Dienstag, 29. Dezember 2009

Kein Alltag. Besuch aus Hamburg. Frl. Taschenwahnsinn war mit Tochter Taschenwahnsinn durch die Kälte zu uns gereist.
Der Winter ist definitiv zurück. Die Wollunterwäsche darf doch noch ihren Dienst tun.
Alle Kinder wurden in rote Anzüge gesteckt und aufs Eis geschickt. Das Eis ist perfekt. Denn unter dem Eis ist Wiese. Das Eis ist nämlich das gefrorene Herbsthochwasser, welches als riesige Pfützen auf den Weiden rumschwappte. Also können die Kinder (und Väter) das Eis bis zum zerbersten austesten ohne wirklich in Gefahr zu geraten. Gut für Mütterherzen.




Zurück in der Küche wird heißer Tee getrunken und sich am Ofen gewärmt. Dann noch ne Runde Playmobil gespielt, gemeinsam gemalt und Brote gegessen.

Auf meinem Schreibtisch steht jetzt jemand der mir zuverlässig jeden Abend die Lampe hält und mir Gesellschaft leistet, wenn ich am Rechner arbeite oder mit der Nähmaschine lärm mache. Sehr freundlich (auch von den Leuten die Ihn mir gebracht haben).

Montag, 28. Dezember 2009


Normalität. Es geht schnell, dass man sich an neue Umstände gewöhnt. Mein Leben eben.

Unser Tag bis jetzt 13.51 Uhr:

Aufwachen. Die kleine Fluse weckt mich mit den Worten Brötchan Hunga.
Der Krachmacher wird auch langsam wach.
Wir lesen im Bett dieses Buch von dem wundervollen Kinderbuchautoren Robert E. Wells.

Da die kleine Fluse ja schon sagte was sie als nächstes plant, lege ich den beiden Klamotten hin, ziehe mir meinen Parka über den Schlafanzug und gehe mit dem Hund an die Ecke damit er nicht wieder ins Wohnzimmer pinkelt. Wir kommen zurück und ich ziehe die Kinder an. Ich zieh mir statt meiner Snowboardhose (die ich jetzt eigentlich nur noch tragen wollte) eine Jeans (realty pants von nikita) an, denn es ist einfach zu warm für warme Klamotten. Dann lege ich in der Küche und im Wohnzimmer noch Holz in die Öfen und wir steigen alle ins Auto (welches wie immer unabgeschlossen vor dem Hof steht) ein. Der Hund klettert drei mal wieder raus und rein während ich die Kinder festschnalle. Am Ende sitzen wir alle auf unseren Plätzen (der Hund sitzt auf dem Beifahrersitz) und wir fahren den holprigen Schotterweg, der die Strasse sein soll aus dem Dorf raus. Nach 400 Metern kommt die befestigte Strasse. Wir fahren in den nächsten größeren Ort wo es einen Supermarkt und einen Bäcker gibt. Wir kaufen Frühstückszeug und Brötchen. Die Brötchen kaufen wir jetzt doch im Supermarkt, weil wir die 10 Euro Bargeld die wir dabei haben lieber in Fischfrikadellen investieren wollen. Montags steht immer der Fischwagen auf dem Supermarktparkplatz. Also werden noch 6 Fischfrikadellen und ein Topf Knoblauchsoße gekauft. Derweil entdeckt die kleine Fluse dass am Fischladen Räder dran sind und ist total aus dem Häuschen und sagt immer wieder erstaunt Auto!
Wir steigen mit unserer Beute wieder in unser Auto (ohne Fischladen drin) und fahren 7 Minuten zurück zu unserem Haus. Wir gehen mit dem Hund noch mal an die Ecke. Dann gibt es Fischfrikadellen und Marmeladenbrötchen zum Frühstück. Die Kinder trinken FAK-Tee und ich Earl Grey. Mein zweites Glas heißen Tee trinke ich auf dem Deich. Denn als grad alle satt sind stehen Ferdinand und sein Hund vor dem Hoftor (naja es ist eher ein Hoftörchen). Der Krachmacher und die Rakäthe laufen sofort raus und die kleine Fluse will mit und hat schon Gummistiefel angezogen. Also besorge ich ihr noch eine Jacke und ziehe meinen Parka wieder an, klipp mir noch das Trageding um die Hüfte und nehme meinen heißen Tee mit auf den Deich.
Dort stehe ich im Gestrüpp und schaue zu, wie die Halbstarken auf den Eisflächen rumrutschen. Dabei telefoniere ich mit diesem Herrn um zu erfragen wie die Stimmung in der großen Stadt ist. Nach zwei Stunden Rutscherei geh ich mit der kleinen Fluse rein weil sie Mittagsschlaf machen möchte. Auf dem Weg durch die Tenne findet sie eine Playmobilkiste. Jetzt sitzt sie vor dem Kachelofen (hier drin sinds grad 21°C) und spielt Playmobil. Der Hund liegt schlafend in der Küche, ich trinke den dritten Earl Grey und genieße die Stille. Der Krachmacher ist mit Ferdinand draussen geblieben. Der wohnt mit seinen 5 Geschwistern in der alten Schmiede am anderen Ende der Schotterstrasse. Die Jungs laufen einfach den Deich lang. Und wenn sie Hunger haben kommen sie wieder. Alltag. Mein Leben eben.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Schnee und Eis. Und schon wieder vorbei. Die 3°C fühlen sich nach den -15°C wie ein laues Sommerlüftchen an. Was mach ich nur mit den Wollsachen die demnächst hier ankommen? Aber vielleicht kommt der Winter ja noch mal wieder. Gefrorene Elbe sieht sehr beeindruckend aus. Und der Deich ist einfach perfekt zum Rodeln. Auf Plastiktüten sind wir durch die Wallachei gerast. Und der Hund hat den ersten Schnee seines Lebens durchwühlt.



Freitag, 18. Dezember 2009

Nachtrag: aktuell - 12°C. Die spinnen doch!
-8°C. Und Wollunterwäsche ist überall ausverkauft. Zumindest in Größe 38. Draussen ist alles voll mit Schnee. Die Kinder finden es toll und der Hund auch. Die stöbern durch den Schnee als wäre es der angenehm warme Sand im Sommer am Meer. Bibber.

Das ist unser Badezimmerfenster. Das Bad liegt im nichtbeheizten Hausteil und hat auch Minusgrade. Jetzt gilt es die Waage zu halten: genug heißen Tee trinken um warm zu bleiben, aber nicht so viel dass ich ständig aufs Klo muss, wo man immer Schockgefrostet wird. Oder eben die Elektroheizung einschalten und nicht am Zähler vorbei gehen.

Mittwoch, 16. Dezember 2009


So, das Fotokabel wurde wiederentdeckt.

Der stolze Hundebesitzer und sein Hund. Rakete. Rakäthe. Käthe. Tete.


Stubenrein. Das heißt doch in die Stube rein, oder? Naja zumindest ahnt dieses Zottelding wo es lang geht. Sie hat es nur noch nicht komplett verstanden und arbeitet mit dem Try&Error-Prinzip. Zuerst hab ich sie raus getragen wenn sie grad auf den Teppich pinkeln wollte. Daraus schlussfolgerte sie leider dass raus getragen werden eine Bestrafung sein muss und wurde immer ganz unsicher wenn ich so mit ihr raus wollte. Mittlerweile ist sie der Meinung dass sie nicht in warme Räume pinkeln darf. Jedes mal wenn wir durch die Tenne ins Bad gehen signalisiert ihr der Temperaturunterschied dass sie in die Tenne machen darf. Parallel dazu hat sie schon verstanden dass sie draussen an eine bestimmte Stelle gehen soll wenn sie muss. Das sorgt jetzt leider dafür dass sie auf Spaziergängen in anderen Gebieten gar nicht macht und wartete bis wir wieder zu Hause an der gelernten Stelle vorbei kommen...

ach ja... wir arbeiten weiter dran...

Sonntag, 6. Dezember 2009


Das ist die Mama. Ein französischer Hütehund. Jetzt wohnt hier also dieses wuschelige 16 Wochen alte Ding. Wir haben sie gestern vom Züchter abgeholt. Sie wurde in den Kofferraum gesetzt und war sehr still und ängstlich. Nach 6 Minuten Fahrt sah ich im Rückspiegel wie sie neugierig über die Sitze kletterte. Sie arbeitete sich nach Vorne und saß dann zwischen den Vordersitzen und legte ihren Kopf zum kuscheln auf mein Bein. Da die kleine Fluse auf dem Beifahrersitz saß wurde auch sie ausgiebig bekuschelt. Da die Fahrt sehr lang war schlief die kleine Fluse irgendwann ein und der Hund lag mit seinem großen Kopf bei ihr im Schoß.
Fotos gibts grad noch nicht. Wir haben zwar jetzt Internet (hipphipphurra!!!!) aber das Kamerakabel ist noch in Hamburg.
Der Krachmacher hat sich riesig gefreut. Der Hund ist offiziell seiner. Jetzt toben die beiden zusammen durch den Garten. An der Leine läuft sie auch schon. Gestern Abend hat sie nicht verstanden was das soll, aber heute Morgen nach ein paar Minuten klappte das total gut. Der Krachmacher ist dann mit ihr aufm Deich rumspaziert. Perfekt. Sie bleibt ruhig liegend während die kleine Fluse untersucht wie lang die Zunge ist.
Nur der Name fehlt noch.
Die Katze findet das übrigens auch alles ganz OK. Sie liegt immer so in 1 Meter Entfernung zu dem neuen Tier und sieht so aus als würde sie gerne näher rücken.

Und sonst? Alles gut. Wir kommen voran. Wir haben noch keinen Herd. Deshalb gibt es immer Waffeln. Am Mittwoch wir der Holzofen für die Küche geliefert. Und wir fahren nach Hamburg Sachen packen. Am Wochenende wird dann alles in einen Transporter gehievt und hier her gefahren.

Das Schlafzimmer mit 2.5 Meter Familienbett entsteht grad. Alles andere ist noch sehr provisorisch. Aber es gibt eine Badewanne. Wir baden alle fast jeden Tag.

Am Freitag waren wir mit der Schule Karotten ausbuddeln. Eine Bekannte des Erziehers, der in der Schule arbeitet baut Karotten für den Völkelsaft an. Zur Zeit ist es sehr nass auf den Feldern und so konnten die nicht alle Karotten ernten. Der Trecker versinkt sonst. Also blieben ein paar Reihen stehen. Die durften wir abernten und mitnehmen. Das war ein Spaß. Bis zu den Knien im Schmodder haben wir riesige, verzaubert aussehende Karotten ausgegraben.

Es ist noch etwas merkwürdig hier im Niemandsland jetzt online zu sein... mal schauen... Ich glaub das Landleben macht etwas wortkarg.

Freitag, 27. November 2009


Die Fluse ist ein Brocken. Ein ganz harter. Einkaufen? Ja, aber nur zu Fuß. Dass der Weg dann 2 Stunden dauert ist ihr egal. Sie setzt sich nicht in die Karre und ins Trageding will sie auch nicht. Für Passanten ist es niedlich wie sie da steht und ihr Recht auf die freie Wahl der Fortbewegung einfordert. Für mich ist es grad wirklich problematisch. Es gibt viele Dinge für die ich nicht mal eben 3 Stunden hergeben kann. Als Einzelkindmama war das so einfach, da blieben die Dinge halt liegen. Aber jetzt? Der Krachmacher hat morgen Geburtstag und er braucht doch Geschenke und einen Kuchen. Die Fluse blockiert alles. Ich bin echt ratlos. Der Krachmacher war immer recht leicht zu überzeugen. Aber die Fluse weicht nicht von ihren Plänen ab. Gewalt hilft auch nicht, sie ist stärker als ich. Ich bin wirklich ratlos.

Sonntag, 22. November 2009

Ihr wolltet Bilder?
Kurz am Netz lade ich eine winzige Auswahl hoch.





Hier wohnen wir jetzt. Wenn wir über den Deich hinter unserem Haus klettern, landen wir hier. Unfassbar. Noch. Bald ist es dann wohl "das Normale". Noch sind wir schwer beeindruckt und fühlen uns wie im Dauerurlaub.

Tiere. Überall Tiere. Millionen von Wildgänsen belagern uns. Auf einem Feld in der Nähe pausieren grad 200 Schwäne. Kraniche, Bussarde, Rehe und Wildschweine.
Und Die Katze ist auch schon angekommen.

Das sind 3.5 Raummeter. Die bringen uns über den Winter. Da wir spät dran waren mussten wir gaaanz viel dafür bezahlen.

Und jetzt kommt diese kleine Biene und räumt den ganzen Berg in den Schuppen. Unerlässlich kam sie und forderte "mehr". Der Krachmacher hingegen versuchte sich derweil in Frederick umbennen zu lassen.


Unter der rauhen Faser.


Schulausflug.

Morgens beim Frühstück.


Überall im und am Haus finden wir zur Zeit diese Lebewesen.



Laterne laufen mit der Schule. Die großen hatten selbstgebaute Fackeln, die kleinen hatten Laternen. Es war schön. Mitten zwischen den finsteren Feldern tauchten am Rande zwei Ponys auf. Der Reiter hatte merkwürdige Klamotten an und ließ einen Sack mit Mandarinen liegen.

Donnerstag, 19. November 2009

Zwischen den Welten. Kurze Statusmeldung. Alles läuft super. Langsam werde ich misstrauisch. Irgendein Rückschlag oder Stolperstein müsste doch langsam mal kommen. Nun ja, so lange uns nichts aufhält machen wir einfach weiter. Das einzige was ich tatsächlich etwas misse ist der Internetzugang. Aber angeblich kann Vodaphone uns dort dsl16000 bieten. Wir werden sehen.

Wir räumen hier grad unsere Stadtwohnung. Es ist schon auch traurig. Nicht wegen der Stadt, aber unsere Wohnung ist so schön. Es ist für mich die schönste Wohnung der Welt. Am liebsten würde ich sie behalten - aber das kann sich ja niemand leisten.

Gleich fahren wir wieder aufs Land. Die Katze nehmen wir mit.

Die Tage dort sind ereignisreich und Abends hat man das Gefühl wirklich etwas erlebt zu haben. Wenn die beiden Zwerge abends schlafen schaue ich auf dem Laptop noch Kommisarin Lund. Oft schlafe ich nach 10 Minuten ein und so habe ganz lange was von den 7 Folgen ;)

Jetzt haben wir den Hamburggroßeinkauf gemacht, ein paar Sachen ins Auto geladen, die wichtigsten Internetshopbestellungen erledigt (dortex, jakoo und livipur).

Ich melde mich wieder, keine Sorge. Dauert nur grad immer ein wenig.

Freitag, 6. November 2009

Wir sind kurz wieder im Stadtleben. Mit Internet. Es wird noch zwei monate dauern bis wir im Deichhaus Telefon und Internet haben. So lange gibt es nur ab und an mal Lebenszeichen von uns.

Es ist wunderschön dort. Die Wildgänse bevölkern grad die Wiesen und den Himmel. Das Schulleben ist anstrengend aber frei und lebendig. Allerdings wird einem an einer freien Schule noch viel bewusster wie schwachsinnig die Schulanwesenheitspflicht ist. Wieso können sich die drei Jungs, die zusammen ihr Körper-, Weltraum- oder Trickfilmprojekt bearbeiten nicht einfach zuhause bei einem der Jungs treffen. Dort könnten sie viel ungestörter arbeiten. Es ist schön zu sehen wie sich kleine Gruppen intensiv mit selbst gewählten Themen befassen. Und natürlich ist die Schule toll, weil sich dort die Kompetenzen treffen, die Kinder Freunde finden und es einfach unmengen an Material gibt.

Auf den Fotos seht ihr unsere Stunde bevor wir zur Schule aufbrechen. Wir gehen dann aus dem Haus, steigen ins Auto, fahren zur Fähre (wir haben eine Monatskarte), dann noch eine Landstrasse zum nächsten Dorf und wir sind da. Das Auto wird nie abgeschlossen und Parkplätze gibt es nicht. Man stellt das Auto einfach irgendwo ab.





Heute waren wir beim großen Schweden und haben ein paar Kleinteile gekauft. Morgen früh gehts wieder zum Deich.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Wir haben einen Schlüssel und fahren Morgen in das kleine Haus am Deich.



Irgendwie gibt es in unseren Geschichten immer sehr merkwürdige Begebenheiten.
Wir hatten um 14.30 Uhr den Termin bei einem Notar den der Verkäufer vorgeschlagen hat in der Innenstadt. Da Herr Hagemeyer in der Innenstadt arbeitet, passte das ganz gut. So musste er nur zu dem Termin zum Notarbüro kommen, statt extra einen Tag freinehmen zu müssen. Das ist eine Kanzlei mit 16 Notaren.
Wir haben uns also dort getroffen. 2 Stunden lang den Kauf mit einem sehr extravagant ausschauenden Notar getätigt. Es war alles nett und sehr aufregend.

Danach bin ich dann schnell los um den Krachmacher bei einer lieben Bloggerin wieder aufzufischen, als Herr Hagemeyer anrief. Er war zurück in die Agentur gefahren und hatte in seinem Emailpostfach eine agenturinterne E-Mail von 14.31 Uhr mit einem Foto von unserem Notar!

Der hatte nämlich vor dem Termin mit uns, einen Termin in der Agentur für einen Agenturkunden. Unfassbar. Diese Zufälle. Herr Hagemeyer ist ihm nicht begegnet, obwohl die Agentur quasi nur aus Glasflächen besteht. Die hatten dann in dem Meeting lustige Fotos geschossen und die in der Agentur rumgeschickt...

solche Kreisförmigen Begebenheiten gibt es haufenweise in unseren Geschichten...
Wir haben es.
Es wird spannend. In 2.5 Stunden ist der Notartermin. Jetzt sieht grad Alles ganz gut aus. Pro Tag gab es die letzte Woche eine Hiobsbotschaft die es zu klären gab. Mal schauen welche nachher beim Notar noch sichtbar werden...

Vielleicht kommen wir heute Abend mit einem neuen HAUStürschlüssel in der Tasche Heim.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Abschied. Grad brachte unser DHL-Mann ein Backbuch. Ja, DAS Backbuch. In dem Moment wurde mir klar, dass ich ihn wohl nicht mehr wiedersehen werde, wenn am Donnerstag um 14.30 wirklich unsere Namen unter den Kaufvertrag gekritzelt werden. Das ist ganz schön traurig. Da gibt es ja auch noch die Jungs von DPD und Hermes.

Vor einige Wochen schrieb ich mal:

"Bei uns sind der dhl, der dpd und der hermesfahrer alle drei totale schnuckels. trotz großstadt. der dpd-mann sagt mir immer ich solle bloß immer so fröhlich bleiben und wenn er uns irgendwo sieht winkt und hupt er uns zu. wenn ich den dhl-mann wo anders treffe machen wir immer witze, dass es empörend ist dass er auch noch für andere leute pakete schleppt und der hermes-mann erkennt mich auch in anderen stadtteilen und ruft dann über die strasse "ich hab für sie auch was dabei" und gibt es mir dann. ach ja, der ups-mann hatte uns letztens so einen "wir waren da, sie aber nicht. wir kommen morgen noch mal"-zettel an die tür gemacht als ich tatsächlich unterwegs war. ich kam nach hause, nahm den zettel ab und ging rein. ne halbe stunde später klingelte er. darauf angesprochen dass er doch erst morgen wieder kommen wollte (mit der heiß ersehnten lieferung) sagte er dass er beim vorbeifahren gesehen hatte dass der zettel ab war und deswegen dachte ich sei jetzt da."

Diese Kontakte sind ja diejenigen die nicht mit aufs Land kommen. Alle anderen Freunde ziehen ja quasi mit um (zumindest ist für jeden ein Bett eingeplant).
Ich habs ihm gesagt. Er war auch etwas traurig. Hat noch verschieden Fachtipps gegeben, z. B. dass wir den Nachsendeantrag auch online einrichten können, dafür aber eine Kreditkarte bräuchten, da das mitlerweile Geld kostet...
Ich hab gesagt ich bestell einfach die nächsten Tage noch ganz viel Zeug damit wir noch mal Tschüß sagen können und hab mich vorsichtshalber schon mal bedankt für die letzten 5 Jahre. Schnief.


Das Kommentarmysterium. Das eine der tollsten Internetfrauen schon seit einiger Zeit nicht mehr kommentieren kann wusste ich. Ich hab das Problem nicht lösen können. Ich hab an den Einstellungen gebastelt aber es ging trotzdem nicht. Heute machen mich zwei andere Bloggerköniginnen im Face-To-Face-Gespräch darauf aufmerksam dass bei mir schon lange keine Kommenater mehr erscheinen. Bescheiden wie ich bin, hatte ich angenommen dass es in letzter Zeit einfach nichts zu kommentieren gab und hab gar nicht weiter drüber nachgedacht. Da eine der Königinnen aber sagte sie hätte heute morgen einen Kommentar geschrieben der nicht erscheint, musste ich doch mal nachschauen. Und siehe da! 13 liegen gebliebene Kommentare. Hups. Ich hab noch mal an den Einstellungen geschraubt und hoffe es geht jetzt wieder. Und den verwaisten Kommentatorinnen möchte ich sagen: Danke für Eure Worte! Ich hätte sicher drauf geantwortet, hätte ich sie entdeckt. Peinlichpeinlich.

Und weil ich Blogeinträge mit Bildern besser finde gibt es jetzt hier ein völlig zusammenhangloses Foto dazu. Ich bei der Arbeit.

Montag, 26. Oktober 2009

Es wird uns leicht gemacht Hamburg zu verlassen. Morgens um 7 wird es laut in unserem Miet-Garten vor dem Miet-Schlafzimmer. Die kleine Fluse die zum wiederholten male die Nacht zum Tag gemacht hatte, wäre sicherlich erst gegen 9 wach geworden. Der Lärm ließ das nicht zu. Ich dachte mir es seien wie jedes Jahr die Gärtner der Wohnungsgenossenschaft deren garten an unseren grenzt. Die kommen immer mit diesen Laubpustern und dröhnen den Menschen die Ohren weg.
Die kleine Fluse wird wach und sagt "laut", dann klettert sie auf die Fensterbank und sagt "Auto!". Ok. Ein Auto in unserem Miet-Garten?
Ich schaue also raus. Da steht vor unserem Miet-Zaun so ein Kranwagen. Und ein Mann in Grün ist dabei den riesigen Pflaumenbaum, der zwar auf dem anderen Grundstück verwurzelt ist, aber ab ca 1 Meter höhe dann in unserem Miet-Garten in die Höhe (so ca. 20 Meter) wächst, etwas auszulichten.
Ein weiterer Mann steht in unserem Miet-Garten vor unserem Miet-Schlafzimmer und sammelt die Äste die von oben runter fallen ein.
Ihr müsst wissen: dieser Pflaumenbaum ist riesig. Er hat einen natürlichen Sichtschutz zu dem gegenüberliegenden Häuserblock gespendet. Er hat unseren Miet-Garten etwas gemütlicher und beschützter gemacht.
Herr Hagemeyer ist dann todesmutig, ohne Helm und Gehörschutz in den Miet-Garten und hat den Mann in Grün gefragt was sie da machen. Der Mann in Grün sagte sie lichten den Baum etwas.

Und eine halbe Stunde später war der ganze Baum weg.

Ich hasse es. Ich will Besitzer sein und nicht Mieter. Immer wieder laufen wildfremde Leute morgens vor unserem Fenster rum. Das geht so nicht. Ich will dass mich die Leute fragen müssen bevor sie in unsere Privatsphäre rein spazieren. Und wenn sie sich nicht angemeldet haben möchte ich bitte das Recht haben meine Schrotflinte raus zu holen und wild in der Gegend rum zu ballern.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Das hätte ich dann gerne. Zum übern Deich fahren.

Montag, 19. Oktober 2009

Arme Welt. Neid. Missgunst. Jack Wolfskin.
Muss ich mir jetzt Sorgen machen wenn meine Katze mit matschigen Pfoten mal wieder auf unserer weißen Bettwäsche rumtrampelt? Katzenpfoten auf Textil sind grad 989 Euro teuer. Wieso eigentlich Katzenpfoten? Ist noch Niemandem aufgefallen dass die Firma WOLFskin heißt? Als Outdoorspezialist sollten die doch aber den Unterschied zwischen einer Katze und einem Wolf kennen, oder?
Hätte ich Wolfskinprodukte hier würde ich jetzt den Nahtauftrenner nehmen und alle Logos abmachen. So ein Verhalten ist einfach nur arm. Alles natürlich nur meine persönliche Meinung.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Die Haustür führt direkt in die Küche. Wir mögen kleine verhutzelte Grundrisse. Ach Mensch. Kann bitte jemand kommen und uns die Entscheidung abnehmen? Morgen ist der Termin mit den Bausachverständigen. Und wenn die nichts Schlimmes finden müssen wir den Besitzer runterhandeln. Und wenn er dann im Preis runter geht? Ich kann das doch gar nicht entscheiden. ich bin doch kein Hauskaufprofi. Es gibt ganz viele Fürs und Widers. Aber es ist eben keine einfache Mathematik. Die Menschen drumherum sind alle total sympatisch. Der Mann im Landratsamt den ich wegen den Bauvorschriften in dem Dorf angerufen habe, die Nachbarn, der örtliche Bauunternehmer, der Energieberater... Alles nette Menschen die einem ganz viele hilfreiche Dinge erzählen.

Ich weiß viel konkreter was ich alles nicht will. Ich will kein jähzorniges Kind. Ich finde das kann jetzt wieder aufhören. Wahrscheinlich müssen wir ein ganzes Jahr ackern, um die Geister die wir riefen wieder los zu werden. Was hat er gelernt in der Schule? Fick Dich und Ficker. Toll. Danke. Er leidet drunter. Ihm ist natürlich nach der ersten Anwendung vor Nicht-Klassenkameraden klar geworden dass das wohl keine sonderlich netten Äusserungen sind. Jetzt sitzt er manchmal auf dem Sofa und berichtet dass ihm diese Wörter ("Die Du nicht magst Mama") immer wieder in den Kopf kommen und nicht weggehen. Und er weiß auch nicht wie er sie wieder los werden soll. Viel schlimmer sind aber die Änderungen im Verhalten. Wenn wir uns streiten (haben wir auch früher schon oft getan) gibt es jetzt immer so Schlägerdrohgebärden. Ich mag das nicht. Und ich will das auch nicht mehr haben. Und ich seh einfach überhaupt nicht ein, warum ich den Mist den andere Eltern an ihren Kindern verzapfen jetzt zu Besuch in meinem Wohnzimmer habe. Alle Konfliktlösungsmethoden sind einfach verschwunden. Auch diejenigen welchen, die ihm im Umgang mit seiner Schwester immer geholfen haben. Jetzt wird einfach weggenommen und angebrüllt. Vielleicht kann ich die Schule auf Schadenersatz verklagen?

Ach ja ganz vergessen - wo ich grad was von Schaden schreibe:

Das war unsere Rückfahrt vom letzten Besichtigungstermin. Als wir an der Fähre standen und los fahren wollten ging nichts mehr. Also wurde der ADAC gerufen, die Kinder derweil im Elbesand beschäftigt und gewartet. Es hat wohl etwas gedauert bis sie jemanden gefunden hatten der 4 Personen mit 2 Kindersitzen und einem Auto mitnehmen kann. Der ADAC-Mann war dann auch absolut ratlos was das Verhalten unseres Autos angeht. Und auch unser lokaler Autoschrauber hat bisher keine Idee, was es sein könnte.

Vielleicht bewegt es sich ja wieder wenn wir den Kaufvertrag unterschrieben haben?

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Wir sind raus!. Der letzte Schultag. Erleichterung. Auch die letzten beiden Wochen waren nicht ohne. Jetzt erst mal zwei Wochen Ferien und dann gehts in der neuen Schule weiter. Ob wir dann schon eine eigene Bleibe haben oder im Gästezimmer meines Papas wohnen wird sich zeigen.
Die erste Landlebenmamalektion hab ich schon gelernt: Ringelnattern darf man nicht in der Waschmaschine waschen. Ich hab mich gewundert was in der Nähe des Wäscheständers so nach Verwesung riecht. Es war die Wäsche. Irgendwann kam ich drauf, dass der Krachmacher bei dem Haus auf dem Deich eine tote Ringelnatter gefunden und in seine Hosentasche gesteckt hatte. Kennt ihr die Szene aus Dune wo Paul Atreides seine Hand in eines der Löcher in dem Baumstamm halten muss? So ähnlich hab ich mich gefühlt als ich in die Hosentasche griff. Es hätte ja auch sein können dass so eine Ringelnatter durch Wasser und Waschmittel wieder zum Leben erweckt wird, oder nicht? Naja, jetzt ist sie auf jeden Fall viel kleiner als vorher.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Wenn Moseskinder vom Universum einen Hof bekommen hätte ich gerne dieses Deichhäusschen... es ist zwar ganz winzig (und auch teuer... 95.000) aber es ist so hübsch.


Mittwoch, 30. September 2009

Für Dich. Im nächsten Spätsommer können wir dann unsere Obstbäume in Einmachgläsern konservieren. Ich freue mich schon.

Dienstag, 29. September 2009

Eltern. Potentielle Schwerverbrecher. Wenn man ein Kind im schulpflichtigen Alter hat ist es mit dem selbstbestimmten Leben aus. Es ist absurd. Wir müssen den Krachmacher in Hamburg abmelden, in Niedersachsen anmelden. Unabhängig davon schickt seine Schule hier in Hamburg eine Abmeldekarte an die neue Schule. Diese muss dann ausgefüllt zurück gesand werden. Dann wird die Schulakte an die neue Schule geschickt. So weit völlig OK. Nur dass wir ihn eben zum ersten elften auch in Niedersachsen mit einem Wohnsitz melden müssen. Wenn wir das nicht tun wird ab dem ersten elften in Hamburg gegen uns ermittelt werden, weil er ja hier gemeldet ist aber nicht zur Schule geht. Egal ob er dann nachweislich eine Schule in Niedersachsen besucht. Und das wurde mir heute mit einem wirklich üblen, drohendem Unterton vermittelt. Ich glaub das noch nicht so recht. Unser Plan sieht vor dass wir in den nächsten Wochen immer als Pensionsgäste in Niedersachsen verweilen werden an den Schultagen. Wir wollen von dort aus Wohnungen und Häuser anschauen, weil das von hier aus keinen richtigen Sinn macht. Soll ich den Krachmacher dann in Niedersachsen direkt obdachlos melden?

Freitag, 25. September 2009

Wir sind wieder da. Und, wir werden gehen.

Letzter Tag hier: sein Klassenkamerad hat ihm mit einem Stock ins Gesicht geschlagen. Es war in der Pause. Kein Erwachsener zum Schutz anwesend. Einer der größeren Jungs hat ihn weinen gehört und ihn getröstet.



Erster Tag dort: ein Junge aus Australien hat ihm gezeigt wie man auf diesen Hütchen, die an Eicheln dran sind, Pfeifen kann.



Der Tagesablauf dort:
8.30 Morgenkreis
9.00 - 10.00 draussen Sport (Rennen, Toben, Klettern)
10.00 Frühstück (Rohkost)
10.30 - 12.30 Freiarbeit (Musik, Malen, Rechnen, Schreiben, Lesen, Englisch, Experimente etc.)
12.45 Abschlusskreis

Der Krachmacher hat am ersten Tag "Hello my name is K." bei einem Spiel gelernt. In der zweiten Nacht hat er das laut im Schlaf gesagt. Am dritten Tag wollte er wissen was "Das ist meine kleine Schwester L." auf Englisch heißt. Ich habs ihm gesagt und erklärt. Am vierten Tag sitzt er im Auto und bastelt an dem Vokabular und gibt dann sein Ergebnis bekannt: "Hello, my name is little K." (inkl. richtiger Übersetzung). Er hat die Wörter genommen, verstanden und benutzt. In der Schule sind 6 Kinder die zweisprachig sind.

Jetzt kommen wir erst mal an, packen die Schmutzwäsche aus und überlegen wie es weiter geht. Wir werden noch heute die Anmeldung für die freie Schule ausfüllen und die Abmeldung für die staatliche verfassen.

Sonntag, 20. September 2009

Tschüss...

Mittwoch, 16. September 2009

Es gibt Hoffnung. Das Morgenrot erscheint am Horizont. Nächste Woche erkunden wir die Welt des freien Lernens. Wenn es uns gefällt bleiben wir. Das wäre dann der Abschied von der Stadt. Wir werden sehen.

Donnerstag, 10. September 2009

Das Ende vom Lied.



Schlimmer Tag. In einen Streit geraten, zugetreten, sich eine Ohrfeige eingefangen. Schulanfang. Dieses Kind hatte bis Heute noch nie die Notwendigkeit gesehen jemanden körperlich anzugehen. Nach nur einer Woche Schule ist mit der Friedfertigkeit jetzt Schluss. Und es hat ihn mitgenommen. Zuhause geriet er von einem Wutanfall in den nächsten. Stöcke flogen durch die Wohnung, weil sie beim Basteln nicht das taten was sie sollten. In der Küche wurde gewütet und dann in die Töpfe getreten. Mama wurde angeschrien und es wurde weinend verzweifelt am Boden gesessen. Was kann man da tun? Nicht mehr als: dasein, trösten, wärmen...

Wir haben dann eine alte Hallo Spencer Folge geschaut und zwei Schüsseln Müsli gegessen. Danach kam die Energie langsam zurück. Dann der Satz, der schon länger nicht mehr gesagt wurde: "Kann ich das haben? Ich brauch das zum Basteln."
Und drei Minuten später wurde mir Herr Tarantel vorgestellt. Eine kleine Handpuppe.

Montag schauen wir uns eine freie Schule im Wendland an. Ich muss hier raus.


Die kleine Fluse hat schon länger ein sehr bedenkliches Hobby: Babyjackass.


Mittwoch, 9. September 2009



Reinhard Meys Sohn liegt seit einem halben Jahr im Wachkoma. Er ist einfach umgefallen und seit dem nicht mehr aufgewacht. Reinhard Mey hat so tolle Lieder über und für seine Söhne geschrieben. Ich wünsche von ganzem Herzen dass dieser Alptraum für seine Familie bald ein Ende hat und sein Sohn wieder kommt.

Freitag, 4. September 2009


Erstaunen. Bekommen wir dann als nächstes den Brief wo erklärt wird dass Kiffen, Raub und Pornos in der Schule nicht erlaubt sind? Worum geht es? Um verwahrloste Kinder die ewig schwänzen? Oder um Freilerner? Was soll das? Und vor allem: wie gehe ich damit um?

Mittwoch, 2. September 2009

Ich habs doch getan. Ich hab schon vor Wochen diesen Bentokram gesehen und wusste sofort dass ich nicht morgens um 5.30 Uhr aufstehen werde um dem Krachmacher sein Brot zu machen. Aber als heute Morgen dann das halbe Brot, die Tomaten und die Gurkenscheiben da in der Brotdose lagen und mich anschauten, war es so einfach. Ich durchsuchte kurz die Küchenregale und den Kühlschrank nach etwas Pupillenartigem. Erst dachte ich ein stück Paprika würde passen, aber als ich die Paprika anhob lagen da noch die roten Weintrauben drunter:


Der Tornister wurde auch noch etwas aufgemotzt. Endlich hat der Aufnäher, der bei der DVD dabei war einen Platz bekommen.

 
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