âTunesien kann unter keinen UmstĂ€nden als Grenzschutz fĂŒr andere LĂ€nder dienen.â Das erklĂ€rte der tunesische Innenminister Kamel Feki in einer von seinem Ministerium veröffentlichten VideoerklĂ€rung, wie italienische Medien heute berichteten. Feki betonte, dass sein Land weder groĂe Zahlen irregulĂ€rer Migranten und Migrantinnen aufnehmen könne, die seine sozialen und finanziellen KapazitĂ€ten ĂŒberstiegen, noch könne es als Aufnahmeland fungieren.
Diese Woche hĂ€tten die tunesischen SicherheitskrĂ€fte 62 illegale Migrationsversuche verhindert, indem sie vor Sfax 681 Personen aus verschiedenen afrikanischen LĂ€ndern sĂŒdlich der Sahara abgefangen hĂ€tten, teilte das Innenministerium in Tunis in einer ErklĂ€rung heute mit, in der es ĂŒber die Ergebnisse einer neuen umfassenden Sicherheitskampagne in der Region Sfax berichtete. 48 Personen wurden wegen Schlepperei festgenommen.
Deal zwischen Rom und Tunis
Laut einem am 16. Juli unterzeichneten Memorandum zwischen Rom und Tunis kann die EU-Kommission fĂŒr das wirtschaftlich schwer angeschlagene Tunesien Finanzhilfen in einer Höhe von bis zu 900 Millionen Euro in die Wege leiten. Im Gegenzug fĂŒr die Finanzhilfen soll das Land in Nordafrika kĂŒnftig stĂ€rker gegen Schlepper und illegale Ăberfahrten vorgehen, um die Abfahrten von Menschen in Richtung Europa zu reduzieren.
Menschenrechtsorganisationen haben das Migrationsabkommen mit Tunesien kritisiert. Sie prangern insbesondere das autoritĂ€re Gebaren von PrĂ€sident Kais Saied und Misshandlung von FlĂŒchtlingen an.
Tunesien ist eines der wichtigsten TransitlĂ€nder fĂŒr Menschen auf dem Weg nach Europa. Vor allem in Italien wird seit geraumer Zeit ĂŒber die Ankunft Tausender Personen diskutiert. In diesem Jahr stiegen die Migrationszahlen ĂŒber die Mittelmeerroute massiv. Fast 130.000 haben dieses Jahr nach Seefahrten ĂŒber das Mittelmeer Italien erreicht.