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WordStar

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
WordStar
Basisdaten
Entwickler MicroPro
WordStar International
SoftKey International
Erscheinungsjahr 1978
Aktuelle Version WordStar 4 CP/M (1987),
Word Star 7.0d DOS
WordStar fĂŒr Windows 2.0
(1992)
Betriebssystem CP/M, CP/M-86, DOS
Kategorie Textverarbeitung
Lizenz proprietÀr
Sonstiges Entwicklung eingestelltVorlage:Infobox Software/Wartung/Sonstiges
www.wordstar.org
Installationsdisketten (6× 5,25″-Disketten) fĂŒr Wordstar 4.0 fĂŒr CP/M

WordStar war eines der ersten Textverarbeitungsprogramme fĂŒr Personal Computer. Die Version 1.0 war eine Weiterentwicklung des Programms WordMaster und wurde im September 1978 fĂŒr das Betriebssystem CP/M veröffentlicht.

Es war sowohl als Einzelanwendung erhÀltlich oder im Paket als Office Suite mit CalcStar, MailMerge, DataStar und ReportStar.

WordStar brachte viele neue Funktionen mit, so etwa das WordStar-Kreuz oder Steuerungsdiamant: die Tasten Strg+S, Strg+D, Strg+E und Strg+X bildeten ein Kreuz, mit dem der Cursor nach links, rechts, oben oder unten bewegt wurde – die Pfeiltasten gab es damals auf vielen Tastaturen noch nicht. Eine ganze Zeile wurde mit Strg+Y gelöscht. Viele dieser Tastenbefehle wurden von WordStar-kompatiblen Editoren ĂŒbernommen, so zum Beispiel von dem Unix/Linux-Editor Joe, dem MS-DOS-Editor „EDIT“ oder den ProgrammieroberflĂ€chen fĂŒr Turbo Pascal und QBasic.

WordStar 3.0 mit großem Hilfe-Fenster
Wordstar 4.0

Man konnte die HĂ€lfte des Bildschirms mit einem Hilfe-Fenster fĂŒllen, auf dem alle wichtigen Tastaturbefehle erklĂ€rt waren. Wenn man die Befehle kannte, konnte man das Hilfe-Fenster verkleinern oder ganz wegschalten, um mehr Platz fĂŒr den eigenen Text zu haben. Bei Befehlen, die aus zwei Tasten bestanden (wie etwa Strg+O, L, 5 – linken Rand auf die 5. Spalte setzen) konnte, wenn man nach dem ersten Tastendruck ausreichend lange zögerte, automatisch das zu diesem ersten Tastendruck passende Hilfe-Fenster erscheinen.

Die FĂ€higkeiten von WordStar 3.0 (1982 erschienen) waren immens. Es gab variable Tabulatorstopps, man konnte die Zeilen automatisch mit Leerzeichen fĂŒllen lassen, um Blocksatz zu erhalten, und es gab „weiche“ Trennungsstriche, die nur dann gedruckt wurden, wenn sie tatsĂ€chlich am Zeilenende standen. WordStar war auch den Möglichkeiten von CP/M und der damaligen Bildschirme weit voraus. So konnte man auch Befehle geben, Zeichen kursiv oder fett zu drucken – diese wurden zwar am Bildschirm nicht kursiv bzw. fett dargestellt, sondern nur durch besondere Kennzeichen hervorgehoben, aber der Drucker druckte sie korrekt (eine Druckvorschau existierte spĂ€testens seit der DOS-Version 5). Einige Bearbeitungsfunktionen, wie rechtsbĂŒndige Tabulatorstopps und manuelle Zeilenwechsel innerhalb eines Absatzes, fehlten allerdings in allen DOS-Versionen.

Weil das Betriebssystem CP/M keine einheitliche Bildschirm- oder Druckerausgabe unterstĂŒtzte, war es jeweils erforderlich, das Anwenderprogramm entsprechend anzupassen. WordStar stellte dazu an definierten Stellen des ausfĂŒhrbaren Programms speziell reservierte Code-Blöcke bereit, um mit Hilfe eines Debuggers Zeichenketten (z. B. Escape-Sequenzen) oder kleine Maschinenprogramme einfĂŒgen und so die Hardware-Anpassung flexibel vornehmen zu können. Dies war einer der GrĂŒnde fĂŒr die damalige sehr große Verbreitung von WordStar.

Druckersteuerung

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FĂŒr die Druckersteuerung wurden eine Menge von Dot Commands eingefĂŒhrt: eine Buchstabenkombination, die einem Punkt am Zeilenanfang folgte. Zum Beispiel bedeutete .CP 10, dass der Drucker ein neues Blatt beginnen sollte, falls weniger als 10 leere Zeilen bis zum regulĂ€ren Blattende frei waren.

WordStar wurde durch Zusatzpakete erweitert, so beispielsweise SpellStar fĂŒr Rechtschreibkorrektur und MailMerge fĂŒr Serienbriefe.

VorgÀngerprodukte

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Der ehemalige IMSAI-Marketingchef Seymour Rubinstein grĂŒndete 1976 die Firma MicroPro International Inc. Der Systemprogrammierer John Robbins Barnaby, welcher zuvor ebenfalls fĂŒr IMSAI tĂ€tig war, entwickelte WordMaster[1] fĂŒr das Betriebssystem CP/M.

WordStar wurde erstmals im April 1979 auf der West Coast Computer Faire in der Brooks Hall in San Francisco gezeigt.

Die Programmierer Rob Barnaby und Jim Fox hatten fĂŒr dieses relativ umfangreiche Programm neue Techniken entwickelt, so zum Beispiel das Benutzen von Overlay (Programmierung), das heißt das Verarbeiten von Dateien, die grĂ¶ĂŸer sind als der Arbeitsspeicher des Computers – denn CP/M lief damals auf Prozessoren, die nur bis zu 64 kB RAM adressieren konnten, wodurch etwa zehn Schreibmaschinenseiten Text auf einmal in den Speicher passten.

Nachdem in den 1980er Jahren die Verbreitung von CP/M zunehmend abnahm, wurde WordStar auch auf DOS, das Betriebssystem des IBM PC und Kompatiblen, portiert, sowie um 1990 auch auf DOS-basiertes Windows.

Einsatz in der DDR

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Neben einer Zahl von an Robotron und andere Hardware angepasster Originalversionen wurde auch eine Textverarbeitung namens TP auf dem CP/M-Derivat SCP benutzt, welche außer der Lokalisierung der BenutzeroberflĂ€che von Englisch nach Deutsch, der Änderung der Dateiendung DOC auf TXT und einem Konfigurationsprogramm fĂŒr Robotron-Drucker weitgehend identisch zu WordStar war.

Ende der Entwicklung

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Das 1987 erschienene WordStar 4 war die letzte grĂ¶ĂŸere kommerzielle Software fĂŒr das CP/M-Betriebssystem. Ende der 1980er-Jahre wurde dann WordStar 7 fĂŒr DOS entwickelt: mit Maus-UnterstĂŒtzung, mit einer Makrosprache und spĂ€ter mit Zugriff auf die Zwischenablage von Windows 3.x. Jedoch konnte WordStar ab 1990 den Vorsprung von WordPerfect und spĂ€ter Microsoft Word nicht mehr aufholen. Außerdem wurden in dieser Zeit auch fĂŒr weniger anspruchsvolle Textverarbeitungsaufgaben integrierte Programmpakete wie Microsoft Works und weitere Programme, die nach dem WYSIWYG-Prinzip arbeiten, immer populĂ€rer.

1986 war WordStar weltweit auf ĂŒber einer Million Computer im Einsatz.[2]

Das Fachmagazin fĂŒr Computerspiele Aktueller Software Markt bezeichnete WordStar 1986 als „Bestseller unter den Textverarbeitungsprogrammen“, der trotz zahlreicher Konkurrenten zum Maßstab der Textverarbeitung geworden sei. Durch eine „hervorragende Dokumentation“ und eine „bedienungsfreundliche“ NutzerfĂŒhrung halte das Programm die Einarbeitungszeit kurz.[2]

Mehrere Autoren verwenden das Programm WordStar bis heute, so der kanadische Science-Fiction-Autor Robert J. Sawyer[3] und der Autor der Fantasy-Saga Das Lied von Eis und Feuer, George R. R. Martin.[4][5] Auch der Autor William F. Buckley, Jr. war ein bekannter BefĂŒrworter von WordStar.[6] Robert J. Sawyer veröffentlichte 2024 in seinem Blog Wordstar 7.0 neu inkl. DOS-Emulator.[7] Er möchte damit gewĂ€hrleisten, dass sein Nachlass erhalten bleibt.[8]

  • Arthur Naiman: EinfĂŒhrung in Wordstar. Sybex-Verlag 1983, ISBN 3-88745-019-1
  • Dennis P. Curtin: Handbuch der Textverarbeitung: WordStar deutsch. Markt&Technik, Haar b. MĂŒnchen 1984, ISBN 3-89090-015-1
  • Elmar Weiler: Das Trainingsbuch zu WORDSTAR – MAILMERGE. Data Becker 1984, ISBN 3-89011-024-X
  • Werner Borsbach: WORDSTAR Tuning. Verlag Heinz Heise 1986, ISBN 3-88229-127-3
  • Seymor Rubinstein: The Rise and Fall of WordStar. In: Annals of the History of Computing, 28/4 (2006), S. 64–72. (Abstract, PDF, Podcast)

Einzelnachweise

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  1. ↑ https://wiki.polaire.nl/lib/exe/fetch.php?media=micropro_wordmaster.pdf
  2. 1 2 Frank Brall: Der Oldie unter den Textverarbeitungsprogrammen. In: Aktueller Software Markt. MĂ€rz 1986, S. 38 (Textarchiv – Internet Archive).
  3. ↑ RJS on WordStar cited in paper about accessibility for the blind. auf sfwriter.com (23. Juni 2009). Abgerufen am 17. Mai 2014
  4. ↑ Not A Blog – The Social Media. Grrm.livejournal.com (17. Februar 2011), abgerufen am 15. Mai 2014
  5. ↑ Game-of-Thrones-Autor erklĂ€rt seine Vorliebe fĂŒr WordStar 4.0 von 1987 (Video). de.engadget.com (14. Mai 2014), abgerufen am 15. Mai 2014
  6. ↑ William F Buckley and WordStar (Memento vom 12. Mai 2014 im Internet Archive) feigenson.us (22. April 2009), abgerufen am 17. Mai 2014
  7. ↑ WordStar for DOS 7.0 Archive, auf sfwriter.com
  8. ↑ Tobias Költzsch: Sci-Fi-Autor veröffentlicht 30 Jahre altes Schreibprogramm. golem.de, 6. August 2024, abgerufen am 7. August 2024.