Wordclock
Wordclock ist ein Basistaktsignal in der digitalen Audiotechnik, welches notwendig ist, um die Ăbertragung von Audio-Datenströmen zwischen digitalen AudiogerĂ€ten zu ermöglichen. Mittels Wordclock wird die Verarbeitung der digitalen Daten aller beteiligten GerĂ€te miteinander synchronisiert. Die Wordclock hat genau die Periodendauer eines Abtastwertes bei gegebener Abtastrate und ist unabhĂ€ngig vom verwendeten Dynamikumfang bzw. von der Samplingtiefe.
Jedes digitale AudiogerĂ€t verfĂŒgt ĂŒber einen internen Taktgenerator, der ihm im Standalone-Betrieb den Basistakt zur VerfĂŒgung stellt, mit dem es die Audiodaten verarbeitet. Im Verbund zweier oder mehrerer digitaler AudiogerĂ€te muss ein GerĂ€t den Wordclock-Takt vorgeben (Master) und alle anderen GerĂ€te (Slaves) diesen Takt ĂŒbernehmen. Dazu lĂ€sst sich jedes DigitalgerĂ€t von seinem internen auf ein von auĂen zugefĂŒhrtes Taktsignal umschalten. Es reicht nicht aus, bei jedem GerĂ€t im Verbund den internen Taktgenerator einfach auf die gleiche Taktfrequenz einzustellen â durch kleine, aber unvermeidbare Ungenauigkeiten wĂŒrden die Taktsignale dann unsynchronisiert nebeneinander herlaufen und auseinanderdriften. Diese AsynchronitĂ€t der digitalen Daten wĂŒrde mitunter zu deutlich hörbaren Pop- und Klick-GerĂ€uschen bis hin zu einem kompletten Signalausfall fĂŒhren.
Standardisierte Clock- bzw. Abtastfrequenzen (vgl. Abtastrate) sind 44,1 kHz, 48 kHz, 88,2 kHz, 96 kHz sowie 192 kHz. Bei den meisten digitalen Audioformaten lĂ€sst sich die Wordclock aus dem Datenstrom der empfangenen Audiodaten ableiten (z. B. S/PDIF, AES/EBU, ADAT, MADI, nicht jedoch bei TDIF). Wird das Wordclock-Signal getrennt vom digitalen Audiosignal ĂŒbertragen, so geschieht dies ĂŒblicherweise ĂŒber koaxiale 75-Ohm-Kabel mit BNC-Steckverbindern. Dazu mĂŒssen die verbundenen GerĂ€te ĂŒber dedizierte BNC-Wordclock-AnschlĂŒsse verfĂŒgen, was ausschlieĂlich bei professionellen GerĂ€ten der Fall ist.
Vom Wordclock-Master kann das Taktsignal entweder per Daisy Chain kettenartig zum nĂ€chsten und von diesem weiter zum folgenden GerĂ€t usw. gefĂŒhrt werden (am letzten GerĂ€t der Kette muss die Leitung dann mit einem passenden Abschlusswiderstand terminiert werden), oder das Taktsignal wird sternförmig vom Master direkt an alle weiteren GerĂ€te verteilt. Da sich bei serieller Weitergabe des Taktsignals bei jedem weiteren GerĂ€t in der Kette kleine Durchlaufverzögerungen aufsummieren, wird die Taktung von GerĂ€t zu GerĂ€t ungenauer und es kann zu Signalaussetzern kommen. Daher ist sternförmige Wordclockverteilung zu bevorzugen, bei der der Takt-Master sein Synchronisationsignal direkt zu jedem zu synchronisierenden GerĂ€t leitet.
Im Prinzip kann jedes digitale AudiogerĂ€t, das einen digitalen Ausgang besitzt, als Wordclock-Master fungieren. ConsumergerĂ€te, insbesondere CD-Player, die naturgemÀà keinen Audioeingang haben, mĂŒssen dabei immer Wordclock-Master sein. Einige Profi-CD-Player sind dagegen zur externen Taktung mit Wordclock-EingĂ€ngen ausgestattet.
Im professionellen Bereich werden oft eigenstĂ€ndige Wordclock-Generatoren eingesetzt. Dies sind GerĂ€te, die ausschlieĂlich Wordclocksignale generieren und zur sternförmigen Verteilung ĂŒber mehrere AusgangsanschlĂŒsse verfĂŒgen.
Soll eine Quelle ohne externe Taktungsmöglichkeit (z. B. CD-Player) mit einem nicht dazu synchronisierten System verbunden werden, so muss an dem betreffenden Eingang ein Abtastratenkonverter vorhanden sein, der die Abtastrate der unsynchronen Quelle auf den System-Wordclock des restlichen Systems umrechnet.