Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache

Mond, der

zitieren/teilen G aus dem Google-Logo
Form / GrammatikMond · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mond(e)s · Nominativ Plural: Monde · Deklinationstabelle
Aussprache: [moːnt]

Bedeutungen

eWDG
1.
Himmelskörper, der einen größeren Planeten umkreist
a)
Beispiele:
die Monde des Jupiters
ein künstlicher Mond
b)
besonders am Nachthimmel sichtbarer, das Sonnenlicht reflektierender, natürlicher Erdtrabant
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
der helle, rötliche Mond
gehobender bleiche, silberne Mond
das milde, sanfte, weiße, kalte Licht des Mondes
der helle Schein des Mondes
gehobender helle Schimmer des Mondes
die volle Scheibe, schmale Sichel, das erste Viertel des Mondes
die Oberfläche, Kraterlandschaft, Rückseite des Mondes
die der Erde abgewandte Seite des Mondes
der Mond scheint, leuchtet hell, ist aufgegangen, steht am Himmel, zieht durch die Wolken
der Mond nimmt zu (= es geht auf Vollmond zu)
der Mond nimmt ab (= es geht auf Neumond zu)
der Mond hat heute einen Hof
der Mond kreist um die Erde
der Flug des Menschen zum Mond
die (weiche) Landung der Rakete, des Raumschiffs auf dem Mond
bildlich, saloppden Mond anbellen (= sich nutzlos ereifern) Artikel für Mehrwortausdruck ‘den Mond anbellen’ anzeigenDWDS, 25.09.2025
bildlich, sprichwörtlichwas kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt?
übertragenein Schloss im, auf dem Mond (= etw. nur in der Einbildung Bestehendes, Unerreichbares)
übertragennach dem Mond greifen (= Unmögliches erreichen wollen)
übertragen, saloppetw. in den Mond schreiben (= etw. als verloren betrachten, abschreiben) Artikel für Mehrwortausdruck ‘etw. in den Mond schreiben’ anzeigenDWDS, 30.09.2024
übertragen, saloppin den Mond gucken (= das Nachsehen haben) Artikel für Mehrwortausdruck ‘in den Mond gucken’ anzeigenDWDS, 30.09.2024
Guter Mond, du gehst so stille / Durch die Abendwolken hin […] [Volkslied »Guter Mond, du gehst so stille«]
α)
⟨der Mann im Mond (= aus den Mondflecken gedeutete sagenhafte Gestalt)⟩
Beispiel:
Er schien so unbekannt hienieden wie der Mann im Mond [ U. BecherMänner160]
β)
⟨auf, (drei Meilen) hinter dem Mond leben (= keine Ahnung von der realen Lage haben, weltfremd, rückständig sein)⟩ Artikel für Mehrwortausdruck ‘hinter dem Mond leben’ anzeigenDWDS, 30.09.2024
Beispiele:
ja, leben Sie denn auf dem Mond, dass Sie das nicht wissen?
du kommst wohl vom Mond, bist wohl vom Mond gefallen? (= du weißt aber auch gar nicht Bescheid)
hinter dem Mond (her) sein (= nicht auf dem laufenden, rückständig sein)
meine Uhr geht nach dem Mond (= geht ungenau, falsch) Artikel für Mehrwortausdruck ‘nach dem Mond gehen’ anzeigenDWDS, 30.09.2024
den Kerl möchte ich am liebsten auf den Mond schießen (= wünsche ich weit weg)
2.
übertragen Dinge, die äußerlich einem Halb- oder Vollmond ähnlich sind
a)
sichtbarer weißer Teil der Nagelwurzel
Beispiel:
beim Lackieren der Fingernägel den Mond freilassen
b)
salopp, scherzhaft Glatze
Beispiel:
einen (mächtigen) Mond haben
3.
dichterisch Monat
Beispiele:
seit vielen, wenigen Monden
bald wußte Jirmijah nicht mehr, ob nur Monde oder Jahre … vergangen waren [ WerfelJeremias294]
An jenem Tag im blauen Mond September [ BrechtGedichte35]

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Mond · mondsüchtig · Mondkalb · Mondfinsternis
Mond m. ‘der die Erde umkreisende Himmelskörper’, dann überhaupt (seit dem 18. Jh.) ‘Trabant eines Planeten’. Die in der Wurzelsilbe miteinander ablautenden n-Stämme (germ. *mēnan-) mit der Bedeutung ‘Mond’ ahd. māno (8. Jh.), mhd. mān(e), mōn(e) ‘Mond, Monat’, asächs. māno, mnd. mnl. māne, nl. maan, afries. aengl. mōna, engl. moon, anord. māni, schwed. måne, got. mēna (germ. *mēnan-) stehen neben den unter Monat (s. d.) aufgeführten Formen. Sie haben sich wohl durch Abfall des Dentals und Übertritt in die Flexion der n-Stämme in gleicher Weise aus der Ausgangsform ie. *mēnōt- (s. Monat) entwickelt wie die unter Neffe (s. d.) angeführten germ. Formen aus ie. *nepōt-. Die vergleichbaren außergerm. Bildungen für ‘Mond, Monat’ weisen ursprünglich fast alle ein -s- auf. Aind. mā́ḥ ‘Mond, Monat’, griech. mḗnē (μήνη) ‘Mond’, eine Ableitung von griech. mḗn (μήν) ‘Monat’, auch ‘Mondsichel’, lat. mēnsis ‘Monat’, air. mī ‘Monat’, lit. ménesis, (mundartlich) ménas ‘Mond, Monat’, aslaw. mĕsęcь, russ. mésjac (месяц) ‘Mond, Monat’ führen auf ie. *mēnes-, *mēns-, *mēs- ‘Monat, Mond’, das ebenso wie ie. *mēnōt- (s. oben) zur Wurzel ie. *mē- ‘messen’ (s. 1Mal) gehört, so daß der Mond als ‘Zeitmesser’ zu erklären ist. Die Form nhd. Mond entsteht im 14. Jh. durch Vermischung von mhd. mōn(e) und mhd. mānōt, mōnōt (s. Monat), breitet sich aber (obwohl von Luther verwendet) erst im 17. Jh. aus. Mond im Sinne von ‘Monat’ ist bis in die Gegenwart literarisch bezeugt. – mondsüchtig Adj. ‘bei Mondschein schlafwandelnd’ (18. Jh.), älter mon-, mansuchtig (15. Jh.), monsüchtig (Luther) für lat. lūnāticus ‘auf dem Mond lebend, dem Mondwechsel unterworfen’; vgl. ahd. mānōdsioh (s. Monat). Mondkalb n. ‘Mißgeburt’, zunächst einer Kuh (16. Jh.), bedingt durch den Aberglauben, der Mond habe Einfluß auf Geburten; dann allgemein als Schimpfwort. Mondfinsternis f. (17. Jh.).

zum Abkürzungsverzeichnis …

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Astronomie
Erdbegleiter · Erdmond · Erdtrabant · Mond  ●  Luna fachspr. · kosmischer Nachbar ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Astronomie
Begleiter · Mond · Satellit · Trabant
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Erdbegleiter · Erdmond · Erdtrabant · Mond  ●  Luna fachspr. · kosmischer Nachbar ugs.
  • Galileische Monde · Galileische Satelliten · Galileische Trabanten

Typische Verbindungen zu ›Mond‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mond‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Mond‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der sublunaren Welt unterhalb des Mondes dagegen wuselt die Bewegung. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 82]
Und den Mond ließ er in 28 Tagen um die Erde kreisen. [Kracke, Helmut: Aus eins mach zehn und zehn ist keins, Tübingen: Wunderlich Verl. Leins 1968, S. 20]
Der Mond bat seine Mutter, ihm einen passenden Mantel anzufertigen. [Röhrich, Lutz: passen. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia 2000 [1994]]
Es wurde eine beträchtliche Zahl von Aufnahmen des Mondes gemacht. [Tappolet, Willy: Maurice. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia 2001 [1960]]
Ich musste den Mond angrinsen, so grauenhaft komisch fand ich das. [Die Zeit, 12.08.1999]
Zitationshilfe
„Mond“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mond>, abgerufen am 13.10.2026.

Weitere Informationen …

Diesen Artikel teilen:

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Mönchssittich
Mönchstum
Mönchswesen
Mönchszelle
Mönchtum
Mondamin
mondän
Mondanziehung
Mondanzug
Mondaufgang

Worthäufigkeit

selten häufig

Geografische Verteilung

Bitte beachten Sie, dass diese Karten nicht redaktionell, sondern automatisch erstellt sind.

Verteilung über Areale

Bitte beachten Sie, dass diese Karten nicht redaktionell, sondern automatisch erstellt sind.

Verlaufskurve

Verlaufskurve 1600−1999
Verlaufskurve ab 1946

Bitte beachten Sie, dass diese Verlaufskurven nicht redaktionell, sondern automatisch erstellt sind und Fehler enthalten können. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf dieser Seite. Klicken Sie auf die Verlaufskurve, um in der vergrößerten Ansicht mehr Details zu sehen.

Weitere Wörterbücher

Belege in Korpora

Loggen Sie sich im DWDS ein und recherchieren Sie Textbelege in unseren Korpora.