Ylang-Ylang
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Ylang-Ylang (Cananga odorata) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cananga odorata | ||||||||||||
| (Lam.) Hook. f. & Thomson |
Ylang-Ylang (Cananga odorata) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Cananga innerhalb der Familie der Annonengewächse (Annonaceae). Der Name wird sowohl für die ganze Pflanze als auch für ihre Blüten verwendet, aus denen das Ylang-Ylang-Öl gewonnen wird.
Sehr ähnlich duftende Blüten besitzt auch der Falsche oder Kletternde Ylang-Ylang, manchmal auch Ylang-Ylang-Wein genannt (Artabotrys hexapetalus); dieser ist aber kein Baum, sondern eine Kletterpflanze.
Beschreibung
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Vegetative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ylang-Ylang ist eine immergrüne Pflanze, sie wächst relativ schnell zu einem Baum mit einer Wuchshöhe von bis zu 25 Metern heran. Die Rinde ist im jungen Alter glatt, im Alter dagegen rau und rissig, leicht- bis dunkel-braun oder gräulich-silbrig.
Die wechselständigen – oft entlang der Zweige so angeordneten, dass sie wie ein einzelnes gefiedertes Blatt erscheinen – Blätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ kurz. Die glänzende Blattspreite ist bei einer Länge von 9 bis 23 Zentimeter sowie einer Breite von 4 bis 14 Zentimeter elliptisch bis eiförmig, eilanzettlich mit zugespitztem bis spitzem oberen Ende. Die ganzen Blattränder sind oft gewellt. Die Spreitenbasis ist gerundet bis stumpf und öfters ungleich, teils leicht herzförmig. Die Blattnervatur ist schräg parallel-vorwärts gefiedert.
Generative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ein bis vielblütigen, kurzgestielten doldigen Blütenstände erscheinen oft blattachselständig entlang der Zweige und Äste. Es sind kleine abfallende Deckblätter vorhanden. Die Blüten hängen meist langen, fein behaarten Blütenstielen herab.
Die Blüten sind zwittrig. Die Blüten verströmen einen intensiven süßen Duft. Es sind drei kleine, fein behaarte, (breit)eiförmige und spitze, zurückgebogene Kelchblätter vorhanden. Die sechs herabhängenden, oft rundgebogen oder verdrehten und ei- bis linealisch-lanzettlichen, 5 bis 8 Zentimeter langen, inneren Blütenhüllblätter stehen in zwei Kreisen und sind gelblich-grün bis gelb. Es sind viele kleine Staubblätter mit spitzen Staubbeuteln zu einer dreieck- und polsterförmigen Einheit verschmolzen, zusammenstehend, in der Mitte sind die oberständigen und verwachsenen, zusammenstehenden, etwas längeren, einzelnen Stempel. Die Staubbeutel sind orange-gelb, mit rötlicher Spitze. Die Griffel sind konvex, die einzelnen, federigen und grünen Narben verwachsen, verschmelzen in der Anthese zu einem kugeligen Gebilde.
Es stehen 6 bis 12, meist bis zu 20 Beeren in einer doldigen Sammelfrucht zusammen. Die bei einer Länge von 1,5 bis 2,3 Zentimeter relativ kleinen, olivenähnlichen, glatten, schwärzlichen, eiförmigen bis ellipsoiden, gestielte Beeren enthalten mehrere (zwei bis zwölf) Samen. Die Samen sind in zwei Reihen in einem weißlich-grünlichen und öligen, geschmacklosen Mesokarp eingebettet. Die narbigen, harten, orange-bräunlichen Samen sind bei einer Größe von 6 bis 8 Millimeter abgeflacht und rundlich bis elliptisch.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[1]
Ökologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Cananga odorate ist vorweiblich, protogyn.[2]
Die Bestäubung geschieht durch Nachtschwärmer und Käfer.
Vorkommen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ylang-Ylang stammt ursprünglich von den Philippinen und aus Indonesien. Er wird auch in Madagaskar, Sumatra, Haiti, Java, den Komoren und Sansibar zur Gewinnung des Ylang-Ylang-Öls kultiviert. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet umfasst Papua-Neuguinea, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Malaysia, die Philippinen und Indonesien.[3]
Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ylang-Ylang wurde 1785 als Uvaria odorata von Jean-Baptiste de Lamarck in Encyclopédie méthodique. Botanique, Band 1, Teil 2, Seite 595–596 erstbeschrieben. Die Neukombination zu Cananga odorata (Lam.) Hook. f. & Thomson wurde 1855 durch Joseph Dalton Hooker und Thomas Thomson in Flora Indica: Being a Systematic Account of the Plants of British India, Band 1, Seite 130 veröffentlicht.[4]
Nutzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus den großen Blüten, die täglich geerntet werden können und schnell verarbeitet werden müssen, gewinnt man das ätherische Ylang-Ylang-Öl. Durch weiteres Destillieren kann auch das Canangaöl produziert werden (nur die höheren Fraktionen oder auch das Gesamtdestillat).[5] In Asien finden Blüten und Öl auch Anwendung in der Volksmedizin. Das Holz eignet sich zum Bau von kleinen Booten, Trommeln, Hausgerät und Kisten sowie zum Schnitzen.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bingtao Li, Michael G. Gilbert: Cananga (Candolle) J. D. Hooker & Thomson In: Flora of China Editorial Committee: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 19: Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2011, ISBN 978-1-93564104-9. Cananga odorata (Lamarck) J. D. Hooker & Thomson. S. 701 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
- John A. Parrotta: Cananga odorata. U.S. Forest Service, Research & Development, 2009, In: Enzyklopädie der Holzgewächse. 54, Erg.Lfg. 01/10, doi:10.1002/9783527678518.ehg2010004, online (PDF; 1,4 MB).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Cananga odorata bei Useful Tropical Plants, abgerufen am 20. Februar 2018.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Cananga odorata bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
- ↑ Jens G. Rohwer, Klaus Kubitzki, Volker Bittrich: The Families and Genera of Vascular Plants. Volume II: Flowering Plants Dicotyledons, Springer, 1993, ISBN 978-3-642-08141-5, (Reprint), S. 99.
- ↑ Cananga im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 8. Juni 2018.
- ↑ Cananha odorata. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 9. September 2026.
- ↑ E. Gildemeister: Die Ätherischen Öle. 3. Auflage, 2. Band, Schimmel, 1929, S. 579–593, doi:10.24355/dbbs.084-201101120852-0.