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Bronchales

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Gemeinde Bronchales
Blick auf Bronchales von der Ermita de Santa Bárbara
Wappen Karte von Spanien
Bronchales (Spanien)
Bronchales (Spanien)
Basisdaten
Land: Spanien Spanien
Autonome Gemeinschaft: Aragonien Aragonien
Provinz: Teruel
Comarca: Sierra de Albarracín
Gerichtsbezirk: Teruel
Koordinaten: 40° 31′ N, 1° 35′ WKoordinaten: 40° 31′ N, 1° 35′ W
Höhe: 1575 msnm[1]
Fläche: 59,60 km²[2]
Einwohner:465 (Stand: 2025)[3]
Bevölkerungsdichte:8 Einw./km²
Postleitzahl(en): 44367
Gemeindenummer (INE): 44045 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Amtssprache: Kastilisch
Bürgermeister: David Hernández Domingo (PP)[4]
Website: bronchales.es
Lage des Ortes
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Bronchales ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) in der spanischen Provinz Teruel. Sie gehört zur Comarca Sierra de Albarracín in der Autonomen Gemeinschaft Aragonien und hat 465 Einwohner (Stand: 2025).[5]

Der Hauptort liegt auf 1569 Metern Höhe. Bronchales ist vor allem für seine ausgedehnten Kiefernwälder bekannt und ein beliebtes Ferienziel für Besucher aus Aragonien und der benachbarten Valencianischen Gemeinschaft.[6]

Der Ortsname erscheint im mittelalterlichen Heldenepos Cantar de Mio Cid in der älteren Form Fronchales. In der dort beschriebenen Reiseroute der Gefolgsleute des Cid wird der Ort als Nachtlager zwischen Santa María de Albarracín und Medinaceli genannt:[7]

„Por Santa María vos vayades passar … trocieron a Santa María e vinieron a albergar a Fronchales.“

Die genaue Herkunft und Bedeutung des Ortsnamens ist nicht abschließend geklärt.

Lage und Naturraum

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Bronchales liegt im südlichen Teil des Iberischen Gebirges, rund 55 Straßenkilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Teruel. Das Gemeindegebiet umfasst 59,60 km² und gehört zur Berglandschaft der Montes Universales und der Sierra de Albarracín.

Aufgrund der Höhenlage herrscht ein Gebirgsklima mit kalten, häufig schneereichen Wintern und vergleichsweise milden Sommern.

Wälder und Tierwelt

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Die Landschaft wird von ausgedehnten Beständen der Waldkiefer (Pinus sylvestris) geprägt. Die Wälder gehören zu den wichtigsten natürlichen und touristischen Ressourcen der Gemeinde.[6]

Zur Tierwelt gehören unter anderem Rotwild, Rehe und Wildschweine sowie verschiedene Greifvogelarten. Die Umgebung ist außerdem für ihre Pilzvorkommen bekannt, die besonders im Herbst zahlreiche Besucher anziehen.[8]

Waldgebiet bei Bronchales

Im Gemeindegebiet befinden sich zahlreiche natürliche Quellen. Zu den bekanntesten gehören die Fuente del Canto, die Fuente de la Doncella, die Fuente del Chorro und die Fuente de los Aguanosos. Die Quellen waren traditionell von großer Bedeutung für die Wasserversorgung und die örtliche Landwirtschaft.[9]

Vorgeschichte und Antike

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Im Gemeindegebiet wurden Werkzeuge aus Feuerstein gefunden, die der Jungsteinzeit zugerechnet werden. Fundorte sind unter anderem Las Tejedas und die Fuente del Hierro.[7]

Eine bei Bronchales entdeckte keltiberische Nekropole aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. liefert Hinweise auf die Besiedlung des Gebietes und auf überregionale Wanderungs- und Austauschbeziehungen.[10]

Aus römischer Zeit stammen Funde aus dem Gebiet El Endrinal. Dort wurden unter anderem Fragmente von Formen zur Herstellung von Terra Sigillata entdeckt. Das Vorkommen geeigneter Tonerde, Wasser und Brennmaterial begünstigte vermutlich die örtliche Keramikproduktion.[11]

Während der islamischen Herrschaft gehörte das Gebiet zum Grenzraum der Taifa-Reiche von Albarracín und Saragossa. Eine beim ehemaligen Castillo de Santa Bárbara gefundene Silbermünze des saragossanischen Taifa-Herrschers Ahmad I. al-Muqtadir aus dem 11. Jahrhundert weist auf Beziehungen zum Taifa-Reich Saragossa hin.[7]

Um 1170 gelangte das Gebiet von Albarracín unter die Herrschaft des navarresischen Adligen Pedro Ruiz de Azagra. Bronchales wurde anschließend Teil der Herrschaft Albarracín und später in die Krone von Aragonien eingegliedert.[12]

Durch ein am 21. Juni 1257 von König Jakob I. erteiltes Privileg wurde Bronchales der Comunidad de Santa María de Albarracín zugeordnet. Der Ort gab der historischen Verwaltungseinheit Sesma de Bronchales ihren Namen. Zu dieser gehörten Bronchales, Orihuela del Tremedal, Ródenas, Pozondón und Monterde de Albarracín.[13]

Die historische Dokumentation von Bronchales wird zum Teil im Gemeinde- und Pfarrarchiv aufbewahrt. Studien des Centro de Estudios de la Comunidad de Albarracín behandeln örtliche Dokumente aus der Zeit vom 14. bis zum 19. Jahrhundert.[14]

Spanischer Bürgerkrieg

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Während des Spanischen Bürgerkriegs war die Sierra de Albarracín von den Militäroperationen im Zusammenhang mit der Schlacht von Teruel betroffen. In Bronchales waren zeitweise Truppen und militärische Einrichtungen stationiert.

Eine 2024 von Dimas Vaquero Peláez und Blas Vicente Marco veröffentlichte Untersuchung dokumentiert die Anwesenheit deutscher Angehöriger der Legion Condor in Bronchales. Der von NS-Deutschland entsandte militärische Verband unterstützte die Truppen der Aufständischen.[15]

Während der republikanischen Offensive im Dezember 1937 wurden mehrere in Bronchales stationierte deutsche Militärangehörige von republikanischen Einheiten überrascht und zusammen mit militärischem Material gefangen genommen. Der Ort wurde im Januar 1938 von der Republikanischen Volksarmee besetzt und im Februar desselben Jahres von den franquistischen Truppen zurückerobert.[15]

Eine ergänzende Veröffentlichung von Manuel Herranz stellt historische Aufnahmen aus privatem und lokalem Besitz zusammen. Die Bilder zeigen deutsche Soldaten sowie Fahrzeuge, Geschütze und weiteres militärisches Gerät in Bronchales.[16]

Bevölkerungsentwicklung

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Die folgenden Werte zeigen ausgewählte Ergebnisse der spanischen Volkszählungen:

Jahr 1981 1991 2001 2011 2021
Einwohner 438 475 472 465 432

Quelle: Bevölkerungsstatistik auf Grundlage der Daten des Instituto Nacional de Estadística.[17]

Die Mechanisierung der Landwirtschaft, die Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und der damit verbundene Verlust von Arbeitsplätzen führten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer deutlichen Landflucht.

Politik und Verwaltung

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Seit den ersten demokratischen Kommunalwahlen nach dem Ende der Franco-Diktatur wurde die Gemeinde von folgenden Bürgermeistern geleitet:[18]

Amtszeit Bürgermeister Partei
1979–1983 José García Lahoz CD
1983–1987 Ricardo Sáez Soriano –
1987–1991 Ricardo Cavero Giménez –
1991–2003 Maximiano Pérez López –
2003–2007 Juan Pedro Pérez Dobón –
2007–2011 Baldomero Pérez Fuertes –
2011–2015 Francisco Nácher Dobón CHA
2015–2019 Jorge Hernández Perona PSOE
2019–2023 José Luis Agustén Gil CHA
2023–2027 David Hernández Domingo PP

Die traditionelle Wirtschaft von Bronchales beruhte vor allem auf Land- und Forstwirtschaft sowie auf der Schaf- und Rinderhaltung. Angebaut werden insbesondere Getreidearten.

Heute spielen außerdem der Tourismus, die Lebensmittelverarbeitung und die Abfüllung von Mineralwasser eine Rolle. In Bronchales wird seit 2003 Mineralwasser industriell abgefüllt.[19] Daneben gibt es Anlagen zur Trocknung und Reifung von Schinken.[20]

Bronchales dient als Ausgangspunkt für Wanderungen, Mountainbike-Touren und weitere Freizeitaktivitäten in den Wäldern der Sierra de Albarracín. Weitere Schwerpunkte sind Naturbeobachtung und Mykologie.

In der Nähe des Ortes liegt der Campingplatz Las Corralizas in einem bewaldeten Hochgebirgsgebiet.[21] Der Tourismus konzentriert sich vor allem auf die Sommermonate, in denen zahlreiche Feriengäste und zeitweilige Bewohner aus Aragonien und der Valencianischen Gemeinschaft in den Ort kommen.

Sehenswürdigkeiten

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Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

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Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción) ist der bedeutendste Sakralbau des Ortes. Das einschiffige Gebäude besitzt drei Joche mit sternförmigen gotischen Kreuzrippengewölben, Seitenkapellen und einen polygonalen Chor. Der Innenausbau erfolgte hauptsächlich zwischen 1624 und 1689. Zur Kirche gehören außerdem ein zweiteiliger quadratischer Glockenturm und ein neoklassizistisches Portal.[22]

Ermita de Santa Bárbara

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Die Ermita de Santa Bárbara steht auf einer Anhöhe am Rand des Ortskerns. An dieser Stelle befand sich früher die Burg von Bronchales; das Gelände wird heute teilweise als Friedhof genutzt. Von der Kapelle aus bietet sich ein weiter Blick über den Ort und die umliegende Berglandschaft.[7]

Traditionelle Architektur

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Im Ortskern sind Beispiele der traditionellen Gebirgsarchitektur erhalten. Kennzeichnend sind Fassaden aus Naturstein, schmiedeeiserne Fenstergitter und an die winterlichen Klimabedingungen angepasste Dächer.[23]

Traditionelles Wohnhaus in Bronchales

Feste und Brauchtum

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Die Patronatsfeste finden Mitte August zu Ehren Mariä Himmelfahrt und des heiligen Rochus statt. Das Festprogramm erstreckt sich gewöhnlich über mehrere Tage zwischen dem 14. und dem 19. August.

Ein Höhepunkt ist die am 16. August gefeierte Sopeta de San Roque. Dabei werden große Mengen Wein verteilt; die Teilnehmer tanzen zur Musik und bespritzen sich gegenseitig mit Wein.[24]

Persönlichkeiten

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Sonnenfinsternis vom 12. August 2026

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Am 12. August 2026 lag Bronchales in der Totalitätszone einer totalen Sonnenfinsternis, deren Verlauf große Teile der Provinz Teruel erfasste.[26] Wegen des erwarteten Besucheraufkommens und der erhöhten Waldbrand- und Verkehrsgefahr erließ die Regierung von Aragonien für den Zeitraum vom 10. bis zum 13. August besondere Vorsorge- und Notfallmaßnahmen.[27]

Totale Sonnenfinsternis vom 12. August 2026, von Bronchales aus gesehen
Commons: Bronchales – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:ALTITUD
  2. ↑ Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:SUPERFICIE
  3. ↑ Instituto Nacional de Estadística Municipal Register of Spain
  4. ↑ Corporación municipal. Ayuntamiento de Bronchales, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  5. ↑ Población por municipios. Instituto Nacional de Estadística, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  6. 1 2 Bronchales. (PDF) Ayuntamiento de Bronchales, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  7. 1 2 3 4 Historia de Bronchales. Ayuntamiento de Bronchales, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  8. ↑ Micología. Ayuntamiento de Bronchales, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  9. ↑ PR-TE 130: Bronchales – Fuente del Canto – Bronchales. Ayuntamiento de Bronchales, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  10. ↑ Francisco Burillo Mozota: La necrópolis celtibérica de Bronchales y la trashumancia en el siglo V a. C. entre los Montes Universales y el Alto Guadalquivir. 2026, S. 163–183 (spanisch, unirioja.es [abgerufen am 1. September 2026]).
  11. ↑ Molde de terra sigillata de El Endrinal. Museo de Prehistoria de Valencia, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  12. ↑ José Luis Castán Esteban: Historia del Señorío de Albarracín. Centro de Estudios de la Comunidad de Albarracín, 12. Juli 2011, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  13. ↑ Las sesmas de la Comunidad de Albarracín. In: Aragón es así. Abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  14. ↑ Centro de Estudios de la Comunidad de Albarracín. Abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  15. 1 2 Dimas Vaquero Peláez; Blas Vicente Marco: La presencia alemana en Bronchales durante la Batalla de Teruel. In: Rehalda. Nr. 40, 2024, ISSN 1699-6747, S. 270–282 (spanisch, unirioja.es [abgerufen am 1. September 2026]).
  16. ↑ Manuel Herranz: Bronchales y la Legión Cóndor: Cuando un pueblo aragonés capturó nazis alemanes. In: Manolito. 7. September 2025, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  17. ↑ Bronchales – Bevölkerungsentwicklung. In: City Population. Abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
  18. ↑ Alcaldes y concejales. Ministerio de Política Territorial y Memoria Democrática, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  19. ↑ Agua de Bronchales. Agua de Bronchales, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  20. ↑ Bronchales, un secadero de jamones por todo lo alto. In: Heraldo de Aragón. 4. September 2017, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  21. ↑ Camping Las Corralizas. Abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  22. ↑ Iglesia parroquial de Nuestra Señora de la Asunción. Sistema de Información del Patrimonio Cultural Aragonés, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  23. ↑ Patrimonio cultural de Bronchales. Ayuntamiento de Bronchales, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  24. ↑ La localidad de Bronchales celebra la Sopeta repartiendo 1.500 litros de vino. In: Diario de Teruel. 17. August 2023, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  25. ↑ Clemente Pamplona Blasco. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  26. ↑ Eclipse solar total del 12 de agosto de 2026. NASA, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).
  27. ↑ Decreto-ley 2/2026, de 29 de julio. In: Boletín Oficial de Aragón. 29. Juli 2026, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch).