CDU Saar
| CDU Saar | |
| Vorsitzender | Stephan Toscani |
| Stellvertreter | Uwe Conradt Dagmar Heib Daniela Schlegel-Friedrich Nadine Schön Roland Theis |
| GeneralÂsekretĂ€r | Frank Wagner Carolin Mathieu (Stellvertreterin) |
| SchatzÂmeister | Henrik Eitel |
| GeschĂ€ftsÂfĂŒhrer | Frank Wagner |
| EhrenÂvorsitzender | Peter MĂŒller[1] |
| GrĂŒndungsÂdatum | 7. August 1955 |
| GrĂŒndungsÂort | SaarbrĂŒcken |
| Hauptsitz | StengelstraĂe 5 66117 SaarbrĂŒcken |
| Landtagsmandate | 19/51 |
| MitgliederÂzahl | 13.000 (Stand: Ende Juni 2026)[2] |
| Website | www.cdu-saar.de |
Die CDU Saar ist ein Landesverband der CDU im Saarland. Von 1956 bis 1985 und von 1999 bis 2022 stellte die CDU im Saarland kontinuierlich den MinisterprĂ€sidenten. In den Jahren von 1985 bis 1999 war die CDU als Oppositionspartei im SaarbrĂŒcker Landtag. Seit 2022 ist die CDU Saar wieder in der Opposition. Aktueller Landesvorsitzender der CDU Saar ist Stephan Toscani.[3]
Innere Struktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Landesverband gliedert sich entsprechend den Vorgaben der Landessatzung von 1977[4] in den Landesverband, die sieben KreisverbĂ€nde, welche die Verbandsarbeit der CDU innerhalb der saarlĂ€ndischen Landkreise koordinieren, 52 Gemeinde- oder StadtverbĂ€nde zur Aufarbeitung von Themen, die die Kommunen betreffen und 356 OrtsverbĂ€nde fĂŒr die politische Arbeit an der Basis.
Organe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als oberstes Gremium des CDU-Landesverbandes agiert der Landesparteitag, der die Mitglieder des Landesvorstandes und dessen Vorsitzende wĂ€hlt. Der Landesvorstand entscheidet ĂŒber die laufende Politik der CDU Saar unter Beachtung der BeschlĂŒsse des Landesparteitages. Die Vorsitzenden des geschĂ€ftsfĂŒhrenden Landesvorstandes fĂŒhren gemeinsam mit der LandesgeschĂ€ftsstelle die laufenden GeschĂ€fte des Landesvorstands.
Weiterhin bestehen LandesfachausschĂŒsse, um den Landesvorstand in verschiedenen politischen Themenkomplexen inhaltlich zu beraten. Die LandesfachausschĂŒsse bereiten auch die BeschlĂŒsse des Landesvorstandes und des Landesparteitages vor.
Mitglieder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre der offiziellen ParteigrĂŒndung 1955 startete die CDU Saar mit rund 15.000 Mitgliedern. Diese Zahl war dann leicht rĂŒcklĂ€ufig und erreichte 1958 ein Minimum von rund 13.000 Mitgliedern, um danach mit erheblichen Schwankungen allmĂ€hlich auf ĂŒber 30.000 Mitglieder im Jahre 1979 anzusteigen.[5] Im Jahre 2010 lag die Zahl wieder deutlich niedriger bei rund 20.000 Mitgliedern[6] und ist derzeit weiter rĂŒcklĂ€ufig.
| Jahr | Mitgliederzahl (gerundet) |
|---|---|
| 1955 | 15.000 |
| 1958 | 13.000 |
| 1960 | 15.000 |
| 1965 | 16.000 |
| 1970 | 18.000 |
| 1975 | 28.000 |
| 1979 | 31.000 |
| 2010 | 20.000 |
| 2015 | 17.338[7] |
| 2021 | 14.454[8] |
| 2024 | 13.606[9] |
| 2025 | 13.080[10] |
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]GrĂŒndungsphase
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Landesverband wurde am 4. Juni 1952 mit dem Ziel der Eingliederung des Saarprotektorats in das Bundesgebiet gegrĂŒndet, jedoch vom damaligen saarlĂ€ndischen Innenministerium als politische Partei nicht bestĂ€tigt. Die CDU unter dem Vorsitz von Hubert Ney verstand sich als christdemokratische Alternative zur regierenden CVP. Ziel der CVP unter MinisterprĂ€sident Johannes Hoffmann war die staatliche UnabhĂ€ngigkeit des Saarlands im Rahmen eines vereinten Europas. Die CDU Saar hingegen warb mit der nationalistischen Parole âKein Europa ohne Vaterlandâ fĂŒr einen Anschluss des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland. Damit war die CDU Saar eine verfassungsfeindliche Partei, da sie die in der Verfassung des Saarlandes vorgegebene enge Anlehnung an Frankreich bekĂ€mpfte.
Ablehnung des Saarstatuts in der Volksabstimmung 1955
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erst im August 1955 wurde die dreijĂ€hrige IllegalitĂ€t der CDU an der Saar beendet, nachdem mit dem Inkrafttreten des Saarstatuts vom 24. Oktober 1954 die Voraussetzungen dafĂŒr gegeben waren. Die CDU Saar lehnte in einem erbittert gefĂŒhrten Wahlkampf die Annahme des Saarstatuts ab. Gemeinsam mit DPS und DSP schloss sie sich im ParteienbĂŒndnis Deutscher Heimat-Bund zusammen. Die in der Volksabstimmung am 23. Oktober 1955 abgegebenen 67,7 Prozent âNeinâ-Stimmen bedeuteten einen klaren Sieg der Saar-CDU ĂŒber die CVP, was zum RĂŒcktritt der Regierung Hoffmann fĂŒhrte.
Bei der Landtagswahl am 18. Dezember 1955 zog die CDU Saar erstmals und sogleich mit 14 Mandaten als stÀrkste Fraktion vor der CVP mit 13 Mandaten in den Landtag des Saarlandes ein.
Regierungszeit unter Hubert Ney (1955â1957) und Egon Reinert (1957â1959)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hubert Ney wurde bereits 1952 zum Vorsitzenden der damals noch illegalen CDU des Saarlandes gewĂ€hlt. Nach der Zulassung der saarlĂ€ndischen CDU 1955 wurde Ney zum MinisterprĂ€sidenten des Saarlandes gewĂ€hlt. Ney bildete zusammen mit der SPD und der DPS die so genannte Heimatbundregierung. Wegen seiner unversöhnlichen Haltung gegenĂŒber der CVP geriet Ney innerhalb der CDU in die Kritik, was schlieĂlich zum Verlust seiner Ămter als Parteivorsitzender und als Regierungschef fĂŒhrte.
Nachfolger in beiden Positionen wurde der bisherige Kultusminister Egon Reinert, der sich fĂŒr eine Aussöhnung mit der CVP einsetzte und mit Ludwig Schnur sogar ein CVP-Mitglied in sein zweites Kabinett aufnahm. ZunĂ€chst fĂŒhrte Reinert in seinem ersten Kabinett vom 4. Juni 1957 bis zum 26. Februar 1959 die schwarz-rot-gelbe Koalition weiter. Diese wurde jedoch zugunsten einer Koalition der CDU mit SPD und CVP aufgegeben. Reinerts Amtszeit wurde abrupt beendet, als er im April 1959 an den Folgen eines Verkehrsunfalls starb. Zu dieser Zeit ging die CVP dann auch in der CDU Saar auf.
Regierungszeit unter Franz-Josef Röder (1959â1973)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Nachfolge Reinerts trat Franz-Josef Röder an. Auch er ĂŒbernahm die Ămter des Landesparteichefs und des MinisterprĂ€sidenten in Personalunion. In seiner Amtszeit widmete sich Röder vor allem den wirtschaftlichen Problemen des Saarlandes, die in der Anbindung an die Bundesrepublik und der damaligen einseitigen wirtschaftlichen Ausrichtung des Saarlandes auf Kohle und Stahl bestanden. Neben seinen Aufgaben als saarlĂ€ndischer Regierungschef leitete Röder von 1957 bis 1965 auch das Kultusministerium. WĂ€hrend die CDU in der Regierungszeit Röders eine Vormachtstellung in der saarlĂ€ndischen Parteienlandschaft erlangte, dominierte Röder in seinen Ămtern so stark, dass zu wenige neue CDU-FĂŒhrungskrĂ€fte herangezogen wurden. WĂ€hrend 1973 Werner Scherer das Amt des Landesparteichefs von Röder ĂŒbernahm, blieb dieser bis zu seinem Tode MinisterprĂ€sident.[11]
Röder fĂŒhrte bis zum 17. Januar 1961 eine schwarz-rote Koalitionsregierung. Unter der FĂŒhrung Röders ging die CDU aus der Landtagswahl 1960 mit 6,6 Prozentpunkten Vorsprung vor der Landes-SPD als stĂ€rkste politische Kraft hervor.[12] Röder beendete sodann das BĂŒndnis mit der SPD und bildete stattdessen mit der FDP/DPS eine schwarz-gelbe Koalition, die mit einem Sitz Vorsprung vor der Opposition ĂŒber eine relativ knappe Mehrheit im Landtag verfĂŒgte. Bei der Landtagswahl am 27. Juni 1965 wurde die schwarz-gelbe Landesregierung im Amt bestĂ€tigt, obgleich der Vorsprung der Landes-CDU zur saarlĂ€ndischen SPD auf zwei Prozentpunkte schrumpfte. Als die CDU bei der Landtagswahl 1970, abermals mit Röder als Spitzenkandidaten, die absolute Mehrheit der Landtagsmandate fĂŒr sich erringen konnte, wurde die Koalition mit der FDP/DPS beendet und eine CDU-Alleinregierung gebildet.
Die Zeit unter Werner Scherer (1973â1977 und 1985) und Werner Zeyer (1978â1985)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Scherers erster Amtszeit als Vorsitzender stieg die Anzahl der Mitglieder des Landesverbandes um 56 % auf 30.300 Personen. Bei der Landtagswahl 1975 erreichte die CDU ihr bislang bestes Landesergebnis; bezĂŒglich der Mandate kam es jedoch zu einer Pattsituation zwischen der CDU einerseits und SPD und FDP andererseits. Röder bildete zunĂ€chst eine Minderheitsregierung. Im Folgenden entwickelte sich aber eine stillschweigende Duldung der CDU-Regierung durch die FDP. Erst 1977 wurde wieder eine schwarz-gelbe Koalition gebildet. 1978 ĂŒbernahm Werner Zeyer das Amt des Landesparteichefs.
Nach dem unerwarteten Tod des MinisterprĂ€sidenten Röder im Juni 1979 wurde Zeyer auch zum neuen Regierungschef gewĂ€hlt. Bei der Landtagswahl am 27. April 1980 stellte sich Zeyer als Spitzenkandidat der CDU der Wiederwahl. Die SPD konnte die CDU erstmals ĂŒbertreffen und die stĂ€rkste Landtagsfraktion stellen. Zeyer konnte jedoch erneut ein BĂŒndnis mit der FDP bilden und MinisterprĂ€sident an der Spitze der bestehenden CDU-FDP-Koalition bleiben.[13] In Zeyers Amtszeit als MinisterprĂ€sident fiel die Montankrise. Es gelang ihm, den unter Druck geratenen Konzern Arbed Saarstahl in Völklingen durch Subventionen des Bundes zu retten. Der Preis dafĂŒr war die zunehmende Verschuldung des Saarlands.
Nachdem bei der Landtagswahl vom 10. MĂ€rz 1985 die SPD die absolute Mandatsmehrheit erringen konnte, folgte Oskar Lafontaine (SPD) Zeyer im Amt des MinisterprĂ€sidenten. Nach der Wahlniederlage ĂŒbernahm Scherer im Juni 1985 nochmals den Landesvorsitz, den er bis zu seinem Tod am 27. Oktober 1985 behielt.
Opposition unter Peter Jacoby (1986â1990) und Klaus Töpfer (1990â1995)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1985 begann fĂŒr die CDU Saar nach fast 30 Jahren der ununterbrochenen RegierungsfĂŒhrung die ungewohnte Rolle in der Opposition, in welcher sie bis 1999 bleiben sollte. Dies bedeutete zunĂ€chst eine Zeit des Umbruchs und Neuaufbaus. Am 21. Februar 1986 ĂŒbernahm der bisherige stellvertretende Vorsitzende Peter Jacoby den Vorsitz der CDU Saar. GĂŒnther Schwarz war bereits im MĂ€rz des Vorjahres zum Vorsitzenden der Landtagsfraktion gewĂ€hlt worden, wodurch er auch zum OppositionsfĂŒhrer gegen die neue Regierung Lafontaine wurde. Bei der Landtagswahl im Saarland 1990 trat die CDU des Saarlandes mit dem damaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer als Spitzenkandidat an, der im gleichen Jahr Jacoby im Landesparteivorsitz ablöste. Der CDU gelang es jedoch nicht, die absolute Landtagsmehrheit der SPD zu brechen und verblieb in der Opposition. Den Vorsitz der Landtagsfraktion ĂŒbernahm Peter Jacoby. Töpfer ĂŒbernahm 1994 erneut die Spitzenkandidatur[14], konnte aber trotz Zugewinnen fĂŒr die CDU und Stimmverlusten fĂŒr die SPD keinen Regierungswechsel erreichen.
Die Oppositions- und Regierungszeit unter Peter MĂŒller (1995â2011)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Peter MĂŒller wurde am 12. April 1994 zum Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion gewĂ€hlt. Im November 1995 wurde er zum Vorsitzenden des saarlĂ€ndischen Landesverbandes gewĂ€hlt. Als die SPD bei der Landtagswahl 1999 ihre absolute Landtagsmehrheit verlor und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen und FDP an der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde scheiterten, erreichte die Landes-CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Peter MĂŒller die absolute Mehrheit der Mandate. Der CDU gelang es nach 14 Jahren Landtagsopposition mit Peter MĂŒller den neuen saarlĂ€ndischen MinisterprĂ€sidenten zu stellen. Bei der Landtagswahl 2004 errang die CDU unter FĂŒhrung von MĂŒller abermals die absolute Mehrheit der Mandate und konnte ohne einen Koalitionspartner weiter regieren. Die Regierung ĂŒberraschte die WĂ€hler jedoch mit der von Kultusminister JĂŒrgen Schreier vorgenommenen SchlieĂung eines Drittels aller Grundschulen. Dies wurde mit den seit Jahren rĂŒcklĂ€ufigen Zahlen von SchulanfĂ€ngern begrĂŒndet, fĂŒhrte jedoch zu heftigen Protesten in der Bevölkerung. Die BĂŒrgerinitiative âRettet die Grundschulen im Saarland! - FĂŒr eine bessere Bildung unserer Kinder!â scheiterte mit einem geplanten Volksbegehren am Urteil des Verwaltungsgerichtshofes vom 23. Januar 2006.[15] Bei der Landtagswahl im Saarland 2009 verlor die Landes-CDU ihre absolute Mehrheit. Zudem ergab sich weder eine schwarz-gelbe noch eine rot-rote oder rot-grĂŒne Parlamentsmehrheit. Obwohl die saarlĂ€ndischen GrĂŒnen auch in SondierungsgesprĂ€che mit der SPD und der Partei Die Linke eingetreten waren, gelang es MĂŒller zusammen mit der FDP und den GrĂŒnen das erste schwarz-gelb-grĂŒne RegierungsbĂŒndnis auf Landesebene zu bilden.[16] Am 22. Januar 2011 kĂŒndigte Peter MĂŒller an, im Laufe des Jahres sowohl vom Landesvorsitz der CDU als auch vom Amt des MinisterprĂ€sidenten zurĂŒckzutreten. Zugleich schlug er die Landesministerin Annegret Kramp-Karrenbauer als Nachfolgerin in beiden Positionen vor.[17][18][19][20]
Die Regierungszeit unter Annegret Kramp-Karrenbauer (2011â2018)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 28. Mai 2011 folgte Kramp-Karrenbauer MĂŒller im Landesvorsitz nach. Am 10. August 2011 wurde Kramp-Karrenbauer zur MinisterprĂ€sidentin des Saarlandes gewĂ€hlt, benötigte dafĂŒr aber zwei WahlgĂ€nge und konnte nicht alle Stimmen der Koalitionsfraktionen fĂŒr sich gewinnen.[21] Bereits sechs Monate spĂ€ter, am 6. Januar 2012, kĂŒndigte Kramp-Karrenbauer das schwarz-gelb-grĂŒne BĂŒndnis aufgrund parteiinterner Personalquerelen der Landes-FDP auf und erklĂ€rte, das GesprĂ€ch mit der SPD Saar ĂŒber die Bildung einer GroĂen Koalition zu suchen.[22] Nachdem die SondierungsgesprĂ€che an der SPD-Forderung, Neuwahlen parallel zur Bundestagswahl 2013 herbeizufĂŒhren, scheiterten, kĂŒndigten Kramp-Karrenbauer und SPD-OppositionsfĂŒhrer Heiko Maas eine Neuwahl des Landtags fĂŒr den 25. MĂ€rz 2012 an.[23] Dabei zeigten die beiden Parteivorsitzenden Bereitschaft, nach dem Urnengang eine GroĂe Koalition zu bilden, dann mit geklĂ€rten politischen VerhĂ€ltnissen. Damit richtete sich das Interesse auf das Abschneiden der in den Umfragen gleichauf liegenden groĂen Parteien CDU und SPD bei der Neuwahl und den daraus entstehenden Anspruch, in dem anvisierten RegierungsbĂŒndnis den MinisterprĂ€sidenten zu stellen. Bei der Neuwahl kam es jedoch zu einer Ăberraschung: Mit einem Vorsprung von annĂ€hernd 5 Prozentpunkten vor der SPD und einem kleinen Zugewinn siegte die CDU deutlich. Daraufhin wurde das Kabinett Kramp-Karrenbauer II gebildet.
Vor der Landtagswahl im Saarland 2017 erhielt die SPD in Umfragen durch die Kanzlerkandidatur von Martin Schulz RĂŒckenwind. Am Wahlabend setzte sich die CDU Saar bei der zweiten Spitzenkandidatur von Annegret Kramp-Karrenbauer jedoch mit 40,7 Prozent der Stimmen deutlich als stĂ€rkste Kraft durch und verfehlte die absolute Mehrheit im Landtag um zwei Sitze. Daraufhin fĂŒhrte die MinisterprĂ€sidentin die GroĂe Koalition im Kabinett Kramp-Karrenbauer III fort.
Die Regierungszeit unter Tobias Hans (2018â2022)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachdem Annegret Kramp-Karrenbauer im Februar 2018 als neue GeneralsekretĂ€rin der CDU in die Bundespolitik wechselte, wurde der bisherige Fraktionsvorsitzende Tobias Hans am 1. MĂ€rz 2018 zum neuen MinisterprĂ€sidenten gewĂ€hlt und fĂŒhrte die GroĂe Koalition mit dem Kabinett Hans fort. Hans wurde am 19. Oktober 2018 mit einem Stimmenanteil von 96,4 Prozent im Rahmen des 68. Landesparteitags der CDU Saar zum neuen Landesvorsitzenden gewĂ€hlt.[24] Nach dem verheerenden Abschneiden der Saar-CDU bei der Landtagswahl 2022, bei der die SPD die absolute Mehrheit errang und die CDU Verluste von mehr als 12 Prozentpunkten hinnehmen musste, kĂŒndigte Hans am Tag nach der Wahl seinen RĂŒcktritt als Landesvorsitzender an.[25] Am 25. April 2022 schied er mit Wahl seiner Nachfolgerin Anke Rehlinger (SPD) als saarlĂ€ndischer MinisterprĂ€sident aus dem Amt.[26]
Stephan Toscani wird Landesvorsitzender (2022)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der verlorenen Landtagswahl 2022 stellt Tobias Hans das Amt des Parteivorsitzenden zur VerfĂŒgung. Stephan Toscani wird beim Landesparteitag im Mai zum neuen Landesvorsitzenden der CDU Saar gewĂ€hlt[27]. Zeitgleich wird er der Vorsitzende der CDU-Fraktion im saarlĂ€ndischen Landtag. Zum GeneralsekretĂ€r der CDU Saar wird Frank Wagner gewĂ€hlt. Im August 2022 wird Carolin Mathieu in der konstituierenden Sitzung des Landesvorstands zur designierten GeneralsekretĂ€rin berufen[28]. Beim 72. Landesparteitag im November 2023 wird sie offiziell von den Delegierten ins Amt gewĂ€hlt.
Vorsitzende
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Name | Beginn der Amtszeit | Ende der Amtszeit | |
|---|---|---|---|
| Hubert Ney | 1952 | 1957 | |
| Egon Reinert | 19. Mai 1957 | 23. April 1959 | |
| Franz-Josef Röder | 1959 | 1973 | |
| Werner Scherer | MĂ€rz 1973 | 1977 | |
| Werner Zeyer | 1978 | 1985 | |
| Werner Scherer | Juni 1985 | 27. Oktober 1985 | |
| Peter Jacoby | 21. Februar 1986 | 1990 | |
| Klaus Töpfer | 1990 | 1995 | |
| Peter MĂŒller | November 1995 | 28. Mai 2011 | |
| Annegret Kramp-Karrenbauer | 28. Mai 2011 | 19. Oktober 2018 | |
| Tobias Hans | 19. Oktober 2018 | 28. Mai 2022 | |
| Stephan Toscani | 28. Mai 2022 | amtierend | |
Landtagsfraktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fraktionsvorsitzende
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| Jahre | Vorsitzender |
|---|---|
| 18. Januar 1956â25. Januar 1957 | Wilhelm Kratz |
| 25. Januar 1957â18. MĂ€rz 1957 | Erwin Albrecht |
| 12. Juni 1957â30. November 1959 | Josef Schmitt |
| 30. November 1959â2. Januar 1961 | Walter Lorang |
| 1961â19. Juli 1965 | Franz Schneider |
| 19. Juli 1965â1970 | Jakob Feller |
| 1970â26. Februar 1973 | Alfred Wilhelm |
| 26. Februar 1973â14. Januar 1974 | Konrad Schön |
| 14. Januar 1974â1. MĂ€rz 1977 | Ferdi Behles |
| 1. MĂ€rz 1977â1980 | Berthold Budell |
| Oktober 1981âJuli 1984 | Werner Scherer |
| 1984â1985 | GĂŒnther Schacht |
| MĂ€rz 1985â1990 | GĂŒnther Schwarz |
| 1990â1994 | Peter Jacoby |
| 12. April 1994â1999 | Peter MĂŒller |
| 1999â2007 | Peter Hans |
| 21. August 2007âNovember 2009 | JĂŒrgen Schreier |
| November 2009âNovember 2015 | Klaus Meiser |
| November 2015âMĂ€rz 2018 | Tobias Hans |
| MĂ€rz 2018âMai 2022 | Alexander Funk |
| seit Mai 2022 | Stephan Toscani |
Aktuelle Zusammensetzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der 17. Wahlperiode ist die Fraktion der CDU mit insgesamt 19 Abgeordneten vertreten. Stephan Toscani ist Fraktionsvorsitzender.
Landtagswahlergebnisse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Landtagswahlergebnisse[29] | |||
|---|---|---|---|
| Jahr | Stimmen | Sitze | Spitzenkandidat |
| 1955 | 25,4Â % | 14 | Hubert Ney |
| 1960 | 36,6 % | 19 | Franz-Josef Röder |
| 1965 | 42,7 % | 23 | Franz-Josef Röder |
| 1970 | 47,8 % | 27 | Franz-Josef Röder |
| 1975 | 49,1 % | 25 | Franz-Josef Röder |
| 1980 | 44,0Â % | 23 | Werner Zeyer |
| 1985 | 37,3Â % | 20 | Werner Zeyer |
| 1990 | 33,4 % | 18 | Klaus Töpfer |
| 1994 | 38,6 % | 21 | Klaus Töpfer |
| 1999 | 45,5Â % | 26 | Peter MĂŒller |
| 2004 | 47,5Â % | 27 | Peter MĂŒller |
| 2009 | 34,5Â % | 19 | Peter MĂŒller |
| 2012 | 35,2Â % | 19 | Annegret Kramp-Karrenbauer |
| 2017 | 40,7Â % | 24 | Annegret Kramp-Karrenbauer |
| 2022 | 28,5Â % | 19 | Tobias Hans |
Ergebnisse bei den Bundestagswahlen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Bundestagswahlergebnisse[30] | |||
|---|---|---|---|
| Jahr | Stimmenanzahl | Stimmenanteil | Sitze |
| 1957 | 183.423 | 33,3Â % | 5 |
| 1961 | 284.255 | 49,0Â % | 5 |
| 1965 | 295.257 | 46,8Â % | 4 |
| 1969 | 292.986 | 46,1Â % | 4 |
| 1972 | 316.955 | 43,4Â % | 4 |
| 1976 | 344.850 | 46,2Â % | 4 |
| 1980 | 313.709 | 42,3Â % | 4 |
| 1983 | 336.999 | 44,8Â % | 4 |
| 1987 | 299.329 | 41,2Â % | 4 |
| 1990 | 271.310 | 38,1Â % | 4 |
| 1994 | 250.978 | 37,2Â % | 4 |
| 1998 | 219.484 | 31,8Â % | 3 |
| 2002 | 224.842 | 35,0Â % | 3 |
| 2005 | 191.067 | 30,2Â % | 3 |
| 2009 | 179.289 | 30,7Â % | 4 |
| 2013 | 212.366 | 37,8Â % | 4 |
| 2017 | 189.573 | 32,4Â % | 3 |
| 2021 | 135.134 | 23,6Â % | 2 |
| 2025 | 161.113 | 26,9Â % | 2 |
SaarlÀndische Abgeordnete der CDU im Bundestag
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- seit 2025: Roland Theis
- seit 2025: Philip Hoffmann
Ehemalige saarlÀndische Abgeordnete der CDU im Bundestag
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1957: Karl Steinhauer (1902â1981)
- 1957: Manfred SchĂ€fer (1921â1999)
- 1957: Franz-Josef Röder (1909â1979)
- 1957: Wilhelm Kratz (1905â1986)
- 1957: Franz Schneider (1920â1985)
- 1957â1961: Hermann Mathias Görgen (1908â1994)
- 1957â1964: Franz Ruland (1901â1964)
- 1957â1965: Albert Baldauf (1917â1991)
- 1957â1972: Leo Gottesleben (1909â1983)
- 1957â1972: Heinrich Draeger (1907â1991)
- 1961â1962: Eugen Huthmacher (1907â1967)
- 1961â1969: Johann Klein (1902â1976)
- 1964â1965: Josef Kurtz (1903â1970)
- 1965â1976: Josef Schmitt (1921â1996)
- 1969â1972: Franz-Lorenz von Thadden (1924â1979)
- 1972â1974: Werner Ferrang (1924â1974)
- 1972â1976: Kurt ThĂŒrk (1926â2002)
- 1972â1979: Werner Zeyer (1929â2000)
- 1974â1983 und 1985â1989: Doris Pack (* 1942)
- 1976â1985: Franz Josef Conrad (1944â1985)
- 1976â1994: Hans-Werner MĂŒller (1942â2026)
- 1979â1980: Rudolf BlĂŒgel (1927â1997)
- 1980â1994: Johannes Ganz (1932â2025)
- 1983â1990: Werner Schreiber (* 1941)
- 1989â1994: Trudi Schmidt (* 1935)
- 1990â1998: Klaus Töpfer (1938â2024), Bundesminister fĂŒr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (1987â1994)
- 1994â1999: Peter Jacoby (* 1951)
- 1994â2005: Helmut Rauber (* 1945)
- 1994â2021: Peter Altmaier (* 1958), Bundesminister fĂŒr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2012â2013), Chef des Bundeskanzleramtes (2013â2018), Bundesminister fĂŒr Wirtschaft und Energie (2018â2021)
- 1998: Annegret Kramp-Karrenbauer (* 1962)
- 1999â2005: Albrecht Feibel (1940â2011)
- 2005: Peter MĂŒller (* 1955)
- 2005â2009: Hermann-Josef Scharf (* 1961)
- 2005â2017: Anette HĂŒbinger (* 1955)
- 2009â2017: Alexander Funk (* 1974)
- 2009â2025: Nadine Schön (* 1983)
- 2017â2025: Markus Uhl (* 1979)
Ehemalige Abgeordnete der saarlÀndischen CDU im EuropÀischen Parlament
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1979â1989: Konrad Schön
- 1989â2014: Doris Pack
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gerhard Bauer: Vom Zentrum zur CDU. Hundert Jahre Christliche Politik an der Saar. Buchverlag SaarbrĂŒcker Zeitung, SaarbrĂŒcken 1981, ISBN 3-922807-07-0
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- CDU Saar
- Fraktion der CDU im Landtag des Saarlandes
- Namen und Daten aus sechs Jahrzehnten Parteiarbeit, S. 324â330 (Hrsg.: Konrad-Adenauer-Stiftung, 2012)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Peter MĂŒller (LV CDU Saar) ( vom 20. Juli 2011 im Internet Archive)
- â Deutsche Presse-Agentur: Zwei Saar-Parteien legen bei Mitgliederzahlen zu. In: SaarbrĂŒcker Zeitung. 15. Juli 2026, abgerufen am 15. Juli 2026.
- â CDU Saar wĂ€hlt neuen Landesvorstand - Stephan Toscani mit 94,6 % zum neuen Landesvorsitzenden gewĂ€hlt - CDU Saar startet eine grundlegende Parteireform und bringt Grundsatzprogramm auf den Weg. 31. Mai 2022, abgerufen am 31. Mai 2022.
- â CDU-Landessatzung vom April 1977
- â Gerhard Bauer: Vom Zentrum zur CDU. S. 103.
- â Saar-CDU verzeichnet Mitgliederverlust ( vom 13. September 2012 im Webarchiv archive.today)
- â Ute Kirch: AbwĂ€rtstrend mit Ausnahmen: Die meisten Parteien im Saarland verloren 2015 Mitglieder. Rheinische Post Mediengruppe, 27. Januar 2016, abgerufen am 26. August 2017.
- â Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung: Parteimitglieder nach BundeslĂ€ndern | Infografiken | Parteien in Deutschland | bpb. 21. Oktober 2022, abgerufen am 10. November 2024.
- â Christian Leistenschneider: CDU ĂŒberholt SPD bei Mitgliedern im Saarland wieder. SaarlĂ€ndischer Rundfunk, 16. MĂ€rz 2025, abgerufen am 8. April 2025.
- â Christian Leistenschneider: Mitglieder-Boom bei Linken und AfD im Saarland. In: SaarlĂ€ndischer Rundfunk. 31. Januar 2026, abgerufen am 31. Januar 2026.
- â Geschichte der CDU Saar â Geschichte des Landesverbandes, Artikel der Konrad-Adenauer-Stiftung
- â Landtagswahlen 1947 bis 2009 im Saarland ( vom 1. Februar 2012 im Internet Archive) (PDF; 8Â kB)
- â Geschichte der CDU Saar ( vom 3. September 2017 im Internet Archive)
- â Starker VerschleiĂ, Spiegel Online vom 10. Oktober 1994
- â Urteil des Verwaltungsgerichtshofes ĂŒber die Anfechtung der Nichtzulassung eines Volksbegehrens ( vom 27. November 2021 im Internet Archive)
- â Biografie von Peter MĂŒller
- â Saar-MinisterprĂ€sident kĂŒndigt RĂŒckzug an, Spiegel Online
- â MĂŒller kĂŒndigt RĂŒcktritt an, sueddeutsche.de
- â MĂŒller kĂŒndigt RĂŒcktritt an ( vom 3. November 2018 im Internet Archive), Focus
- â Verfassungsrichter fĂŒr Peter MĂŒller nur "eine Option", stern.de
- â Frankfurter Allgemeine Zeitung: Kramp zur MinisterprĂ€sidentin gewĂ€hlt, 10. August 2011.
- â CDU strebt GroĂe Koalition an. Jamaika-Koalition im Saarland gescheitert. In: RP Online. RP Digital GmbH, DĂŒsseldorf, 6. Januar 2012, abgerufen am 9. November 2021.
- â Neuwahl nach gescheiterter Sondierung Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 20. Januar 2012
- â Tobias Hans neuer Landesvorsitzender der CDU Saar CDU Saar vom 19. Oktober 2018
- â Tobias Hans gibt CDU-Landesvorsitz ab, zeit.de vom 28. MĂ€rz 2022, abgerufen am 29. MĂ€rz 2022
- â FĂŒr âSiriâ ist Tobias Hans noch im Amt. bild.de, abgerufen am 28. April 2022.
- â Janek Böffel: Toscani soll Partei auf Kurs bringen. In: https://www.sr.de/. SaarlĂ€ndischer Rundfunk, 28. Mai 2022, abgerufen am 3. Februar 2026 (deutsch).
- â Frank Bredel: Carolin Mathieu ist mit 23 Jahren Vize-GeneralsekretĂ€rin - Die Senkrechtstarterin der CDU im Saarland hat groĂe PlĂ€ne. In: https://www.saarbruecker-zeitung.de/. SaarbrĂŒcker Zeitung, 5. Juli 2022, abgerufen am 3. Februar 2026 (deutsch).
- â Ergebnisse der Landtagswahlen im Saarland
- â Ergebnisse der Bundestagswahlen ( vom 9. Juli 2013 im Internet Archive)