Deathkeep
| Deathkeep | ||
| Entwickler | Lion Entertainment | |
|---|---|---|
| Publisher | ||
| VerĂśffentlichung | November 1995 (3DO) Mai 1996 (Windows) | |
| Plattform | 3DO, Windows | |
| Genre | Action-Rollenspiel | |
| Thematik | Dungeons & Dragons | |
| Spielmodus | Einzelspieler, Mehrspieler | |
| Steuerung | Tastatur & Maus, Gamecontroller | |
| Medium | CD-ROM | |
| Sprache | Englisch | |
| Altersfreigabe |
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Deathkeep ist ein Action-Rollenspiel des Entwicklerstudios Lion Entertainment. Das erstmals im November 1995 fßr die Spielkonsole 3DO verÜffentlichte Spiel ist der Nachfolger zu Slayer und das letzte von 35 Spielen, die das US-amerikanische Computerspielunternehmen SSI von 1988 bis 1995 auf Grundlage des Rollenspiel-Regelwerks Advanced Dungeons & Dragons verÜffentlichte. Gleichzeitig gilt es als kreativer Tiefpunkt der langjährigen Partnerschaft zwischen SSI und TSR. Das Spiel wurde 1996 zusätzlich auf Windows portiert.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Handlung des Spiels ist geradlinig, mit wenig Tiefgang.[1] Der Spielercharakter hat die Aufgabe, einen bÜsartigen Nekromanten zu verfolgen, der aus seinem Gefängnis geflohen ist. Um ihn besiegen zu kÜnnen, muss der Spieler drei Kugeln finden.[2]
Spielprinzip
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Deathkeep ist ein aus der Egoperspektive präsentierter 3D-Dungeon-Crawler, der das Spielprinzip von Ego-Shootern wie Doom oder Descent mit Elementen aus Rollenspielen vermischt.[3] Der Spieler hat zu Beginn die Wahl, ob er als zwergischer Kämpfer, halb-elfische Kämpferin/Magierin oder elfischer Magier spielen mÜchte.[2][4] Das Spiel besteht aus 25 Dungeons mit jeweils acht Leveln.[5] In den Leveln gilt es ähnlich wie in Doom oder Descent, jeweils mehrere Schlßssel zu finden, mit denen der Zugang zum nächsten Level geÜffnet werden kann. Die Level werden von AD&D-typischen, feindlichen Kreaturen bewacht, auch die Waffen sind an das Rollenspiel-Regelwerk angelehnt, weitergehend Rollenspiel-Aspekte wie das Sammeln von Erfahrungspunkten, tiefergehende Dialoge oder eine Weiterentwicklung des Charakters fehlen jedoch. Erschwert wird das Vorankommen neben den Gegnern durch geheime Tßren, Fallen und Sprungrätsel ähnlich wie in Ultima VIII: Pagan.[3] Auch Terrainbeschaffenheiten wie vereiste Oberfläche behindern den Spieler in seiner gewohnter Fortbewegungsweise.[5] Fßr die Orientierung hält das Programm eine Automap bereit, auf der bereits besuchte Spielabschnitte dargestellt werden.[3] Wurde ein Level erfolgreich bewältigt, folgt eine Bewertungsbildschirm, in dem die Leistung des Spielers mit Punkten eingeschätzt wird, und der Spieler erhält die MÜglichkeit zu speichern.[5]
Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Spiel wurde ursprĂźnglich im November 1995 fĂźr die Spielkonsole 3DO verĂśffentlicht und im Mai 1996 auf Windows portiert.[2] Im selben Jahr des Konsolenreleases lief auch das exklusive Lizenzabkommen zwischen SSI und TSR aus. Statt weiterhin eine Gesamtlizenz zu vergeben, entschied sich der finanziell schwer angeschlagene Rollenspiel-Verlag, seine verschiedenen Kampagnenwelten zukĂźnftig einzeln zu lizenzieren.[6] Aber auch die abnehmende Erfolge der SSI-Produktionen gelten als Grund fĂźr das Ende der Partnerschaft.[7]
Rezeption
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Die Bewertungen von Deathkeep auf dem 3DO und fßr Windows gingen stark auseinander. Während das Spiel auf der Konsole eher positiv aufgenommen wurde, erhielt es von PC-Magazinen meist negative Kritiken.
Sandrie Souleiman vom deutschen Konsolenmagazin Mega Fun lobte den Titel fĂźr seine âexzellente Grafikâ, die âstimmungsvolle Musikâ, ârealitätsnahe Geräuscheâ und eine âĂźberwältigende Vielfalt und Dimension der Dungeonsâ. Sie bemängelte lediglich âein leichtes Ruckelnâ und den vor allem bereits zu Anfang hohen Schwierigkeitsgrad. Doch habe man erst einmal ins Spiel hineingefunden, bĂśte es jede Menge Spannung und âMotivation fĂźr kurzweilige Stundenâ.[5]
Andy Butcher testete die PC-Version von Deathkeep fĂźr das Magazin Arcane und vergab lediglich 2 von 10 Punkten. Er merkte an, dass Softwareentwickler einem Trend zur Vereinfachung der Computer-Rollenspiele folgen wĂźrden, was er damit kommentierte, dass Deathkeep oberflächlich wie eine gute Idee geklungen haben mĂźsse, âeinen traditionellen AD&D-Dungeon-Klopper mit der agilen Action der derzeitigen Welle von 3D-Spielen aus der First-Person-Perspektive zu kombinieren, die id Softwares Doom hervorgerufen hatâ. Weiterhin fĂźhrte er aus: âDie Originalversion fĂźr die 3DO-Konsole war mehr als uninspiriert und diese unterdurchschnittliche Konversion auf PC ist sogar noch weniger als dasâ. Sein Urteil: âUnglĂźcklicherweise leidet Deathkeep unter seiner schrecklichen Grafik, schlechter Soundqualität und einem wenig inspirierenden Spielprinzip, was zusammengenommen in einem der schlechtesten Spiele resultiert, das in einiger Zeit fĂźr den PC verĂśffentlicht wurde. Versuch es so oft du willst, es gibt einfach nichts darin, was man empfehlen kĂśnnte. Wenn du ein schnelles Fantasyspiel suchst, das kampflastig und mit wenigen Regeln arbeitet, dann ist Hexen unendlich besser als das hierâ.[2] Zu einem ähnlichen Urteil kam auch Petra Schlunk von der Computer Gaming World.[3]
RĂźckblickend wurde das Spiel als Fehlschlag gewertet. Nach Allen Rausch von GameSpy war Deathkeep âdas letzte Dungeons-&-Dragons-Spiel fĂźr SSI und es war ein ziemlich schmähliches Ende fĂźr eine ziemlich herausragende Reiheâ,[4] Matt Barton von Gamasutra bezeichnete es zusammen mit seinem Vorgänger Slayer als âjämmerlichâ und Anlass fĂźr TSR, das Lizenzabkommen mit SSI nicht mehr zu verlängern.[7] Auch Andrew Park und Elliott Chin von GameSpot werteten Deathkeep als âunrĂźhmlichâ und âeines der schlechtesten Spiele von SSI Ăźberhauptâ, das das AD&D-Vermächtnis âbeflecktâ habe. Sowohl Spielepresse als auch Fans seien maĂlos enttäuscht worden.
âSSI's once-glorious run of AD&D games ended on a note of bitter disappointment for fans. After this game, SSI ceased to have the AD&D license, and it looked like AD&D was gone from the PC, at least for the immediate future. Fans were left to wonder whether it was SSI's poor showing of recent AD&D games or TSR's own financial troubles that led to this quiet end of the AD&D franchise.â
âSSIs einst glorreiche Reihe von AD&D-Spielen endete mit einer bitteren Enttäuschung fĂźr die Fans. Nach diesem Spiel verlor SSI die AD&D-Lizenz und es schien, als ob AD&D fĂźr den PC verloren gegangen sei, zumindest fĂźr die nähere Zukunft. Die Fans blieben mit der Frage zurĂźck, ob es SSI schwaches Abschneiden bei den letzten AD&D-Spielen oder TSRs eigene finanziellen Probleme waren, die zu diesem klanglosen Ende des AD&D-Franchises fĂźhrten.â
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Rosemary Young: Deathkeep. In: Quandaryland. August 1996, archiviert vom (nicht mehr online verfßgbar) am 16. April 2007; abgerufen am 26. Februar 2014 (englisch).
- 1 2 3 4 Andy Butcher: Games Reviews. In: Arcane. Nr. 9. Future Publishing, August 1996, S. 68â69.
- 1 2 3 4 5 Petra Schlunk: Deathkeep: Doomed Role-Playing. In: Computer Gaming World. Nr. 147, Oktober 1996, S. 196 (Online [abgerufen am 25. Februar 2014]).
- 1 2 Allen Rausch: A History of D&D Video Games â Part IV. In: GameSpy. 18. August 2004, abgerufen am 17. November 2012 (englisch).
- 1 2 3 4 5 Sandrie Souleiman: Death Keep. In: Mega Fun. Nr. 2/96, Februar 1996 (Online [abgerufen am 25. Februar 2014]).
- â Allen Rausch: SSI's "Gold Box" Series. In: GameSpy. News Corp, 16. August 2004, abgerufen am 25. Februar 2014 (englisch).
- 1 2 Matt Barton: The History of Computer Role-Playing Games Part III: The Platinum and Modern Ages (1994â2004). In: Gamasutra. UBM plc, 11. April 2007, archiviert vom (nicht mehr online verfĂźgbar) am 22. April 2022; abgerufen am 28. Januar 2013 (englisch).
- â Tal Blevins: Deathkeep Review. In: GameSpot. CNET, 13. Juni 1996, abgerufen am 25. Februar 2014 (englisch).
- â Markus Krichel: Deathkeep â Kerker des Todes. In: PC Games. Nr. 8/96. Computec, August 1996, S. 154 (kultboy.com [abgerufen am 15. Juli 2025]).
- â Joachim Nettelbeck: DeathKeep. In: PC Joker. Nr. 9/96, September 1996, S. 38 (kultboy.com [abgerufen am 15. Juli 2025]).
- â Michael Schnelle: Deathkeep. In: PC Player. Nr. 8/96, August 1996, S. 70 (kultboy.com [abgerufen am 15. Juli 2025]).
- â Ulrich Smidt: Deathkeep. In: Power Play. Nr. 8/96. Magna Media, August 1996, S. 124 (kultboy.com [abgerufen am 15. Juli 2025]).
- â Alone in the Dungeon â Deathkeep. In: Video Games. Nr. 2/96, Februar 1996, S. 32 (kultboy.com [abgerufen am 15. Juli 2025]).
- â Andrew Park, Elliott Chin: Gamespot's History of Advanced Dungeons & Dragons: Deathkeep. In: GameSpot. CNET, archiviert vom (nicht mehr online verfĂźgbar) am 11. November 1999; abgerufen am 27. Januar 2013 (englisch).
