Zum Inhalt springen

Topplastigkeit

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Ein Schiff nennt man topplastig, wenn es eine unzureichende StabilitĂ€t durch einen zu hohen Schwerpunkt besitzt. Der Begriff leitet sich von dem Begriff Topp fĂŒr die Mastspitze ab. Ein topplastiges Schiff neigt zu starker KrĂ€ngung durch ungleich verteiltes Gewicht oder starken Seitenwind. Ist es ausschließlich formstabil und nicht gewichtsstabil, droht es zu kentern.

Prominentestes Beispiel fĂŒr ein zu topplastiges Schiff ist die Vasa, die 1628 bei ihrer Jungfernfahrt vor den Augen der Stockholmer Bevölkerung sank, als sie durch eine Bö auf die Seite gedrĂŒckt wurde und durch die offenen (und zu niedrig angebrachten) Kanonenluken zu viel Wasser in das Schiff strömte. Das neue Schlachtschiff war zu topplastig, da es ĂŒber zwei Kanonendecks verfĂŒgte. Nach einer Legende habe das Schiff auf besonderen Wunsch des Königs Gustav II. Adolf dieses zusĂ€tzliche Kanonendeck erhalten, in historischen Quellen finden sich fĂŒr diese These allerdings keine Belege. Auch die zahlreichen archĂ€ologischen Untersuchungen am Wrack der Vasa ergaben keine Evidenz fĂŒr Modifikationen nach Baubeginn.[1]

Ein weiteres Beispiel ist der Untergang der Principessa Jolanda direkt nach dem Stapellauf. Durch die noch leeren LagerrÀume und Kohlebunker bei dem bereits voll eingerichteten Schiff bekam dieses nach dem Stapellauf auf Grund der dadurch bedingten Topplastigkeit Schlagseite und sank.

  • Schiffbau, Schiffahrt und Hafenbau. Zeitschrift fĂŒr die gesamte Industrie auf schiffbautechnischen und verwandten Gebieten, Band 30, Verlag Carl Marfels Aktiengesellschaft, Berlin 1929.
  • Fred Dietrich: Schiffe – Meere – HĂ€fen. Band 5 von Die Welt von heute, P. MĂŒller Verlag, 1956.
  • Kammer der Technik (Hrsg.): Schiffbautechnik. Band 14, VEB Verlag Technik, 1964.
  • Hafenbautechnische Gesellschaft (Deutschland), Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hamburgischen Schiffbauversuchsanstalt, Handelsschiffnormenausschuss, Archiv fĂŒr Schiffbau und Schiffahrt: Werft, Reederei, Hafen. Band 5, Verlag Julius Springer, Berlin 1924.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ K. J. Rose: The Naval Architecture of the Vasa, a 17th Century Swedish War Ship. Dissertation, Texas A&M University, 2014, S. 9–10.