Felsenreitschule

Die Felsenreitschule ist eine SpielstÀtte der Salzburger Festspiele.
Die fĂŒrsterzbischöfliche Sommerreitschule
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Die Felsenreitschule wurde 1693 unter Erzbischof Johann Ernst von Thun nach PlĂ€nen von Johann Bernhard Fischer von Erlach an der Stelle des Konglomerat-Steinbruchs fĂŒr den neuen Salzburger Dom, neben den Hofstallungen errichtet. Sie wurde als erzbischöfliche Sommerreitschule und fĂŒr Tierhatzen verwendet. Das Publikum fand in den 96 Arkaden Platz, die dreigeschoĂig ĂŒbereinander angelegt sind.
1841 wurde fĂŒr die Hofstallkaserne die Reitschule als k. k. Kavallerie-Reithalle adaptiert, erweitert und gedeckt. Nach dem Ersten Weltkrieg, ab 1918 war hier auch das erste Bundesheer stationiert.[1]
SpielstÀtte der Festspiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 1926 wurde die Felsenreitschule fĂŒr FreilichtauffĂŒhrungen von Schauspielen im Rahmen der Salzburger Festspiele genutzt. Die ehemaligen Zuschauerarkaden dienen seit damals als Natur-BĂŒhnenbild. Die erste Inszenierung war Carlo Goldonis Der Diener zweier Herren in der Regie von Max Reinhardt.
1933 baute Clemens Holzmeister fĂŒr Max Reinhardt hier die Fauststadt, eine SimultanbĂŒhne fĂŒr Reinhardts legendĂ€re Inszenierung von Goethes Faust I.
Herbert von Karajan verwandelte die Felsenreitschule 1948 erstmals in eine OpernbĂŒhne fĂŒr AuffĂŒhrungen von Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice. 1949 folgte die UrauffĂŒhrung von Carl Orffs Vertonung des antiken Trauerspiels Antigonae von Sophokles in der deutschen Ăbersetzung von Friedrich Hölderlin unter dem Dirigat von Ferenc Fricsay.
In den Jahren 1968â1970 wurde die Felsenreitschule nach PlĂ€nen von Clemens Holzmeister umgestaltet und mit Ludwig van Beethovens Fidelio unter der Leitung von Karl Böhm eingeweiht. Die BĂŒhne von 40 Metern Breite erhielt eine UnterbĂŒhne von 4 Metern Tiefe. Erneuert wurde zudem die freitragende ZuschauertribĂŒne mit dem darunterliegenden Kulissendepot. Eine lichtdichte, ausfahrbare Regenplane mit einem Regenauffangnetz zur DĂ€mpfung der GerĂ€usche schĂŒtzt die BĂŒhne. Dieses Dach kann geöffnet werden.
Zwischen den Festspielsommern 2010 und 2011 wurde das mobile Dach nach den PlĂ€nen des MĂŒnchner Architekten Erhard Fischer erneuert:[2][3] Durch die moderne Konstruktion gewannen die Festspiele 700 mÂČ NutzflĂ€che fĂŒr Technik und ProbenrĂ€ume. Das neue Pultdach besteht aus drei mobilen SegmentflĂ€chen und ist auf fĂŒnf Teleskoparmen innerhalb von sechs Minuten ein- und ausfahrbar. HĂ€ngepunkte auf TeleskoptrĂ€gern fĂŒr BĂŒhnentechnik (KettenzĂŒge), verbesserter Schall- und WĂ€rmeschutz und zwei BeleuchterbrĂŒcken optimieren das BĂŒhnengeschehen. Das Bauwerk stammt vom Architektenteam HALLE 1 und erhielt 2012 als Anerkennung den Architekturpreis des Landes Salzburg.
Die Felsenreitschule fasst 1412 Sitz- und 25 StehplĂ€tze. Sie teilt ihr Foyer mit dem des Hauses fĂŒr Mozart (Kleines Festspielhaus).
- Foyer der Felsenreitschule und des Hauses fĂŒr Mozart
- BĂŒhne
- BĂŒhnentechnik
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Norbert Hierl-Deronco: Theatrum Equorum Salisburgensium. Rösser, Reiter, Bauten des Barock und der Colloredo-Zeit. Krailling 2007, ISBN 978-3-929884-11-1.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Erhard Koppensteiner: Das Christian Doppler Gymnasium, erbaut als k. u. k. Infanterie-Bataillonskaserne in Salzburg-Lehen. BeitrĂ€ge zu seiner Bau-, Kunst- und MilitĂ€rgeschichte. In: Landesgeschichte aktuell Nr. 137, Dezember 2006, 1. Zum Kasernenwesen in Salzburg, S. 20 Sp. 2 (ganzer Artikel S. 20â26; Artikel, pdf, rainerregiment.at; ganzes heft, pdf, salzburger-geschichte.at, dort jew. S. 1)
- â nextroom-architektur im netz: Mobiles Dach Felsenreitschule, HALLE 1 - Salzburg (A) - 2011. Abgerufen am 10. Januar 2024.
- â Projekte - DETAIL inspiration. Ehemals im (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 27. November 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
Koordinaten: 47° 47âČ 54âłÂ N, 13° 2âČ 30âłÂ O
- Salzburger Altstadt (links)
- Reithalle
- Bauwerk der Felsbaukunst
- Barockbauwerk in Salzburg
- Erbaut in den 1690er Jahren
- Johann Bernhard Fischer von Erlach
- Theater (Salzburg)
- FreilichtbĂŒhne in Ăsterreich
- Modernistisch ĂŒberarbeitetes Bauwerk
- Clemens Holzmeister
- Unbewegliches Denkmal unter Denkmalschutz im Land Salzburg
- Historisches Zentrum der Stadt Salzburg
- SpielstÀtte der Salzburger Festspiele