Gudo TI
| TI ist das KĂŒrzel fĂŒr den Kanton Tessin in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen EintrĂ€gen des Namens Gudo zu vermeiden. |
| Gudo | ||
|---|---|---|
| Staat: | ||
| Kanton: | ||
| Bezirk: | Bezirk Bellinzona | |
| Kreis: | Kreis Bellinzona | |
| Gemeinde: | Bellinzona | |
| Postleitzahl: | 6515 | |
| frĂŒhere BFS-Nr.: | 5008 | |
| Koordinaten: | 716323Â /Â 114859 | |
| Höhe: | 232 mÂ ĂŒ. M. | |
| Höhenbereich: | 199â1787 m ĂŒ. M. | |
| FlĂ€che: | 9,9 kmÂČ | |
| Einwohner: | 839 (31. Dezember 2016) | |
| Einwohnerdichte: | 85 Einw. pro kmÂČ | |
| Website: | www.bellinzona.ch | |
| Karte | ||


Gudo (lombardisch GĂŒd [1]) ist ein Ortsteil der Gemeinde Bellinzona im Schweizer Kanton Tessin. Bis zum 1. April 2017 bildete er eine selbstĂ€ndige politische Gemeinde.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gudo liegt am Bergfuss auf der rechten Seite der Magadinoebene. Sein ehemaliges Gemeindegebiet wird vom Fluss Tessin durchflossen. Das Siedlungsgebiet von Gudo, dem sĂŒdwestlichsten Ortsteil der neuen Gemeinde Bellinzona, liegt hauptsĂ€chlich auf der rechten Talseite, mit Ausnahme einiger Wohnstrassen, die jenseits der Via Cantonale in der Mitte des Talbodens abzweigen. Der Rest des Gebiets besteht aus einer bedeutenden Landschaft: im Norden sind es mit Weinreben bewachsene HĂ€nge und BerghĂ€nge, wĂ€hrend im SĂŒden ein breiter landwirtschaftlicher Streifen dem Flusspark Saleggi-Boschetti vorausgeht. Der historische Kern, von dem nur einige verstreute lĂ€ndliche GebĂ€ude ĂŒbrig geblieben sind, wurde fast vollstĂ€ndig durch Neubauten ersetzt, wĂ€hrend die Via Cantonale, in der einige kommerzielle AktivitĂ€ten angesiedelt sind, die Strassenachse bildet.
Am linken Ufer des Ticino befinden sich grosse landwirtschaftliche FlÀchen, die zum Piano di Magadino Park gehören.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Funde lassen darauf schliessen, dass die Gegend möglicherweise schon in der frĂŒhen und spĂ€teren Bronzezeit (17.â12. Jahrhundert vor Christus) besiedelt war. Eine Nekropole mit ĂŒber 300 GrĂ€bern stammt zum grössten Teil aus der Eisenzeit. Die lepontische Nekropole in Gudo, die 1909 bei AufschĂŒttungsarbeiten am Fluss Tessin entdeckt wurde, war eine der wichtigsten archĂ€ologischen Entdeckungen im Kanton. Die StĂ€tte wurde vom 6. bis zum 2. Jahrhundert vor Christus genutzt, wobei bereits Ăberreste aus der Bronzezeit vorhanden waren.
Die Nekropole bestand aus 306 GrÀbern aus golasekischer und latenischer Zeit, terrassenförmig angelegten Mauern, Strassen, wahrscheinlich AltÀren und Scheiterhaufen. Mehr als 1500 Artefakte wurden in diesem Gebiet gefunden, die ein Bild von einer Bevölkerung vermitteln, die sich mit der Kontrolle von Handelsrouten sowie handwerklichen und landwirtschaftlichen TÀtigkeiten beschÀftigte.[2]
2016 wurden auf dem Plateau des vom Progero gebildeten Kegels, unweit des Flusslaufs des Tessin, bei Ausgrabungen fĂŒr den Bau eines neuen Wohnhauses Siedlungsspuren aus der Bronze- und Eisenzeit entdeckt.[3]
Im Jahr 2017 wurden am Eingang zum Dorfkern Schwemmlandablagerungen identifiziert, von denen einige Spuren anthropischer Besiedlung aufwiesen, die durch Keramik- und Bronzefragmente, Mauerstrukturen, Feuerstellen und vermutlich Pfostenlöcher aus der Eisenzeit belegt sind. Diese erste Besiedlungsebene war durch eine imposante L-förmige Mauerstruktur gekennzeichnet, von der man annehmen kann, dass sie als Mauer oder zur EindÀmmung des Flusswassers in diesem Gebiet diente.
Erstmals bezeugt findet sich das Dorf 1264. Damals verfĂŒgten die Johanniter von Contone, die Mensa des Bischofs von Como, die Kapitel Bellinzona und Locarno und die Locarneser Adelsfamilien Muralto und Magoria in Gudo ĂŒber grundherrliche Rechte. Das heutige Gotteshaus stammt von 1615.
Am 2. April 2017 schloss sich Gudo gleichzeitig mit den damaligen Gemeinden Camorino, Claro, Giubiasco, Gnosca, Gorduno, Moleno, Monte Carasso, Pianezzo, Preonzo, SantâAntonio und Sementina der Gemeinde Bellinzona an. Gudo bildet aber nach wie vor eine eigenstĂ€ndige BĂŒrgergemeinde.[4]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Bevölkerungsentwicklung Gudo seit 1683 |
|---|
900 800 700 600 500 400 300 200 100 0 174 1683 197 1719 150 1769 135 1824 160 1836 296 1850 316 1860 389 1880 373 1900 436 1910 404 1920 367 1930 387 1941 435 1950 385 1970 437 1980 501 1990 679 2000 781 2010 839 2016 |
| Quelle: Bundesamt fĂŒr Statistik[5][6] |
SehenswĂŒrdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- SocietĂ Carnevale Gudese (Karnevalsverein)[7]
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Associazione Calcio Audax Gudo[8]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Simonetta Biaggio Simona, Graziano Tarilli: Gudo. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. Januar 2024.
- Virgilio Gilardoni: Inventario delle cose dâarte e di antichitĂ . Edizioni dello Stato. Bellinzona 1955, S. 215â220; derselbe: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 337, 244, 254, 370â373, 423.
- Simona Martinoli u. a.: Gudo. In: Guida dâarte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 17, 18, 50, 52.
- Agostino Robertini u. a.: Gudo. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1978, S. 153â164.
- Celestino Trezzini: Gudo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 3: Egolf â GĂŒttingen. Attinger, Neuenburg 1926, S. 788 (Digitalisat).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der UniversitĂ€t Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 418. Die Bedeutung des Ortsnamens ist unsicher; vielleicht liegt lateinisch acĆ«tus âspitzâ oder aber ein Personenname zugrunde.
- â Tatarinoff E.: Die Nekropole von Gudo (Tessin). Anzeiger fĂŒr schweizerische Altertumskunde : Neue Folge = Indicateur d'antiquitĂ©s suisses : Nouvelle, Heft 4. Nr. 13 (1911). Ein Dienst der ETH-Bibliothek ETH ZĂŒrich, RĂ€mistrasse 101, 8092 ZĂŒrich.
- â Retrospettiva - Archeologia (DT) - Repubblica e Cantone Ticino. Abgerufen am 17. Dezember 2022. (mit Fotos)
- â Patriziato di Gudo (mit Fotos) (italienisch) auf patriziatodigudo.ch
- â Martin Schuler: Cantone Ticino - L'effettivo della populazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 16. Juni 2023, abgerufen am 24. April 2026.
- â Daten der Eidgenössischen VolkszĂ€hlungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 12. Juli 2024, abgerufen am 24. April 2026 (Ăffnung in Excel nur ĂŒber "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
- â SocietĂ Carnevale Gudese (Karnevalsverein) in portal.dnb.de (abgerufen am: 7. Mai 2016.)
- â Associazione Calcio Audax Gudo auf matchcenter-ftc.football.ch

