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Vivacious Lady

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Film
Titel Vivacious Lady
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1938
LÀnge 91 Minuten
Produktions­unternehmen RKO Pictures
Stab
Regie George Stevens
Drehbuch
Produktion George Stevens
Musik Roy Webb
Kamera Robert De Grasse
Schnitt Henry Berman
Besetzung

Vivacious Lady ist eine Screwball-Komödie mit Ginger Rogers und James Stewart aus dem Jahr 1938. Die Regie fĂŒhrte George Stevens. Als Vorlage diente eine Kurzgeschichte der Autorin I. A. R. Wylie.

Peter Morgan ist ein schĂŒchterner Lehrer fĂŒr Botanik am traditionsreichen College der Kleinstadt Old Sharon. Dieses wird von seinem konservativen Vater geleitet, der seinen Sohn fest als kĂŒnftigen Nachfolger eingeplant hat. Eines Tages wird Peter mit der Order nach New York geschickt, seinen lebenslustigen Cousin Keith zurĂŒck nach Hause zu holen. Keith vergnĂŒgt sich nĂ€mlich in New York und schwĂ€rmt fĂŒr die NachtclubsĂ€ngerin Francey Brent. Doch wĂ€hrend Francey an Keith kein Interesse zeigt, verlieben sie und Peter sich Hals ĂŒber Kopf. Gemeinsam spazieren sie eine Nacht lang durch die Straßen von New York. Am nĂ€chsten Morgen ist sich Peter sicher, dass er die Frau fĂŒrs Leben gefunden hat, und heiratet sie sofort.

Als die RĂŒckkehr nach Old Sharon nĂ€herrĂŒckt, traut sich Peter nicht, seiner Familie sowie seiner eigentlichen Verlobten Helen von seiner Heirat mit Francey zu berichten. Francey verlĂ€sst daher den Zug zunĂ€chst gemeinsam mit dem Lebemann Keith. Am nĂ€chsten Tag wird Francey von Peter im College als Studentin ausgegeben. Allerdings stellen sich auch hier Probleme ein, denn die meisten Kommilitonen sind von Franceys Aussehen angezogen und wundern sich zugleich ĂŒber das seltsame Verhalten ihres Professors. Peter unternimmt verschiedene Versuche, seinen Eltern und seiner Verlobten von seiner Heirat zu erzĂ€hlen, wird aber meist durch unvorhergesehene Ereignisse unterbrochen.

Als Peter schließlich seinem Vater von Francey berichtet, blickt dieser vom Sockel der intellektuellen Überlegenheit auf das Showgirl herab. Er fordert von seinem Sohn die Scheidung, ansonsten wĂŒrde er ihn entlassen. Mrs. Morgan ist hingegen erfreut und akzeptiert Francey als Schwiegertochter. Francey, unter dem Druck von Mr. Morgan und genervt von Peters mangelndem Durchsetzungsvermögen, verlĂ€sst schließlich die Stadt. Auch Mrs. Morgan schließt sich ihr an, da sie das Verhalten ihres Mannes empört. Peter rebelliert erstmals gegenĂŒber seinem Vater: Er unterrichtet im betrunkenen Zustand mit dem Ziel, seinen Ruf und den seiner Familie so zu beschĂ€digen, dass die Heirat mit Francey als „standesgemĂ€ĂŸâ€œ gelten kann. Endlich fasst sich Mr. Morgan ein Herz: Gemeinsam mit Peter hĂ€lt er den Zug an, in dem Francey und Mrs. Morgan sitzen. Am Ende sind beide Ehen gerettet.

George Stevens ĂŒbernahm im April 1937 die Arbeiten zum Film mit Ginger Rogers als Hauptdarstellerin, die seit 1933 vor allem an der Seite von Fred Astaire als Teil des tanzenden Leinwandpaares bekannt geworden war. Eine Erkrankung von James Stewart fĂŒhrte zu einer Drehunterbrechung bis Mitte Dezember 1937. In der Zwischenzeit wurden die ursprĂŒnglich eingesetzten Fay Bainter und Donald Crisp durch Beulah Bondi und Charles Coburn ersetzt. Die PlĂ€ne des Studios, auch James Stewart durch Douglas Fairbanks junior zu ersetzen, wurden jedoch von Stevens und Rogers abgelehnt.

Die Handlung weist einige Überschneidungen mit dem Joan-Crawford-Film Brennendes Feuer der Leidenschaft, ebenfalls aus dem Jahr 1938, auf. In beiden Filmen kommt eine selbstbewusste junge Frau aus der Großstadt durch eine ĂŒberhastet geschlossene Ehe in eine vollkommen andere Gesellschaft mit eigenen Regeln und festen Hierarchien. WĂ€hrend sich Ginger Rogers gegen die Vorbehalte ihrer Schwiegereltern zur Wehr setzen muss, hat Joan Crawford es mit der dominanten Ă€lteren Schwester ihres Ehemanns zu tun. Die Filmhistorikerin Jeannine Basinger bezeichnet diese Konstellationen, die hĂ€ufiger in Produktionen 1930er und 40er auftaucht, als „weibliche Initiationsfilme“, in denen die Heldin erst durch zahlreiche WiderstĂ€nde in einer fĂŒr sie völlig fremden Umgebung zu sich selber finden muss.

Die Produktionskosten beliefen sich auf 703.000 US-Dollar. An der Kinokasse erwies sich der Film als leidlich erfolgreich und brachte am Ende Einnahmen in Höhe von 1.206.000 US-Dollar, wobei am Ende ein eher bescheidener Gewinn von 75.000 US-Dollar stand.

Bei der Oscarverleihung 1939 erhielt der Film Nominierungen in den Kategorien

  • Beste Kamera
  • Bester Ton

Unter den zeitgenössischen Kritiken urteilte der Variety, Vivacious Lady sei „Unterhaltung der besten Art und des einfachsten Reizes“. Charles Coburn spiele seine Nebenrolle „exzellent“.[1] Time Out schrieb rĂŒckblickend, der Film sei eine „leichtherzige Fabel“ mit kritischen Untertönen gegenĂŒber gesellschaftlichem Druck und der Institution Ehe, bei der immer die Frauen die Opfer machen mĂŒssten. Ginger Rogers’ Filmfigur sei sanfter als in anderen Filmen, aber manchmal komme glĂŒcklicherweise ihre „taffe und scharfsinnige Persönlichkeit“ durch.[2]

Der All Movie Guide war der Meinung, dass Vivacious Lady ein Klassiker hĂ€tte werden können, allerdings sei er nach sehr starkem Start nur „relativ gut“ geendet. Der Witz, dass Stewart sich nicht traut, seiner Familie und seiner Verlobten von seiner Ehe mit Rogers zu erzĂ€hlen, laufe sich irgendwann etwas tot. Insgesamt sei der Film dennoch sehenswert wegen der „großartigen Chemie“ zwischen Stewart und Rogers, den guten Darstellungen von Bondi und Coburn als Stewarts Eltern, dem „Zickenkrieg“ zwischen Rogers und Frances Mercer sowie dem Talent von Regisseur George Steven, komödiantische Momente aufzubauen.[3] Der Kritiker Dave Kehr schrieb, dass dem Film die „sorgfĂ€ltige“ Regiearbeit von Stevens zugute komme, die anders als bei spĂ€teren Werken von Stevens noch nicht „erstarrt“ wirke.[4]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Variety Staff: Vivacious Lady. In: Variety. 1. Januar 1938, abgerufen am 9. September 2020 (englisch).
  2. ↑ Vivacious Lady. Abgerufen am 9. September 2020 (englisch).
  3. ↑ Craig Butler: Kritik zu Vivacious Lady (Memento vom 24. Januar 2021 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
  4. ↑ Dave Kehr: Vivacious Lady. Abgerufen am 9. September 2020 (englisch).