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TriebtÀter

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BegrĂŒndung: Der Artikel behandelt einen umgangssprachlichen Begriff, der eher ein Essay, denn ein enzyklopĂ€discher Artikel zu scheint.--Fiona (Diskussion) 16:34, 3. Dez. 2021 (CET)

Ein TriebtĂ€ter ist „jemand, der aus dem Drang zur Befriedigung eines Triebes, besonders des Geschlechtstriebes, eine Straftat begeht.“[1] Ähnlich definiert der Duden: „MĂ€nnliche Person, die aus dem Drang zur Befriedigung eines Triebes, besonders des Geschlechtstriebs, eine Straftat begeht“.[2] Es ist ein umgangssprachlicher Begriff fĂŒr SexualstraftĂ€ter, der in wissenschaftlichen Publikationen keine Verwendung findet. Das Wort ist ein Determinativkompositum aus den Substantiven Trieb und TĂ€ter.

Meist werden Personen umgangssprachlich als TriebtÀter bezeichnet, die nicht nur, aber auch aufgrund einer Paraphilie (zu denen z. B. Exhibitionismus zÀhlt) ihre SexualitÀt nicht in dem gesellschaftlich geduldeten Rahmen ausleben und andere Personen vergewaltigen, sexuell nötigen oder im schlimmsten Fall ermorden.

Analog versteht der Duden unter einem Triebverbrecher als Spezialform „eine mĂ€nnliche Person, die aus dem Drang zur Befriedigung eines Triebes, besonders des Geschlechtstriebs, ein Verbrechen begeht.“ Nicht jede Straftat ist ein Verbrechen.

Im 19. Jahrhundert sprach man vom krankhaften Trieb und von einer Trieberkrankung. Sie wurde definiert als eine unwiderstehliche Neigung zu zwecklosen, unvernĂŒnftigen oder verbrecherischen Handlungen, die ohne wirksame Gegenvorstellungen bei Belasteten (bei einer Psychasthenie) auftreten und in Handlungen umgesetzt werden. Beispiele waren Brandstiftungstrieb und Stehltrieb.[3] Ab 1959 nannte Willibald Pschyrembel als Beispiele fĂŒr krankhafte Triebstörungen Satyriasis, Nymphomanie, Sadismus, Masochismus, Pyromanie, Kleptomanie und Mordtrieb. Als Ursachen nannte er Psychopathien, Schwachsinn, endogene Psychosen, Intoxikationen und organische Hirnerkrankungen.[4]

In der Medizin wurde meistens nicht auf die Strafbarkeit abgestellt; in der Rechtsprechung wurde meistens nicht auf die Krankhaftigkeit abgestellt.

  • Nikolaus Heim: Operation „TriebtĂ€ter“, Kastration als ultima ratio. GesprĂ€che mit kastrierten SexualtĂ€tern (= Forschungsergebnisse zur Sexualpsychologie. Band 8). Dr. Kovac, Hamburg 1998, ISBN 3-86064-673-7.
  • Jens Hoffmann, Cornelia Musolff (Hrsg.): TĂ€terprofile bei Gewaltverbrechen. Mythos, Theorie, Praxis und forensische Anwendung des Profilings. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 2006, ISBN 978-3-540-68647-7.
  • Frank J. Robertz, Alexandra Thomas (Hrsg.): Serienmord. Kriminologische und kulturwissenschaftliche Skizzierung eines ungeheuerlichen PhĂ€nomens. Edition Belleville, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-936298-09-2.
  • Eberhard Schorsch, Nikolaus Becker: Angst, Lust, Zerstörung: Sadismus als soziales und kriminelles Handeln (= BeitrĂ€ge zur Sexualforschung. Band 78). Psychosozial-Verlag, Gießen 2000, ISBN 3-89806-048-9.
  • Eberhard Schorsch: Perversion als Straftat. Dynamik und Psychotherapie. 2. Auflage, Ferdinand-Enke-Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-432-27212-X.
  • Jerome Endrass, Astrid Rossegger, Frank Urbaniok, Bernd Borchard (Hrsg.): Intervention bei Gewalt- und SexualstraftĂ€tern. Risk-Management, Methoden und Konzepte der forensischen Therapie. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin 2012, ISBN 978-3-941468-70-2.
  • Klaus M. Beier (Hrsg.): PĂ€dophilie, Hebephilie und sexueller Kindesmissbrauch. Die Berliner DissexualitĂ€tstherapie. Springer-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-662-56593-3.
  • Thomas Gruber: Sexuell deviantes Verhalten von Jugendlichen. Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8497-0218-2.
  • Thomas Bliesner, Friedrich Lösel, GĂŒnter Köhnken (Hrsg.): Lehrbuch Rechtspsychologie. Hans Huber Verlag, Bern 2014, ISBN 978-3-456-85411-3.
  • Hans-Dieter Schwind: Kriminologie und Kriminalpolitik. Eine praxisorientierte EinfĂŒhrung mit Beispielen. 23. Aufl. C.F. MĂŒller Verlag, Heidelberg 2016. ISBN 978-3-7832-0047-8.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Die_Zeit: Das Lexikon mit dem Besten aus der Zeit in 20 BĂ€nden. Deutsches_Wörterbuch, Zeitverlag Gerd_Bucerius, 19. Band (Rast–Z), Hamburg 2005, ISBN 3-411-17579-6, S. 2349.
  2. ↑ Duden – mehr als ein Wörterbuch. Online-Ausgabe, abgerufen am 19. August 2022. Analog wird die TriebtĂ€terin als weibliche Person definiert.
  3. ↑ Otto DornblĂŒth: Klinisches Wörterbuch. 1. Auflage, Verlag von Veit & Comp., Leipzig 1894, S. 139; fast identisch auch in der 11. Auflage, Verlag von Walter de Gruyter, Berlin / Leipzig 1922, S. 426.
  4. ↑ Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 123.–153. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin 1959, S. 895.