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Tragring

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Baßlerische Ausruff-Bilder, Nr. 26–34. „Die ringe sind den mĂ€gden nuz, Im tragen ihrem kopf zum schuz.“ Stich von David Herrliberger (1697–1777), 1749

Ein Tragring ist ein Polster, das beim Tragen von Kopflasten zwischen Kopf und Kopflast gelegt wird. Er besteht aus einem Stoffwulst oder aus einem aus Stoff genĂ€hten Ring, der mit verschiedenen Materialien gestopft sein kann. Diese weltweit bis heute zu beobachtende Tragweise war auch in Mitteleuropa wohl flĂ€chendeckend verbreitet, auch wenn Tragringe regional unterschiedlich dicht materiell und bildlich bis weit ins 19. Jahrhundert hinein nachgewiesen wurden.[1][2][3] Ein Tragring kann sehr ansprechend gestaltet sein und ist in Deutschland oft segmentförmig mit roten Stoffblenden und ZackenbĂ€ndern vernĂ€ht. Über den Gebrauch in der Pfalz um 1780 wird berichtet: „Die Weibsleute vom Lande tragen alles in Körben auf dem Kopf in die Stadt, wie denn ĂŒberhaupt der Gebrauch ĂŒblich in den Rheinischen Provinzen nicht allein auf dem Lande, sondern auch in den StĂ€dten, herrscht [
]. Ein kleiner runder Kranz, den sie auf dem Kopf unterlegen, dienet dazu, daß der Korb auf dem Kopf feststeht, auch ihn nicht immediat drĂŒckt, und nun halten sie die Balance so gut, daß sie nicht nötig haben, den Korb mit der Hand zu halten, sondern die HĂ€nde frey haben, oder in die Seite setzen.“[4] Im Bremer Umland nannte man die Polster „Waasch“,[5] im Rheinland wurden sie als „Kringel“ bezeichnet,[6] in anderen Regionen auch als Ringkissen, Brick oder Kiz. KulturĂŒbergreifend kann aus literarischern und bildlichen Zeugnisse geschlossen werden, dass ĂŒberwiegend Frauen (Marktweiber, MĂ€gde, DienstmĂ€dchen) Lasten auf dem Kopf tragen und trugen, und zwar auch in der Stadt, nicht nur im lĂ€ndlichen Umfeld.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Charlotte Homfeld: IGBauernhaus - Interessengemeinschaft Bauernhaus: Walseck und Joch. Abgerufen am 12. Dezember 2018
  2. ↑ Hermann Kaiser: Ein "Waselck" ... Abgerufen am 30. Dezember 2018
  3. ↑ Wolfgang Greber: Vom Waselck zur Napoleonsbank Abgerufen am 30. Dezember 2018
  4. ↑ Albert Becker: Der PfĂ€lzer Bauer um 1780. in: PfĂ€lzisches Museum 1920. Nr. 10–12, S. 57
  5. ↑ Einer von vier Tragringen im Focke-Museum Bremen: Waasch
  6. ↑ https://woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=K16377
Commons: Rings for headcarrying – Sammlung von Bildern