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Wiener Vereinbarung

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(Weitergeleitet von Vienna Agreement)

Die Wiener Vereinbarung (englisch Vienna Agreement) regelt die technische Zusammenarbeit zwischen der Internationalen Normungsorganisation (ISO) und dem EuropĂ€ischen Komitee fĂŒr Normung (CEN). Es geht dabei insbesondere um die parallele Annahme der Arbeitsergebnisse von Normungsgremien.

Die Wiener Vereinbarung zwischen ISO und CEN hat zum Ziel, die Normungsarbeit möglichst nur auf einer Ebene durchzufĂŒhren, durch geeignete Abstimmungsverfahren aber die gleichzeitige Anerkennung als Internationale und als EuropĂ€ische Norm herbeizufĂŒhren. Eine Ă€hnliche Regelung mit dem Namen Frankfurter Abkommen existiert zwischen IEC und CENELEC.

Die Wiener Vereinbarung umfasst neben den Regelungen zur Parallelabstimmung, die gesamte Palette der Zusammenarbeit. Der zugehörige Leitfaden fĂŒr die Anwendung der Vereinbarung ĂŒber die technische Zusammenarbeit zwischen ISO und CEN enthĂ€lt eine große Anzahl Details ĂŒber die im Einzelnen anzuwendenden Prozeduren. Bei jedem neuen Normungsvorhaben, das CEN zur Bearbeitung annimmt, soll geprĂŒft werden, ob es nicht auf ISO-Ebene erarbeitet werden kann. Die Arbeitsprogramme sollen koordiniert und ĂŒber Internationale und EuropĂ€ische Norm-EntwĂŒrfe gemeinsam abgestimmt werden. Gegenseitig dĂŒrfen autorisierte Beobachter in den Technischen Komitees mitarbeiten.

Das Funktionieren des europĂ€ischen Binnenmarktes beruht in Zusammenhang mit der Neuen Konzeption der EG in hohem Maße auf dem Vorhandensein EuropĂ€ischer Normen. Es ist erklĂ€rte Politik der europĂ€ischen Normungsgremien wie auch Wunsch der EuropĂ€ischen Kommission, den EuropĂ€ischen Normen so weit wie möglich Internationale Normen zugrunde zu legen und sie vorzugsweise ungeĂ€ndert zu ĂŒbernehmen. EuropĂ€ische Normen mĂŒssen – laut GeschĂ€ftsordnung der europĂ€ischen Gremien CEN und CENELEC – in die nationalen Normenwerke unverĂ€ndert ĂŒberfĂŒhrt werden. Abweichende nationale Normen mĂŒssen zurĂŒckgezogen werden.

  • Festlegung, welche Normungsebene die FederfĂŒhrung ĂŒbernimmt
  • Normungsarbeit in der festgelegten Ebene bis zum Entwurf (Beobachter der anderen Ebene sind zugelassen)
  • zeitgleiche Parallelabstimmung (enquiry) in beiden Ebenen
  • Auswertung der Abstimmungen in beiden Ebenen
  • Erstellung des Schluss-Entwurfes in der festgelegten Ebene (Beobachter der anderen Ebene sind zugelassen)
  • zeitgleiche Parallelabstimmung (formal vote) in beiden Ebenen
  • Auswertung der Abstimmungen in beiden Ebenen
  • Veröffentlichung oder Weiterbearbeitung in beiden Ebenen

Die Wiener Vereinbarung wurde 1991 vom CEN-Verwaltungsrat und dem ISO Executive Board angenommen und ist in dieser Form bis heute gĂŒltig. Sie ersetzte die Ă€ltere Lissabonner Vereinbarung von 1989, in der noch der gegenseitige Informationsaustausch im Vordergrund stand.

  • Klaus-Peter Schulz: Stichwörter zur EuropĂ€ische Normung, Beuth, 2002