Milo Rau


Milo Rau (* 25. Januar 1977 in Bern) ist ein Schweizer Regisseur, Theaterautor und Essayist.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Milo Rau studierte Soziologie, Germanistik und Romanistik in Paris, ZĂŒrich und Berlin, u. a. bei Tzvetan Todorov und Pierre Bourdieu. 1997 unternahm Rau erste Reportagereisen nach Chiapas und Kuba und war ab 2000 als Autor fĂŒr die Neue ZĂŒrcher Zeitung tĂ€tig. Seit 2002 veröffentlichte er ca. 50 TheaterstĂŒcke, Filme, BĂŒcher und Aktionen, die u. a. am Theatertreffen Berlin, Festival dâAvignon, Biennale di Venezia, Wiener Festwochen und Kunstenfestivaldesarts in BrĂŒssel aufgefĂŒhrt wurden und durch 30 LĂ€nder tourten.[1] Rau arbeitete u. a. an der SchaubĂŒhne am Lehniner Platz in Berlin, dem Théùtre des Amandiers in Paris, der Beursschouwburg BrĂŒssel und den MĂŒnchner Kammerspielen. 2007 grĂŒndete er fĂŒr die Produktion und Auswertung seiner kĂŒnstlerischen Arbeiten die Theater- und Filmproduktionsgesellschaft IIPM â International Institute of Political Murder, die er seitdem leitet.[2] Neben seiner Arbeit fĂŒr BĂŒhne und Film ist Rau als Dozent fĂŒr Regie, Kulturtheorie und soziale Plastik an UniversitĂ€ten und Kunsthochschulen tĂ€tig. Reportagereisen fĂŒhrten ihn u. a. nach Ruanda, in den Kongo, nach Lateinamerika, in den Irak und nach Syrien an die Kriegsfront zum IS.[3][4][5]
Im Jahr 2017 hatte Rau die SaarbrĂŒcker Poetikdozentur fĂŒr Dramatik[6] inne. Zudem ist er seit Januar 2017 neben Elke Heidenreich, RĂŒdiger Safranski und Martin Ebel fester Experte der Sendung Literaturclub.[7] Ab der Saison 2018/19 war Rau bis 2024 Intendant des NTGent.[8][9] Dort hat Rau nach eigenen Angaben ein auf internationale Tourneen spezialisiertes âglobales Volkstheaterâ[10] etabliert. Seit Juli 2023 ist er Intendant der Wiener Festwochen.[11][12]
Milo Rau ist Vater von zwei Töchtern und lebt mit seiner Lebenspartnerin in Köln und Wien.
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter anderem bearbeitete Rau die Verurteilung und ErschieĂung des Ehepaars Ceausescu (Die letzten Tage der Ceausescus), ein ruandisches Völkermord-Radio (Hate Radio)[13] und den norwegischen Rechts-Terroristen Anders Behring Breivik (Breiviks ErklĂ€rung).[14] Mit einer virtuellen Partei startete er eine Petition fĂŒr das AuslĂ€nderstimmrecht im Stadtparlament von St. Gallen (City of Change).[15] Mit zwei mehrtĂ€gigen Justiz-Spektakeln (Die Moskauer Prozesse und Die ZĂŒrcher Prozesse) begrĂŒndete er ein eigenes Theaterformat.[16] Mit seiner mehrteiligen Die Europa Trilogie bearbeitete er das Genre des ErzĂ€hltheaters.[17]
Rau versammelte 2015 im kongolesischen BĂŒrgerkriegsgebiet 60 Zeugen und Experten zu seinem Kongo Tribunal. âEines der ambitioniertesten politischen Theaterprojekte, das je inszeniert wurdenâ, urteilte die Zeitung The Guardian[18] ĂŒber das StĂŒck. Raus im Vorfeld kritisiertes StĂŒck Five Easy Pieces, in dem Kinder die Verbrechen des Kindermörders Marc Dutroux nachspielen, wurde 2016 als erste auslĂ€ndische Produktion mit dem Spezialpreis der Jury der Belgischen Theaterkritik ausgezeichnet.[19] 2017 lud das Berliner Theatertreffen Five Easy Pieces ein.[20]
Seine erste Saison am NTGent eröffnete Rau 2018 mit dem StĂŒck Lam Gods, das er mit seinem Ensemble auf Grundlage des âGenter Manifestsâ (enthalten in seinem Buch Globaler Realismus) zum Genter Altar der BrĂŒder Van Eyck entwickelte. Der Deutschlandfunk sah in dem StĂŒck den âVersuch, die von Konflikten und Spaltungen zerrissene Genter Gesellschaft mithilfe des gröĂten Kunstwerkes der Stadt zu versöhnen.â[21] Zum Beginn seiner Intendanz startete er zudem am NTGent in Kooperation mit dem Verbrecher Verlag die Reihe âGoldenes Buch / Golden Bookâ, um dort seine programmatischen Texte zu Theater, Ăsthetik und Politik zu veröffentlichen, sowie Texte zu den gröĂeren Projekten am NTGent.[22]
Mit der ersten Festivalausgabe 2024 seiner Intendanz bei den Wiener Festwochen rief Milo Rau die Freie Republik Wien aus mit neuen revolutionĂ€ren Institutionen von den vieldiskutierten Wiener Prozessen[23] ĂŒber die Akademie Zweite Moderne, den Rat der Republik bis hin zu Festivalzentrum (Haus der Republik) und einem Club (Club der Republik). Mit der Wiener ErklĂ€rung gab sich das Festival eine eigene Verfassung.[24] Im Herbst 2024 initiierte Milo Rau mit den Wiener Festwochen die globale Debatten-Tour Resistance Now![25]. 2025 wurde das gröĂter Cross-Over Festival Europas zur âRepublik der Liebeâ[26], in den âWiener Kongressenâ[27] wurden FĂ€lle wie Otto Muehl und Rammstein verhandelt und mit der Inszenierung von âBurgtheaterâ[28] nach Elfriede Jelinek in einer Bearbeitung von Milo Rau und Ensemble sowie der szenischen Lesung âDer Prozess Pelicotâ[29] (gemeinsam mit Servane DĂ©cle) erregte Milo Rau groĂes internationales Medieninteresse.
Im Februar 2026 inszenierte Rau im Thalia Theater den Prozess gegen Deutschland. Bei dieser ohne Drehbuch durchgefĂŒhrten AuffĂŒhrung ging es um eine fiktive Gerichtsverhandlung ĂŒber ein Verbot der AfD. An dieser Verhandlung waren verschiedene bekannte Vertreter des öffentlichen Lebend als AnklĂ€ger, Verteidiger, SachverstĂ€ndige, Zeugen und Richter beteiligt, darunter Herta DĂ€ubler-Gmelin, Gabriele Heinecke, Andreas Speit, Carsten Brosda, Susan Neiman, Frauke Petry, Harald Martenstein und Andreas Rödder.[30][31][32] Eine siebenköpfige BĂŒrgerjury reprĂ€sentierte die Hamburger Bevölkerung und stimmte am Ende ĂŒber das Urteil ab.[33]
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rau wurde unter anderem mit dem Schweizer Theaterpreis[34], dem Hörspielpreis der Kriegsblinden[35], einer Besonderen Auszeichnung auf dem Festival des deutschen Films[36], dem Jurypreis des Festivals Politik im Freien Theater[37], dem Konstanzer Konzilspreis. Preis fĂŒr EuropĂ€ische Begegnungen und Dialog[38] und als jĂŒngster PreistrĂ€ger mit dem Preis des Internationalen Theaterinstituts (ITI)[39] ausgezeichnet. 2015 schrieb der Tages-Anzeiger: âDer âMilometerâ ist inzwischen so etwas wie der Goldstandard der Postdramatik: Milo Rau, der mit dokumentarischen Theatersprengungen die HĂ€user fĂŒllt, ist es gelungen, seine Kunst weit hinauszuwerfen aus dem Elfenbeinturm. So weit, dass sich seine Person selbst wieder zu einer Projektionsfigur verfestigt hat.â[40]
Sein oft von Prozessen und öffentlichen Auseinandersetzungen begleitetes Werk hat Rau den Ruf eines Skandalregisseursâ[41] eingebracht. So wurde Raus StĂŒck Breiviks ErklĂ€rung u. a. im Nationaltheater Weimar und im MĂŒnchner Haus der Kunst die AuffĂŒhrung verweigert[42], Die letzten Tage der Ceausescus fĂŒhrten zu einem Prozess des Adoptivsohns des Diktators gegen den Regisseur[43], anlĂ€sslich der Moskauer Prozesse kam es zu einer Razzia der russischen Behörden[44] und AuffĂŒhrungen von Five Easy Pieces wurden in Singapur und verschiedenen deutschen StĂ€dten zensiert oder abgesagt.[45][46] âIst hier am Ende ein politischer Wirrkopf am Werk? Ein KĂŒnstler, der sich das Superman-KostĂŒm ĂŒbergestreift hat und nun den Weltenretter mimt?â, fragte Esther Slevogt auf nachtkritik.de anlĂ€sslich von Raus Kongo Tribunal.[47] Eugen Sorg bemerkte bei Rau âmasslose Schweiz-Beschimpfungenâ und warf ihm mangelnde Bodenhaftung durch das Fehlen der âSchwerkraft des praktischen Lebensâ vor. Raus auf einen gleichnamigen Text von Lenin anspielender Essay Was tun? enthĂŒlle âblasierten Zynismus, Wichtigtuerei und moralischer Nihilismusâ hinter der angeblichen Sorge um die Welt.[48] Der Kritiker Magnus Klaue bezeichnete Rau 2017 anlĂ€sslich der Verleihung des Peter-Weiss-Preises durch Laudatorin Carolin Emcke ironisch als âHerzensdramatiker der Republikâ. In seiner Kritik bezeichnet Klaue Rau als âmultifunktionale Ich-AG, die nicht nur die Produktion, sondern auch die Rezeption, Kritik und propagandistische Verwertung des eigenen KunstausstoĂes besorgtâ.[49]
AnlĂ€sslich der ersten Wiener Festwochen unter Raus Intendanz und von diesem getĂ€tigter Aussagen ĂŒber seine Visionen fĂŒr das Festival ordnete Michael Scharang Milo Rau 2024 als einen âlinksradikale[n] Kulturbetrieblerâ ein, der âsich als zuverlĂ€ssige StĂŒtze des Bestehendenâ erweise.[50] 2025 diagnostizierte Ulrich Morgenstern dem diesjĂ€hrigen Motto der Wiener Festwochen â âRepublik der Liebeâ â etwas âTotalitĂ€resâ.[51] Morgenstern argumentierte, âein flĂŒchtiger Blick auf die europĂ€ische Geschichteâ zeige, âdass soziale Ordnungen, die Liebe und zwischenmenschliche Harmonie einfordern, zu den brutalsten gehörenâ.[51] Ebenso problematisierte Morgenstern einen mutmaĂlich einseitigen Antikapitalismus bei Rau, fĂŒr den âder kapitalistische Westen auf die Anklagebankâ gehöre, wĂ€hrend er vergleichbare MissstĂ€nde im Realsozialismus oder vormodernen Gesellschaften ĂŒbersehe.[51] In Folge diagnostizierte Morgenstern Rau ein âwenig originelles, aber wirkmĂ€chtiges ideologisches Weltbildâ und bezeichnete ihn als einen âRegisseur mit durchaus begrenzter historischer Bildungâ.[52]
Zitate
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]ââDie Fenster des Himmels stehen weit offenâ, heiĂt es in einem religiösen Lied. Das Theater, so denke ich, kann diese Fenster einen Spalt weit öffnen. Und auch wenn sie gleich wieder zugeschlagen werden: Man hat den Himmel kurz gesehen.â (2016)[53]
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2002: Paranoia Express, UA Autorenfilmtage Thun/Spiez (Spielfilm)
- 2005: DĂ€monen, UA Hebbel am Ufer Berlin (TheaterstĂŒck)
- 2005: Amnesie, UA Theaterdiscounter Berlin (TheaterstĂŒck)
- 2005: Bei Anruf Avantgarde!, UA Sophiensaele Berlin / Theaterhaus Gessnerallee ZĂŒrich / FFT DĂŒsseldorf / Kampnagel Hamburg (TheaterstĂŒck)
- 2006: Das höchste GlĂŒck, UA Junges Theater Bremen (TheaterstĂŒck)
- 2006: Pornografia, UA Staatsschauspiel Dresden/Kleines Haus (TheaterstĂŒck)
- 2006: Out of focus, UA Maxim-Gorki-Theater Berlin/Studio (Performance)
- 2007: Montana, UrauffĂŒhrung Theaterhaus Gessnerallee ZĂŒrich / Ballhaus Ost Berlin/auawirleben Festival fĂŒr zeitgenössisches Theater Bern (TheaterstĂŒck)
- 2009/10: Die letzten Tage der Ceausescus, UA Teatrul Odeon Bukarest / HAU Berlin (TheaterstĂŒck, Film, Buch im Verbrecher Verlag, Berlin)
- 2010/11: City of Change, UA Theater St. Gallen (Theaterperformance, Buch, Film)
- 2011/12: Hate Radio, UA Kunsthaus Bregenz / Memorial Centre Kigali / HAU Berlin (TheaterstĂŒck, Film, Ausstellung, Buch im Verbrecher Verlag, Berlin)
- FĂŒr die Hörspielfassung, produziert vom WDR/ORF, haben Milo Rau und die Hörspiel-Regisseurin Milena KipfmĂŒller 2014 den Hörspielpreis der Kriegsblinden erhalten
- 2012: Breiviks Statement, UA Deutsches Nationaltheater Weimar / Theaterdiscounter Berlin (Theaterperformance)
- 2013: Die Moskauer Prozesse, UA Sacharow-Zentrum Moskau / Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar / Stadttheater Bern (Theater, Film, Ausstellung, Buch)
- 2013: Die ZĂŒrcher Prozesse mit Anklage der Weltwoche. Theater am Neumarkt ZĂŒrich.[54] (Theater, Film, Buch)
- 2013: Die EnthĂŒllung des Realen, Sophiensaele Berlin (Szenische Ausstellung, Buch)
- 2013/14: Die Berliner GesprÀche, Schweizerische Botschaft Berlin (Talkshow)
- 2014: The Civil Wars, Beursschouwburg BrĂŒssel / Theaterspektakel ZĂŒrich (Theater)
- 2015: The Dark Ages, UrauffĂŒhrung 11. April 2015, Regie: Milo Rau, Residenztheater, MĂŒnchen (auch Hörspiel WDR)[55]
- 2015: Leitfaden fĂŒr Britische Soldaten in Deutschland, UrauffĂŒhrung 8. Mai 2015, Regie: Milo Rau; Ursendung Hörspiel: 9. Mai 2015, WDR (Realisation: Milo Rau)
- 2015: Das Kongo Tribunal, Bukavu-Hearings, CollĂšge Alfajiri, 29.â31. Mai 2015; Berlin-Hearings, Sophiensaele, 26.â28. Juni 2015, Konzept und Regie: Milo Rau (Theater, Film, Buch)
- 2016: Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs, UrauffĂŒhrung 16. Januar 2016, Regie: Milo Rau, SchaubĂŒhne am Lehniner Platz (auch Hörspiel WDR)[56]
- 2016: Five Easy Pieces, UrauffĂŒhrung 14. Mai 2016, Regie: Milo Rau, Sophiensaele Berlin / Kunstenfestivaldesarts BrĂŒssel
- 2016: Empire, UrauffĂŒhrung 1. / 9. September 2016, Regie: Milo Rau, Theaterspektakel ZĂŒrich / SchaubĂŒhne Berlin
- 2017: Die 120 Tage von Sodom, UrauffĂŒhrung 10. Februar 2017, Regie: Milo Rau, Schauspielhaus ZĂŒrich
- 2017: Lenin, UrauffĂŒhrung 10. Oktober 2017, Regie: Milo Rau, SchaubĂŒhne Berlin
- 2017: General Assembly, UrauffĂŒhrung 10. November 2017, Regie: Milo Rau, SchaubĂŒhne Berlin
- 2018: Die Wiederholung. Histoire(s) du théùtre (I), UrauffĂŒhrung: 4. Mai 2018, Regie: Milo Rau, Théùtre National, BrĂŒssel
- 2018: Lam Gods, UrauffĂŒhrung: 28. September 2018, Regie: Milo Rau, NTGent, Gent
- 2019: Orest in Mossul, UrauffĂŒhrung 17. April 2019, Regie Milo Rau, NTGent, Gent
- 2019/20: Das Neue Evangelium, Theater- und Filmprojekt von Milo Rau, Matera, Italien, Filmstart 17. Dezember 2020[57]
- 2020: Familie, UrauffĂŒhrung 4. Januar 2020, Regie: Milo Rau, NTGent, Gent
- 2020: Everywoman, UrauffĂŒhrung, 19. August 2020, Regie: Milo Rau, Salzburger Festspiele
- 2020: Das Neue Evangelium, Kinostart, 17. Dezember 2020
- 2021: La Clemenza di Tito, Oper, Regie: Milo Rau, Premiere: 19. Februar 2021, Grand Théùtre Genf
- 2021: School of Resistance, Film- und Diskussionsreihe, 24.â28. Februar 2021, IIPM, NTGent, Akademie der KĂŒnste Berlin
- 2021: Grief & Beauty, Theater, Regie: Milo Rau, Premiere: 22. September 2021, NTGent
- 2022: The Interrogation, Theater, Text & Regie: Milo Rau & Ădouard Louis, Premiere: 4. MĂ€rz 2022, ITA Amsterdam
- 2023: Antigone im Amazonas, Theater, Regie: Milo Rau, Text: Milo Rau & Ensemble, Premiere: 13. Mai 2023, NTGent
- 2024: Justice, Oper, Regie: Milo Rau, Text: Fiston Mwanza Mujila, Musik: HÚctor Parra, Premiere: 22. Januar 2024, Grand Théùtre de GenÚve[58]
- 2024: Medea's Kinderen (Medeaâs Children) Theater, Text & Regie: Milo Rau, Premiere: 1. April 2024, NTGent
- 2024: Die Wiener Prozesse, UA Wiener Festwochen, Mai/Juni 2024
- 2025: Burgtheater, nach Elfriede Jelinek in einer Bearbeitung von Milo Rau und Ensemble, Premiere: 18. Mai 2025, Wiener Festwochen
- 2025: Die Wiener Kongresse, UA Wiener Festwochen, Mai/Juni 2025. Konzept: Milo Rau, Dramaturgie: Natalie Assmann, Robert Misik
- 2025: Die Seherin, UA Wiener Festwochen, 5. Juni 2025. Text & Regie Milo Rau
- 2025: Der Prozess Pelicot, UA Wiener Festwochen, 18. Juni 2025. Von Milo Rau und Servane DĂšcle
- 2025: La Lettre, Regie: Milo Rau, Text: Milo Rau und Ensemble. UA 8. Juli 2025, Festival d'Avignon
- 2025: An Other Nobel Prize Dinner, Ein StĂŒck von Milo Rau, Anna KölĂ©n, Servane DĂ©cle und Jamie Man. UA 10. Dezember 2025, KontrĂ€r Theater Stockholm
- 2026: Rage, Text und Regie: Milo Rau, UA 31. Januar 2026, Dramaten Stockholm
- 2026: Prozess gegen Deutschland, Regie und Idee: Milo Rau, Recherche und Dramaturgie: Mia Massmann, Robert Misik. UA 13.â15. Februar, Thalia Theater Hamburg (Lessingtage)
Auszeichnungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2001: Bolero Short-Story-Preis
- 2010: Ostschweizer Medienpreis
- 2012: Einladung ans Berliner Theatertreffen
- 2014: Dr. Bigler-Preis
- 2014: Schweizer Theaterpreis
- 2014: Hörspielpreis der Kriegsblinden
- 2014: Jurypreis der Theatertriennale âPolitik im Freien Theaterâ
- 2014: Besondere Auszeichnung des âFestivals des Deutschen Filmsâ
- 2015: Konstanzer Konzilspreis. Preis fĂŒr europĂ€ische Begegnungen und Dialog
- 2016: Preis des Internationalen Theaterinstituts[59]
- 2016: Spezialpreis des âPrix de la Critique de Théùtre et de Danseâ[60]
- 2016: Berner Literaturpreis[61]
- 2017: SaarbrĂŒcker Poetik-Dozentur fĂŒr Dramatik[62]
- 2017: 3sat-Preis[63]
- 2017: Einladung ans Berliner Theatertreffen
- 2017: Peter-Weiss-Preis
- 2017: Schauspielregisseur des Jahres (Kritikerumfrage DEUTSCHE BĂHNE)[64]
- 2017: Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute â Inszenierung des Jahres fĂŒr Five Easy Pieces[65]
- 2017: Premio Ubu[66]
- 2017: ZĂŒrcher Filmpreis[67]
- 2018: Nominiert fĂŒr den Schweizer[68] und den Deutschen Filmpreis[69] (Bester Dokumentarfilm)
- 2018: XV. Europe Prize Theatrical Realities[70]
- 2019: Ernennung zum ersten Ehrendoktor des Theaterdepartments der UniversitÀt Lund
- 2019: Französischer Kritikerpreis fĂŒr Die Wiederholung / La Reprise[71]
- 2019: Premio Ubu 2019 als bestes auslĂ€ndisches StĂŒck fĂŒr Die Wiederholung / La Reprise[72]
- 2019/20: 3. MĂŒnsteraner Poetikdozentur der WestfĂ€lischen Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster fĂŒr Milo Rau[73]
- 2020: Ernennung zum Ehrendoktor der UniversitÀt Gent[74]
- 2020: Gerty-Spies-Literaturpreis
- 2021: Schweizer Filmpreis (Bester Dokumentarfilm)[75]
- 2021: Segal Center Award for Civic Engagement in the Arts
- 2022: Grosser Kulturpreis der St. Gallischen Kulturstiftung[76]
- 2022: ZĂŒrcher Poetikvorlesungen[77]
- 2023: Sibiu Walk of Fame[78]
- 2024: Politika Award des Bitef Festival
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Widerstand hat keine Form, Widerstand ist die Form. Essays und GesprÀche. Verbrecher Verlag, Berlin 2025, ISBN 978-3-95732-612-6.
- Die RĂŒckeroberung der Zukunft. Ein Essay. Rowohlt Verlag, Hamburg 2023, ISBN 978-3-498-00115-5.
- Was Theater kann. Essays und GesprĂ€che. Geparden Verlag, ZĂŒrich 2023, ISBN 978-3907406045.
- GrundsĂ€tzlich unvorbereitet. 99 Texte ĂŒber Kunst und Gesellschaft. Verbrecher Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-95732-475-7.
- Zusammen mit Kaatje de Geest, Carmen Hornbostel als Herausgeber: Why Theatre? â Golden Book V. Verbrecher Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-95732-458-0.
- Zusammen mit Luanda Casella, Stefan BlĂ€ske, Lara Staal als Herausgeber: The Art of Resistance. On Theatre, Activism and Solidarity â Golden Book IV. Verbrecher Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-95732-441-2.
- Orestes in Mosul â Golden Book III. Verbrecher Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-95732-396-5.
- Das geschichtliche GefĂŒhl. Wege zu einem globalen Realismus. SaarbrĂŒcker Poetikdozentur fĂŒr Dramatik. Mit einem Essay von Johannes Birgfeld als Herausgeber. Alexander Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-89581-492-1.
- Lam Gods â Gouden Boek II / The Ghent Altarpiece â Golden Book II. FlĂ€mische und englische Ausgabe. Verbrecher Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-95732363-7.
- Globaler Realismus â Golden Book I / Global Realism â Golden Book I. Deutsche und englische Ausgabe. Verbrecher Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-95732-361-3.
- Globaal realisme â Gouden Boek I / RĂ©alisme global â Livre dâOr I. FlĂ€mische und deutsche Ausgabe. Nt Gent und Verbrecher Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-95732-362-0.
- Das Kongo Tribunal. Verbrecher Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-95732-198-5.
- Lenin. Verbrecher Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-95732-270-8.
- Die 120 Tage von Sodom / Five Easy Pieces. Verbrecher Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-95732-247-0.
- Die Europa Trilogie / The Europe Trilogy. The Civil Wars, The Dark Ages, Empire. Verbrecher Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-95732-217-3.
- Rolf Bossart (Hrsg.): Althussers HĂ€nde. Essays und Kommentare. Verbrecher Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-95732-087-2.
- Die ZĂŒrcher Prozesse / Die Moskauer Prozesse. Verbrecher Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-943167-80-1.
- Hate Radio. Verbrecher Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-943167-06-1.
- Rolf Bossart (Hrsg.), mit BeitrĂ€gen von Milo Rau u. a.: Die EnthĂŒllung des Realen. Milo Rau und das International Institute of Political Murder. Verlag Theater der Zeit, Berlin 2013, ISBN 3-943881-69-5.
- Was tun? Kritik der postmodernen Vernunft. Kein & Aber Verlag, ZĂŒrich 2013, ISBN 3-0369-5684-0.
- Die letzten Tage der Ceausescus. Verbrecher Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-940426-45-1.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Laura Beck: WeiĂnasen mit RĂŒckflugticket? Entwicklungshilfe als Egotrip bei Lukas BĂ€rfuss und Milo Rau. In: (Off)the Beaten Track? Normierungen und Kanonisierungen des Reisens. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2018, S. 371â390.
- Johannes Birgfeld: Milo Raus Theater der Revolution. Mimesis, Immersion und Transzendenz, Tragödie und globaler Realismus. In: Milo Rau: Das geschichtliche GefĂŒhl. Wege zu einem globalen Realismus. SaarbrĂŒcker Poetikdozentur fĂŒr Dramatik. Herausgegeben und mit einem Essay von Johannes Birgfeld. Alexander Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-89581-492-1, S. 149â171.
- Johannes Birgfeld, Caroline Frank: Milo Raus Die Moskauer Prozesse (2013) oder: Wenn das Theater das Gerichtstheater ersetzt. Ăberlegungen zu Formen des politischen Theaters im 21. Jahrhundert. In: Stefan Neuhaus, Immanuel Nover (Hrsg.): Das Politische in der Literatur der Gegenwart. De Gruyter, Berlin 2018, S. 273â290.
- Franz-Josef Deiters: âSelbstermĂ€chtigung der handelnden Individuen in ihrer Zeit.â Milo Raus Theater der Sozialen Plastik. In: Franz-Josef Deiters: Neues Welttheater? Zur Mediologie des Theaters der Neo-Avantgarden. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2022, S. 115â151.
- Carolin Emcke: Laudatio auf Milo Rau. In: Peter-Weiss-Jahrbuch Bd. 27 (2018), S. 161â166.
- Ingrid Hentschel: Wer sieht uns, wenn wir leiden? Ăber die PrĂ€senz des Religiösen im Gegenwartstheater: drei Szenen. In: Internationale katholische Zeitschrift Communio Bd. 49 (2020), S. 139â151.
- Susanne C. Knittel: Memory and repetition. Reenactment as an affirmative critical practice. In: New German critique H. 46 (2019), S. 171â195.
- Stella Lange: Staging transitory Europe. Precarious re-enactment variations form Le Birgit Ensembleâs âMemories of Sarajevoâ to Milo Rauâs âThe Dark Agesâ. In: Forum modernes Theater H. 31 (2020), S. 160â174.
- Christoph Leibold: Was tun. Das Real-Theater des Milo Rau. ( vom 25. Juli 2015 im Internet Archive)
- Milo Rau in: Internationales Biographisches Archiv 32/2013 vom 6. August 2013, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
- Thomas Sprecher: Gerichtstheater und Theatergericht. Anmerkungen zu einem ZĂŒrcher Versuch. In: Recht populĂ€r, Facultas, Wien 2016, S. 107â123.
- Nike Thurn: Engagierte Form. Milo Raus Ăsthetik des Reenactments. In: Peter Weiss Jahrbuch Bd. 27 (2018), S. 173â186.
- Robert Walter-Jochum: (Ent-)SchĂ€rfungen: Terrorideologien als Material von Reenactments bei Romuald Karmakar und Milo Rau. In: Stefan Neuhaus, Immanuel Nover (Hrsg.): Das Politische in der Literatur der Gegenwart. De Gruyter, Berlin: 2018, S. 255â272.
Interviews, Reden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Milo Rau: Mein Ich ist vorpolitisch. Eine Rede. In: NZZ, 6. September 2016
- âDie Grenzen der Empfindsamkeitâ. Interview mit Milo Rau in FRIEZE (PDF; 5,4Â MB)
- Milo Rau: Zu Peter Weiss. In: Peter-Weiss-Jahrbuch Bd. 27 (2018), S. 167â172.
- Milo Rau: How to resist. Eröffnungsrede anlÀsslich des Weltkongresses des Internationalen Theaterinstituts ITI Antwerpen, Belgien, 19. September, 2024
- Milo Rau: Die Wiedergeburt der Tragödie. RESISTANCE NOW! Rede von Milo Rau im Rahmen des Down to Earth Festival in New York, 2. September 2025
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- IIPM (International Institute of Political Murder)
- RESISTANCE NOW TOGETHER
- Was ist globaler Realismus? Milo Rau im GesprÀch mit Rolf Bossart. In: Theater der Zeit, Oktober 2015
- Milo Rau auf der Seite des Goethe-Instituts
- Milo Rau, metteur en scĂšne de notre temps. In: Le Monde, 2. MĂ€rz 2015
- Das taz.FUTURZWEI-Interview: âWir sind Arschlöcher durch Geburtâ Milo Rau spricht mit Harald Welzer und Peter Unfried ĂŒber Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert. in Taz.FUTURZWEI Nr. 2 vom 12. September 2017, S. 30â37.
- Theater should be a transformative experience. In: Culturebot, 17. Oktober 2014
- Literatur von und ĂŒber Milo Rau im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Deutschlandfunk Kulturfragen. Debatten und Dokumente vom 1. Januar 2020: âIllegale FlĂŒchtlinge aus Afrika sind die modernen Sklavenâ. Milo Rau ĂŒber Kolonialismus heute im GesprĂ€ch mit Karin Fischer
- Das Neue Evangelium â Ein Film von Milo Rau
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Milo Rau. In: SchaubĂŒhne Berlin. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
- â International Institute of Political Murder » Ăber IIPM. In: international-institute.de. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
- â Warum riskieren Sie Ihr Leben, Milo Rau? In: Warum riskieren Sie Ihr Leben, Milo Rau? | annabelle.ch. (annabelle.ch [abgerufen am 14. Dezember 2016]).
- â STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.: Milo Rau: âMeine Hoffnung ist eine Revolution von untenâ. In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 14. Dezember 2016]).
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rau, Milo |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Regisseur, Theaterautor, Journalist, Essayist und Wissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 25. Januar 1977 |
| GEBURTSORT | Bern |