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Benjamin Harrison

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Benjamin Harrison (1897)
Harrisons Unterschrift
Harrisons Unterschrift

Benjamin Harrison (* 20. August 1833 in North Bend, Ohio; † 13. März 1901 in Indianapolis, Indiana) war ein amerikanischer Politiker der Republikaner und von 1889 bis 1893 der 23. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Er wurde in die einflussreiche Harrison-Familie geboren; sein Großvater war Präsident William Henry Harrison und sein Vater John Scott Harrison Abgeordneter im Kongress. Dennoch war seine Kindheit und Jugend auf der väterlichen Farm eher von bescheidenen Verhältnissen, seine Erziehung durch die presbyterianische Mutter religiös geprägt. Harrison studierte Recht an der Miami University und praktizierte nach der Zulassung vor Gericht in Indianapolis, wo er bald erste politische Anfänge bei den neu gegründeten, abolitionistischen Republikanern unternahm. Während des Sezessionskriegs diente Harrison als Brigade- und Divisionschef in der Unionsarmee und nahm am Atlanta-Feldzug teil. Er verließ den Militärdienst 1865 im Brevet-Rang Brigadegeneral.

Danach verstärkte er sein politisches Engagement und gehörte zum Lager der Radikalen Republikaner. In den 1870er Jahren bewarb er sich mehrfach erfolglos als Gouverneur von Indiana. Ab 1881 war er Senator für Indiana.

Bei der Präsidentschaftswahl 1888 besiegte er den demokratischen Amtsinhaber Grover Cleveland und machte viele von dessen Gesetzesmaßnahmen wieder rückgängig, insbesondere mit dem McKinley-Tarif die Senkung der Schutzzölle. Auch Clevelands Versuche, das „Beutesystem“ (spoils system) aus Parteipatronage und die Macht der „politischen Maschinen“ bei der Postenvergabe einzuhegen, revertierte er. Eine wichtige Gesetzesmaßnahme seiner Amtszeit ist mit dem Sherman Antitrust Act eine erste staatliche Begrenzung von Kartellen. Nach dem Baltimore-Zwischenfall kam es zu so großen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Chile, dass sich Kriegsstimmung breit machte, der Harrison bereit war Folge zu leisten, bis eine Entschädigungszahlung durch Chile den Konflikt beruhigte. Nach den Lynchmorden von New Orleans 1891 an 19 Italoamerikanern kam es zu vergleichbaren Spannungen zwischen Amerika und dem Königreich Italien.

Die Wiederwahl Harrisons erschwerte 1892, dass er in der Parte nicht mehr so viel Rückhalt hatte und seine Frau zwei Wochen vor dem Wahltag starb, so dass er in der Neuauflage des Rennens von 1888 Cleveland unterlag. Noch als abgewählter Präsident bat er im Februar 1893 den Senat um die Annexion der Republik Hawaii, was dieser aber in die Amtszeit Clevelands vertagte.

Nach seiner Amtszeit kehrte er nach Indianapolis zurück, praktizierte wieder als Anwalt und heiratete ein zweites Mal. Im Grenzdisput zwischen Britisch-Guyana und Venezuela vertrat er die Interessen Caracas vor einem internationalen Schiedsgericht in Paris.

Kindheit und Schule (1833–1850)

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Das seit den 1950er Jahren abgerissene Scott Harrison House auf dem Gut The point. Hier verbrachte Harrison Kindheit und Jugend.

Benjamin Harrison entstammte der von jeher politisch einflussreichen Harrison-Familie, die seit 1632 in der Kolonie Virginia lebte. Er war der Sohn des relativ wohlhabenden Farmers und späteren Abgeordneten im Repräsentantenhaus John Scott Harrison und Enkel des neunten Präsident und Kriegsheld der Schlachten bei Tippecanoe und am Thames River General William Henry Harrison, in dessen Herrenhaus auf dem Landgut The point er 1833 geboren wurde. Sein Urgroßvater, Benjamin Harrison V, war Mitunterzeichner der Unabhängigkeitserklärung.[1]

Harrisons Mutter Elizabeth Irwin Harrison,[2] stammte aus Pennsylvania[3] und war eine strenggläubige Presbyterianerin.[4] Ihr Großvater Major James Ramsey war aus Glasgow nach Mercersburg in die damalige Province of Pennsylvania ausgewandert, wo sein Sohn später die Stadt Ligonier gründete.[5] Sein Vater hatte sich erst als Anwalt in Cincinnati versucht, bevor er nach North Bend zurückgekehrt war.[6] Neben seiner Tätigkeit als Farmer engagierte sich Scott Harrison als Friedensrichter.[7] Harrisons Eltern heirateten am 12. August 1831 auf The point. Für Scott Harrison war dies die zweite Heirat; seit 1830 war er Witwer. Aus der ersten, 1824 geschlossenen Ehe mit Lucretia K. Johnson gingen drei und aus der zweiten Ehe mit Benjamin Harrisons Mutter zehn Kinder hervor, von denen vier in den beiden ersten Lebensjahren starben und Harrison der Zweitgeborene war.[8]

Harrisons religiöse Mutter war in erster Linie für die moralische und christliche Erziehung der Kinder zuständig. So musste er auf Drängen der Mutter die baptistische Erbauungsschrift The Pilgrim’s Progress von John Bunyan lesen. Tägliche Gebete und sonntägliche Kirchenbesuche gehörten zu den selbstverständlichen Pflichten. Vor dem Hintergrund der zweiten großen religiösen Erweckungsbewegung in den Vereinigten Staaten war die Frömmigkeit von Elizabeth ein häufiges Phänomen. Der Vater war chronisch verschuldet, riskierte aber trotzdem den finanziellen Ruin, um den Kindern eine gute Ausbildung zukommen zu lassen. Benjamin entwickelte in jungen Jahren eine Vorliebe für Fischen und Jagen, die er auch im Erwachsenenalter in der spärlichen Freizeit fortsetzte. Außerdem griff er gerne auf die umfangreiche Bibliothek seines Großvaters und Ex-Präsidenten zu.[9]

Anfänglich erhielt er mit gleichaltrigen Verwandten aus der Harrison-Großfamilie und Nachbarskindern Unterricht von Hauslehrern in einer einfachen Blockhütte auf dem Grundstück des Vaters.[10] Ab 1847 besuchte Harrison an der Seite seines zwei Jahre älteren Bruders Irwin das Farmers College in Cincinnati. Dort geriet er unter Einfluss des presbyterianischen Geistlichen und angesehenen Pädagogen Robert H. Bishop,[11] der zuvor Dekan an der Miami University in Oxford, Ohio, gewesen war.[12] Bishop unterrichtete Geschichte und politische Ökonomie. Frühere Schüler von ihm hatten es bis in den Kongress der Vereinigten Staaten geschafft und versorgten ihn mit Regierungsberichten als Unterrichtsmaterial. Er verliebte sich in eine Mitschülerin, seine spätere Frau Caroline Lavinia Scott, deren Vater der presbyterianische Geistliche und Chemie- und Physiklehrer am Farmers College John W. Scott war.[13]

Miami University und Anwaltslehre (1850–1853)

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Im September 1850 beendete Harrison das Farmers College als Junior und begann ein Studium an der Miami University in Oxford, wo Caroline seit vorigem Jahr die Mädchenschule ihres Vaters besuchte. Für Harrison war es eine emotional aufwühlende Zeit, denn im Sommer 1850 starben seine Mutter und zwei jüngere Geschwister.[14]

Das heute nicht mehr existierende Hauptgebäude der Miami University (vor 1958)

An der Universität zeichnete sich Harrison dank der guten Vorbereitung durch die Schule Bishops sowie seine Intelligenz und Fleiß aus.[15] Harrison wurde 1851 Präsident einer studentischen Literaturgesellschaft (Union Literary Society). Außerdem hatte er ein christliches Erweckungserlebnis, assoziierte sich danach mit der Presbyterianischen Kirche[16] und war sich eine Zeit lang nicht sicher, ob er sein Studium Richtung Theologie, Jura oder in ein anderes Fach vertiefen sollte. Gleichfalls 1851 verlobte er sich im Geheimen mit Caroline.[17]

Harrison erhielt durch das Engagement in der Union Literary Society ein Training in Argumentation und öffentlicher Rede, wobei er seine Fähigkeiten im Debattieren und spontanen Sprechen so schärfen konnte, dass er davon sein ganzes Leben lang profitierte. Seine Essays und Reden aus dieser Zeit fokussierten sich oft auf politische Themen. Schon damals griff er eine Freihandelspolitik an, die dazu geführt habe, dass das „Vereinigte Königreich die Werkstatt von Amerika“ geworden sei und forderte die heimische Industrie mit Einfuhrzöllen zu schützen. Ein später wiederkehrendes Thema aus dieser Zeit war außerdem seine Verurteilung des Alkohols als ein „moralisches, soziales und politisches Übel“.[18]

Er schloss im Juni 1852 die Miami University in Rechtswissenschaft als Drittbester seines Jahrgangs ab.[19] Bei der Abschlussfeier der Graduierten im Juli 1852 war er einer der Redner; er wählte als Thema Die Armen in England und prangerte die Sozialpolitik des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland an.[20]

Im 19. Jahrhundert gab es in Amerika noch kaum Rechtsschulen, so dass Harrison zur Vollendung der Rechtslehre den üblichen Weg beschritt und über Empfehlung seines jüngst als Repräsentant in den 33. Kongress der Vereinigten Staaten gewählten Vaters in die praktische Ausbildung bei dem angesehenen Anwalt Bellamy Storer in Cincinnati, bei dem er das „Recht las“. Storer war ein ehemaliger Kongressabgeordneter des Henry-Clay-Flügels der Whigs und pflegte einen religiösen Enthusiasmus nicht unähnlich dem Harrisons.[21]

Am 20. Oktober 1853 heirateten Caroline Scott und Benjamin Harrison im Haus des Brautvaters in Oxford, der sie auch traute.[22] Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor; im August 1854 Russell Benjamin[23] und im April 1858 Mary Scott.[24]

Anwalt und politische Anfänge (1854–1861)

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Anfang 1854 erhielt Harrison die Zulassung vor Gericht. Im März entschied er sich dafür, in Indianapolis eine Kanzlei zu starten, nicht zuletzt weil sein Großvater William Henry Harrison dort als ehemaliger Gouverneur des Indiana-Territoriums und Bezwinger Tecumsehs in hohem Ansehen stand. Im April 1854 zog Harrison mit seiner schwangeren Frau nach Indianapolis, was für ihn, abgesehen von den Jahren in Washington, D. C., für den Rest seines Lebens die Heimat bleiben sollte. Weil anfangs die Klienten ausblieben, zog Caroline zurück zu ihren Eltern nach Oxford, wo am 12. August ihr erster Sohn Russell zur Welt kam. Bald darauf war die junge Familie wieder in Indianapolis vereinigt.[25] Gegen Ende des Jahres eröffnete er seine Anwaltskanzlei; den Schwerpunkt anfangs bildeten notarielle Fälle wie Urkunden und Nachlass-Angelegenheiten.[26]

Der geschäftliche Durchbruch kam für Harrison im Frühjahr 1855, als ihn William Wallace, Bruder des Autors Lew Wallace und Sohn des früheren Indiana-Gouverneurs David Wallace, weil er mit ihm eine Kanzlei eröffnen wollte.[27] Durch die Gemeinschaftspraxis erhoffte sich Wallace eine Entlastung in seinem Wahlkampf für die Stelle als Leiter der Stadtverwaltung (city clerk). Im Rahmen von Wallaces am Ende erfolgloser Wahlkampagne für die People’s Party hielt Harrison seine erste politische Rede. Die People’s Party war vor allem eine Oppositionsbewegung gegen den Kansas-Nebraska Act von 1854, der die Ausbreitung der Sklaverei in neue Bundesstaaten erlaubt hatte.[28] Wie viele Amerikaner, die die Sklaverei ablehnten, suchte Harrison seit dem Niedergang der Whigs, der Partei seines Vaters und Großvaters, nach der klar verlorenen 1852 eine neue parteipolitische Orientierung. Während sich Vater John Scott Harrison der nativistischen Know-Nothing Party („Nichtswisser-Partei“) anschloss, entschied sich Benjamin Harrison für die neu gegründeten Republikaner, wo sich die Gegner einer weiteren Ausbreitung der Sklaverei sammelten.[29]

Harrison engagierte sich bei der Präsidentschaftswahl 1856 für John Charles Frémont, was seine eigentliche politische Feuertaufe darstellte. Gemäß der Überlieferung versammelte sich nach der Nominierung Frémonts im Sommer eine feiernde Menge vor Harrisons Kanzlei und forderte ihn als Enkel Henry William Harrisons auf eine Rede zu halten. Die Niederlage Frémonts gegen den demokratischen Präsidentschaftskandidaten James Buchanan enttäuschte Harrison sehr, aber verfolgte seine eigenen politischen Ambitionen neben seiner Anwaltstätigkeit weiter.[30]

Im Jahr 1857 wurde Harrison für die Republikaner zum Staatsanwalt (city attorney) von Indianapolis gewählt.[31] Die Position war für ihn weniger wegen der eher bescheidenen Bezahlung attraktiv, sondern aufgrund der Öffentlichkeitswirkung, die sie einem jungen Anwalt wie ihm bot.[32] Harrison engagierte sich daneben weiter kirchlich und die lokale Presbyterianergemeinde ernannte ihn im gleichen Jahr zu ihrem Diakon.[33]

Nach Ablauf seiner Amtszeit als city attorney 1858 entschied er sich gegen eine erneute Kandidatur, setzte seinen Aufstieg in den Rängen der Republikaner aber fort, als er zum Sekretär des Zentralausschusses der Republikaner Indianas gewählt wurde. In dieser Funktion wurde er zum Hauptverantwortlichen für das Einwerben von Parteispenden und machte seinen Namen rasch in der Parteiorganisation des Bundesstaats bekannt.[34] Außerdem erwarb er sich in dieser Funktion wertvolle Erfahrungen in der Organisation von Wahlkämpfen. Die erste von ihm in Indiana verantwortete Wahlkampagne bildeten die Kongresswahlen 1858.[35]

Im Jahr 1860 strebte Harrison die Wahl zum offiziellen Berichterstatter des State Supreme Court von Indiana an, auch weil er in dieser Position seine politischen Neigungen mit seinem erlernten Beruf verbinden konnte. Die Aufgabe des Reporters bestand darin, alle Gerichtsentscheidungen in einem Jahresband zusammenzuführen. Bei der am Ende siegreichen Wahl traf er auf den Demokraten Michael C. Kerr, den späteren Sprecher des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten. Im Präsidentschaftswahlkampf von 1860 betätigte sich Harrison außerdem bei mehr als 80 Veranstaltungen als Kampagnenredner für Abraham Lincoln. In einer Rede griff er die „Sklaven-Oligarchie“ und „Arroganz der Südstaatler“ in Washington in so scharfen Worten an, dass sein Vater bei ihm protestierte und auf den Pflanzerhintergrund ihres Großvaters und seiner Freunde hinwies.[36]

Im Januar 1861 nahm Harrison die Reprtertätigkeit für den Indiana Supreme Court auf.[37] Das Arbeitspensum für dieses Projekt und seine sonstige Anwaltstätigkeit stieg so sehr an, dass er Familie und Gesundheit vernachlässigte. Obwohl neben seiner Frau und den beiden Kindern der Haushalt zusätzlich aus einem seiner Brüder, einem Neffen und einem Schwager bestand, verdiente Harrison mittlerweile so viel Geld, dass er am Jahresende mit Familie und Anhang ein größeres Haus beziehen konnte.[38] Noch 1861 wählte ihn seine Kirchengemeinde im Alter von nur 27 Jahren zu ihrem Ältesten.[39]

Im Amerikanischen Bürgerkrieg (1862–1865)

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Oberst des 70. Indiana-Regiments

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Veteranen während Harrisons Rede bei der Reunion-Feier des 70. Indiana-Regiments (1888)

Im Sommer 1862 stellte sich die Stimmung in Indiana als sehr bedrückt dar. Die Unionstruppen konnten während des Sezessionskriegs im Osten kaum Erfolge gegen die Army of Northern Virginia der Confederate States Army erzielen, während Südstaatengeneral Braxton Bragg Ohio bedrohlich nahekam. Lincoln ließ daraufhin im Juli weitere 300.000 Mann ausheben, aber in Indiana, das seine Quota an Rekruten 1861 übererfüllt hatte, blieben die Freiwilligen aus.[40] Gouverneur Oliver Morton bat daher Harrison darum, ein Regiment aufzustellen und es dann an einen Kommandeur zu übergeben. Harrison lehnte ab, weil er in dem von ihm ausgehobenes Regiment selbst kämpfen wollte. Morton ernannte ihn darauf zum Unterleutnant und binnen einen Monats hatte Harrison mit 250 Mann[41] genügend für ein Regiment ausgehoben. Noch mehr als die meisten Unionssoldaten betrachtete Harrison die moralische Dimension des Kriegs gegen die Konföderierten Staaten aus einer religiösen Perspektive heraus.[42]

Das Regiment kampierte auf dem Messegelände von Indianapolis und Harrison wurde am 8. August vom Gouverneur zum Oberst und Regimentschef ernannt. Auf eigene Kosten rekrutierte er einen militärischen Ausbilder aus Chicago.[43] Bei der Führung des Regiments profitierte Harrison davon, dass alle Soldaten aus Indianapolis kamen, viele von ihnen sich gegenseitig kannten und er als Harrison und aufstrebender Politiker eine lokale Berühmtheit war. Als Regimentschef setzte er auf strikte Disziplin, wobei ihm vor allem Trunkenheit unter den Offizieren und Soldaten ein Dorn im Auge war, und unablässigen Drill. Außerdem integrierte er seine Religiosität in den Dienst, indem er Gottesdienste und Gebetskreise abhielt, um einen „christlichen Patriotismus“ zu entfachen.[44] Ende August erhielt das Regiment den Marschbefehl nach Bowling Green in Kentucky, wo der Einmarsch von Südstaaten-Truppen unter Oberst John Hunt Morgan und die Zerstörung der Eisenbahnstrecken befürchtet wurde.[45]

Die Konföderierten sammelten sich bis 30. September in Russellville knapp 50 km südwestlich von Bowling Green. Just an diesem Tag erhielt Harrison die Order, auf Russellville vorzustoßen. Am 3. Oktober hatte das 70. Indiana-Regiment den Ort umzingelt und konnte diesen in einem kleineren Gefecht einnehmen. Auf Seite der Union fiel nur ein Soldat, während es auf Seite der Konföderation 33 Soldaten waren. Im Folgemonat organisierte Generalmajor William Starke Rosecrans das Regiment um und gliederte es in das 12. Korps der Army of the Cumberland ein. Am 24. November erreichte das 12. Korps Gallatin in Tennessee und kurz darauf wurde das 70. Indiana-Regiment zur Überwachung der Eisenbahnstrecke zwischen Gallatin und Nashville eingesetzt.[46]

Das folgende Jahr war durch Routine- und Bereitschaftsdienst gekennzeichnet, das Regiment 1863 an keinen Gefechten beteiligt. Im August verlegte es nach Nashville, um den Nachschub Richtung Chattanooga abzusichern. Harrison vertrieb sich den Lagerkoller mit Lektüre von Romanen und militärwissenschaftlicher Literatur; im Mai und September besuchte ihn seine Frau im Camp.[47]

Brigadechef und Atlanta-Feldzug

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Im Rahmen einer Umorganisation bekam Harrison am 2. Januar 1864 das Kommando über eine Brigade innerhalb eines erst von Oliver Otis Howard und ab April von Joseph Hooker geführten Korps. Harrisons direkter Vorgesetzter war Divisionschef William Thomas Ward. Im März 1863 erhielt Harrison die Kommandantur über ein Feldlager in Wauhatchie, Tennessee. Im gleichen Monat wurde im Rahmen einer Umorganisation Harrisons Brigade aufgelöst; er fungierte wieder als Regimentschef unter General Ward. Anfang Mai begann der Atlanta-Feldzug von William Tecumseh Sherman und das 70. Indiana-Regiment stieß im Rahmen dieser Operation über das letztjährige Schlachtfeld von Chickamauga nach Süden vor und erreichten nach kleineren Scharmützeln eine Position nahe Dalton.[48]

Blick auf das Schlachtfeld von Resaca (1864 oder 65)

Bei den Gefechten bei Tunnel Hill am 9. und 10. Mai hielt Korpsführer Hooker das 70. Indiana-Regiment in Reserve; am 13. Mai warf er es in vorderster Linie in die Schlacht von Resaca gegen die Konföderierten unter Joseph E. Johnston. Am nächsten Tag geriet das Regiment unter Beschuss, als es in ein Tal vorrückte. Harrison führte sie zu einer feindlichen Batterie, wo sie mit einem Bajonettangriff eine Granatkanone eroberten. Danach rückte das Regiment mit Harrison vorweg in die von Truppen John Bell Hoods bemannten Brustwehr der Konföderierten. Nach einer Verwundung General Wards sammelte er die Brigade und übernahm ihre Führung. Auf Befehl vom Divisionschef setzte Harrison die Attacke nicht weiter fort, sondern unterstütze die Brigade von General John Coburn.[49]

Harrison hatte sich in Resaca ausgezeichnet und erfuhr in der Presse in Indiana, aber auch von seinem Vater große Anerkennung. Noch im gleichen Monat wurde er wieder als Brigadechef eingesetzt und blieb es dieses Mal bis zum Ende des Bürgerkriegs. Neben dem 70. Indiana führte er nun noch vier weitere Regimenter. Harrison nahm weiter am Atlanta-Feldzug Shermans teil und seine Truppen erwiesen sich als diszipliniert und effektiv. Harrison führte von vorne, wie sich unter anderem bei einer Gelegenheit erwies, als sein Regiment von den Feldärzten abgeschnitten war und er selbst bei der Versorgung der Verwundeten mit anpackte. Wie viele andere Offiziere im Amerikanischen Bürgerkrieg entdeckte Harrison bei sich die Fähigkeit, Menschen in Extremsituationen führen zu können. Binnen einen Monats sammelte er auf dem Atlanta-Feldzug mehr Gefechtserfahrung als sein berühmter Großvater „Tippecanoe“ Harrison. Mitte Juli 1864 zeigte er in der Schlacht am Peachtree Creek besonderen Wagemut und konnte Korpschef Hooker für sich begeistern. Dieser setzte sich danach bei Kriegsminister Edwin M. Stanton für eine Beförderung Harrisons zum Brevet-Brigadegeneral ein, die dann im Februar 1865 folgte.[50]

Zehn Tage nach der Einnahme Atlantas am 12. Juli 1864 beorderte ihn Gouverneur Morton zurück nach Indiana als Wahlkampfredner und -organisator für Lincoln und zur weiteren Rekrutierung von Unionssoldaten. Außerdem nominierten die Republikaner Harrison erneut für die Position des Berichterstatters für den Indiana Supreme Court.[51] Mitte Oktober hatte Harrison seine Wahl gewonnen und ging danach auf Wahlkampftour für Lincoln.[52] Bei seinen Reden trotzte er dem in Indiana weit verbreiteten Rassismus gegen Schwarze, hob die Leistungen der schwarzen Unionssoldaten hervor und verteidigte leidenschaftlich die Emanzipationsproklamation des Präsidenten. Unmittelbar nach den Präsidentschaftswahlen, bei denen Indiana an Lincoln gefallen war, machte sich Harrison auf den Weg nach Georgia, um wieder zu seiner Einheit zu stoßen. Unterwegs bekam er einen neuen Befehl, der ihn nach Tennessee schickte, um dort den Befehl über eine neu formierte Brigade zu übernehmen. Mit dieser kämpfte er in der Schlacht von Nashville am 15./16. Dezember, ohne wesentlich in die Gefechtshandlungen verwickelt zu werden.[53]

Von links nach rechts die Generale Harrison, William Thomas Ward, Daniel Dustin und William Cogswell (1865)

Im Januar 1865 wurde Harrison von General Thomas nach Savannah in Georgia beordert, wo sein altes Regiment auf ihn wartete. Mit Frau und Kindern auf Familienbesuch in Pennsylvania erkrankte er an Scharlach und stand 30 Tage unter Quarantäne. Gegen ärztlichen Rat und immer noch geschwächt machte er sich auf die Seereise nach Hilton Head Island in South Carolina, um dort Anfang März wieder das Kommando über das 70. Indiana-Regiment zu übernehmen. Unterwegs erfuhr er von der Kapitulation General Robert Edward Lees vor den Truppen unter General Ulysses S. Grant in Appomattox Court House und wenige Tage später, als er endlich das Brigade-Hauptquartier in Raleigh erreichte,[54] von der Ermordung Lincolns. Am 8. Juni wurde er aus dem Militärdienst entlassen.[55]

Rückkehr in die Politik und Anwaltstätigkeit (1866–1871)

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Zurück in Indianapolis kehrte Harrison zur Tätigkeit des gerichtlichen Berichterstatters zurück. Politisch identifizierte er sich immer mehr mit der Faktion der Radikalen Republikaner.[56] Wie viele im Norden wollte Harrison nach dem blutigen Sieg im Amerikanischen Bürgerkrieg die alte soziale Ordnung im Süden abgesetzt und die Emanzipation der früheren Sklaven durchgesetzt sehen. Die nun einsetzende Ära der Reconstruction enttäuschte aber schnell diese Hoffnungen. Schon im August 1865 hatte Harrison Unionsveteranen in Indianapolis davor gewarnt, dass ihre Feinde im Süden „genauso hinterlistig, gemein, unverschämt und teuflisch wie eh und je“ seien und nach der militärischen Niederlage die Auseinandersetzung politisch fortsetzten. Harrison trat nicht für ein sofortiges Wahlrecht für Schwarze in den Südstaaten ein, sondern behielt sich dies bei weiterer Widerspenstigkeit der Südstaaten vor, um dort eine Wählerbasis für die Republikaner zu schaffen.[57]

Trotz Bitten aus der Partei, für den Kongress zu kandidieren, beschränkte Harrison in den nächsten Jahren seine politische Tätigkeit auf Wahlkampfreden, weil er in erster Linie ein gutes Einkommen für die Familie sichern wollte, wozu er als Reporter und in der Kanzlei ein enorm hohes Arbeitspensum an den Tag legte. Schnell stieg er in die vorderste Reihe der Anwaltskammer Indianas auf.[58] Im April 1867 erlitt Harrison während eines Gerichtsverfahrens einen Nervenzusammenbruch. Er entschied sich daher gegen eine erneute Kandidatur als Reporter für den Indiana Supreme Court und ging mehrere Monate in Minnesota zur Erholung Jagen und Fischen. Im Herbst 1867 kehrte er in seine Kanzlei zurück.[59]

Bei der Präsidentschaftswahl 1868 hielt Harrison nur zwei öffentliche Reden für Grant. Weil nach dem republikanischen Sieg mit Schuyler Colfax ein Politiker aus Indiana zum Vizepräsident wurde, ging damit auch eine größere Bedeutung Harrisons innerhalb der Republikaner auf nationaler Ebene einher.[60]

Präsident Grant engagierte Harrison 1871 in dem Aufsehen erregenden Folgeprozess von Ex parte Milligan als Verteidiger von Gouverneur Morton und anderen gegen die Schadensersatzforderungen des Demokraten Lambdin P. Milligan, der während des Bürgerkriegs 1864 von einem Militärgericht wegen Landesverrats verurteilt worden war. Vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt des Ku-Klux-Klans in den Südstaaten verteidigte Harrison die Arbeit der Militärtribunale angesichts einer existenziellen Bedrohungslage und warf Milligan und seinen Gesinnungsgenossen vor, mit ihrem südstaatenfreundlichen Handeln den Bürgerkrieg verlängert zu haben. Sein Plädoyer säte Zweifel am Willen der Demokraten, den Ausgang des Sezessionskriegs mit seinen politischen Folgen zu respektieren. Das Gericht gab am Ende Milligan recht, sprach ihm aber nur 5 US-Dollar Schadensersatz zu.[61] Das Urteil erhöhte Harrisons Renommee noch weiter.[62]

Gouverneurskandidat (1872–1880)

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Anfang 1872 ergriff Harrison die Gelegenheit für ein stärkeres politisches Engagement und strebte eine Nominierung als republikanischer Kandidat für die Gouverneurswahl an. In einem größeren Bewerberfeld galt er bald als Favorit für die Nominierung. Dazu war allerdings außerdem die Patronage durch Morton notwendig, der mittlerweile Senator war. Dieser kontrollierte über seinen Zugang zu Präsident Grant die „politische Maschine“ Indianas und das Spoils System („Beutessystem“) in diesem Bundesstaat. Morton sah in Harrison einen potenziellen Rivalen, weshalb er Thomas M. Browne unterstützte, der am Ende die Nominierung gewann.[63] Im anschließenden Gouverneursrennen, das der demokratische Kandidat gewann, engagierte sich Harrison für Browne und hielt außerdem Wahlkampfreden für Grant beim Präsidentschaftsrennen 1872.[64]

Durch die Panik von 1873 bekam es Harrisons Kanzlei vermehrt mit Schuld- und Insolvenzrecht sowie Zwangsvollstreckungen zu tun, so dass das Geschäft trotz der Depression weiterhin Gewinn abwarf.[65]

Benjamin Harrison Home in Indianapolis. Harrison lebte hier von 1874 bis zu seinem Lebensende 1901 mit Ausnahme seiner Amtszeiten als Senator und Präsident. Das Haus erhielt im Januar 1964 den Status eine National Historic Landmark („Nationales historisches Wahrzeichen“) zuerkannt.[66]

Im Herbst 1874 baute Harrison ein Anwesen für mehr als 20.000 US-Dollar in Indianapolis auf einem Grundstück, das seit 1857 in seinem Besitz war. Das zweistöckige Haus hatte 16 Zimmer und eine geräumige Bibliothek.[67] Anfang 1875 sprachen ihn wieder führende Republikaner in Indiana auf eine Gouverneurskandidatur an, aber Harrison lehnte ab. Seine Freunde bedeuteten ihm, dass er ohne diese Kandidatur offen für eine mögliche Nominierung als Präsidentschaftskandidat für die Wahl 1876 sei. Tatsächlich begannen noch im gleichen Jahr einige Zeitungen in Ohio und Indiana für Harrison als Präsidentschaftskandidat die Werbetrommel zu rühren.[68]

Bei der Republican State Convention im Februar 1876 blieb Harrison passiv, sowohl bei der Nominierung des Gouverneurs- als auch des Präsidentschaftskandidaten. Als Gouverneurskandidat Godlove Stein Orth im Juli 1876 aus dem Rennen ausstieg, weil er in einen Skandal verwickelt war, entschieden sich die Republikaner Indianas für eine Nominierung Harrisons. Wiederum zögerte Harrison, bevor er die Nominierung annahm, und Mitte August seine Wahlkampagne eröffnete. Im Oktober unterlag er dem Demokraten James D. Williams knapp mit 5000 Stimmen. Kurz nach dem Präsidentschaftswahltag bat ihn Präsident Grant Mitte November vor dem Hintergrund des Disputs um Wahlergebnisse, die Stimmenauszählung im strittigen Louisiana zu überwachen, doch Harrison stellte sich nicht zur Verfügung.[69]

Anfang 1877 erwog der neu gewählte Präsident Rutherford B. Hayes kurzzeitig, Harrison als Marineminister zu berufen, aber Indianas führender Republikaner Oliver Morton, mittlerweile Senator, überzeugte den Präsidenten mit Richard W. Thompson von einem anderen „Landeskind“ für dieses Ressort. Mitte Juli 1877 erreichte ein landesweiter Streik der Eisenbahner Indianapolis; kurz zuvor hatten Harrison, Albert G. Porter und andere Anwälte zur Kontrolle des Streiks ein „Komitee für öffentliche Sicherheit“ gegründet. Am 25. Juli traf sich dieses Gremium mit den Streikenden und konnte auf der anderen Seite reaktionäre Konservative davon abhalten, die Miliz Indianas gegen die Eisenbahnarbeiter einzusetzen. Das Komitee zeigte Verständnis für die Lohnforderungen der Streikenden in einem Mediationstext, der öffentlich verlesen wurde. Nachdem die von Gouverneur Orth bewusst verzögert einberufene Miliz doch eingetroffen war und einige Streikführer verhaftet hatte, konnte Harrison vor dem Richter ihre Freilassung bewirken. Dieses Bemühen um Schlichtung machte Schlagzeilen und förderte Harrisons Prestige.[70]

Im Jahr 1878 wurde die Harrison-Familie Opfer einer makabren Verbrechensserie in Form von Leichendiebstahl. Kurz nach der Beerdigung des angeheirateten Cousins Samuel Augustus Devin[71] Mitte Mai auf dem Congregational Green Cemetery in North Bend wurde dessen Leichnam gestohlen. Als eine Woche später John Scott Harrison starb und auf demselben Friedhof beigesetzt wurde, stellten die Harrisons Wachmänner für das Grab ein. Benjamins jüngerer Bruder machte sich derweil auf die Suche nach dem Leichnam Devins. Dabei stieß er in Begleitung eines Polizisten in die Räume des Ohio Medical College vor, wo er die an einem Seil hängende, inzwischen gleichfalls gestohlene Leiche seines Vaters vorfand. Nachdem ein Professor der Uni den Vorfall mit der Bemerkung wegwischte, das am Tage der Auferstehung ohnehin alle ihre Gräber verließen, wandte sich Harrison in einem Brief an die Bürger Cincinnatis. Darin räumte er zwar den Wert medizinischer Forschung ein, beschrieb aber die stillschweigende Duldung der Leichendiebstähle durch die medizinische Fakultät als Heuchelei. Tatsächlich war Cincinnati zu dieser Zeit ein wichtiger „Umschlagsplatz“ für Leichenbeschaffung und -Transport in andere Bundesstaaten. Bei den Wahlen im Herbst engagierte sich Harrison wieder als Wahlkampfredner, ohne den Sieg der Demokraten in Indiana verhindern zu können.[72]

Im Februar 1879 unterlag Harrison dem Demokraten Daniel W. Voorhees bei der Wahl zum Senator in der Indiana General Assembly; zu dieser Zeit bestimmten noch in den meisten Bundesstaaten die state legislatures über die Besetzung im Senat in Washington. Im Juni berief ihn der Kongress in die siebenköpfige Mississippi River Commission. Harrison nahm die Auswahl erst nicht an, sondern musste von Präsident Hayes per Brief überzeugt werden. Aufgabe des Gremiums war, Maßnahmen zum Hochwasserschutz und Navigation auf dem Mississippi zu erarbeiten.[73]

Blick auf das Podium der Republican National Convention (2. Juni 1880)

Bei der Republican National Convention Anfang Juni 1880 in Chicago führte Harrison die Delegation aus Indiana. Vor dem Nominierungsparteitag war nur klar, dass Indiana gegen eine Kandidatur von Grant für eine dritte Amtszeit (nach 1869–1877) stimmen werde. Harrison selbst wurde von einigen als möglicher Vizepräsidentschaftskandidat gehandelt. Am Ende unterstützte Harrison die Wahl des Überraschungskandidaten James A. Garfield und wurde dessen enger Freund und Berater. Er engagierte sich im Wahlkampf Garfields, der Indiana knapp gewann und ins Weiße Haus einzog.[74]

Senator von Indiana (1881–1887)

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Senator Harrison (1882)

Garfield hoffte auf eine Zusage Harrisons für sein Kabinett, aber dieser präferierte das Senatorenamt, in das ihn die state legislature im Januar 1881 wählte. Im Senat stand er dem Ausschuss für Transport vor und war Mitglied unter anderem in den Ausschüssen für Indian Affairs, das Militär und die Territorien, der die Aufnahme der Territorien als Bundesstaaten in die Vereinigten Staaten vorbereitete.[75] Anfang 1882 machten sich in Indiana wieder Stimmen nach einer Präsidentschaftskandidatur Harrisons breit. Im Senat trat Harrison für eine protektionistische Handelspolitik mit hohen Zöllen ein. Die Haushaltsüberschüsse sollten seiner Ansicht nach für die Versorgung der (Unions-)veteranen des Sezessionskriegs eingesetzt werden. Außerdem unterstützte er Präsident Chester A. Arthur, Nachfolger des im Sommer 1881 ermordeten Garfield, bei dessen kritischer Haltung beim Chinese Exclusion Act, den dieser am Ende zwar in Kraft setzte, aber mit einem Veto zuvor Abmilderungen beim Gesetz erreicht hatte. Bereits in dieser Zeit war Harrison angewidert von der Masse an Stellenbewerbern, die ihn als Senator bedrängten.[76]

Das Jahr 1883 wurde für Harrison durch die schwere Erkrankung seiner Frau von Januar bis März überschattet. Im Juli lebten die Harrisons zur Regeneration im Kurort West Baden Springs im Süden Indianas. Er hielt im Wahlkampf für Senator William B. Allison mehrere Reden und sprach auch für die Republikaner in Ohio, wobei er stets Werbung für einen stärkeren Handelsprotektionismus machte.[77] Vor dem Nominierungsparteitag 1884 hatten ihn die Republikaner Indianas als ihren Präsidentschaftskandidaten auf der Liste, nahmen davon aber Abstand, als sie die fehlende Unterstützung für Harrison jenseits von Indiana bemerkten.[78]

Als eine zweite Hochzeitsreise verschlug es die Harrisons 1885 an die Pazifikküste und in den Yellowstone-Nationalpark. Im Senat war er vor allem mit der Gesetzgebung zu Eisenbahnen beschäftigt, die damals noch wenig reguliert war. Harrison sah die Notwendigkeit einer Kommission zur Regulierung zwischen den Bundesstaaten (interstate commerce commission), auch weil der einzelne Bürger den Eisenbahnunternehmen weitgehend machtlos gegenüberstand. Als die Demokraten in Indiana Versuche des Gerrymandering, auch in Vorbereitung der Senatskandidatur von Isaac P. Gray 1887, unternahmen, ging der zutiefst verärgerte Harrison an die Öffentlichkeit.[79]

Im Senat brachte er 1886 ein Gesetz zur Anerkennung von South Dakota als Bundesstaat gegen den Widerstand der Demokraten durch. Diese befürchteten durch eine Aufnahme des den Republikanern zuneigenden Dakota-Territoriums in die Vereinigten Staaten eine Störung der Machtbalance im Electoral College.[80] Drei Jahre später im November 1889 unter dem neuen Präsidenten Harrison wurden dann neben den beiden Dakotas noch Montana und Washington als Bundesstaaten integriert,[81] denen im Juli 1890 Idaho und Wyoming als 43. beziehungsweise 44. Bundesstaat folgten.[82]

In einer landesweit vielbeachteten Rede griff Harrison das korrupte „Beutesystem“ (Spoils System) an, das die Stellenbesetzung im öffentlichen Dienst dominierte. Die Attacke verletzte den demokratischen Präsident Grover Cleveland persönlich, der seinen Wahlsieg 1884 vor allem seinem Versprechen verdankte, das „Beutesystem“ einzugrenzen.[83]

Nach langem Ringen verlor Harrison 1887 seinen Senatssitz an den Demokraten David Turpie. Wesentlich dafür war, dass die Demokraten die Besetzung des Präsident pro tempore mit einem Republikaner verhindern konnten, wobei Harrison vor dem Indiana Supreme Court unterlag, und Alonzo G. Smith dieses Amt behielt. Dadurch begünstigt gewann Turpie im Anfang 1887 die Wahl vor der General Assembly nach 16 Durchgängen. Harrisons durch diese Niederlage bereits getrübten Aussichten auf eine Präsidentschaftskandidatur 1888 verschlechterten sich weiter, als Anfang Dezember 1887 der letzte republikanische Präsidentschaftskandidat James G. Blaine zu signalisieren schien, erneut um die Nominierung zu kämpfen.[84]

Nominierung und Präsidentschaftswahl 1888

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Abstimmungsergebnisse 1888 auf Ebene der Bundesstaaten

Anfang 1888 hatte sich Harrison eigentlich schon aus der Politik zurückgezogen, als seine Aussichten auf eine Nominierung Aufschwung erhielten, denn Blaine gab Ende Januar dem Republican National Committee den Verzicht auf eine Kandidatur bekannt. Im gleichen Monat erkundete James N. Huston die Lage in New York City, wo er mit New Yorker Parteigrößen eine mögliche Unterstützung Harrisons diskutierte. Kurz nach der Veröffentlichung von Blaines Verzichtserklärung machten dessen Anhänger klar, dass sie fortan Harrison und nicht den eigentlichen Favoriten John Sherman unterstützten. Neben Sherman wurden auch die Aussichten von Senator Allison höher eingeschätzt als die von Harrison. Dieser ergriff nun die Initiative und hielt in Detroit eine Rede, die national großen Applaus erhielt und als seine bis dahin beste angesehen wurde. Einige Wochen später folgte in Chicago eine weitere Ansprache; ein Schwerpunkt war die Kritik an den Zollsenkungen von Präsident Cleveland.[85]

Auf dem Nominierungsparteitag wurde Sherman im ersten Wahldurchgang seiner Favoritenrolle gerecht und erreichte von 20 Kandidaten die meisten Stimmen. Bis zum fünften Wahldurchgang lichtete sich das Kandidatenfeld und Harrison hatte nun fast so viele Delegierte wie Sherman. Nach einer Meldung aus Schottland, dass der dort weilende Blaine die Kandidatur Harrisons präferierte, gewann dessen Wahl an Momentum. Im achten Durchgang sicherte sich Harrison mit 544 Stimmen die Nominierung. Als Running Mate für die Vizepräsidentschaft entschied sich die Convention für Levi P. Morton aus New York.[86] Der Slogan seiner Präsidentschaftskampagne lautete Rejuvenated Republicanism, also in etwa „verjüngter Republikanismus“.[87][88] Harrison führte eine Front Porch Campaign von der heimischen Veranda aus. In mehr als 80 spontanen Reden sprach er zu mehr als 300.000 Besuchern, die während des Wahlkampfs täglich vom Bahnhof zu Harrisons Anwesen pilgerten.[89]

Obwohl er am 6. November beim popular vote 90000 Stimmen weniger als Cleveland erhielt, gewann Harrison relativ deutlich die Mehrheit im Electoral College. In den nächsten beiden Monaten war Harrison vor allem mit der Zusammenstellung seines Kabinetts beschäftigt.[90] Neben dem Weißen Haus gewannen die Republikaner im 50. Kongress die Mehrheit in beiden Häusern, so dass eine „vereinte Regierung“ möglich war.

Präsidentschaft (1889–1893)

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Amtseinführung am 4. März 1889
Präsidentschaftsübergang und Amtseinführung

Wie sein Vorgänger wollte Harrison gegen das „Beutesystem“ vorgehen, aber die schiere Masse an Stellenbewerbern noch vor seinem Einzug in das Weiße Haus überwältigte ihn. Während des Präsidentschaftsübergangs war er daher bis zu sechs Stunden täglich allein mit dieser Aufgabe beschäftigt, denn er wollte persönlich die Besetzung von mehr als 1700 Dienstposten schnellstmöglich sicherstellen. Am 25. Februar verließen die Harrisons Indianapolis Richtung Washington, wo er am 2. Februar den ausscheidenden Präsidenten Cleveland im Weißen Haus besuchte.[91]

Die Amtseinführung von Harrison erfolgte am 4. März. Den Amtseid nahm ihm der Oberste Bundesrichter Melville W. Fuller ab. In seiner Antrittsrede bestärkte er einmal mehr seine protektionistischen Überzeugungen. Außerdem verneinte er, in den Südstaaten eine gesonderte Politik zu verfolgen, und forderte die Sicherstellung des Wahlrechts der dort lebenden Schwarzen. Harrison regte ferner eine Wiederbelebung der Monroe-Doktrin an und sprach sich für eine Vergrößerung von Kriegs- und Handelsmarine aus.[92]

Kabinettsauswahl und Berufungen ins Oberste Bundesgericht
Kabinett Harrison (1889). Von links nach rechts: Präsident Harrison, Justizminister Miller, Finanzminister William Windom, Innenminister John Willock Noble, Postminister Wanamaker, Landwirtschaftsminister Jeremiah McLain Rusk, Kriegsminister Redfield Proctor, Marineminister Benjamin F. Tracy und Außenminister Blaine.

In sein nur aus Nordstaatlern und Männern des Mittleren Westens bestehendes Kabinett berief Harrison unter anderem Blaine als Außenminister und mit William H. H. Miller einen Kanzleipartner zum Justizminister. Den Kaufhausbesitzer John Wanamaker bestimmte er zum Postminister.

Im Dezember 1889 nominierte Harrison David Josiah Brewer zum Obersten Bundesrichter; der Senat bestätigte kurz darauf diese Personalie.[93]

Weißes Haus
Harrisons offizielles Porträt im Weißen Haus (Eastman Johnson, 1895)

Im Kongresswahlkampf 1890 verließ Harrison für längere Zeit Washington, um, historisch ungewöhnlich für einen amtierenden Präsidenten, auf einer mehr als 4000 km langen Tour durch den Mittleren Westen Wahlkampf für die Republikaner zu machen.[94] Im April 1891 kehrte der Präsident dem Weißen Haus erneut für mehrere Monate den Rücken. Seine Reise führte ihn durch 19 Bundesstaaten und drei Territorien der Vereinigten Staaten und bis Mitte Oktober nach Seattle. Bei seinen Reden unterwegs streifte er viele Themen, wobei er sich in den Südstaaten dagegen entschied, über das Wahlrecht für Schwarze zu reden.[95]

Oklahoma Land Run

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Siedler auf dem Weg in die „nicht zugewiesenen Ländereien“ des Indianerterritoriums (1889)

Am 22. April 1889 wurde der westliche Teil des Indianerterritoriums zur Besiedlung freigegeben. Beim sogenannten Oklahoma Land Run strömten innerhalb kürzester Zeit mehr als 200.000 Menschen in die „nicht zugewiesenen Ländereien“ Unassigned Lands um sich eine Parzelle zu sichern.[96] Nach der Öffnung des westlichen Teils des Indianerterritoriums für weiße Siedler machte sich dort schnell Gesetzlosigkeit breit. Um dem Herr zu werden, beschloss der Kongress Anfang Mai 1890 die Schaffung des Oklahoma-Territoriums, das vom Indianerterritorium abgetrennt wurde.[97]

Erste Panamerikanische Konferenz

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Anfang Oktober 1889 fand in Washington unter Vorsitz von Außenminister Blaine die erste Panamerikanische Konferenz statt. Mit Ausnahme der Dominikanischen Republik nahmen alle unabhängigen Nationen der westlichen Hemisphäre daran teil. Blaine gab als Ziel der Zusammenkunft eine gemeinsame Amerikapolitik aus, die auf „Freundschaft statt auf Gewalt“ basieren sollte.[98]

Wahlrecht für Schwarze in den Südstaaten

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Gleichfalls zum Jahresbeginn 1890 gab es landesweit in vielen Städten Massenversammlungen von Schwarzen, die ihr Wahlrecht in den Südstaaten einforderten, wo es von den lokalen Behörden unterdrückt wurde. Am 3. Februar veröffentlichten sie eine Botschaft an den Präsident, wo sie neben dem Wahlrecht die im Süden virulente Lynchjustiz, fehlende Schulen für Afroamerikaner und Ausschluss von der politischen Teilhabe südlich der Mason-Dixon-Linie thematisierten. Mit Hilfe des Sprechers des Repräsentantenhauses Thomas Brackett Reed wurde zwar noch im gleichen Jahr der lodge bill im Haus verabschiedet, der eine Überwachung der Wahlen in den Südstaaten durch Bundesbehörden vorsah, aber im Senat scheiterte dieses Gesetz.[99]

Anfang 1890 gingen die für freies Silber eintretenden Senatoren der Weststaaten (silver bloc) in die Initiative, um den Bland-Allison Act aufzuweichen. Dieses 1878 beschlossene Gesetz beschränkte den staatlichen Aufkauf zur Prägung von Silbermünzen auf vier Mio. US-Dollar pro Monat. Im Juli 1890 verabschiedete der Kongress den Sherman Silver Purchase Act („Sherman-Gesetz zum Silberankauf“), der die Grenze für den Ankauf auf 4,5 Mio. US-Dollar monatlich erhöhte.[100]

Sherman Antitrust Act

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Harrison unterstützte den Sherman Antitrust Act, der die marktbeherrschende Stellung von Trusts und Kartellen wie zum Beispiel der Standard Oil Company einschränken sollte.[101] Dazu sollten unter anderem den Einzelstaaten mehr Möglichkeiten zur Regulierung von Großkonzernen gegeben werden, die jenseits ihrer eigenen Grenzen operierten.[102] Das auf Senator John Sherman zurückgehende Gesetz war das erste dieser Art auf Bundesebene in den Vereinigten Staaten.[101] Nach mehr als vier Monaten Debatte im Kongress wurde der Sherman Antitrust Act am 2. Juli 1890 vom Kongress verabschiedet.[103]

Der Sherman Antitrust Act war allerdings beginnend mit der Definition, was überhaupt ein Trust sei, sehr mehrdeutig gefasst.[104] Hinzu kam eine zu geringe Ausstattung mit finanziellen und personale Mitteln, um eine besondere Wirkung zu entfalten. Zudem waren die in ihm vorgesehenen Sanktionen, die eine Höchststrafe von 5.000 US-Dollar (nach heutiger Kaufkraft 178.000 Dollar) vorsahen, sehr niedrig und kaum abschreckend. Die Amtsnachfolger von Harrison verschärften das Gesetz nach und nach und schränkten damit die Macht der Monopole ein. Der Sherman Antitrust Act ist bis heute die Grundlage des amerikanischen Wettbewerbsrechts.[101]

McKinley Tariff

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Eine der bedeutendsten Entscheidungen der Präsidentschaft Harrisons war der McKinley Tariff, der die Schutzzölle auf nahezu 50 % hob. Zudem stattete dieses Gesetz den Präsidenten mit weitreichenden handelspolitischen Befugnissen aus, die keine Beteiligung des Kongresses mehr vorsahen.

Der William McKinley Tariff wurde bis November 1890 vom Kongress verabschiedet. Dieser hob die Zölle auf das bis dahin höchste Preisniveau in der amerikanischen Geschichte.[105] Mit Ausnahme von Rohzucker und Melasse stiegen die Zolltarife für alle anderen Produkte; insgesamt stiegen die Zölle über alle Importgüter hinweg um knapp 49 %. Die Demokraten nutzten bei den Kongresswahlen 1890 den verbreiteten Unmut über die gestiegenen Preise und gewannen in einem Erdrutschsieg mehr als zwei Drittel der Sitze im Repräsentantenhaus.[106]

Massaker von Wounded Knee

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Am 29. Dezember 1890 ereignete sich das Massaker von Wounded Knee; Soldaten der 7. US-Kavalleriebrigade massakrierten mehr als 150 Sioux in der Pine Ridge Reservation. Bei der Hälfte der Opfer handelte es sich um Frauen und Kinder. Auf Seite der United States Army fielen 25 Soldaten. Auslöser des Massakers war der Einmarsch von Oberst James William Forsyth mit 500 Soldaten in das Indianerreservat gewesen, um die Indigenen zu entwaffnen.[107]

Die Lynchmorde von New Orleans

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Eine aufgebrachte Menge beginnt sich nach dem Prozessabbruch vor dem Gefängnis zu sammeln, wo die Angeklagten interniert sind (14. März 1891)

Am 14. März 1891 stürmte ein Mob ein Gefängnis in New Orleans und lynchte elf Italoamerikaner, nachdem ein Gericht den Prozess gegen 19 mutmaßliche Mitglieder der amerikanischen Cosa Nostra wegen eines Verfahrensfehlers abgebrochen hatte. Sie alle waren wegen der Beteiligung an der Ermordung des Polizeipräsident von New Orlean David Hennessy im Oktober 1889 angeklagt gewesen. Am 31. Mai berief das Königreich Italien seinen Botschafter aus Washington ab; Harrison tat gleiches wenig später. Außerdem verurteilte er die Lynchmorde. Über den Frühling und Sommer hinweg blieben die Spannungen zwischen Amerika und Italien hoch, sogar ein Krieg wurde nicht ausgeschlossen, normalisierten sich aber bis zum Jahresende.[108]

Kriegsgefahr mit Chile

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1891 gerieten die Beziehungen zwischen Chile und den Vereinigten Staaten in eine tiefe Krise, als es im Oktober 1891 zum Baltimore-Zwischenfall in Valparaíso kam. In aufgeheizter Stimmung gegen die Vereinigten Staaten, weil Washington im chilenischen Bürgerkrieg den Präsidenten und nicht Parlament und Marine unterstützte, gerieten amerikanische Seeleute in dieser chilenischen Hafenstadt in eine Auseinandersetzung und wurden von einer Menge angegriffen, die von herbeieilenden Polizisten verstärkt wurde. Bei dem Vorfall wurden 18 Seeleute verletzt und zwei getötet, dennoch folgte danach keine Entschuldigung auf chilenischer Seite oder ein Bemühen um Lösung des Vorfalls. Harrison war insbesondere verärgert über die Handhabung des Falls durch die chilenische Justiz. Als der Leichnam einer der Seemänner in der Independence Hall in Philadelphia aufgebahrt wurde, machte sich im Land Kriegsstimmung gegen Chile breit.[109]

In seiner Ansprache zur Lage der Nation Anfang Dezember 1891 drückte Harrison seine Erwartung aus, dass Amerika von Chile eine Entschädigung für den Baltimore-Zwischenfall erhalten werde, den er als „hat wild, brutal [und] unprovoziert“ bezeichnete. Andernfalls kündigte er eine scharfe diplomatische Note Richtung Santiago de Chile an. Unmittelbar darauf traf der erzürnte chilenische Botschafter Matta auf den Präsident und dessen Marineminister und sprach diese in einer die Etikette deutlich unterlaufenden Art und Weise an. Harrison fasste die Worte des Botschafters als eine „entsetzliche Beleidigung der amerikanischen Regierung“ auf, was die Kriegsstimmung bis zum Jahresbeginn 1892 wieder befeuerte.[110]

Im Januar 1892 bereitete sich Harrisons Kabinett auf einen Krieg mit Chile vor. Ende des Monats stand Harrison kurz davor, den Kongress um eine Kriegserklärung an Chile zu bitten. Als Santiago de Chile feststellen musste, dass keine europäische Unterstützung im Konflikt gegen die Vereinigten Staaten zu erwarten war, stimmte es schließlich einer Entschädigung von 75000 US-Dollar zu. Harrison akzeptierte dieses Angebot, womit der Krieg vermieden wurde.[111]

Sturz der Monarchie in Hawaii

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Am 15. Januar 1893 stürzten amerikanische Annexionisten Königin Liliʻuokalani in Hawaii und riefen die Republik Hawaii aus. Am 17. Januar entsandten die Vereinigten Staaten 165 Marineinfanteristen nach Honolulu, die dort noch am selben Tag landeten. Liliʻuokalani verfügte über keine Armee und hatte dem nichts entgegenzusetzen. Harrison bedauerte den Zeitpunkt des Umsturzes, denn nun blieben ihm als abgewählten Präsidenten (Lame Duck) nur noch wenige Wochen, mit der Situation umzugehen, während wiederum ein späterer Umsturz in Clevelands Amtszeit gefallen wäre. In der Republik Hawai entwarfen der provisorische Präsident Sanford Dole und der amerikanische Botschafter John L. Stevens einen Annexionsvertrag und bestellten eine Kommission zur Überbringung des Dokuments an das Weiße Haus. Harrison befürwortete eine Annexion Hawaiis und hieß die Gesandtschaft aus Honolulu daher willkommen. Am 16. Februar sandte Harrison dem Senat das Vertragswerk und bat um „vollständige und komplette“ Annexion. Er betonte, dass dies auch im Interesse der Bürger Hawaiis sei und jede auswärtige Macht von einer Inbesitznahme der Inselgruppe verhindert werden müsse. Der Senat verzögerte aber die Abstimmung darüber bis in die Amtszeit von Cleveland.[112]

George W. Baker, Jr. (1964) beurteilte in einem Aufsatz im Pacific Historical Review Harrisons Verhalten als zurückhaltend, denn er habe nicht wie erwartet mit der Annexion der Inseln reagiert.[113]

Nominierung und Präsidentschaftswahl 1892

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Abstimmungsergebnisse 1888 auf Ebene der Bundesstaaten

Anfang 1892 verwarf Harrison noch den Gedanken an eine zweite Amtszeit, während in der Partei viele auf eine Kandidatur von Außenminister Blaine hofften. Dieser stritt im Februar zwar jegliche Ambitionen auf das Weiße Haus ab, zeigte aber auch keinerlei Unterstützung für eine Wiederwahl Harrisons. Als Harrisons Sohn Russell im Mai öffentlich äußerte, dass Blaine so schwer krank sei, dass eine Präsidentschaft ausgeschlossen sei, rückte in den kommenden Wochen die Gesundheit des Secretary of State ins Zentrum der Berichterstattung. Bis dahin hatte sich Harrison zu einer erneuten Kandidatur durchgerungen und teilte dies seinem engsten Umfeld am 23. Mai mit. Drei Tage vor dem Nominierungsparteitag bot Blaine dem Präsident bei der Kabinettsitzung vom 4. Juli seinen sofortigen Rücktritt an, was dieser keine Stunde später akzeptierte.[114]

Vor der Republican National Convention in Minneapolis galt neben Harrison und Blaine auch McKinley als ein aussichtsreicher Kandidat. Letztendlich gewann Harrison im ersten Wahldurchgang klar die erforderliche Zweidrittelmehrheit, womit er erneut Präsidentschaftskandidat der Republikaner wurde.[115]

Caroline Harrison (1889)

Harrison trat erneut gegen Cleveland an, mit Whitelaw Reid als Running Mate. Er führte aber keinen Wahlkampf, da er sich um seine tuberkulosekranke Frau kümmerte, die schließlich zwei Wochen vor der Wahl am 25. Oktober starb.[116] Die First Lady hatte seit dem Einzug in das Weiße Haus an Atemwegsbeschweden gelitten; Beobachter hatten das auf ihre langen Aufenthalte im feuchten Keller und staubigen Dachboden bei der Renovierung des Weißen Hauses zurückgeführt. Im April 1892 hatte sich ihr Gesundheitszustand schließlich bedeutend verschlechtert und ein Umzug in ein Cottage in die Adirondacks ab Anfang Juli nicht die erhoffte Erholung gebracht.[117] Nach der Beerdigung von Caroline in Indianapolis blieb Harrison fürs Erste dort und kehrte nicht zum Wahltag in die Hauptstadt zurück.[118]

So setzte sich am Ende Cleveland durch, wobei Harrison dieses Mal im Popular Vote und im Electoral College den Kürzeren zog. Neben dem Solid South gewann Cleveland wichtige Bundesstaaten wie New York, Illinois und auch Harrisons Heimatstaat Indiana.

Nach der Präsidentschaft (1893–1897)

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Nach der Amtsübergabe an Cleveland am 4. März begleitete Harrisons Kabinett den ausscheidenden Präsidenten zum Bahnhof, wo er sich auf den Heimweg nach Indianapolis machte. Dort zurück kündigte er eine Autobiographie über seine Amtszeit an, die ein Jahr nach seinem Tod veröffentlicht werden sollte. Harrison verwirklichte dieses Vorhaben jedoch nie, sondern beschäftigte sich 1893 vor allem mit der Renovierung seines Hauses, das seit dem Einzug in das Weiße Haus vernachlässigt worden war.[119] Bald reaktivierte Harrison seine Kanzlei und kam auf ein Jahreseinkommen von 50000 US-Dollar, reichlich genug, um sich wohlhabend zu fühlen. Im Frühling 1894 gab er Lesungen an der Stanford University und bereiste mit Tochter und Enkelkindern die Pazifikküste. Nachdem im November 1894 die Republikaner einen großen Wahlerfolg verzeichnen konnten, wurden Rufe nach einer erneuten Präsidentschaftskandidatur Harrisons laut, die dieser sofort unterband.[120]

Im Juni 1895 wurde er auf Bitte von Gouverneur Claude Matthews Mitglied im Präsidium der Purdue University; in den folgenden fünf Jahren besuchte er fast alle Sitzungen dieses Gremiums und übernahm weitere Funktionen für diese Universität. Im Dezember gab er die Verlobung mit der verwitweten Mary Dimmick (geborene Lord)[121] bekannt, die Tochter der Schwester seiner ersten Frau.[122] Mary Dimmicks Vater war in der Unternehmensleitung der Delaware and Hudson Canal Company tätig; ihr Mann im Januar 1882 gestorben. Sie hatte für zwei Jahre als Sekretärin im Weißen Haus unter Harrison gearbeitet.[123] Harrisons Kinder unterstützten die erneute Verbindung ihres Vaters nicht.[124]

Benjamin und Mary Harrison in einem der Zimmer ihres Anwesens in Indianapolis (1896)

Im Februar 1896 eröffnete Harrison in einem öffentlichen Brief an die Parteiführung Indianas, dass er als republikanischer Kandidat für die kommende Präsidentschaftswahl nicht in Betracht komme. Am 6. April heirateten Harrison und Mary Dimmick in der Saint Thomas Church in Manhattan.[125] Aus der Ehe ging im Februar 1897 die Tochter Elizabeth hervor.[126] Einige frühere Minister waren bei der Trauungszeremonie im kleinen Kreis zugegen, nicht jedoch Harrisons Kinder. Ende August trat er noch einmal in das politische Rampenlicht auf nationaler Tribüne, als er auf Bitten von Wahlkampfmanager Mark Hanna in der Carnegie Hall eine Rede für den Präsidentschaftskandidaten McKinley hielt, obwohl ihm persönlich eine Nominierung von William B. Allison lieber gewesen wäre. Danach hielt er noch mehrere Reden für McKinley in Indiana.[127]

Rechtsvertreter für Venezuela und Tod (1898–1901)

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Im Jahr 1898 nahm Harrison den größten Rechtsfall seiner juristischen Karriere an. In dem Grenzdisput zwischen Venezuela und Britisch-Guayana vertrat er die Interessen von Caracas. Die Grenzziehung zwischen den beiden Staaten war 1821 nach der Unabhängigkeit Venezuelas nur vorläufig erfolgt. Als ein Offizieller des Vereinigten Königreichs die Region zwischen 1835 bis 1844 kartiert hatte, hatte er den Großteil der Region Britisch-Guayana zugeschlagen, wogegen Venezuela protestiert hatte, ohne eine Vermittlung zu erreichen. Im Jahr 1886 hatte London die Mündung des Orinoco fortifiziert, woraufhin Venezuela die diplomatischen Beziehungen zu London abgebrochen hatte. Präsident Cleveland hatte 1895 in einer scharfen Note an das Vereinigte Königreich die Monroe-Doktrin geltend gemacht und Londons Agieren als Eingriff in die westliche Hemisphäre verurteilt. Auf Druck Washingtons hatten sich London und Caracas 1897 schließlich auf ein internationales Schiedsverfahren geeinigt.[128]

Mit der Assistenz von drei weiteren Rechtsanwälten recherchierte Harrison die nächsten zwei Jahre in diesem Fall, für den er 80000 US-Dollar Bezahlung erhielt. Die Anhörung vor der fünfköpfigen internationalen Schiedskommission war für den Sommer 1899 angesetzt. Bei der Arbeit an dieser Rechtssache bekam Harrison es mit Dokumenten aus vier Jahrhunderten zu tun, viele davon in spanischer Sprache. Er machte für diesen Fall nicht nur aus seinem Anwesen in Indianapolis eine große Kanzlei, sondern richtete weitere Büros in seinen Cottages in den Adirondacks und an New Jerseys Küste sowie in einem Luxushotel in Manhattan ein.[129]

Bis zum Frühjahr 1899 hatten Harrison und sein Team die schriftliche Vorbereitung für die Anhörung in Paris abgeschlossen. Am 17. Mai machte sich Harrison zu seiner ersten und einzigen Europareise auf. Ende August 1899 begannen die Anhörungen vor der fünfköpfigen Schiedskommission, der auch der Oberste Bundesrichter Fuller angehörte, der Harrison 1889 den Amtseid abgenommen hatte, mit einer 52-stündigen Falldarstellung durch die britische Seite. Harrison war Ende September an der Reihe; sein Plädoyer dauerte 25 Stunden auf fünf Tage aufgeteilt. Am gab der russische Leiter des Gremiums die Entscheidung bekannt, die 90 % des umstrittenen Territoriums Britisch-Guyana zusprach. Das Urteil war einstimmig und wurde nicht weiter begründet. Harrison war schon wieder in Indianapolis, als er Ende 1899 von einem Rechtskollegen, der länger in Paris geblieben war, von dem Gerücht hörte, dass hinter den Kulissen eine Verständigung zwischen London und Sankt Petersburg stattgefunden hatte. Demnach übten Briten und Russen Druck auf die beiden amerikanischen Mitglieder der Schiedskommission aus. Harrison war zuerst empört über das Urteil und verlangte von den beiden amerikanischen Schiedsrichtern, ihre abweichende Meinung zum aufgezwungenen Urteil der britischen und russischen Kommissionsmitglieder zu dokumentieren. Nach einiger Zeit beruhigte sich Harrison und verfolgte die Sache nicht weiter. Tatsächlich brachte eine UN-Debatte 1962 zutage, dass es im Hintergrund diesen Deal gegeben hatte.[130]

Grab von Benjamin Harrison und seinen beiden Frauen auf dem Crown Hill National Cemetery

Im Jahr 1900 hielt er sich fern von der Republican National Convention und unternahm ein letztes Mal eine ausgedehnte Reise in den amerikanischen Westen und die Adirondacks.[131] Im März 1901 plagte Harrison eine schwere Erkältung, aus der sich eine Lungenentzündung entwickelte. Am 9. März litt er an Frostgefühlen und hohem Fieber. Zwei Tage später hatte sich sein Zustand so verschlechtert, dass die Ärzte jede Hoffnung aufgaben. Am 13. März starb Harrison schließlich gegen fünf Uhr nachmittags. Am 16. März wurde sein Leichnam im Indiana Statehouse aufgebahrt. Draußen erwies eine militärische Formation der Veteranen des 70. Indiana-Regiments ihrem früheren Kommandeur die Ehre. Der Trauergottesdienst fand einen Tag später in der First Presbyterian Church statt; Harrison wurde an der Seite seiner ersten Frau auf dem Crown Hill National Cemetery in Indianapolis beigesetzt.[132]

Seine Zeitgenossen hielten Harrison nach der Panik von 1893, welche die Amtszeit seines Nachfolgers Cleveland überschattete, zunächst in guter Erinnerung, wurde aber in Folge der stürmischen Entwicklung und des großen Wirtschaftsaufschwungs, welcher die USA um die Jahrhundertwende erfasste, bald schon wieder vergessen. Im Urteil der Historiker stand Harrison lange Zeit im Schatten späterer Präsidenten wie William McKinley und Theodore Roosevelt und galt als farblos und unbedeutend. In letzter Zeit wird jedoch sein Eintreten für Bürgerrechte positiv hervorgehoben. Seine Außenpolitik, insbesondere in Hinblick auf die Beziehungen mit Lateinamerika und dem pazifischen Raum, gilt ebenso als richtungsweisend.

In der von Arthur M. Schlesinger, Sr. im Jahr 1948 erstmals durchgeführten und 1962 sowie 1996 durch seinen Sohn Arthur M. Schlesinger wiederholten systematischen Expertenbefragung zur Bewertung der Präsidentschaften landete Harrison zuletzt in der vierten („Durchschnitt“) von sechs Kategorien, womit er sich in Gesellschaft von John Adams, Rutherford B. Hayes und Bill Clinton befand.[133] Bei einer anderen, seit 2000 mehrfach wiederholten Expertenbefragung auf C-SPAN erreichte Harrison Platzierungen von 30 bis 32.[134]

  • This Country of ours. Zweite Auflage. C. Scribner, New York 1897, LCCN 04-003866.
  • Mary Lord Harrison (Hrsg.): Views of an ex-president. Bowen-Merrill, Indianapolis 1901, LCCN 01-023276.
  • Allan B. Spetter: Benjamin Harrison. In Ken Gormley (Hrsg.): The Presidents and the Constitution. Volume 1 (= From the Founding Fathers to the Progressive Era). New York State University Press, New York 2020, ISBN 978-1-4798-2323-9, S. 297–307.
  • Raimund Lammersdorf: Benjamin Harrison (1889–1893): Präsident im Schatten des Kongresses. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen Präsidenten: 44 historische Portraits von George Washington bis Barack Obama. 6., fortgeführte und aktualisierte Auflage. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-58742-9, S. 234–238.
  • Michael J. Gerhardt: The Forgotten Presidents: Their Untold Constitutional Legacy. Oxford University Press, New York 2013, ISBN 978-0-19-938998-8, S. 141–154 (= 9. Benjamin Harrison).
  • Charles W Calhoun: Benjamin Harrison (= The American Presidents Series. Hrsg. von Arthur M. Schlesinger, Sean Wilentz. The 23rd President). Times Books, New York City 2005, ISBN 978-0-8050-6952-5.
  • Homer E. Socolofsky, Allan Spetter: The Presidency of Benjamin Harrison. University Press of Kansas, Lawrence 1987, ISBN 978-0-7006-0320-6.
  • Harry Joseph Sievers:
    • Benjamin Harrison: Hoosier Warrior. New York University Press, New York 1960, OCLC 1152918564.
    • Benjamin Harrison: Hoosier statesman, from the Civil War to the White House, 1865–1888. New York University Press, New York 1960, OCLC 999549969.
    • Benjamin Harrison: Hoosier President, The White House and after, 1889–1901. Bobbs Merrill, 1968, ISBN 978-0-672-50615-4.
Commons: Benjamin Harrison – Album mit Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Routledge, Oxon 2015, ISBN 0-7656-8046-7 (E-Book), S. 194.
  2. ↑ https://de.findagrave.com/memorial/6661710/elizabeth_ramsey-harrison, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  3. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 194.
  4. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison (= The American Presidents Series. Hrsg. von Arthur M. Schlesinger, Sean Wilentz. The 23rd President). Times Books, New York City 2005, ISBN 0-7656-8046-7 (E-Book), Position 189.
  5. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 194.
  6. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 194.
  7. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 256.
  8. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 194.
  9. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 189–203.
  10. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 203–209.
  11. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 209.
  12. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 242.
  13. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 209–228.
  14. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 228-234.
  15. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 234.
  16. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 252.
  17. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 253.
  18. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 240–246.
  19. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 264.
  20. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 256.
  21. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 284.
  22. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 302.
  23. ↑ https://de.findagrave.com/memorial/19504719/russell_benjamin-harrison, abgerufen am 10. September 2026.
  24. ↑ https://de.findagrave.com/memorial/6535363/mary_scott-mckee, abgerufen am 10. September 2026.
  25. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 308–314.
  26. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 261 f.
  27. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 326.
  28. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 264.
  29. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 339–345.
  30. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 343-355.
  31. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 270.
  32. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 355–361.
  33. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 333.
  34. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 273.
  35. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 361–367.
  36. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 367–379.
  37. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 367–379.
  38. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 288.
  39. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 379.
  40. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 294.
  41. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 294.
  42. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 391–397.
  43. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 294.
  44. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 402–423.
  45. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 294.
  46. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 294.
  47. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 300.
  48. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 305.
  49. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 305.
  50. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 425–444.
  51. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 449.
  52. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 305.
  53. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 457–463.
  54. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 467.
  55. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 311.
  56. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 311.
  57. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 477–492.
  58. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 492–498.
  59. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 317.
  60. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 320.
  61. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 504–510.
  62. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 328.
  63. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 510-516.
  64. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 331.
  65. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 334.
  66. ↑ Listing of National Historic Landmarks by State: Indiana. National Park Service, abgerufen am 11. September 2026.
  67. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 337.
  68. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 341.
  69. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 344 f.
  70. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 348 f.
  71. ↑ https://de.findagrave.com/memorial/14628055/samuel_augustus-devin, abgerufen am 17. September 2026.
  72. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 351.
  73. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 354.
  74. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 358.
  75. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 363.
  76. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 365.
  77. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 368.
  78. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 371.
  79. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 375.
  80. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 378.
  81. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 386.
  82. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 388.
  83. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 378.
  84. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 380.
  85. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 382.
  86. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 382 f.
  87. ↑ Benjamin Harrison: Campaigns and Elections. Miller Center of Public Affairs, University of Virginia (englisch), abgerufen am 18. April 2018.
  88. ↑ Vgl. dazu Jeffrey Normand Bourdon: Trains, Canes, and Replica Log Cabins: Benjamin Harrison’s 1888 Front-Porch Campaign for the Presidency. In: Indiana Magazine of History. Vol. 110, No. 3, September 2014, ISSN 0019-6673, S. 246–269.
  89. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 383.
  90. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 383.
  91. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 385.
  92. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 385.
  93. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 386.
  94. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 388.
  95. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 388.
  96. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 385.
  97. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 387.
  98. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 385 f.
  99. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 387.
  100. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 387 f.
  101. 1 2 3 Benjamin Harrison: Domestic Affairs. Miller Center of Public Affairs, University of Virginia (englisch), abgerufen am 18. April 2018.
  102. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 387.
  103. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 387.
  104. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 387.
  105. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 388.
  106. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 389.
  107. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 388.
  108. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 388.
  109. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 391.
  110. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 391.
  111. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 394.
  112. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 398.
  113. ↑ Vgl. dazu George W. Baker, Jr.: Benjamin Harrison and Hawaiian Annexation: A Reinterpretation. In: Pacific Historical Review. Vol. 33, No. 3, August 1964, ISSN 0030-8684, S. 295–309.
  114. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 394 f.
  115. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 394 f.
  116. ↑ Vgl. dazu Donald Marquand Dozer: Benjamin Harrison and the Presidential Campaign of 1892. In: The American Historical Review. Vol. 54, No. 1, Oktober 1948, ISSN 0002-8762 S. 49–77.
  117. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 2414-2420.
  118. ↑ Charles W Calhoun: Benjamin Harrison New York City 2005, Position 2521-2528.
  119. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 398.
  120. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 401.
  121. ↑ https://de.findagrave.com/memorial/22891/mary_scott-harrison, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  122. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 401.
  123. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 407.
  124. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 401.
  125. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 407.
  126. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 411 f.
    https://de.findagrave.com/memorial/198110283/elizabeth-walker, abgerufen am 9. Oktober 2026
  127. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 407.
  128. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 415.
  129. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 415.
  130. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 418 f.
  131. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 421.
  132. ↑ Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Oxon 2015, S. 425.
  133. ↑ Vgl. dazu Arthur M. Schlesinger, Jr.: Rating the Presidents: Washington to Clinton. In: Political Science Quarterly. Vol. 112, No. 2, Sommer 1997, ISSN 0032-3195, S. 179–190.
  134. ↑ c-span.org, abgerufen am 12. September 2026.