Volvo 164
| Volvo | |
|---|---|
Volvo 164 (1968â1975) | |
| 164 | |
| Produktionszeitraum | 1968â1975 |
| Klasse | Oberklasse |
| Karosserieversionen | Limousine |
| Motoren | Ottomotoren: 3,0 Liter (96â118 kW)[1] |
| LĂ€nge | 4705â4870[1]Â mm |
| Breite | 1735[1]Â mm |
| Höhe | 1435[1] mm |
| Radstand | 2700â2720[1]Â mm |
| Leergewicht | 1315â1350[1]Â kg |
| Nachfolgemodell | Volvo 260 |
Der Volvo 164 war ein PKW-Modell des schwedischen Autoherstellers Volvo, das von Sommer 1968 bis FrĂŒhjahr 1975 hergestellt wurde.
Modellgeschichte
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Mit dem Volvo 164 ergÀnzte Volvo sein Programm um eine luxuriöse Limousine der Oberklasse, nachdem das Unternehmen seit 1958 keine Sechszylinder-Pkw mehr angeboten hatte.
Im Vergleich zum Basismodell Volvo P144 hatte der 164 hinter der A-SĂ€ule die gleiche Karosserie, der Radstand war aber verlĂ€ngert und die Frontpartie verĂ€ndert, mit der das Fahrzeug reprĂ€sentativer wirkte (der KĂŒhlergrill war schmaler und höher, es wurde eine andere Motorhaube verwendet, die Scheinwerfer waren in den Ecken der KotflĂŒgel angeordnet). Der zusĂ€tzliche Platz kam allerdings nicht der Fahrgastzelle zugute, sondern ausschlieĂlich dem Motorraum. Es kam ein Reihensechszylinder mit 3,0 Liter Hubraum zum Einsatz, den es in zwei Versionen gab (Motorbezeichnung B 30). Der 164 hatte eine höherwertige Ausstattung und wurde nur als ViertĂŒrer angeboten. Er war Volvos erfolgreicher Versuch, mit einem kostengĂŒnstig entwickelten und produzierbaren Modell in der nĂ€chsthöheren Fahrzeugklasse FuĂ zu fassen.
Zuerst bot Volvo den 164 mit dem Vergasermotor B30A mit 96 kW (130 PS) an. Zum Modelljahr 1972 erschien ergĂ€nzend der 164E mit dem stĂ€rkeren Motor mit Saugrohreinspritzung B30E. ZusĂ€tzlich zu diesen zwei MotorausfĂŒhrungen gab es noch eine sehr seltene Dreivergaservariante, die von der Volvo Penta-Marineversion des Motors abgeleitet ist. Der Einspritzmotor verfĂŒgte ĂŒber die D-Jetronic von Bosch und leistete 118 kW (160 PS). Mit diesem leistungsfĂ€higen Motor erreichte der Wagen Beschleunigungswerte von 8,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h. FĂŒr den wichtigen US-Markt gab es darĂŒber hinaus eine niedrig verdichtende AusfĂŒhrung mit umfangreicherer Abgasentgiftung und 107 kW (145 PS). Dieser Einspritzmotor trug die Bezeichnung B30 F.
Der 164 wurde mit umfangreicher Serienausstattung geliefert, die in etwa der âGrand Luxeâ genannten höchsten Ausstattungslinie des Volvo 144 entsprach. Eine Ausnahme bildet insoweit das erste Modelljahr 1969. DarĂŒber hinaus gab es zahlreiche Zusatzausstattungen. So wurden viele Fahrzeuge mit Ledersitzen, Schiebedach, Servolenkung, Automatikgetriebe und Klimaanlage geordert.
Ab Modelljahr 1974 wurde auf einigen MĂ€rkten (z. B. Deutschland, GroĂbritannien) zusĂ€tzlich die besonders umfangreich ausgestattete Variante â164 TEâ angeboten. Diese Fahrzeuge waren serienmĂ€Ăig u. a. mit Klimaanlage, Ledersitzen, Scheinwerferreinigungsanlage, Stereo-Kassettenradio, Leseleuchten und KopfstĂŒtzen im Fond ausgerĂŒstet. Weiterhin war es auch beim Volvo 164 möglich, ihn mittels GT-Zubehör (spĂ€ter Volvo R-Sport) sportlich aufzurĂŒsten.
ZunĂ€chst plante Volvo auch zwei- bzw. fĂŒnftĂŒrige KarosserieausfĂŒhrungen 162 und 165 von diesem Modell, es blieb jedoch bei wenigen EinzelstĂŒcken, Prototypen, Umbauten und Repliken. Die Ideen von einem âgroĂenâ, sechszylindrigem CoupĂ© und einem groĂen Kombi, insbesondere fĂŒr den US-Markt, wurden erst mit der Nachfolgemodellreihe Volvo 260 zur Serienreife gebracht.
Beim Design, zum Beispiel Frontmaske und Grill, orientiere sich der Volvo 164 an Ă€lteren Modellen wie dem nicht verwirklichten Luxuswagen P358 und dem Volvo P1900. Volvos Chefdesigner Jan Wilsgaard hatte ĂŒber viele Jahre den Wunsch gehegt, eine solche reprĂ€sentative Front in einem Auto zu verbauen. Um den Wagen auch von hinten besser vom Volvo 142/144 unterscheiden zu können, wurden am Fahrzeugheck ein "164"-Schriftzug und zwei waagerechte Zierleisten angebracht.
Der Volvo 164 wurde in Europa im Sommer 1974 durch den Volvo 264 ersetzt. FĂŒr den US-Markt wurde der 164 noch ein weiteres Jahr lang produziert, da dort zu jenem Zeitpunkt noch keine Typgenehmigung fĂŒr den im 264 verwendeten neuen PRV-Motor vorlag.
1975 schrieb Volvo mit dem 164 Technikgeschichte: Er war das erste Serienfahrzeug, das zur Abgasreinigung mit einem Katalysator â damals noch ungeregelt â im Abgasstrang ausgerĂŒstet wurde.
Wie auch die Nachfolgemodelle, wurde bereits der Typ 164 ab 1974 von der StaatsfĂŒhrung der DDR importiert, jedoch noch nicht als Stretchlimousine.
Von August 1968 bis April 1975 entstanden 153.179 Einheiten des 164. Sein Nachfolger war der Volvo 260.
Die einzelnen ModelljahrgÀnge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1969: Produktionsaufnahme des Modells ab SpĂ€tsommer 1968. Die Serienausstattung umfasst noch keine KopfstĂŒtzen, nur statische Dreipunktgurte fĂŒr die vorderen Sitze und keine Zeituhr in der Mittelkonsole. Allerdings ist schon eine zweistufig beheizbare Heckscheibe vorhanden. Technisch verwandt mit der 140er Serie sind die Getriebe M400 (Viergang manuell), M410 (Viergang manuell mit Overdrive) und BW-35 (Dreigang, automatisch). Die Schaltgetriebe sind verstĂ€rkte Weiterentwicklungen der Volvo-M40/M41-Getriebe. Eine Servolenkung ist im ersten Modelljahr noch nicht erhĂ€ltlich. ĂuĂerlich auffĂ€llig sind die KĂŒhlluftgitterattrappen in den NebelscheinwerfergehĂ€usen, welche nur auf einigen MĂ€rkten, z. B. Frankreich, tatsĂ€chlich mit Nebelscheinwerfern bestĂŒckt waren. Weiterhin vorhanden waren Chromzierleisten und groĂe, an den TĂŒren montierte AuĂenspiegel auf beiden Seiten.
1970: Nebelscheinwerfer, Automatikgurte fĂŒr die vorderen SitzplĂ€tze, Radialreifen, grĂŒn getöntes Fensterglas, Ledersitze, Ablagefach mit Zeituhr auf der Mittelkonsole und Felgenzierringe sind serienmĂ€Ăig. Als Zusatzausstattung sind unter anderem eine Servolenkung und Metalliclackierung lieferbar, ebenso KopfstĂŒtzen fĂŒr die RĂŒcksitze. Alle Volvo 164 werden von nun an mit einer gröĂeren Drehstromlichtmaschine mit 55 A ausgestattet.
1971: Der Radstand wird bei unverĂ€nderter AuĂenlĂ€nge an der Hinterachse um 2 cm gestreckt (zeitgleich mit Volvo 144). Servolenkung ist nun Serienausstattung. Verbreiterung der Stahlfelgen auf 5,5 Zoll. Erweiterung der Farbpalette.
1972: EinfĂŒhrung der oben genannten Einspritzmotoren B 30E/F. Modifizierte Instrumententafel vor dem Mitteltunnel, Warnleuchte fĂŒr Choke beim Vergasermodell, Automatik-WĂ€hlhebel nun auf Mitteltunnel statt als Lenkrad-WĂ€hlhebel, Erweiterung der Farbpalette.
1973: Diverse Ă€uĂere optische Retuschen und technische Feinheiten werden umgesetzt (Chrom, Scheinwerfer / RĂŒcklichter, Automatikgurte, ZĂŒndschloss etc.). Einstellung des Vergasermotor-Modells im Verlauf des Modelljahrs. Das Einspritzmodell ist werksseitig fĂŒr den Einbau einer Klimaanlage vorbereitet. Seitenaufprallschutz in den TĂŒren. Völlig neues Armaturenbrett und neues Kombiinstrument mit Rundinstrumenten. VerĂ€nderung der Farbpalette.
1974: Weitere technische VerĂ€nderungen, die gleichzeitig auch in der Serie 140 vorgenommen werden. Hierzu zĂ€hlen u. a. ein gröĂerer SpĂŒlwasserbehĂ€lter mit stĂ€rkerer Pumpe fĂŒr die Scheinwerferreinigungsanlage, geĂ€nderte Sitzverstellung, beheizbarer Fahrersitz, Warnleuchte fĂŒr ausgefallene Scheinwerfer / Blinker / RĂŒcklichter, einteilige TĂŒren statt der zuvor geschraubten Alu-Fensterrahmen. EinfĂŒhrung krĂ€ftiger StoĂstangen nach der neuen US-Norm, dadurch auf 4,87 m anwachsende FahrzeuglĂ€nge. Zunehmende Umstellung von ZollmaĂen auf metrische MaĂe. EinfĂŒhrung der âTop Executiveâ (TE)-Ausstattung mit den oben genannten Merkmalen.
1975: Letztes Modelljahr, in dem bereits die Produktion des Nachfolgemodells Volvo 264 lĂ€uft. Nur noch Linkslenker, Lieferung nur noch in wenige LĂ€nder, fĂŒr die noch keine Zulassung des neuen PRV-Motors der Serie 260 vorliegt. Einige Anpassungen an das Nachfolgemodell (Scheibenwischer, Felgen, RĂŒcklichtgehĂ€use, integrierte KopfstĂŒtzen). Der Handbremshebel sitzt auf dem Kardantunnel und nicht mehr auĂen am Fahrersitz. Die ExportausfĂŒhrung fĂŒr Kalifornien wird mit ungeregeltem Abgaskatalysator ausgestattet, nachdem dort strengere Abgasnormen eingefĂŒhrt wurden, denen Volvo auf dem ĂŒbrigen US-Markt schon vorher mit angepasster Motorentechnik (âF-Motorenâ) entsprochen hat.
| Technische Daten Volvo 164 | |||
|---|---|---|---|
| Volvo: | 164 (Motor B30 A): |
164E (Motor B30 E): |
164E USA (Motor B30 F): |
| Motor:Â | 6-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt) | ||
| Hubraum:Â | 2978 cmÂł | ||
| Bohrung Ă Hub:Â | 88,9 Ă 80 mm | ||
| Leistung bei 1/min:Â | 96 kW (130 PS) bei 5000 | 118 kW (160 PS) bei 5500 | 107 kW (145 PS) bei 5500 |
| Max. Drehmoment bei 1/min:Â | 206 Nm bei 2500 | 231 Nm bei 2500 | 216 Nm bei 2500 |
| Verdichtung:Â | 9,3:1 | 10,0 :1 | 8,7 :1 |
| Gemischaufbereitung:Â | 2 Horizontalvergaser Zenith-Stromberg | Elektronische Saugrohreinspritzung Bosch D-Jetronic | |
| Ventiltrieb: | Seitliche Nockenwelle, Antrieb ĂŒber StirnrĂ€der | ||
| KĂŒhlung:Â | WasserkĂŒhlung | ||
| Getriebe:Â | 4-Gang-Getriebe, Mittelschaltung a.W. Overdrive oder Borg-Warner-Dreigangautomatik Typ 35 Hinterradantrieb | ||
| RadaufhÀngung vorn: | Doppelquerlenker, Schraubenfedern | ||
| RadaufhÀngung hinten: | Starrachse, 4 paarweise gleich lange LÀngslenker, Panhardstab, Schraubenfedern | ||
| Bremsen: | Festsattel-Scheibenbremsen rundum (E-Modelle vorne innenbelĂŒftet), BremskraftverstĂ€rker | ||
| Lenkung:Â | Kugelumlauflenkung | ||
| Karosserie:Â | Stahlblech, teilverzinkt, selbsttragend | ||
| Spurweite vorn/hinten:Â | 1350/1350 mm | ||
| Radstand:Â | 2700 (2720 mm ab Modelljahr 1971) | ||
| Abmessungen:Â | 4705 Ă 1735 Ă 1440 mm (LĂ€nge 4870 mm ab Modelljahr 1974) | ||
| Leergewicht:Â | 1290â1380 kg | ||
| Höchstgeschwindigkeit: | ca. 170â178 km/h | ca. 188â193 km/h | |
| 0â100 km/h:Â | 8,7 Sekunden | ||
| Verbrauch (Liter/100 Kilometer):Â | 12â15 S | 12â16 S | |
| Preise | 15.300 DM (1969) 18.500â20,900 SFr (1969) | 22.600â23.690 DM (1973) 24.700â26.400 SFr (1973) | US-$ 3.995 |
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Automobil Revue, Katalognummern 1969, 1973 (technische Daten und Preise)
- Mike Covell: Standard Catalog of Imported Cars 1946â2002. Krause Publication, Iola (USA) 2002, ISBN 0-87341-605-8, S. 845 f.
- AB Volvo: Werkstatthandbuch Volvo 164 1969, S. 0:1 ff.
- Volvo Deutschland GmbH: Werkstatthandbuch B20, B30. S. 2â1.
