Zum Inhalt springen

Gudo TI

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
TI ist das KĂŒrzel fĂŒr den Kanton Tessin in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen EintrĂ€gen des Namens Gudof zu vermeiden.

Gudo
Wappen von Gudo
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Bellinzonaw
Kreis: Kreis Bellinzona
Gemeinde: Bellinzonai2
Postleitzahl: 6515
frĂŒhere BFS-Nr.: 5008
Koordinaten: 716323 / 114859Koordinaten: 46° 10â€Č 31″ N, 8° 56â€Č 42″ O; CH1903: 716323 / 114859
Höhe: 232 mÂ ĂŒ. M.
Höhenbereich: 199–1787 m ĂŒ. M.
FlĂ€che: 9,9 kmÂČ
Einwohner: 839 (31. Dezember 2016)
Einwohnerdichte: 85 Einw. pro kmÂČ
Website: www.bellinzona.ch
Karte
Gudo TI (Schweiz)
Gudo TI (Schweiz)
w{ww
Gemeindestand vor der Fusion am 2. April 2017
Kirche Santa Maria im Ortsteil Progero

Gudo (lombardisch GĂŒd [gyd][1]) ist ein Ortsteil der Gemeinde Bellinzona im Schweizer Kanton Tessin. Bis zum 1. April 2017 bildete er eine selbstĂ€ndige politische Gemeinde.

Gudo liegt am Bergfuss auf der rechten Seite der Magadinoebene. Sein ehemaliges Gemeindegebiet wird vom Fluss Tessin durchflossen. Das Siedlungsgebiet von Gudo, dem sĂŒdwestlichsten Ortsteil der neuen Gemeinde Bellinzona, liegt hauptsĂ€chlich auf der rechten Talseite, mit Ausnahme einiger Wohnstrassen, die jenseits der Via Cantonale in der Mitte des Talbodens abzweigen. Der Rest des Gebiets besteht aus einer bedeutenden Landschaft: im Norden sind es mit Weinreben bewachsene HĂ€nge und BerghĂ€nge, wĂ€hrend im SĂŒden ein breiter landwirtschaftlicher Streifen dem Flusspark Saleggi-Boschetti vorausgeht. Der historische Kern, von dem nur einige verstreute lĂ€ndliche GebĂ€ude ĂŒbrig geblieben sind, wurde fast vollstĂ€ndig durch Neubauten ersetzt, wĂ€hrend die Via Cantonale, in der einige kommerzielle AktivitĂ€ten angesiedelt sind, die Strassenachse bildet.

Am linken Ufer des Ticino befinden sich grosse landwirtschaftliche FlÀchen, die zum Piano di Magadino Park gehören.

Funde lassen darauf schliessen, dass die Gegend möglicherweise schon in der frĂŒhen und spĂ€teren Bronzezeit (17.–12. Jahrhundert vor Christus) besiedelt war. Eine Nekropole mit ĂŒber 300 GrĂ€bern stammt zum grössten Teil aus der Eisenzeit. Die lepontische Nekropole in Gudo, die 1909 bei AufschĂŒttungsarbeiten am Fluss Tessin entdeckt wurde, war eine der wichtigsten archĂ€ologischen Entdeckungen im Kanton. Die StĂ€tte wurde vom 6. bis zum 2. Jahrhundert vor Christus genutzt, wobei bereits Überreste aus der Bronzezeit vorhanden waren.

Die Nekropole bestand aus 306 GrÀbern aus golasekischer und latenischer Zeit, terrassenförmig angelegten Mauern, Strassen, wahrscheinlich AltÀren und Scheiterhaufen. Mehr als 1500 Artefakte wurden in diesem Gebiet gefunden, die ein Bild von einer Bevölkerung vermitteln, die sich mit der Kontrolle von Handelsrouten sowie handwerklichen und landwirtschaftlichen TÀtigkeiten beschÀftigte.[2]

2016 wurden auf dem Plateau des vom Progero gebildeten Kegels, unweit des Flusslaufs des Tessin, bei Ausgrabungen fĂŒr den Bau eines neuen Wohnhauses Siedlungsspuren aus der Bronze- und Eisenzeit entdeckt.[3]

Im Jahr 2017 wurden am Eingang zum Dorfkern Schwemmlandablagerungen identifiziert, von denen einige Spuren anthropischer Besiedlung aufwiesen, die durch Keramik- und Bronzefragmente, Mauerstrukturen, Feuerstellen und vermutlich Pfostenlöcher aus der Eisenzeit belegt sind. Diese erste Besiedlungsebene war durch eine imposante L-förmige Mauerstruktur gekennzeichnet, von der man annehmen kann, dass sie als Mauer oder zur EindÀmmung des Flusswassers in diesem Gebiet diente.

Erstmals bezeugt findet sich das Dorf 1264. Damals verfĂŒgten die Johanniter von Contone, die Mensa des Bischofs von Como, die Kapitel Bellinzona und Locarno und die Locarneser Adelsfamilien Muralto und Magoria in Gudo ĂŒber grundherrliche Rechte. Das heutige Gotteshaus stammt von 1615.

Am 2. April 2017 schloss sich Gudo gleichzeitig mit den damaligen Gemeinden Camorino, Claro, Giubiasco, Gnosca, Gorduno, Moleno, Monte Carasso, Pianezzo, Preonzo, Sant’Antonio und Sementina der Gemeinde Bellinzona an. Gudo bildet aber nach wie vor eine eigenstĂ€ndige BĂŒrgergemeinde.[4]

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bevölkerungsentwicklung Gudo seit 1683
900
800
700
600
500
400
300
200
100
0
174
1683
197
1719
150
1769
135
1824
160
1836
296
1850
316
1860
389
1880
373
1900
436
1910
404
1920
367
1930
387
1941
435
1950
385
1970
437
1980
501
1990
679
2000
781
2010
839
2016
Quelle: Bundesamt fĂŒr Statistik[5][6]

SehenswĂŒrdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • SocietĂ  Carnevale Gudese (Karnevalsverein)[7]
  • Associazione Calcio Audax Gudo[8]
Commons: Gudo – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der UniversitĂ€t Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 418. Die Bedeutung des Ortsnamens ist unsicher; vielleicht liegt lateinisch acĆ«tus ‚spitz‘ oder aber ein Personenname zugrunde.
  2. ↑ Tatarinoff E.: Die Nekropole von Gudo (Tessin). Anzeiger fĂŒr schweizerische Altertumskunde : Neue Folge = Indicateur d'antiquitĂ©s suisses : Nouvelle, Heft 4. Nr. 13 (1911). Ein Dienst der ETH-Bibliothek ETH ZĂŒrich, RĂ€mistrasse 101, 8092 ZĂŒrich.
  3. ↑ Retrospettiva - Archeologia (DT) - Repubblica e Cantone Ticino. Abgerufen am 17. Dezember 2022. (mit Fotos)
  4. ↑ Patriziato di Gudo (mit Fotos) (italienisch) auf patriziatodigudo.ch
  5. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino - L'effettivo della populazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 16. Juni 2023, abgerufen am 24. April 2026.
  6. ↑ Daten der Eidgenössischen VolkszĂ€hlungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 12. Juli 2024, abgerufen am 24. April 2026 (Öffnung in Excel nur ĂŒber "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  7. ↑ Società Carnevale Gudese (Karnevalsverein) in portal.dnb.de (abgerufen am: 7. Mai 2016.)
  8. ↑ Associazione Calcio Audax Gudo auf matchcenter-ftc.football.ch