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Goethes Lyrik

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Johann Wolfgang von Goethe, ÖlgemĂ€lde von Joseph Karl Stieler

Ein Großteil der Lyrik Johann Wolfgang von Goethes hat Weltgeltung erlangt und gehört zum umfangreichsten und bedeutendsten Teil des lyrischen Kanons der deutschen Literatur. Von seiner Jugend bis ins hohe Alter war er Lyriker und prĂ€gte die Epochen des Sturm und Drang und der Weimarer Klassik. Im Laufe von etwa 65 Jahren schrieb er mehr als 3000 Gedichte, die teils eigenstĂ€ndig, teils in Zyklen wie den Römischen Elegien, dem Sonnettenzyklus oder dem West-östlicher Divan erschienen.

Dieser Ă€ußere Umfang spiegelt sich in einer erstaunlichen Formen- und Ausdrucksvielfalt und entspricht der Weite des inneren Erlebens. Neben langen, mehrere hundert Verse umfassenden Gedichten stehen kurze Zweizeiler, neben Versen mit hoher sprachlicher und metaphorischer KomplexitĂ€t einfache SprĂŒche, neben strengen und antikisierenden Metren liedhafte oder spöttische Strophen sowie reimlose Gedichte in freien Rhythmen.[1]

Mit diesem Gesamtwerk hat Goethe das deutschsprachige Gedicht „erst eigentlich geschaffen“ und Vorbilder hinterlassen, an denen sich nahezu alle nachfolgenden Dichter gemessen haben.[2] Seine Phantasie entzĂŒndet sich an den kleinsten wie den grĂ¶ĂŸten Dingen, geht von der Blume am Wegesrand bis zu den Sternen, vom Antlitz der Geliebten bis zu Geistern und Vampiren, besingt Einsamkeit, Schuld und Verzweiflung, bis sie endlich die Ruhe des Alters erreicht, das sich in belehrenden, hĂ€ufig formelhaften weltanschaulichen Gedichten und abgeklĂ€rten, symbolischen Spruchdichtungen Ă€ußert.

Entwicklung und Merkmale

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Goethes Schaffen durchlÀuft mehrere Phasen, die von der Forschung immer wieder neu beleuchtet und dargestellt worden sind.

Nach Empfindsamkeit, Sturm und Drang, Weimarer Klassik und Romantik, der Goethe kritisch gegenĂŒberstand, erreichte er eine SpĂ€tphase. Die Trilogie der Leidenschaft zeigt, dass er sich auch im hohen Alter noch mit werkimmanenten Problemen befasste und so den individuellen Schmerz um Ulrike von Levetzow auf neuen Wegen zu transzendieren suchte.[3] Der Mystizismus des Alters hatte zahlreiche Wurzeln. In einem Brief an Zelter erklĂ€rte er, warum ihn die altpersische geistige Welt ansprach: „Unbedingtes Ergeben in den unergrĂŒndlichen Willen Gottes, heiterer Überblick des beweglichen, immer kreis- und spiralartig wiederkehrenden Erde-Treibens, Liebe, Neigung zwischen zwei Welten schwebend, alles Reale gelĂ€utert, sich symbolisch auflösend
“[4]

Im Vergleich zu einem Dichter wie etwa Heinrich Heine mit dem Buch der Lieder begann Goethes lyrische Wirksamkeit nicht mit einem fest umrissenen Auftakt. Seine stete ProduktivitĂ€t und ein proteischer Zug seines Wesens unterwarfen sein Werk einer stĂ€ndigen Metamorphose und Entwicklung, so dass es nie als etwas Abgeschlossenes, Stabiles gelten konnte. Erich Trunz formulierte, er sei „bis zum Schluß ein Schaffender und Sich-Wandelnder“ gewesen, ein Zug, der sich auch in der Wirkungs- und Editionsgeschichte seiner Lyrik zeigt und durch die „lĂ€ssliche Gruppierung“ seiner Gedichte gefördert wurde.[5]

Zur geschmeidigen WandlungsfĂ€higkeit gesellt sich die Einfachheit der Sprachgebung, die sich im Einstieg des Gedichts zeigt, der unmittelbar in die lyrische Situation fĂŒhrt. Hierzu gehören Ausrufe („Wie herrlich leuchtet / Mir die Natur!“), Imperative („Bedecke deinen Himmel ...“), sachliche oder erregte Berichte, intime Anreden, sehnsĂŒchtige WĂŒnsche oder Fragen wie „Kennst du das Land, wo die Zitronen blĂŒhn?“ oder „Was soll ich nun vom Wiedersehen hoffen ...?“ Der jĂ€he Beginn zieht den Leser ĂŒber die verborgene Schwelle des Gedichts und konfrontiert ihn mit der Persönlichkeit des Dichters.[6]

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

In seiner spĂ€ten Autobiographie Dichtung und Wahrheit beleuchtete Goethe selbststilisierend seine Entwicklung und bettete dies in ein Geflecht persönlicher Jugenderfahrungen – wie die Liebe zu Anna Katharina Schönkopf wĂ€hrend seiner Leipziger Studienzeit –, Anekdoten und dem Hintergrund zeitgenössischer Literatur wie Dramen Gotthold Ephraim Lessings. Die produktive Quelle steht so zwischen eigenen Erfahrungen und tradierten Formen, die er bis ans Lebensende weiterentwickeln konnte. Er wollte das, was ihn „erfreute oder quĂ€lte, oder sonst beschĂ€ftigte in ein Bild, ein Gedicht“ verwandeln. „Alles, was daher von mir bekannt geworden, sind nur BruchstĂŒcke einer großen Konfession
“[7]

Auf diese Weise gab Goethe selbst den Ansatz der kĂŒnftigen Forschung vor: Indem sich gerade in der Lyrik die Persönlichkeit des Dichters in höherem Grade unmittelbar offenbart als etwa in seinem epischen oder dramatischen Werk, handelt es sich meist um keine distanzierte Rollenlyrik.[8]

Georg Wilhelm Friedrich Hegel bestĂ€tigte die EinschĂ€tzung Goethes in seinen Vorlesungen ĂŒber die Ästhetik, die sich von Kants subjektbezogener Kritik der Urteilskraft durch den deutlichen Werkbezug unterscheiden und bis zu einer inhaltlichen Bestimmung des Schönen reichen. Hegel wies Goethe auf dem Felde der Poesie den ĂŒberragenden Rang zu. In der Gesamtheit der lyrischen Gedichte zeige sich „die TotalitĂ€t eines Individuums seiner poetischen inneren Bewegung nach dar. Denn der lyrische Dichter ist gedrungen, alles, was sich in seinem GemĂŒt und Bewußtsein poetisch gestaltet, im Liede auszusprechen ... In dieser RĂŒcksicht ist besonders Goethe zu erwĂ€hnen, der in der Mannigfaltigkeit seines reichen Lebens sich immer dichtend verhielt. Auch hierin gehört er zu den ausgezeichneten Menschen.“[9]

Nach ersten Leseerfahrungen mit Shakespeare und Klopstock und einigen konventionellen eigenen Versuchen bedurfte es einiger katalytischer AnstĂ¶ĂŸe, die seine Schaffenskraft aktivierten. Bereits in den Jahren der Jugend hatte er, unter dem Eindruck der Liebe zu „KĂ€thchen“ einige kĂŒrzere Sammlungen wie das Buch Annette und die Neuen Lieder geschrieben.

Sturm und Drang

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In Straßburg traf Goethe auf Johann Gottfried Herder, der ihn in tief beeinflussen sollte. So wies er ihn auf die Volkspoesie, Shakespeare und Ossian hin, sprach kritische Fragen an und bewog ihn, sich als Dichter weiterzuentwickeln. Er störte sich an Goethes „spechtische(m) Wesen“ – er wĂŒrde ĂŒberall nur hineinsehen, ohne wirklich zuzugreifen. Das „Dreingreifen, Packen“ sei aber gerade das Wesen der Meisterschaft.

Goethes Gedichte ĂŒberwanden in dieser Zeit die traditionellen Ordnungen, machten seine Liebeslyrik zur Naturlyrik, das Lehrgedicht zur Liebeslyrik – eine Vielfalt von Themen (Liebe, Natur, Religion, Kunst, Mythos), die eine Einkreisung nicht einfach macht. Bereits die Sesenheimer Lieder, in deren gefĂŒhlvoll-einfacher Sprache sich seine Leidenschaft fĂŒr Friederike Brion Luft machte, zeigen mit Willkommen und Abschied bereits eines seiner berĂŒhmtesten Werke und den Beginn der Erlebnislyrik.[10]

Als erste der großen, freirhythmischen Hymnen des Sturm und Drang entstand Wandrers Sturmlied, das er erst 40 Jahre spĂ€ter veröffentlichte und von dem er sich distanzierte. Hier wie in den Werken der Frankfurter Zeit, zu denen Prometheus, Mahomets Gesang und Ganymed gehören, war der dithyrambische Stil Pindars spĂŒrbar, dessen Form Goethe ĂŒbernahm, ohne sich an die strengen Anforderungen zu halten.[11]

Wie Wandrers Sturmlied wurde auch Prometheus unautorisiert veröffentlicht, dafĂŒr aber bereits 1789 in Band 8 seiner Schriften aufgenommen. Der rebellisch-provozierende Charakter seiner berĂŒhmtesten Hymne war ebenso leicht zu erkennen wie ihre mythologische Bildersprache, die sich auf die weltliche AutoritĂ€t ĂŒbertragen ließ.[12]

Der gefesselte Prometheus, links sein Bruder Atlas (Trinkschale aus Cerveteri, um 560/550 v. Chr., Vatikanische Museen, Rom)

Der begeisterte Herder sprach vom „Ausfließen der poetischen Wuth“ und glaubte den „Pulsschlag des Genius“ zu hören.[13] Seine emphatische Odentheorie schien durch diese Werke verwirklicht zu sein. Die jugendliche Kraft und die Selbstbehauptung Prometheus’ gegenĂŒber Zeus deuten auf ein neues Menschenbild des jungen BĂŒrgertums. Der Glaube an das Genie und die individuelle, weltschaffende Schöpferkraft weist die ĂŒberkommenen RegelĂ€sthetik von sich. Die freien Rhythmen knĂŒpften auch an Verse Friedrich Gottlieb Klopstocks an, der sie als erster moderner Lyriker verwendet hatte.[14]

Nach Auffassung David E. Wellberys betonen Goethes frĂŒhe Texte die IntensitĂ€t des Augenblicks, den es zu feiern gilt. Sie bewegen sich auf den poetischen Ursprung zu und wollen die lyrische Bewegung selbst schöpferisch nutzen. In der frĂŒhen Hymne An Schwager Kronos spornt das lyrische Ich den Kutscher an, schneller und gewagter den holpernden Weg entlang zu galoppieren. Indem es den Schwager als Kronos anspricht, weist es ihm, mythologisch ĂŒberhöht, die Rolle des Zeitgottes zu und kann sich so aus der AlltĂ€glichkeit entfernen und selbst in den Himmel schwingen.[15] Die gloriose Ankunft in der Unterwelt am Ende des Werkes spielt auf den Homerischen Apollohymnus an, bei dem sich die Götter aus der Runde Jupiters erheben, um dem zukĂŒnftigen Sieger ihren Respekt zu erweisen.[16]

Dass die Geschwindigkeit im Zeitalter der Kutschen auch von der Persönlichkeit des Postillions abhing, ließ Goethe in Szenen anderer Werke wie etwa Stella oder Egmont ebenfalls anklingen. Gerade Zeit und Geschwindigkeit gehörten fĂŒr ihn zu wichtigen Elementen seines frĂŒhen SelbstverstĂ€ndnisses. GegenĂŒber seiner Mutter entschuldigte er sein Ausbleiben in Frankfurt mit seiner Ungeduld. Das „UnverhĂ€ltnis“ zwischen der „engen und langsamen“ Postkutsche und der „Weite und Geschwindigkeit“ seines Wesens hĂ€tte ihn „rasend gemacht.“[17]

Bewegungsmuster und das Wandermotiv spielen auch in der frĂŒhen dialogischen Idylle Der Wanderer eine Rolle. Die Titelfigur trifft auf eine junge Frau und unterbricht ihre Wanderung, um im Schatten einer Ulme auszuruhen und spĂ€ter an einem Brunnen zu trinken. Die sentimentalen Reflexionen nehmen Ewigkeitsgedanken aus der Ethik Spinozas auf („Der Geist ist ewig, sofern er die Dinge unter dem Aspekt der Ewigkeit begreift“): Die Begegnung mit der Mutter und dem „sĂ€ugenden Knaben“ an ihrer Brust zeigen der Figur die ewigen GesetzmĂ€ĂŸigkeiten der Generationenfolge und weisen ihr – wie im Schwager Kronos – den Weg zur Quelle der eigenen Schaffenskraft.[18]

FĂŒr Wellbery war Goethe auch in seiner Sturm-und-Drang-Phase mit den wild herausgeschleuderten Bildern und Satzfetzen „Formalist“. Er habe im scheinbar Chaotischen innere GesetzmĂ€ĂŸigkeiten erkannt und nicht sĂ€mtliche Regeln und Gesetze ĂŒber Bord werfen wollen. In der Einleitung zu seiner Brieftasche von 1776 schrieb er: „Jede Form, auch die gefĂŒhlteste, hat etwas Unwahres, allein sie ist ein fĂŒr allemal das Glas, wodurch wird die heiligen Strahlen der verbreiteten Natur an das Herz der Menschen zum Feuerblick sammeln.“[19]

In Weimar schien es zunĂ€chst, als wĂŒrde Goethe die Ich-bezogene Darstellung seines Erlebens fortsetzen. Obwohl sich das genieorientierte Leben nicht wesentlich Ă€nderte, entstand aber nach 1776 keine Dichtung mehr, die dem Sturm und Drang deutlich entspricht (wĂ€hrend der 10 Jahre jĂŒngere Schiller noch Die RĂ€uber und Kabale und Liebe schreiben sollte).

Schneefall am Brocken

Neben der Seefahrt fĂ€llt nur noch die Harzreise im Winter in diese Epoche.[20] Die Harzreise ist die letzte große Hymne in freien Rhythmen, die eine innige und dankbare Naturbetrachtung zeigt. Die Schlussverse lassen bereits eine gewisse Distanz zum wilden und schöpferischen Ich-Bezug der vorhergehenden Hymnen erkennen. Aus der Perspektive eines hoch in der Luft schwebenden Raubvogels betrachtet das lyrische Ich die unter ihm liegenden Dinge und den Schmerz, der einigen vorgezeichnet ist. Das Gedicht ist von einem religiösen Klang erfĂŒllt, der sich auch der LektĂŒre der Psalmen verdankt. So vertraute er seinem Tagebuch nach der abenteuerlichen, nicht ungefĂ€hrlichen Brockenbesteigung an: „FrĂŒh nach dem Torfhause in tiefem Schnee...heitrer herrlicher Augenblick, die ganze Welt in Wolcken und Nebel und oben alles heiter. Was ist der Mensch, dass du sein gedenckst.“[21]

Wie Goethe wusste, war der Geier bei den Römern ein Vogel der Weissagung: „Denn ein Gott hat / Jedem seine Bahn / Vorgezeichnet
“ WĂ€hrend der GlĂŒckliche sein Ziel zu erreichen scheint, strĂ€ubt sich der UnglĂŒckliche vergebens gegen die „Schranken des ehernen Fadens“.[22]

Der Weg zur Weimarer Klassik

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In Ilmenau hatte Goethe mit praktischen Verwaltungsfragen zu kÀmpfen, die nicht immer einfach waren. Hier wurde er auch mit sozialen Fragen konfrontiert, zu denen die Armut der Landbevölkerung gehörte.[23] Diese Elemente sind in dem gleichnamigen Gedicht zu erkennen, das sich als elegischer Abschied von der vorhergehenden Genie-Periode verstehen lÀsst.[24]

Herzog Karl August, um 1805

Das lange, 1783 entstandene und erst 1815 veröffentlichte Widmungsgedicht an den Herzog Karl August gilt als eines der wichtigsten Gelegenheitsgedichte Goethes. Es zeigt einige seiner charakteristischen Wandlungen im Übergang zur Weimarer Klassik und entspricht seiner eigenen Charakterisierung in Dichtung und Wahrheit. Ilmenau illustriert zudem, wie Goethe seinen Lebensweg zu gestalten und zu reflektieren wusste. Die SphĂ€re der selbstspiegelnden Hymnen weiterentwickelnd, erlaubt er sich, seine Position gegenĂŒber der des Herzogs zu bestimmen und abzugrenzen.[25]

Das Werk umfasst 191 vier bis sechshebige Jamben und lĂ€sst sich in drei Abschnitte untergliedern. Die Verse 1 bis 28 und 156 – 191 zeigen das lyrische Ich im Ilmenauer Talkessel und umrahmen einen langen Mittelteil, der als Tagtraum ein „ZaubermĂ€rchen-Land“ heraufbeschwört, in dem die Geister Shakespeares (etwa aus seinem Sommernachtstraum) herumspuken.[26] Das von hoher SensibilitĂ€t gekennzeichnete sozialethische Gedicht zielt am Ende auf SelbstbeschrĂ€nkung und Entsagung und appelliert damit an den Herzog: „Allein wer andre wohl zu leiten strebt / Muß fĂ€hig sein, viel zu entbehren.“[27]

Zunehmend stilisierte er sein Erleben, unterzog es einer stĂ€rkeren Kontrolle und begann, die vielen Themen neu darzustellen. Erstaunlich bleibt, wie die jeweilige Ă€ußere Form nicht zur Fessel wurde und seine Dichtung auch im Verlauf ihrer klassischen LĂ€uterung in der Balance blieb und starre RegelmĂ€ĂŸigkeit ebenso mied wie willkĂŒrliche Rhythmik. HĂ€ufig kommen Verse und Prosa einander nahe, was sich an der frĂŒhen Fassung der Iphigenie zeigen lĂ€sst.[28] Mit einer neuen Hymnik dĂ€mpfte er die IntensitĂ€t des GefĂŒhls der ersten Phase und goss sie in neue Formen. Wandrers Nachtlied und der Gesang der Geister ĂŒber den Wassern (1779), Grenzen der Menschheit (1781) und Das Göttliche (1783) sind hierfĂŒr charakteristische Beispiele. Goethe zielte in ihnen auf die Entspanntheit der Sprache in Vers und Klang.

Auch die Natur wird fĂŒr ihn immer wichtiger, weltanschauliche Fragen tauchen auf und suchen nach Gestaltung. Die feierliche Stanze in der Zueignung steht am Anfang des Faust. Neben die reiche Reim- und Klangordnung treten bald Balladen, die ihm sowohl lyrische wie dramatische Möglichkeiten boten und – wie Der Fischer und Erlkönig – zu seinen berĂŒhmtesten Werken gehören.

Weimarer Klassik

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Die Epoche der Klassik gilt als BlĂŒtezeit der deutschen Literatur. Ihr Beginn wird hĂ€ufig mit der Italienreise Goethes 1786 verknĂŒpft, ihr Ende mit Schillers Tod 1805.[29] Der erste und zweite Teil seiner erst spĂ€ter geschriebenen Reise nach Italien waren 1816/17 mit dem Motto Auch ich in Arkadien! erschienen. Erst 1829 wurde sie vollstĂ€ndig veröffentlicht.

Eckermann ĂŒberliefert, dass Goethes „poetisches Talent“ in Weimar „im Konflikt mit der RealitĂ€t“ stand und durch seine Ă€ußere Stellung behindert wurde. So klagte er 1824: „HĂ€tte ich mehr in der Einsamkeit leben können, ich wĂ€re glĂŒcklicher gewesen und wĂŒrde als Dichter weit mehr gemacht haben.“[30]

Goethe in der Campagna, von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein

Da ihn die VerhĂ€ltnisse zunehmend bedrĂŒckten, brach er zu der fast ĂŒberstĂŒrzten Reise auf; nicht, um „sich selbst zu betrĂŒgen“, sondern sich „an den GegenstĂ€nden kennen zu lernen.“[31] Fast ĂŒberladen von KunsteindrĂŒcken verließ er Rom und erreichte Neapel, um dort zunĂ€chst nur die Natur zu genießen, „das einzige Buch, das auf allen BlĂ€ttern großen Gehalt hat“, bis ihm bei einem Spaziergang am Strand Gedanken ĂŒber „botanische GegenstĂ€nde“ in den Sinn kamen, die er dem Tagebuch anvertraute und dabei die Urpflanze erwĂ€hnte, die ihn weiter begleiten sollte.[32]

WĂ€hrend in seiner Italienischen Reise von einem „zarten VerhĂ€ltnis“ mit einer „schönen MailĂ€nderin“ die Rede ist, malte sein erster Gedichtzyklus, die 1788 folgenden Römischen Elegien, die Liebesidylle aus und besang die Geliebte Faustine, eine fiktive Witwe, mit sinnlich-erotischer Detailfreude, so dass einige Zeitgenossen verstört reagierten. Nach seiner RĂŒckkehr bis zum Ende des Jahrhunderts gab er die freien Rhythmen auf und beschrĂ€nkte seine Liedformen auf Gesellige Lieder. Weiter schrieb er Epigramme und wurde hier wie bei seinen Balladen durch Schiller angeregt.[33]

Merkmale und Eigenheiten

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In den Jahren nach den Römischen Elegien und Venezianischen Epigrammen schrieb Goethe zunĂ€chst nur wenige Gedichte, ĂŒberwiegend Gelegenheitswerke oder Stammbuchverse, die nicht veröffentlicht wurden. Neben der EnttĂ€uschung ĂŒber den Verlauf der zweiten Italienreise, mit der er an die erste nicht hatte anknĂŒpfen können – „Das ist Italien nicht mehr, das ich mit Schmerzen verließ“-, fĂŒhrten abweisende Reaktionen des alten Freundeskreises und die HĂ€me ĂŒber seine Beziehung zu Christiane Vulpius dazu, die lyrische Produktion fast versiegen zu lassen. Die Epigramme zeigen, wie kritisch und ablehnend er auf die Französische Revolution reagierte, mit deren Folgen er auch in Weimar zu tun hatte.

Neue Anregungen und Impulse erhielt er durch den hochfahrenden, zehn Jahre jĂŒngeren Schiller und die ab 1794 beginnende intensive Zusammenarbeit mit ihm, in dessen Zeitschrift Die Horen er Gedichte publizierte. Das Ende der jakobinischen Terrorherrschaft und der Friede von Basel, nach dem sich auch fĂŒr Weimar eine lĂ€ngere Phase relativer Ruhe ergab, waren weitere Faktoren, die seine lyrische Produktion förderten und zu Höhepunkten seines Schaffens fĂŒhrten. Er konnte nun an seine Erfahrungen in Italien anknĂŒpfen und sich einem Thema zuwenden, das seine Lyrik bestimmen sollte – der Antike.[34]

Diese Zuwendung zeigt sich formal in den Versmaßen des Hexameters und des Distichons, deren Tradition er in Italien erfahren hatte und mit denen er die erotische Idylle in die moderne Welt integrieren wollte. Zwar ermöglichte ihm die Liebesbegegnung, sich der römischen Welt zu nĂ€hern, doch war zur stilisierten Gestaltung wiederum Distanz notwendig, erotische Einheit im VerschmelzungsgefĂŒhl der Liebe stand auf der einen Seite, der Verzicht, um den „stillen Genuß der Betrachtung“ dichterisch zu formen auf der anderen.[35]

Sein LebensgefĂŒhl war mit der Form der Elegie gut zu vereinen, die im Vergleich zum Lied betrachtenden, die Situation ausmalenden Charakter hat. Im Gegensatz zu Klopstock bemĂŒhte Goethe sich nicht, die antiken Odenmaße nachzubilden, und unterschied sich so auch von Friedrich Hölderlin und Johann Heinrich Voß, der 1781 eine Übersetzung der Odyssee veröffentlicht hatte. August Wilhelm Schlegel wies Goethe auf rhythmische Unstimmigkeiten hin und half ihm bei der Korrektur der Elegien, fĂŒr Goethe ungewöhnlich, da er vor der Veröffentlichung seine Werke nur selten aus der Hand gab, um sich nicht verwirren zu lassen. Das elegische Versmaß des Distichons verwendete er auch fĂŒr zahlreiche andere Gedichte, die in dieser Zeit entstanden, wozu das vielschichtige und lange Werk Alexis und Dora zĂ€hlt, das den Monolog eines Mannes schildert, der seine Geliebte soeben verlassen hat und mit dem Schiff in die Ferne zieht. Auch bei Eyphrosyne, der Totenehrung fĂŒr Christiane Becker, Hermann und Dorothea, als Einleitungsgedicht fĂŒr das gleichnamige Epos konzipiert, Amyntas und Die Metamorphose der Pflanzen handelt es sich um Elegien. Seinem Freund Karl Ludwig von Knebel gegenĂŒber verwies er auf die Tradition antiker Lehrdichtung. Angeregt durch das Lehrepos De rerum natura des römischen Dichters Lukrez, malte er die Pflanzengenese vom Samen bis zur BlĂŒte aus und prĂ€sentierte ein lyrisches Konzentrat seiner botanischen Schrift Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklĂ€ren. Indem er den Begriff der Metamorphose nicht auf Flora und Fauna beschrĂ€nkte, sondern auf den Menschen und die Entwicklung der Liebe ĂŒbertrug, prĂ€sentiert das Gedicht eine klassische Leitidee Goethes – die Einheit von Poesie und Naturwissenschaft.[36]

Reiner Wild sieht Goethes klassische Lyrik als Teil eines „Projekts Klassik“, mit dem er auf „tiefgreifende Krisenerfahrungen am Ende des 18. Jahrhunderts“ reagierte. Dies betrifft persönliche Fragen aber auch politische Entwicklungen in der Folge der Französischen Revolution. Der fĂŒr die Weimarer Klassik wesentliche Bezugspunkt der Antike sei ein Gegenmodell, auf das Goethe aus der Distanz heraus mit seiner modern empfundenen Lyrik reagiert habe. In seinen bedeutenden Werken sei es ihm gelungen, die mit der Moderne verbundenen Entfremdungs- und TrennungsgefĂŒhle ein letztes Mal Ă€sthetisch zu versöhnen.[37]

In der spĂ€ten Lyrik Goethes kommt eine immer dichter werdende Symbolik zum Vorschein, die bereits mit dem Divan begann und das kennzeichnet, was hĂ€ufig sein Altersstil genannt wird. Goethe neigte in seinen fortgeschrittenen Jahren zu einer mystizistischen und verinnerlichten Betrachtung der Welt.[38] Die Vielfalt der Erscheinungen stellte er sich als etwas Ganzes vor, das sich durch den Wandel erhĂ€lt. Dabei verlĂ€uft das Ă€ußerlich chaotische Weltgeschehen zwar auf gleiche, gesetzliche Weise und wiederholt sich – es sind aber nicht nur kreisförmige, sondern auch spiralartig aufsteigende Entwicklungen. Alle PhĂ€nomene reprĂ€sentieren geheime BauplĂ€ne, die der Betrachter im Typus und UrphĂ€nomen erkennen kann, ohne allerdings weiter in die Tiefe vorzudringen. In diesem ganzheitlichen und pantheistischen Denken hat alles – vom Gestein ĂŒber Pflanzen, Tiere bis zum Menschen – einen zugewiesenen Platz. Die Ursache des Ganzen, der Grund des Seins kann Gott oder Göttliches genannt werden. Die von Goethe recht eng gezogenen Grenzen des Wissbaren lassen unerforschte Bereiche zurĂŒck, die man verehren, nicht aber gĂ€nzlich entschlĂŒsseln kann.[39]

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, SelbstportrÀt Bridgeman Art Library, London

Goethe schĂ€tzte den Neuplatonismus Plotins, nach dem das Eine sich in der sinnlichen Welt manifestiert hat. Das Sein ist fĂŒr ihn einer stĂ€ndigen, von polaren KrĂ€ften bestimmten VerĂ€nderung unterworfen, dem Panta rhei Heraklits. So lautet es in seinem Gedicht Eins und Alles: „Und umzuschaffen das Geschaffne, / Damit sich’s nicht zum Starren waffne, / Wirkt ewiges lebendiges Tun
“ „Das Ewige regt sich fort in allen, / Denn alles muß in Nichts zerfallen, Wenn es im Sein beharren will.“ In dem spĂ€ter geschriebenen VermĂ€chtnis stellte er klar, dass auch das so „Zerfallene“ im Sein verbleibt: „Kein Wesen kann zu Nichts zerfallen / Das EwÂŽge regt sich fort in allen / Am Sein erhalte dich beglĂŒckt!“[40]

Ausgehend vom Respekt vor den Grenzen des Wissens setzte seine Kritik an der Romantik an, die er zwar nicht gĂ€nzlich verwarf, deren Überschwang und Tendenz, sich im Phantastischen zu verlieren, er aber hinterfragte.[41] Das Gedankensystem prĂ€gte den besonderen, wenn auch schwer zu fassenden symbolischen Stil der spĂ€ten Lyrik.[42] In den Maximen und Reflexionen schreibt er: „Die Symbolik verwandelt die Erscheinung in Idee, die Idee in ein Bild, und so, daß die Idee im Bild immer unendlich wirksam und unerreichbar bleibt und, selbst in allen Sprachen ausgesprochen, doch unaussprechlich bliebe.“[43]

Der Symbolstil zeigt sich in der milde gedĂ€mpften Sammlung Wilhelm Tischbeins Idyllen von 1822, die 20 Gedichte mit Einleitung und Schluss umfasst. Sie geht von Bildern Wilhelm Tischbeins aus, die er Goethe in Form aquarellierter Skizzen im Sommer 1821 geschickt und dies mit der Bitte verbunden hatte, dazu Gedichte zu schreiben. Goethe blickte auf Landschaften, Menschen, Naturgottheiten, Familien mit Kindern, Tiere und FrĂŒchte in arkadischer Umgebung.[44]

Vorlage fĂŒr das vierte Gedicht war das Bild einer großen Eiche, die auf einer Insel in der Mitte eines Waldsees stand.

Das Gedicht lautet:[45]

Mitten in dem Wasserspiegel
Hob die Eiche sich empor,
MajestĂ€tisch FĂŒrstensiegel
Solchen grĂŒnen Waldesflor;
Sieht sich selbst zu ihren FĂŒĂŸen,
Schaut den Himmel in der Flut:
So des Lebens zu genießen
Einsamkeit ist höchstes Gut.

Der Baum ist hier Symbol einsamer GrĂ¶ĂŸe, die sich entfaltet und zum Lichte emporreckt, um ĂŒber sich hinauszuwachsen und das Höchste zu erreichen. Ein Kentaur auf einem anderen Bild ist Sinnbild gebĂ€ndigter Kraft.[46]

Mit den Chinesisch-Deutsche(n) Jahres- und Tageszeiten, die 1830 im Berliner Musen-Almanach herausgegeben wurden und neben den romantischen Gedichten der anderen Autoren seltsam fremd wirkten,[47] wandte sich der betagte Goethe ein weiteres Mal nach Osten.[48]

Er ĂŒbertrug einige Movive aus chinesischer Lyrik und Novellistik – Mandarine, Pfauen, Weiden – in eine eigentĂŒmliche Dichtung und schuf so seinen letzten lyrischen Zyklus. Obwohl der Titel einen deutlichen Hinweis gibt, lĂ€sst sich, von den erwĂ€hnten Elementen abgesehen, genuin Chinesisches nur am Rande finden. Goethe konzentrierte sich auf ein Naturmotiv, eine Landschaft oder Stimmung. Bei hĂ€ufig eigenwilliger Syntax verdichtete er die Sprache, steigerte hingegen die Aussagekraft.[49]

DĂ€mmerungsfarben

Wie spĂ€ter der Goetheverehrer Stefan George im Jahr der Seele bezog er die Jahreszeiten ein, vollendete aber mit FrĂŒhling, Sommer und Herbst nicht den ganzen Kreis.

Im Gegensatz zu seiner frĂŒheren Naturlyrik, spiegelt er Ă€ußere Natur und innere Seelenlandschaft seltener, wie das lyrische Ich sich ohnehin zurĂŒckhĂ€lt oder, wie im zentralen achten Gedicht DĂ€mmrung senkte sich von oben, nun verhaltener ausspricht.

Zwischen Sommer und Herbst stehend, hat das Gedicht eine Sonderstellung in dem Zyklus: Es ist keiner Jahres- dafĂŒr aber einer Tageszeit zugeordnet, dem Abend. Rhythmisch beschreitet es neue Wege, indem es den jambischen Gedichten nun einen fallenden, vierhebigen TrochĂ€us entgegenstellt, der bereits im ersten Vers die sich senkende DĂ€mmerung durch eine AbwĂ€rtsbewegung nachzuzeichnen versucht. Mit dem indirekten Zauber dringt das Mondlicht, anders als das grelle Sonnenlicht, auf das Ich ein und „schleicht“ sich ins Herz, wo es sich zur sanften KĂŒhle wandelt. Optischer Eindruck und haptische Wahrnehmung gehen so synĂ€sthetisch ineinander ĂŒber, wie in einigen Gedichten Eichendorffs.[50] Das Gedicht lautet:[51]

DĂ€mmrung senkte sich von oben,
Schon ist alle NĂ€he fern;
Doch zuerst emporgehoben
Holden Lichts der Abendstern!
Alles schwankt ins Ungewisse,
Nebel schleichen in die Höh’;
Schwarzvertiefte Finsternisse
Widerspiegelnd ruht der See.

Nun im östlichen Bereiche
Ahn’ ich Mondenglanz und -glut,
Schlanker Weiden Haargezweige
Scherzen auf der nÀchsten Flut.
Durch bewegter Schatten Spiele
Zittert Lunas Zauberschein,
Und durchs Auge schleicht die KĂŒhle
SĂ€nftigend ins Herz hinein.

Der Mond, der mit seinen wechselnden Phasen seit der Antike mit dem Motiv der Wandlung verbunden ist, verzaubert die personifizierte Naturlandschaft (scherzende „Haargezweige“ der Weiden). Die Farben verblassen und gehen in ein entwirklichtes Helldunkel ĂŒber. Das Gedicht markiert einen Übergang von der Welt der Emotion zur Kontemplation, von Leidenschaft zur Vergeistigung. Diese abgeklĂ€rte Stimmung erfasst auch die folgenden Verse der dunkler werdenden Jahreszeit, deren entsagender Gestus der emotionalen Distanz des spĂ€ten Goethe entspricht.[52]

Weltanschauliche Gedichte

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In seinen weltanschaulichen Gedichten formulierte Goethe meist bĂŒndig-belehrend religiöse und philosophische Ansichten wie einprĂ€gsame Lebensmaximen[53] und nutzte Motive und Begrifflichkeiten, die auch in anderen Alterswerken zu finden sind, in denen das Irdische als Symbol einer höheren Wirklichkeit erscheint. Das Auge etwa vermag nur die Farbe und nicht das Urlicht zu sehen und kann sich lediglich am Abglanz aus einer fernen SphĂ€re erfreuen. Zu Beginn des zweiten Dramenteils blickt der eben erwachte Faust in die Sonne und muss sich geblendet abwenden, erkennt aber den im Sonnenlicht glitzernden Wasserfall und bekennt: „Am farbigen Abglanz haben wir das Leben.“[54] FĂŒr Dinge, die ĂŒber sich hinausweisen, verwendete Goethe die Bezeichnung „Gleichnis“; so am Ende der Tragödie mit den Worten des Chorus Mysticus: „Alles VergĂ€ngliche ist nur ein Gleichnis“.[55] In dieser Bedeutung findet sich das Wort in der zweiten Strophe des Gedichts Prooemion.

Im Zusammenhang mit Goethes Suche nach morphologischen GesetzmĂ€ĂŸigkeiten des Lebens, die er ideell in der Urpflanze zu erkennen glaubte,[56] steht auch sein kurzer Zyklus Urworte. Orphisch, in dem er fĂŒnf DaseinsmĂ€chte umkreiste und die Liebe in den Mittelpunkt stellte. Das Werk steht unter dem Einfluss des dĂ€nischen ArchĂ€ologen Georg ZoĂ«ga, der in seinen Abhandlungen auf die Saturnalia des römischen Neuplatonikers Macrobius Ambrosius Theodosius eingegangen war.

Im SpĂ€twerk werden auch gewisse stilistische Eigenheiten auffĂ€lliger, die nicht nur seine Lyrik betreffen und von ihm selbst als Ausdruck seiner Altersphilosophie eingerĂ€umt wurden. Zu ihnen gehören einprĂ€gsame Neologismen wie „schwarzvertiefte Finsternisse“, „Wutbegier“ oder „Hoffnungslust“.[57]

HĂ€ufig verwendet er Wortbildungen, die mit dem Wort â€žĂŒber“ beginnen wie „Überwucht“, â€žĂŒberselig“, â€žĂŒberfrei“, â€žĂŒberweltlich“ und â€žĂŒberschnell“. Mit dieser Neigung ist die Doppelung von Adjektiven verwandt, bei der das erste hĂ€ufig nicht dekliniert wird, etwa „Klein, kleiner Knabe“ aus dem von ihm sehr geschĂ€tzten Lebensabriss Um Mitternacht.[58]

Charakteristisch fĂŒr seine spĂ€te Lyrik, verwendet er Worte in mehreren grammatikalischen Funktionen (etwa als Subjekt und Objekt oder PrĂ€dikat) und zeigt so eine Tendenz der Zyklik und des Nebeneinanders, die er auch in anderen ZusammenhĂ€ngen schĂ€tzt. So ließen bereits die Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter seine Liebe fĂŒr Parallelgeschichten erkennen, die sich nun auch stilistisch immer deutlicher abzeichnet. Die LĂ€sslichkeit, welche die strenge FĂŒgung und Hierarchie ersetzt, zeigt sich auch in der lockeren Syntax, so erneut in dem Gedicht Um Mitternacht mit seinen unabgeschlossenen, offenen SĂ€tzen und ungewöhnlichen Wortstellungen, in Wenn am Tag Zenit und Ferne, Der’s gebaut vor funfzig Jahren und in seinem „poetischen Testament“ VermĂ€chtnis mit einem Anakoluth. Zu diesen Eigenheiten gesellt sich eine Einfachheit der Sprache und eine bisweilen drastische Lakonik.[59]

Goethe und Schiller

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Erlebnis- und Gedankendichtung

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Friedrich Schiller portrÀtiert von Ludovike Simanowiz im Jahr 1794

FĂŒr Goethe wurde die Antike Teil seines geistigen SelbstverstĂ€ndnisses. Hatte er wĂ€hrend der Sturm-und-Drang-Zeit in seinen Hymnen, angefangen mit Wandrers Sturmlied, die FĂŒlle und NatĂŒrlichkeit griechischen Lebens gefeiert, so erforschte er nun zunehmend seine Besonderheiten und nahm auch die Distanz zur antiken Welt wahr. In seiner spĂ€ten Phase erscheint ihm Griechenland, das er nie betrat, als einmaliges Bildungserlebnis und als ein Raum, in dem menschliche FĂ€higkeiten und Anlagen harmonisch ausgebildet gewesen seien.

Im Gegensatz zu Friedrich Schiller (und Hölderlin) zog Goethe aus seinen Betrachtungen keine geschichtsphilosophischen Konsequenzen. Da das antike Ideal fĂŒr ihn auch in Raffael und Shakespeare verwirklicht war, kam es weniger auf den Unterschied zwischen Alten und Neuen, als auf den jeweiligen KĂŒnstler an, der auch in seiner Zeit noch „Grieche sein“ könne.[60]

Schiller wollte „den Stoff durch die Form vertilgen“ und entwickelte seinen lyrischen Stil und seine poetologischen Erkenntnisse nicht nur im Studium der Kritik der Urteilskraft, sondern auch in Kontroversen mit Johann Gottlieb Fichte und der steten Auseinandersetzung mit dem Antipoden Goethe, dessen naiver Stilwille dem eigenen, sentimentalischen gegenĂŒberstand.[61] Er setzte den Unterschied zwischen antiker und moderner Dichtung dem zwischen naiver und sentimentalischer gleich. Der gegenwĂ€rtige Kulturmensch lebt fĂŒr ihn in kĂŒnstlichen VerhĂ€ltnissen. „Wenn er im Freien wandelt, wenn er auf dem Lande lebt oder sich viel bei den DenkmĂ€lern der alten Zeit verweilet“ begegne er der Natur „als Gegensatz zu der kĂŒnstlichen Umwelt.“[62] Ihm fehle das Ideal – die Einheit mit sich selbst. Mit seinen Überlegungen bezog Schiller sich auch auf Fragen der Querelle des Anciens et des Modernes. Moderne Literatur soll nicht mehr die Natur nachahmen, sondern Ideen darstellen. Nicht zuletzt diese theoretische Basis ist ein Grund fĂŒr den hĂ€ufig (gegen Schiller) gefĂŒhrten Gegensatz zwischen seiner Gedankendichtung und der Erlebnisdichtung Goethes, ein Konstrukt, das auf Wilhelm Dilthey zurĂŒckgeht und zunehmend an Bedeutung verloren hat.

In seiner letzten großen Ă€sthetischen Schrift Über naive und sentimentalische Dichtung entwarf Schiller eine Geschichtsphilosophie und unterschied die reflektierte und sentimentalische von der naturhaften und naiven Dichtung. FĂŒr ihn war Goethe der Inbegriff des naiven Dichters. Schiller grenzte sich in der langen Abhandlung auch von Jean-Jacques Rousseau ab: Der Weg des KĂŒnstlers sei derselbe, den der Mensch grundsĂ€tzlich einzuschlagen habe. Der Mensch kann sich Schiller zufolge nicht anders entwickeln, als indem er sich kultiviert und so „den Zustand des natĂŒrlichen Menschen“ hinter sich lĂ€sst. FĂŒr ihn ist es trivial, die moderne gegenĂŒber der alten Kunst abzuwerten. „Naive Dichter“ wie etwa Homer seien in diesem kĂŒnstlichen Zeitalter nicht mehr an ihrem Platz.[63] Im „Zustand natĂŒrlicher Einfalt“, in dem der Mensch als „harmonische Einheit wirkt“, kennzeichne die Nachahmung des Wirklichen den naiven Dichter, wĂ€hrend der sentimentalische im „Zustand der Kultur“ das Ideal darstelle. FĂŒr Schiller war das Erhabene Ziel der neuen und sentimentalischen Poeten, das Schöne hingegen das der naiven.[64]

Symbol und Allegorie

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Wird die Lyrik Goethes mit der Schillers verglichen, fĂ€llt das Urteil meist zuungunsten des jĂŒngeren Dichters aus. Auf der einen Seite sieht man die NatĂŒrlichkeit und einfache Schönheit der Sprache Goethes, auf der anderen den Intellekt und den angespannten Willen, philosophische Prinzipien und gesellschaftliche Forderungen in Verse zu gießen. Die rhetorische Gabe Schillers, die seinen Dramen und Prosawerken den charakteristischen Wert gibt, tendiert in der Lyrik bisweilen ins Phrasenhafte und verstört durch Klischees und PlattitĂŒden. Der im Konzept der Erlebnisdichtung angelegte, Schiller abwertende Gegensatz findet sich auch bei Friedrich Nietzsche und Theodor W. Adorno, fĂŒr den Goethe neben Mozart und Beethoven der ĂŒberragende ReprĂ€sentant des Klassizismus im Zeitalter der bĂŒrgerlichen Emanzipation war.[65] Schiller habe nichts weiter getan als Kant zu paraphrasieren; in seinen prĂ€tentiösen Sentenzen und gestelzten Forderungen spiele sich der KleinbĂŒrger auf.[66] Kein ernsthafter Literaturhistoriker wĂŒrde Schiller noch neben Goethe stellen, wĂ€hrend es immer wieder vorkomme, den gefĂ€lligen HĂ€ndel mit Bach in einem Atemzug zu nennen.

Auch Hegel verglich die Lyrik Goethes und Schillers, kam aber zu einem differenzierteren Ergebnis und einem milderen Urteil als viele spĂ€tere Kritiker, indem er sich dagegen aussprach, Schiller gegenĂŒber Goethe herabzusetzen. Zwar war auch fĂŒr ihn die „Absichtlichkeit abstrakter Reflexionen und selbst das Interesse des philosophischen Begriffs [
] in manchen seiner Gedichte bemerkbar“; es sei jedoch unbillig, seine Verse „gegen die stets sich gleichbleibende, vom Begriff ungetrĂŒbte Unbefangenheit Goethes“ auszuspielen.[67] Schillers große Leistung bestehe darin, die Kantische SubjektivitĂ€t und Abstraktion des Denkens ĂŒberwunden und versucht zu haben, ĂŒber sie hinaus die Versöhnung denkend als das Wahre zu erfassen und zu gestalten. WĂ€hrend Schiller sich in die Tiefen des Geistes versenkt habe, sei Goethe den natĂŒrlichen Seiten der Kunst auf der Spur gewesen und habe sich auf Pflanzen und Tiere, Kristalle, Wolken und Farben konzentriert.

Immanuel Kant, 1791 nach dem Berliner Maler Gottlieb Doebler

Nach Auffassung Peter-AndrĂ© Alts wĂ€re es fatal, die ĂŒbliche „kanonbildende Orientierung an der Lyrik Goethes“ gegenĂŒber Schiller beizubehalten. Er rĂ€umt zwar ein, dass einige Schillersche Gedichte auf den heutigen Leser fremd oder gar peinlich wirken und verweist mit dem Lied von der Glocke auf das fĂŒr Spötter wohl dankbarste Beispiel, sieht den Grund aber nicht in der mangelnden dichterischen Substanz, sondern in Schillers Neigung, „banal klingende“, an bĂŒrgerlichen LebensmaßstĂ€ben orientierte Wahrheiten zu formulieren. Goethe erscheine immer dann als Fixstern, wenn in Schillers dichterischer Entwicklung nichts weiter als ein Weg zur Bildsprache Goethes erblickt werde.[68] Um zum Wesen seiner Lyrik vorzudringen und ihre QualitĂ€t selbst gegenĂŒber Goethe zu erkennen, dĂŒrfe man die poetische Bedeutung der Allegorie und das VerhĂ€ltnis von Bild und Begriff nicht ĂŒbersehen. Schiller veranschaulichte Abstraktes, indem er sich zunĂ€chst der Möglichkeiten menschlicher Vernunft vergewisserte, ein Weg, den man im Sinne Kants als kritische Leistung wĂŒrdigen könne.[69]

In seinem 1825 verfassten Vorwort zum ersten Band der Korrespondenz mit Schiller ging Goethe auf die „zarte Differenz“ zu seinem Freund ein und erklĂ€rte auch das VerhĂ€ltnis von Anschauung und Abstraktion. Er wandte sich gegen Schillers allegorisches Verfahren, dem er seine symbolhafte Auffassung der Dichtung entgegenstellte. Es sei ein „großer Unterschied, ob der Dichter zum Allgemeinen das Besondere sucht oder im Besonderen das Allgemeine schaut. Aus jener Art entsteht Allegorie, wo das Besondere als Beispiel [
] des Allgemeinen gilt, die letztere aber ist eigentlich die Natur der Poesie, sie spricht ein Besonderes aus, ohne ans Allgemeine zu denken oder darauf hinzuweisen.“[70] Mit diesen Worten spielte Goethe viele Jahre nach Schillers Tod auf einen Disput des SpĂ€tsommers 1797 an, der ein deutliches, fast grelles Licht auf die Unterschiede der beiden wirft. Als er auf einer Reise in die Schweiz seine Mutter in Frankfurt besuchte und aus dem Wohnungsfenster das geschĂ€ftige Treiben der Hauptwache beobachtete, fiel ihm auf, dass einige „GegenstĂ€nde“ ihn in eine „poetische Stimmung“ versetzten. Er erklĂ€rte sich, dass nicht die Einbildungskraft, sondern die Dinge selbst Empfindungen hervorrufen wĂŒrden, weil sie „als ReprĂ€sentanten von vielen anderen dastehen, ein gewisse TotalitĂ€t in sich schließen [
] und so von außen wie von innen an eine gewisse Einheit und Allheit Anspruch machen.“[71] Als er diese ihm wertvolle, „glĂŒckliche Entdeckung“ Schiller mitteilte und dieser Ă€ußerst lakonisch reagierte, war er zunĂ€chst enttĂ€uscht. Am 7./8. September hatte Schiller den symbolischen Charakter (der Dichtung Goethes) nicht als natĂŒrliche Eigenschaft der Sache qualifiziert, sondern als Ergebnis der Phantasie und sentimentalischen Einbildungskraft. Sei der Gegenstand leer und poetisch gehaltlos, werde sich die menschliche Imagination daran versuchen mĂŒssen. Nicht die Erscheinungen waren fĂŒr Schiller bedeutend, sondern die jeweiligen Empfindungsweisen, die ihren eigenen Ă€sthetischen Wert haben.[72]

Die Wurzel von Goethes Symbolismus ist seine Annahme, Naturerscheinungen seien (ideal und allgemein) „im Tiefsten bedeutend.“[73] Von diesem Glauben zeugen die Elegien der 1790er Jahre wie Alexis und Dora und Die Metamorphose der Pflanzen, die demonstrieren, dass empirischen Dingen eine bildhaft zu erschauende Sinnstruktur innewohnt. WĂ€hrend die sublime Wahrnehmung des Augenmenschen Goethe das Symbol in seiner tieferen Bedeutung erfasst, muss Schiller die Allegorie erst entwerfen, um so den Erscheinungen einen intelligiblen Sinn zuschreiben zu können. Goethes Naturphilosophie widerspricht somit im Kern Schillers Konzept der Allegorie.[74]

Vertonungen und Komponisten

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Franz SchubertPortrÀt von Wilhelm August Rieder, 1875, nach einer Aquarellvorlage von 1825

Kein deutscher Dichter hat eine so weitreichende Wirkung auf zeitgenössische und spĂ€tere Komponisten ausgeĂŒbt wie Goethe, mit dem eine neue Epoche der Liedgeschichte beginnt. Neben den Dramen, Libretti und Kantaten waren und sind es vor allem die Gedichte und Lieder aus Romanen und anderen Werken, die in einer unĂŒberschaubar großen Zahl vertont wurden.

Gero von Wilpert spricht von etwa 2000 Komponisten unterschiedlicher Rangstufen, die von Goethe angeregt wurden. Von ihnen haben etwa Johann Friedrich Reichardt 146, Carl Friedrich Zelter 92, Franz Schubert 64, Carl Loewe 60, Hugo Wolf 58, Robert Schumann 44, Ludwig van Beethoven 23 und Johannes Brahms 19 Vokalwerke hinterlassen.[75]

Es gibt zahlreiche Untersuchungen ĂŒber das theoretische VerhĂ€ltnis des Augenmenschen Goethe zur Musik. Er kam aus einem sehr musikalischen Elternhaus – seine Mutter spielte Klavier, der Vater die Laute, die Schwester Cornelia Schlosser sang – und erhielt Klavierunterricht bei Johann Andreas Bismann. Obwohl er etwas spĂ€ter in Straßburg bei dem Lehrer Basch auch noch Cello lernte, war sein eigenes Instrumentalspiel letztlich nicht sehr entwickelt.[76] Er konnte gut Noten lesen, um so eine erste Vorstellung der Kompositionen zu erhalten, und ließ sich von Musikern ĂŒber theoretische und kompositionstechnische Fragen beraten.[77] Viele seiner Gedichte schrieb er in der Absicht spĂ€terer Vertonung, nahm mit Theaterdichtungen und Singspielen (wie etwa Lila) Einfluss auf das musikalische Umfeld und gab Komponisten direkte Anweisungen.

Dass Goethe bedeutenden Zeitgenossen wie Franz Schubert und Ludwig van Beethoven eher reserviert oder befremdet gegenĂŒberstand, ist auch auf den Einfluss konservativer Liedkomponisten zurĂŒckzufĂŒhren, zu denen Philipp Christoph Kayser, Reichardt und vor allem sein guter Altersfreund Zelter gehörten, der Beethoven heftig kritisierte.[78] Anders als Zelter empfand Goethe gegenĂŒber Beethoven, den er als „ganz ungebĂ€ndigte Persönlichkeit“[79] charakterisierte, distanzierte Achtung und traf ihn zwei Jahre nach der UrauffĂŒhrung der Musik zu Goethes Trauerspiel Egmont 1812 in Teplitz.[80]

Als Goethe Zelters Vertonung des Ich denke dein von Friederike Brun hörte, sprach ihn die Musik sofort an und motivierte ihn zu einer Kontrafaktur des Vorbildes, die als NĂ€he des Geliebten mehr als achtzigmal vertont wurde,[81] so von Beethoven als Lied mit sechs Variationen fĂŒr Klavier zu vier HĂ€nden.[82] In einem Brief an Friederike Helene Unger beschrieb er die tiefe Wirkung, die seine Musik auf ihn machte. In den folgenden Jahren baute er die Verbindung mit Zelter weiter aus, der bald die Ballade Der Gott und die Bajadere und das in Schillers Musenalmanach veröffentlichte Lied An Mignon erhielt und beide Werke vertonte. In einem Brief an Schiller vom 25. November 1797 lobte Goethe die Balladen-Vertonung, die ihm wertvoll und originell erschien.[83]

Goethe entwickelte einige sehr spezifische musikĂ€sthetische Positionen und entwarf spĂ€ter eine eigene, wenn auch Fragment gebliebene Tonlehre. Intensiv beschĂ€ftigte ihn die geistige Verbindung von Musik und Poesie, ein Grund, warum er den Kontakt gerade zu Zelter ausbaute. Goethe bestand darauf, dass der Komponist die poetischen Intentionen des Dichters beachtete und den eigenen motivischen Einfallsreichtum hintanstellte. Zelter entsprach diesen Forderungen und ĂŒbertraf sogar den etablierten Liedkomponisten Reichardt.[84] GegenĂŒber August Wilhelm Schlegel betonte Goethe: „Gerade diese Verbindung zweyer KĂŒnste ist wichtig und ich habe manches ĂŒber beyde im Sinne, das nur durch den Umgang mit einem solchen Manne entwickelt werden könnte. Das Originale seiner Compostionen ist, so viel ich beurtheilen kann, niemals ein Einfall, sondern es ist eine radikale Reproduktion der poetischen Intentionen.“[85]

Musik und Lyrik

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Vermutlich hĂ€tte Goethe ohne natĂŒrliche MusikalitĂ€t nicht so viele, speziell fĂŒr die Vertonung bestimmte Verse oder Libretti schreiben und seinen Gedichten den rhythmischen und melodischen Sprachklang geben können, der zum Wesen seiner Lyrik gehört und ihr den hohen Rang erst verschafft hat.[86] Seine Dichtung, „in hohem Grade Sprachmusik“, beeinflusste gerade durch ihren neuen Tonfall die Zeit, indem sie die Grenze zwischen reiner Lyrik und schlichtem Liedertext ĂŒberwand.[87]

Joseph Kiermeier-Debrein glaubt, dass Goethe erst nach der schmerzvoll-einseitigen Liebe zu Ulrike von Levetzow die Musik als das erfuhr, was sie fĂŒr Jean Paul immer bedeutete: Eine elegische Grundstimmung der Welt, aus der sie gleichzeitig erlösen kann. Als er, noch immer in trĂŒbsinniger Verfassung, der Pianistin Maria Szymanowska und der SĂ€ngerin Anna Milder-Hauptmann begegnete, vertiefte sich sein Glaube an die Musik, die fĂŒr ihn zum Schicksal des romantischen KĂŒnstlers wurde. Ausgerechnet in der Lyrik des Augenmenschen schien der Widerspruch zwischen Weltverfassung und möglicher Überwindung des Jammertals dialektisch ĂŒberwunden – eine Synthese, die das moderne Kunstlied erst ermöglichte.[88]

Auch Marianne WĂŒnsch will am abschließenden Gedicht der Trilogie der Leidenschaft mit dem Titel Aussöhnung die Bedeutung der Musik fĂŒr den betagten Goethe herausarbeiten, kommt aber zu einem anderen Ergebnis. Nach dem dĂŒsteren Ende der elegischen Liebesklage des zweiten Gedichts „Mir ist das All, ich bin mir selbst verloren
Sie trennen mich, und richten mich zu Grunde.“[89] schweben nun mit „Engelschwingen“ die „zu Millionen“ verwobenen Töne und erfĂŒllen den Menschen mit ewiger „Schöne“. Das Herz ist erleichtert und merkt, „Dass es noch lebt und schlĂ€gt und möchte schlagen
“[90] Goethe fĂŒhrt die Musik im PrĂ€sens ein („da schwebt hervor“) und lĂ€sst sie im letzten Satz im PrĂ€teritum ausklingen („Da fĂŒhlte sich – o daß es ewig bliebe! – das DoppelglĂŒck der Töne wie der Liebe.“) Die so erzielte Aussöhnung hat indes lediglich betĂ€ubenden, schmerzstillenden Charakter, und die Musik wird am Ende mit einer Aufgabe betraut, die im Tasso noch die Literatur zu ĂŒbernehmen vermochte. War es dort der Gott der Sprache, der die Linderung ermöglichte („...gab mir ein Gott, zu sagen, was ich leide
“), versagt dieses sonst so genaue und erfolgversprechende Instrument nun. WĂ€hrend Sinngebung und DaseinserfĂŒllung in der Lyrik des Sturm und Drang und der klassischen Zeit mit den Römischen Elegien noch möglich waren, bleibt jetzt lediglich die Musik. Sie aber wirkt auf einer psychologischen und keiner geistig-ideologischen Ebene, so dass Goethe und seinem Zeitalter eine dialektische Versöhnung verwehrt blieb.[91]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Bernd Witte: Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. (= Universal-Bibliothek. 17504 : Literaturstudium : Interpretationen). Reclam, Stuttgart 2005, S. 5.
  2. ↑ So etwa Bernd Witte: Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. (= Universal-Bibliothek. 17504 : Literaturstudium : Interpretationen). Reclam, Stuttgart 2005, S. 5.
  3. ↑ Hierzu: Marianne WĂŒnsch: Zeichen – Bedeutung – Sinn, Zu den Problemen der spĂ€ten Lyrik Goethes am Beispiel der „Trilogie der Leidenschaften“. In: Bernd Hamacher, RĂŒdiger Nutt-Kofoth (Hrsg.): Johann Wolfgang von Goethe. Lyrik und Drama. Neue Wege der Forschung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, S. 130–145.
  4. ↑ Zit. nach Erich Trunz: Anmerkungen. In: Johann Wolfgang von Goethe: Gedicht und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band IX). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 679.
  5. ↑ Zit. nach: Joseph Kiermeier-Debrein: Goethe. „Das lyrische Werk“. In: Kindlers Neues Literatur-Lexikon. Band 6, MĂŒnchen, 1989, S. 433.
  6. ↑ Zit. nach: Terence James Reed: Goethe als Lyriker In: Bernd Witte (Hrsg.): Goethe-Handbuch. Band 1: Gedichte. Metzler, Stuttgart 1996, S. 2
  7. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Autobiographische Schriften, Aus meinem Leben, Dichtung und Wahrheit. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band IX). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 283.
  8. ↑ Joseph Kiermeier-Debrein: Goethe. „Das lyrische Werk“. In: Kindlers Neues Literatur-Lexikon. Band 6, MĂŒnchen, 1989, S. 433.
  9. ↑ Zit. nach: Joseph Kiermeier-Debrein: Goethe. „Das lyrische Werk“. In: Kindlers Neues Literatur-Lexikon. Band 6, MĂŒnchen, 1989, S. 433.
  10. ↑ So Eckhardt Meyer-Krentler: Willkomm und Abschied – Herzschlag und Peitschenhieb. In: Bernd Hamacher, RĂŒdiger Nutt-Kofoth (Hrsg.): Johann Wolfgang von Goethe. Lyrik und Drama. Neue Wege der Forschung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, S. 34.
  11. ↑ Christian SchĂ€rf: Singen und Schreiben, Goethes Gedicht „Wandrers Sturmlied“ als kulturgeschichtliche Innovation. In: Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Reclam, Stuttgart 2005, S. 31.
  12. ↑ Inge Wild: Prometheus. In: Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Reclam, Stuttgart 2005, S. 49.
  13. ↑ Inge Wild: Prometheus. In: Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Reclam, Stuttgart 2005, S. 52.
  14. ↑ Wertherzeit in Wetzlar. In: Karl Otto Conrady: Goethe, Leben und Werk. Patmos, DĂŒsseldorf 2006, S. 173.
  15. ↑ David E. Wellbery: „Spude dich Kronos“, Zeitsemantik und poetologische Konzeption beim jungen Goethe. In: Bernd Hamacher, RĂŒdiger Nutt-Kofoth (Hrsg.): Johann Wolfgang von Goethe. Lyrik und Drama. Neue Wege der Forschung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, S. 77.
  16. ↑ David E. Wellbery: „Spude dich Kronos“, Zeitsemantik und poetologische Konzeption beim jungen Goethe. In: Bernd Hamacher, RĂŒdiger Nutt-Kofoth (Hrsg.): Johann Wolfgang von Goethe. Lyrik und Drama. Neue Wege der Forschung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, S. 80.
  17. ↑ Zit. nach: David E. Wellbery: „Spude dich Kronos“, Zeitsemantik und poetologische Konzeption beim jungen Goethe. In: Bernd Hamacher, RĂŒdiger Nutt-Kofoth (Hrsg.): Johann Wolfgang von Goethe. Lyrik und Drama. Neue Wege der Forschung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, S. 78.
  18. ↑ David E. Wellbery: „Spude dich Kronos“, Zeitsemantik und poetologische Konzeption beim jungen Goethe. In: Bernd Hamacher, RĂŒdiger Nutt-Kofoth (Hrsg.): Johann Wolfgang von Goethe. Lyrik und Drama. Neue Wege der Forschung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, S. 84.
  19. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Schriften zur Kunst, Schriften zur Literatur, Maximen und Reflexionen. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band XII). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 22.
  20. ↑ Ende eines Lebensabschnitts. In: Karl Otto Conrady: Goethe. Leben und Werk. Patmos, DĂŒsseldorf 2006, S. 273.
  21. ↑ Zit. nach: Wertherzeit in Wetzlar. In: Karl Otto Conrady: Goethe, Leben und Werk Patmos, DĂŒsseldorf 2006, S. 349.
  22. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band IX). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 50.
  23. ↑ Mathias Mayer: Selbstverdoppelung als Therapie. In: Bernd Witte (Hrsg.): Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Reclam, Stuttgart 2005, S. 119.
  24. ↑ Joseph Kiermeier-Debrein: Goethe. „Das lyrische Werk“. In: Kindlers Neues Literatur-Lexikon. Band 6, MĂŒnchen, 1989, S. 435.
  25. ↑ Mathias Mayer: Selbstverdoppelung als Therapie. In: Bernd Witte (Hrsg.): Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Reclam, Stuttgart 2005, S. 120.
  26. ↑ Mathias Mayer: Selbstverdoppelung als Therapie. In: Bernd Witte (Hrsg.): Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Reclam, Stuttgart 2005, S. 115.
  27. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: „Ilmenau“ Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band IX). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 112.
  28. ↑ Joseph Kiermeier-Debrein: Goethe. Das lyrische Werk. In: Kindlers Neues Literatur-Lexikon. Band 6, MĂŒnchen, 1989, S. 436.
  29. ↑ Gero von Wilpert: Klassik, Klassizismus. In: ders: Goethe-Lexikon (= Kröners Taschenausgabe. Band 407). Kröner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-40701-9, S. 563.
  30. ↑ Zit. nach Karl Otto Conrady: Spielfeld Dichtung und Natur. In: Goethe. Leben und Werk. Patmos, DĂŒsseldorf 2006, S. 369.
  31. ↑ Gisela Uellenberg: ItaliĂ€nische Reise. In: Kindlers Neues Literatur-Lexikon. Band 6, MĂŒnchen, 1989, S. 478.
  32. ↑ Gisela Uellenberg: ItaliĂ€nische Reise. In: Kindlers Neues Literatur-Lexikon. Band 6, MĂŒnchen, 1989, S. 479.
  33. ↑ Erich Trunz: Die Zeit der Klassik. Anmerkungen. In: Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band I). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 567.
  34. ↑ Reiner Wild: Lyrik der klassischen Zeit. 1787–1806. In: Bernd Witte (Hrsg.): Goethe-Handbuch. Band 1: Gedichte. Metzler, Stuttgart 1996, S. 221–222.
  35. ↑ Marianne WĂŒnsch: Römische Elegien. In: Kindlers Neues Literatur-Lexikon. Band 6, MĂŒnchen, 1989, S. 502.
  36. ↑ Reiner Wild: Die Poetik der Natur. In: Bernd Witte (Hrsg.): Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Reclam, Stuttgart 2005, S. 166.
  37. ↑ Reiner Wild: Goethes klassische Lyrik. Einleitung, Metzler, Stuttgart/Weimar 1999, S. IX
  38. ↑ Erich Trunz: Alterswerke, Anmerkungen. In: Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band I). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 679.
  39. ↑ Eine Summe von Einsichten. In: Karl Otto Conrady: Goethe. Leben und Werk. Patmos, DĂŒsseldorf 2006, S. 956.
  40. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band I). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 368–369.
  41. ↑ Eine Summe von Einsichten. In: Karl Otto Conrady: Goethe. Leben und Werk. Patmos, DĂŒsseldorf 2006, S. 965.
  42. ↑ Erich Trunz: Alterswerke. Anmerkungen. In: Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band I). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 680.
  43. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Schriften zur Kunst. Schriften zur Literatur. Maximen und Reflexionen. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band XII). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 470.
  44. ↑ Erich Trunz: Alterswerke. Anmerkungen. In: Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band I). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 680.
  45. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band IX). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 375.
  46. ↑ So Erich Trunz: Die spĂ€te Lyrik, Anmerkungen. In: Johann Wolfgang von Goethe. Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band I). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 742.
  47. ↑ Erich Trunz: Die spĂ€te Lyrik. Anmerkungen. In: Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band I). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 771.
  48. ↑ Anke Bosse. In: Von Emotion zu Reflexion. In: Bernd Witte (Hrsg.): Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Reclam, Stuttgart 2005, S. 259.
  49. ↑ Anke Bosse. In: Von Emotion zu Reflexion. In: Bernd Witte (Hrsg.): Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Reclam, Stuttgart 2005, S. 260.
  50. ↑ Anke Bosse. In: Von Emotion zu Reflexion. In: Bernd Witte (Hrsg.): Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Reclam, Stuttgart 2005, S. 270–272.
  51. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte und Epen I. Alterswerke. Hamburger Ausgabe, Band I, C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 389.
  52. ↑ Anke Bosse. In: Von Emotion zu Reflexion. In: Bernd Witte (Hrsg.): Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Reclam, Stuttgart 2005, S. 272.
  53. ↑ Gott und Natur. Weltanschauliche Gedichte. In: Karl Otto Conrady: Goethe, Leben und Werk. Patmos, DĂŒsseldorf 2006, S. 908.
  54. ↑ Johann Wolfgang von Goethe, Der Tragödie zweiter Teil. In: Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band 3, C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 149.
  55. ↑ Johann Wolfgang von Goethe, Der Tragödie zweiter Teil. In: Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band 3, C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 364.
  56. ↑ Gero von Wilpert: Urpflanze. In: Goethe-Lexikon. Kröner, Stuttgart 1998, S. 1101.
  57. ↑ Mathias Mayer: Das lyrische SpĂ€twerk. 1818–1832. In: Bernd Witte (Hrsg.): Goethe-Handbuch. Band 1: Gedichte. Metzler, Stuttgart 1996, S. 447.
  58. ↑ Mathias Mayer: Das lyrische SpĂ€twerk. 1818–1832. In: Bernd Witte (Hrsg.): Goethe-Handbuch. Band 1: Gedichte. Metzler, Stuttgart 1996, S. 447.
  59. ↑ Mathias Mayer: Das lyrische SpĂ€twerk. 1818–1832. In: Bernd Witte (Hrsg.): Goethe-Handbuch. Band 1: Gedichte. Metzler, Stuttgart 1996, S. 447.
  60. ↑ Historisches Wörterbuch der Philosophie. Antike. Band 1, S. 387.
  61. ↑ Sandra Schwarz: Schillers lyrischer Stil. In: Helmut Koopmann (Hrsg.): Schiller-Handbuch. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2011, S. 299.
  62. ↑ Zit. nach: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Antike. Band 1, S. 387.
  63. ↑ Historisches Wörterbuch der Philosophie. Kunst, Kunstwerk. Band 4, S. 1387.
  64. ↑ Carsten Zelle: Über naive und sentimentalische Dichtung. In: Schiller-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler (Hrsg.): Matthias Luserke-Jaqui Stuttgart 2001, S. 468.
  65. ↑ Thomas Zapka: Goethe: Dialektik des Klassizismus. In: Richard Klein, Johann Kreuzer, Stefan MĂŒller-Doohm (Hrsg.): Adorno-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler, Stuttgart 2011, S. 175.
  66. ↑ Theodor W. Adorno: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschĂ€digten Leben. Staatsaktion. Suhrkamp, Frankfurt 1997, S. 188.
  67. ↑ Zit. nach: Peter-AndrĂ© Alt. In: Schiller. Leben – Werk – Zeit. Zweiter Band, Siebentes Kapitel, C.H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 253.
  68. ↑ Peter-AndrĂ© Alt. Schiller. Leben – Werk – Zeit. Zweiter Band, Siebentes Kapitel, C.H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 253.
  69. ↑ Peter-AndrĂ© Alt. Schiller. Leben – Werk – Zeit. Zweiter Band, Siebentes Kapitel, C.H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 253.
  70. ↑ Zit. nach: Peter-AndrĂ© Alt. In: Schiller. Leben – Werk – Zeit. Zweiter Band, Siebentes Kapitel, C.H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 254.
  71. ↑ Zit. nach: Peter-AndrĂ© Alt. In: Schiller. Leben – Werk – Zeit. Zweiter Band, Siebentes Kapitel, C.H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 255.
  72. ↑ Peter-AndrĂ© Alt. Schiller. Leben – Werk – Zeit. Zweiter Band, Siebentes Kapitel, C.H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 255.
  73. ↑ Zit. nach: Peter-AndrĂ© Alt. Schiller. Leben – Werk – Zeit. Zweiter Band, Siebentes Kapitel, C.H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 255.
  74. ↑ Peter-AndrĂ© Alt. Schiller. Leben – Werk – Zeit. Zweiter Band, Siebentes Kapitel, C.H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 256.
  75. ↑ Gero von Wilpert: Vertonungen. In: Goethe-Lexikon. Kröner, Stuttgart 1998, S. 1117.
  76. ↑ Gero von Wilpert: Musik. In: Goethe-Lexikon. Kröner, Stuttgart 1998, S. 735.
  77. ↑ Goethe, Johann Wolfgang, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Band 5, BĂ€renreiter-Verlag, 1986 S 449-450
  78. ↑ Gero von Wilpert: Musik. In: Goethe-Lexikon. Kröner, Stuttgart 1998, S. 735.
  79. ↑ Zitiert nach: https://www.goethe-gesellschaft-erfurt.de/gebaendigt-ungebaendigt-goethe-und-beethoven/, abgerufen am 9. Oktober 2024.
  80. ↑ Goethe, Johann Wolfgang. In: Musik in Geschichte und Gegenwart. Band 5, BĂ€renreiter-Verlag, 1986 S. 450
  81. ↑ Inge Wild: NĂ€he der Geliebten. In: Bernd Witte (Hrsg.): Goethe-Handbuch. Band 1: Gedichte. Metzler, Stuttgart 1996, S. 272.
  82. ↑ Claus Canisius: Goethe und die Musik. Piper, MĂŒnchen 1998, S. 118.
  83. ↑ Claus Canisius: Goethe und die Musik. Piper, MĂŒnchen 1998, S. 121–122
  84. ↑ Claus Canisius: Goethe und die Musik. Piper, MĂŒnchen 1998, S. 123.
  85. ↑ Zit. nach: Claus Canisius: Goethe und die Musik. Piper, MĂŒnchen 1998, S. 123.
  86. ↑ Goethe, Johann Wolfgang. In: Musik in Geschichte und Gegenwart. Band 5, BĂ€renreiter-Verlag, 1986 S 450
  87. ↑ Goethe, Johann Wolfgang. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Band 5, BĂ€renreiter-Verlag, 1986, S. 450.
  88. ↑ Joseph Kiermeier-Debrein: Goethe. „Das lyrische Werk“. In: Kindlers Neues Literatur-Lexikon. Band 6, MĂŒnchen, 1989, S. 440.
  89. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band I). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 385.
  90. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte und Epen I. (= Goethes Werke, Hamburger Ausgabe. Band I). C.H. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 386.
  91. ↑ Hierzu: Marianne WĂŒnsch: Zeichen – Bedeutung – Sinn. Zu den Problemen der spĂ€ten Lyrik Goethes am Beispiel der „Trilogie der Leidenschaften“. In: Bernd Hamacher, RĂŒdiger Nutt-Kofoth (Hrsg.): Johann Wolfgang von Goethe. Lyrik und Drama. Neue Wege der Forschung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, S. 140–145.