Im Rechtsstreit um geĂ€nderte Regeln fĂŒr die Briefwahl in den USA zieht die Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump vor die nĂ€chste Instanz. Wie erwartet ficht sie vor einem Berufungsgericht die einstweilige VerfĂŒgung an, mit der eine Richterin weite Teile der PlĂ€ne auf Eis gelegt hatte. Das ging gestern aus den Gerichtsunterlagen hervor.
Wenige Tage bevor in den ersten Bundesstaaten Wahlunterlagen versandt werden sollen, geht der Rechtsstreit damit in die nÀchste Runde. Die neuen Regeln sehen im Kern vor, dass die US-Post USPS eine zentrale Rolle bei der Kontrolle der Briefwahl einnimmt.
Bundesstaaten sollen der Post etwa das Design ihrer UmschlĂ€ge fĂŒr die Briefwahl zur Genehmigung vorlegen. Zudem soll die Post die Unterlagen nur an BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ausliefern, die in einem von den Bundesstaaten ĂŒbermittelten WĂ€hlerverzeichnis gefĂŒhrt sind.
Demokraten wÀhlen hÀufiger per Briefwahl
Republikaner verteidigen die PlÀne mit dem Argument, damit angeblichen Wahlbetrug verhindern zu wollen. Kritiker vermuten als Motiv, Trump wolle die Stimmabgabe per Briefwahl erschweren.
Demokratische WĂ€hlerinnen und WĂ€hler stimmen meist hĂ€ufiger per Post ab als Republikaner. Zudem wird darin ein unrechtmĂ€Ăiger Eingriff in die Kompetenz der Bundesstaaten gesehen, die das Abhalten von Wahlen im Wesentlichen selbst verantworten.
Eine Bundesrichterin hatte Trumps PlĂ€ne gestern per einstweiliger VerfĂŒgung gestoppt. Der Erlass des PrĂ€sidenten sei âeine wahrscheinlich verfassungswidrige Regelung, deren Einhaltung im Hinblick auf die Zwischenwahlen 2026 praktisch unmöglich istâ, schrieb sie. Es sei zudem unrealistisch, sie so kurz vor der Wahl noch umzusetzen.
Enges Rennen bei Midterms
Am 3. November wird bei den US-Zwischenwahlen bzw. Midterms etwa ein Drittel des Senats und das komplette ReprĂ€sentantenhaus neu gewĂ€hlt. Wegen der knappen Mehrheit der Republikaner in beiden Parlamentskammern könnte jedes einzelne Mandat darĂŒber entscheiden, wer am Ende die Macht im Kongress hat.
Sollten die Republikaner ihre Mehrheit in einer Kammer verlieren â oder gar in beiden â wĂ€re es fĂŒr Trump deutlich schwieriger, seine politischen Vorhaben umzusetzen.