shore (Fotos), Lynne Tillman (Text): The Velvet Years. Warhols’s Factory 1965–67. Pavilion, London 1995, ISBN 1-85793-323-0 (englisch).
  • Asai Takashi (Hrsg.): Billy Name: Andy Warhol’s Factory Photos. Ausstellungskatalog der Parco Gallery Tokio. Uplink, Tokio 1996, zweite Auflage 1997, ISBN 4-900728-07-1 (englisch).
  • Billy Name, Dave Hickey, Collier Schorr: All Tomorrow’s Parties: Billy Name’s Photographs of Andy Warhol’s Factory. Distributed Art Publishers, New York 1997, ISBN 1-881616-84-3 (englisch).
  • Germano Celant (Hrsg.): Andy Warhol: A Factory. Ausstellungskatalog Kunstmuseum Wolfsburg, Palais des Beaux-Arts de Bruxelles (und Guggenheim-Museum Bilbao), Hatje, Ostfildern 1998, ISBN 3-7757-0773-5 (deutsch; auch als französische, niederländische und spanische Ausgabe).
  • David McCabe: A Year in the Life of Andy Warhol. Phaidon, London 2003, ISBN 0-7148-4322-9.
  • Catherine O'Sullivan-Shorr, Nat Finkelstein, Stephen Shapiro: Andy Warhol’s Factory People. 3 Bände, CreateSpace Independent Publishing Platform, 2014.
  1. Welcome to the Silver Factory. ISBN 978-1-4954-9529-8.
  2. Speeding into the Future.
  3. Your 15 Minutes are Up. ISBN 978-1-4991-0389-2.