Asti
| Asti | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Piemont | |
| Provinz | Asti (AT) | |
| Koordinaten | 44° 54′ N, 8° 12′ O | |
| Höhe | 123 m s.l.m. | |
| Fläche | 151,82 km² | |
| Einwohner | 73.604 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Fraktionen | siehe Verwaltungsgliederung | |
| Postleitzahl | 14100 | |
| Vorwahl | 0141 | |
| ISTAT-Nummer | 005005 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Astigiani | |
| Schutzpatron | San Secondo | |
| Website | www.comune.asti.it | |
Asti (piemontesisch Ast) ist eine italienische Gemeinde (comune) und Provinzhauptstadt der Provinz Asti, Region Piemont, mit 73.604 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025). Seit dem frühen Mittelalter ist sie Bischofssitz. Zahlreiche Bauten und Monumente sind Zeugnisse der reichen Geschichte von der Römerzeit bis heute. Der bekannte Asti Spumante, ein Schaumwein, stammt zum größten Teil aus den südöstlich der Stadt gelegenen Weinbaugebieten der Provinz Asti.
Geographie
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Asti liegt im Herzen des Piemont, ca. 50 km südöstlich von Turin im Tal des Flusses Tanaro. Die knapp 152 km² große Stadtgemeinde ist umgeben von Hügellandschaften: im Südosten die Langhe, im Südwesten das Roero und im Norden das Monferrato. Im Laufe der Jahrzehnte wurden 45 Dörfer und Weiler eingemeindet, sodass sich die Stadt verwaltungsmäßig weit in ihr Umland erstreckt.
Verwaltungsgliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Gemeinde Asti gehören noch folgende Fraktionen: Beccati, Bramairate, Bricco Fassio, Bricco Roasio, Ca' dei Coppi, Caniglie, Canova, Casabianca, Castiglione, Migliandolo, Mombarone, Mongardino Stazione, Montegrosso Cinaglio, Montemarzo, Palucco, Poggio d'Asti, Portacomaro Stazione, Quarto Inferiore, Quarto Superiore, Revignano, Rioscone, San Grato di Sessant, San Marzanotto, San Marzanotto Piana, Santo Spirito, San Vito - Poggio, Serravalle, Sessant, Torrazzo, Trincere, Vaglierano, Vaglierano Basso, Valenzani, Valfea, Valgera, Valleandona, Valle Tanaro, Valmaggiore, Valmairone, Valleversa, Valmanera, Valterza, Variglie, Valbella und Viatosto.
Bevölkerungsentwicklung
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Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Antike
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ab dem Jahr 89 v. Chr. bauten die Römer eine verkehrsgünstig gelegene Siedlung der Ligurer zu einem Municipium aus und nannten es Hasta. Die Via Fulvia, eine wichtige Straße Richtung Alpen, bildete den Decumanus maximus der Stadt. In Hasta kreuzten sich die Wege zu anderen Römergründungen: die heutigen Städte Chivasso, Pollenzo, Alba und Vercelli. Damals umfasste das Stadtgebiet nur knapp 50 Hektar und erstreckte sich zwischen den heutigen Plätzen Porta Torino und Piazza Alfieri. Spuren des Forums wurden unter der Krypta Sant’Anastasio gefunden.
Mittelalter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter der Herrschaft der Langobarden wurde das Gebiet um Asti ein Herzogtum (Ducato di Asti), im 8. Jahrhundert, nach der Eroberung Italiens durch Karl den Großen, eine Grafschaft (Contea di Asti). Mit Unterstützung der deutschen Kaiser lag in der ottonischen Zeit die Macht vor allem in den Händen der Bischöfe. Die Diözese reichte bis Mondovì und Poirino und umfasste auch Gebiete der heutigen Provinzen Alessandria und Casale. Asti wird bedeutende Station auf der Via Francigena von den Pässen der Westalpen nach Rom; ihr Verlauf innerhalb der Stadtmauern entspricht dem ehemaligen Decumanus und heutigen Corso Alfieri. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts endete die Vorherrschaft des Adels und der Kirche, und Asti wird freie Kommune. Ein wichtiges Zeugnis in diesem Zusammenhang ist eine Urkunde von 1095, mit der der amtierende Bischof das Castello d’Annone, eine befestigte Anlage östlich von Asti, der Stadt übergibt und zum ersten Mal städtische Konsuln erwähnt sind.[2] In der Folge erhält Asti 1141 das Münzrecht und weitere Privilegien. Auf seinem ersten Italienfeldzug gelang es Friedrich I. Barbarossa, sich die Gefolgschaft der Stadt Asti, der damals bedeutendsten Stadt Piemonts, zu sichern.[3] Die Stadt musste es hinnehmen, dass Türme und Stadtmauer zerstört wurden, sowie jährlich eine Abgabe von 200 Silbermark zahlen; im Gegenzug vergrößerte Barbarossa die Diözese beträchtlich.[4] Inwieweit Asti sich dem Lombardenbund, dem 1167 als Widerstand gegen Barbarossa gegründeten norditalienischen Städtebund anschloss, ist zweifelhaft.[5] 1174 stand der Kaiser jedoch erneut mit einem Heer vor den Toren der Stadt, verschonte sie aber gegen die Zahlung einer Geldsumme. In den folgenden Jahrzehnten gelang es den Bürgern der Stadt, durch geschickte Politik und militärisches Vorgehen gegen Adelsfamilien, insbesondere die Grafen von Monferrato, und verfeindete Nachbarstädte weitere Dörfer und Territorien im Umland unter ihre Herrschaft zu bringen und die Stadt wirtschaftlich zu entwickeln. Das 13. Jahrhundert war die Blütezeit Astis als eine der bedeutendsten und reichsten Handelsstädte Italiens mit wirtschaftlichen und finanziellen Verflechtungen auf europäischem Niveau. Die Beziehungen zu Kaiser Friedrich II. waren freundschaftlicher Art, zumal Asti ihm beträchtliche Geldbeträge als Kredit zur Verfügung stellte. Nach dessen Tod versuchten erst der Savoyer Thomas II. und dann Karl I. von Anjou das Machtvakuum für sich zu nutzen und die Vormachtstellung Astis zu beschränken; es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen in den Jahren 1255 bis 1275 und noch einmal 1290, die Asti letztendlich für sich entschied.[6] Zur Zeit seiner größten Ausdehnung war das Herrschaftsgebiet der Stadt wesentlich größer als die heutige Provinz und wies fast 450 000 Einwohner auf.[7] Ab Ende des 13. Jahrhunderts führten jedoch die äußerst blutig ausgetragenen Konflikte zwischen Guelfen und Ghibellinen zum Niedergang. Dabei suchten sich beide Parteien Bundesgenossen außerhalb der Stadt und stellten mit ihnen Heere auf, sodass es immer wieder zu Schlachten auf dem Lande kam, in denen mal die eine, mal die andere Partei den Sieg davontrug. Um diese Selbstzerstörung zu beenden, rief der Rat der Stadt 1342 die Visconti in Mailand herbei und galt ab dann wieder als Grafschaft. Als Mitgift von Valentina Visconti, die 1389 Ludwig von Valois, den Herzog von Orléans, heiratete, geriet Asti unter französischen Einfluss. In den nächsten zweieinhalb Jahrhunderten war Piemont und somit auch Asti mit betroffen von den ständigen Kriegen zwischen Frankreich, Savoyen, den Habsburgern und den Grafen von Monferrato, ohne eine eigene Rolle dabei spielen zu können.

Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1575, mit dem triumphalen Einzug Emanuel Philiberts, wurde die Grafschaft Asti Teil des Herzogtums Savoyen. Doch auch in den folgenden zwei Jahrhunderten blieb die Stadt nicht von Truppenaufmärschen und kriegerischen Ereignissen mit Todesopfern verschont.[8] Erst nach der Französischen Revolution wurden die Bürger wieder aktiv. Im Juli 1797 erhoben sie sich wegen einer Hungersnot und eine Woche später proklamierten sie die Repubblica Astese. Sie dauerte freilich nur drei Tage, dann wurden die Aufständischen vom savoyischen Militär hingerichtet. Als Napoleon Bonaparte Piemont zu einem Teil Frankreichs erklärte, war Asti Hauptort des Départements Tanaro. Nach dem Wiener Kongress wurde Piemont wieder von der Dynastie der Savoyer beherrscht, bis es Teil des vereinigten Königreichs Italien wurde. 1935 wurde Asti zum Hauptort der von der Provinz Alessandria endgültig abgetrennten Provinz Asti.
Historisch bedeutsame Sehenswürdigkeiten
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- Gotische Kathedrale Santa Maria Assunta e Gottardo am Nordrand der Altstadt. Errichtet in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Neben der reich gegliederten Westfassade ist die zur Stadt gerichtete Südfassade architektonisch bemerkenswert. Das Innere wurde 1764–69 über und über mit Weinranken bemalt, was einen eigenartigen Raumeindruck hervorruft. Vom romanischen Vorgängerbau sind noch der Glockenturm, ein Mosaikfußboden im Altarbereich und ein Taufbecken erhalten. Reiche Ausstattung mit Gemälden und Skulpturen, unter anderem von der Hand des in Asti geborenen Gandolfino da Roreto. Den Hochaltar entwarf Benedetto Alfieri.[9]
- Kirche Collegiata di San Secondo, die im Zentrum gelegene Stadtpfarrkirche. Die weiträumige Innenarchitektur stammt aus dem 14. Jahrhundert. In einer Kapelle des rechten Seitenschiffs sind palii zu sehen, die Fahnen, die es beim Palio zu gewinnen gilt und die für die Bürger der Stadt einen hohen emotionalen Wert darstellen.
- Kirche San Pietro in Consavia, aus dem 12. bis 15. Jahrhundert, bestehend aus einer Taufkirche, die der Grabeskirche in Jerusalem nachempfunden ist, mit oktogonaler Kuppel; angeschlossen ein weiterer mittelalterlicher Kirchenbau. Der Gebäudekomplex war lange Zeit Sitz des lombardischen Johanniterordens, daher umfasst er auch einen Kreuzgang und ein Ordenshaus.
- Kirche Santa Maria di Viatosto, am Nordrand der Stadt gelegen. Madonnenbild von 1380 und Marienkrönung von 1450.
- die Torre Rossa, ein Turm aus der Römerzeit. Der obere Teil im romanischen Stil wurde im 12. Jahrhundert aufgesetzt.
- Westlich der Piazza Alfieri die weitläufige Altstadt mit mittelalterlichen Wohnbauten und den Stümpfen von mehr als 120 Geschlechtertürmen. Zwölf Türme sind noch in ursprünglicher Höhe erhalten. Teilweise wurden die gotischen Häuser später mit barocken Fassaden versehen.
- vier Museen in nahe beieinander gelegenen alten Stadtpalästen (Corso Alfieri 357-381): die Städtische Galerie im Palazzo Mazzetti, das Lapidarium mit zahlreichen Relikten der Römerzeit in der Krypta Sant’Anastasio, das Alfieri-Museum im Palazzo Alfieri, dem Geburtshaus Vittorio Alfieris, und das Paläontologische Museum im Palazzo Michelerio mit Fossilien, die im südlichen Piemont gefunden wurden.
- das Diözesanmuseum San Giovanni in der Via Natta. Der schmucklose Bau war im frühen Mittelalter Kathedrale und zeigt eine Auswahl aus dem Kirchenschatz des Bistums. Im Untergeschoss frühchristliche Gräber und eine Krypta aus dem 8. Jahrhundert mit einer bei Ausgrabungen gefundenen Statue des Johannes.
- Die Synagoge
- Das 1860 eröffnete und 2002 rekonstruierte Teatro Vittorio Alfieri.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weinbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name Asti ist seit alters her mit Wein verbunden. In der Tat sind früher wie heute Landwirtschaft und insbesondere der Weinbau der bedeutendste Wirtschaftszweig der Provinz Asti. Spezifizierte Zahlen sind jedoch nur unter Schwierigkeiten verfügbar, da die Grenzen der Weinbauzonen nicht mit den Verwaltungsgrenzen übereinstimmen. Generell lässt sich aber sagen, dass die Rebflächen beständig abnehmen. Waren es 1958 noch 50 000 Hektar mit einem Ertrag von 230 Millionen Litern,[10] wurden 2014 im Weinbaugebiet Asti auf einer Rebfläche von 9.045 Hektar 71 Millionen Liter Wein erzeugt,[11] und 2023 dann 90 Millionen Liter.[12] Der Rückgang ist auch darauf zurückzuführen, dass preiswerte Konsumweine kaum noch nachgefragt werden, dafür aber ein Zuwachs an Qualitätsweinen zu verzeichnen ist, für die die Erntemengen absichtlich beschränkt werden. Die wichtigsten Rotweinsorten sind Barbera, Dolcetto, Freisa, Grignolino und Malvasia; der jeweilige Zusatz „d’Asti DOC“ oder „d’Asti DOCG“ garantiert eine höhere Qualität. Als Weißwein werden Arneis und Favorita und vor allem Moscato angebaut, er ergibt entweder Moscato d’Asti, einen alkoholarmen Süßwein, oder wird zu Asti Spumante, einem trockenen Sekt verarbeitet.
Bis vor wenigen Jahrzehnten gab es in der Stadt Asti selbst, auch mitten in der Altstadt, noch etwa zwanzig renommierte Kellereien.[13] Das Lesegut wurde von den Winzern der umliegenden Dörfer und Städtchen angeliefert. Neben dem Ausbau zu trockenen Rot- und Weißweinen experimentierte man auch mit der Verarbeitung zu gewürzten Süßweinen und champagnerähnlichen Schaumweinen. Der italienische Önologe Federico Martinotti, Direktor des l’Istituto Sperimentale per l’Enologia di Asti, erfand gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine neue Technologie zur Herstellung von schäumenden Weinen, die später als Méthode Charmat bekannt wurde.
Zwar findet die Weinproduktion heute fast ausschließlich in den Gemeinden der Provinz statt, doch trägt die Stadt Asti zur Vermarktung bei. Die Tradition des Weinhandels und der Weinmessen führen zwei Großveranstaltungen im September weiter:
Seit 1967 findet jedes Jahr Mitte September eine Woche lang die von der Handelskammer initiierte „Douja d’Or“ statt. Sie richtet sich an die Verbraucher und präsentiert Weine aus ganz Italien und zum Teil auch aus dem Ausland. Eine Weinprämiierung geht der Messe voraus, begleitet wird sie von zahlreichen informativen und kulturellen Veranstaltungen, in denen es nicht nur um die Qualität der Weine selbst geht, sondern auch um den Genuss von Wein als Lebensstil.
Um den Gourmettourismus zu beleben, wurde 1974, ebenfalls auf Anregung der Handelskammer Asti, das „Festival delle Sagre“ gegründet. Die etymologische Wurzel dieses Wort geht auf das lateinische sacrum, heilig, zurück, sagra meint daher im Allgemeinen das Fest des Namenspatrons einer Stadt oder einer Kirche, das in Italien gewöhnlich auch mit Essen und Trinken verbunden ist. In Asti ist dieses Fest vom kirchlichen Hintergrund losgelöst, der Plural „Sagre“ zeigt an, dass es viele Beteiligte gibt. Mehr als vierzig Dörfer der Provinz Asti präsentieren am zweiten Wochenende im September auf dem Campo del Palio ihre ortstypischen Gerichte und lokalen Weine, mehr als 200 000 Besucher werden dazu erwartet. Am Sonntagvormittag findet ein großer Umzug durch die Straßen der Stadt statt, der unter jährlich wechselnden Themen das bäuerliche Leben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentieren soll.
Industrie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Nachkriegszeit erlebte Asti einen beträchtlichen Aufschwung der Industrieproduktion, verbunden mit einer Landflucht und der Zuwanderung aus weniger entwickelten Gebieten Italiens. In den letzten Jahrzehnten jedoch sank die Zahl der Betriebe oder der Anteil der in ihr Beschäftigten, sodass in der Presse sogar von Deindustrialisierung gesprochen wird.[14][15] Mehrere einstmals große und weithin bekannte Fabriken sind nun Teil der offiziellen Industrie-Archäologie der Stadt Asti, d. h. sie werden als architektonische Leistung gewürdigt, sind umgewidmet oder sollen es werden. Dazu gehören die Gebäude der Way-Assauto (Maschinen- und Autoteile, vor allem Stoßdämpfer), der IB.Mei (Teile für Elektromotore), der Officine Morandi (Maschinen für die Produktion von Ziegelsteinen) und die Vetreria Operaia Federale A.V.I.R. (Glas, vor allem Flaschen).[16]
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von dem vielfältigen kulturellen Erbe und der traditionsreichen Gastronomie profitiert dagegen der Tourismus. Gab es in Piemont vor 2000 nur einige wenige Hotels in den größeren Städten, sind in der Zwischenzeit zahllose Beherbergungsbetriebe verschiedener Art erschlossen worden, so auch in Asti. Zwischen 2022 und 2025 betrug der Zuwachs an Übernachtungen dort mehr als 30 %.[17]
Der Palio von Asti
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Chronist Ogerio Alfieri berichtet von einem Palio in Asti im Jahr 1280. Möglicherweise gab es ihn aber schon früher, denn bei einem weiteren Zeitgenosse, Guglielmo Ventura,[18] ist zu lesen, Asti habe ihn als Machtdemonstration 1275 vor den Toren der verfeindeten und gerade besiegten Stadt Alba durchgeführt.
Im Mittelpunkt steht ein Pferderennen, das am ersten Sonntag im September auf der Piazza Alfieri, dem zentralen Platz der Stadt, stattfindet. Außer vierzehn Stadtteilen (rioni bzw. borghi) sind auch sieben Orte der Provinz daran beteiligt, die geschichtliche Verbindungen zu Asti haben. Gewinner ist nicht ein Pferd bzw. dessen Reiter, sondern der Stadtteil, der es ins Rennen geschickt hat. Es geht auch nicht um Materielles, sondern um Ehre und Glück. Das Fest dient somit der Identifikation der Bürger mit ihrer Nachbarschaft, aber auch dem Zusammenhalt der Bürgerschaft der Stadt als Ganzes.
Die Festlichkeiten beginnen schon Anfang Mai zum Fest des Stadtpatrons Sankt Sekundus. Aus diesem Anlass wird die zu gewinnende Fahne (der palio) präsentiert, die ein beauftragter Künstler gestaltet hat, und es findet ein Umzug in historischen Kostümen statt. Feierlich schwören alle Teilnehmer, die festgesetzten Regeln einzuhalten. Gleichzeitig findet seit einigen Jahren auch der Palio degli Sbandieratori statt: ein Wettbewerb junger Fahnenschwinger, die ihren jeweiligen Stadtteil repräsentieren. Auch hier gibt es einen palio sowie Ehre und Ruhm zu gewinnen.
Am Samstag vor dem Rennen präsentieren Kinder in einem Umzug mittelalterliche Spiele und mittelalterliches Spielzeug, und am Abend veranstaltet jeder Stadtteil ein großes Essen unter freiem Himmel. Der eigentliche Festtag, der Sonntag, wird eingeleitet durch die Segnung der Pferde in den Kirchen des jeweiligen Stadtteils und durch Vorführungen von Fahnenschwingern, begleitet von Trommeln und Trompeten. Nach dem Mittagessen beginnt an der Kathedrale ein großer Umzug mit mehr als tausend Teilnehmern, der die große Zeit Astis im Mittelalter heraufbeschwört. Im Anschluss findet das Pferderennen statt. Nach der Preisverleihung wird noch stundenlang in den Straßen gefeiert.
Städtepartnerschaften
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Valence (Frankreich), seit 1966[19]
Biberach an der Riß (Deutschland), seit 1981[20]
Miami (USA), seit 1985[21]
Ma’alot-Tarshiha (Israel)
Bethlehem (Palästinensische Autonomiegebiete)[22]
Asti pflegt eine sehr aktive Dreieckspartnerschaft mit dem deutschen Biberach an der Riß und der französischen Stadt Valence. Es besteht auch eine Freundschaft mit Clacton-on-Sea.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Secundus von Asti († 119), früher christlicher Märtyrer und Heiliger
- Giacomo Beltrami (Konsul) (um 1130–1180), Patrizier und Konsul der Stadt Asti
- Lazzaro Scarampi (um 1415–1466), Kleriker, Doktor der Rechte und Bischof von Como
- Vittorio Alfieri (1749–1803), einer der bedeutendsten italienischen Dichter und Dramatiker
- Alessandro Dorna (1825–1886), Mathematiker und Astronom
- Isacco Artom (1829–1900), Politiker
- Carlo Alberto Castigliano (1847–1884), Baumeister, Ingenieur und Wissenschaftler
- Secondo Pia (1855–1941), Anwalt und Fotograf
- Umberto Cagni (1863–1932), Forschungsreisender und Admiral
- Michail Tswett (1872–1919), russischer Botaniker und Erfinder der Chromatographie
- Mario Vercellino (1879–1961), General
- Giovanni Gerbi (1885–1954), Radrennfahrer
- Wanda Capodaglio (1889–1980), Schauspielerin
- Ettore Desderi (1892–1974), Komponist
- Sebastiano Torchio (1918–1994), Radrennfahrer
- Luigi Valenzano (1920–2011), Automobilrennfahrer
- Angelo Kardinal Sodano (1927–2022), Kardinalstaatssekretär, Kardinaldekan
- Gianni Basso (1931–2009), Jazz-Tenorsaxophonist
- Sergio Gonella (1933–2018), Fußballschiedsrichter
- Paolo Conte (* 1937), Sänger, Jazzmusiker und Komponist
- Giorgio Conte (* 1941), Sänger, Liedermacher und Komponist
- Mario Perniola (1941–2018), Philosoph
- Giovanni Goria (1943–1994), Politiker und Ministerpräsident
- Giorgio Faletti (1950–2014), Autor, Komponist und Schauspieler
- Daniele Damiano (* 1961), Solo-Fagottist der Berliner Philharmoniker
- Vittorio Di Bucci (* 1963), Kanzler des Gerichts der Europäischen Union
- Rinaldo Capello (* 1964), Automobilrennfahrer
- Angelo Accattino (* 1966), apostolischer Nuntius in Bolivien
- Maurizio Lobina (* 1973), Keyboarder der Band Eiffel 65
- Luca Garri (* 1982), Basketballspieler
- Matteo Paro (* 1983), Fußballspieler
- Matilde Vitillo (* 2001), Radsportlerin
- Pietro Bagnadentro (* 2002), italienischer Popsänger, siehe Trigno (Sänger)
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Steffen Maus: Italiens Weinwelten – Wein, Vino, Wine. Gebrüder Kornmayer, 2013, ISBN 978-3-942051-18-7.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
- ↑ Renato Bordone, Città e territorio nell'alto Medioevo. La società astigiana dal dominio dei Franchi all'affermazione comunale. Biblioteca Storica Subalpina, Torino 1980, S. 259.
- ↑ Alessandro Barbero, Storia del Piemonte, Torino 2024, S. 139
- ↑ L. Vergano, Storia di Asti, Vol. 2, 1953, S. 20 und 23
- ↑ L. Vergano, Storia di Asti, Vol. 2, 1953, S. 23 und 26
- ↑ Ventura G., "Memoriale de rebus gestis civium astensium et plurium aliorum" capitolo XIV und Codex astensis doc. 928
- ↑ Codex Astensis qui De Malabayla communiter nuncupatur, memoria di Quintino Sella, Reale Accademia dei Lincei, Roma 1887, pg. 277.
- ↑ Gabiani N., L'invasione del Borgo di S.ta Maria Nuova in Asti da parte degli Spagnuoli nell'anno 1650. Alessandria, 1914
- ↑ Diego Mondo: L’altare della cattedrale, in: Mirella Marcera (Hrsg.), Benedetto Alfieri, L’opera astigiana, Torino 1992, S. 261
- ↑ https://archivio.astigiani.it/addio-al-ribollir-dei-tini-asti-non-ha-cantine-in-citta/
- ↑ Weinbau in Zahlen 2014 (PDF, italienisch), auf federdoc.com
- ↑ https://www.lavocediasti.it/2024/01/25/leggi-notizia/argomenti/agricoltura-7/articolo/asti-docg-il-2023-in-cifre-produzione-export-e-vendemmia-della-docg-piemontese
- ↑ https://archivio.astigiani.it/addio-al-ribollir-dei-tini-asti-non-ha-cantine-in-citta/ In Papierform erschien der Artikel im September 2013.
- ↑ https://www.lastampa.it/asti/2025/06/05/news/archeologia_industriale_sogno_memoria_lavoro_asti-15176726/
- ↑ Walter Gonella, Per una didattica del territorio: dallo sviluppo industriale alla deindustrializzazione. L'Astigiano tra sviluppo e marginalità nel XX. secolo. In: Asti contemporanea 9, Asti, Istituto per la storia della resistenza e della società contemporanea della provincia di Asti, 2003
- ↑ Näheres und weitere Beispiele sind im Artikel "Archeologia industriale ad Asti" in der italienischen Wikipedia zu finden.
- ↑ https://www.lastampa.it/asti/2026/05/01/news/turismo_asti_crescita_atl-15605469/
- ↑ Guglielmo Ventura, Memoriale, Capitolo X
- ↑ Le Comité de Jumelage de Valence, abgerufen am 19. Oktober 2015
- ↑ Partnerstädte, abgerufen am 19. Oktober 2015
- ↑ Miami Dade County – Sister Cities, abgerufen am 19. Oktober 2015
- ↑ Bethlehem Twinning cities (englisch), abgerufen am 8. Juni 2017
