Illdorf
Illdorf Markt Burgheim | |
|---|---|
| Koordinaten: | 48° 41âČ N, 11° 3âČ O |
| Höhe: | 426 m |
| FlĂ€che: | 6,34 kmÂČ |
| Einwohner: | 291 (1. Jan. 2017)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 46 Einwohner/kmÂČ |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 86666 |
| Vorwahl: | 08432 |

Illdorf ist ein Ortsteil des Marktes Burgheim im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Er liegt vier Kilometer sĂŒdöstlich von Burgheim. Der Ort Illdorf bildete seit 1818 mit LĂ€ngloh eine eigene Gemeinde und wurde bei der Gebietsreform am 1. Juli 1972 in den Markt Burgheim eingegliedert. Anfang 2017 hatte Illdorf 291, LĂ€ngloh 38 Einwohner.
Auf dem Weg nach Illdorf liegt auf der einen Seite ein hĂŒgeliges GelĂ€nde, genannt der Leitenberg, der heute unter Naturschutz steht. Die andere Seite ist durch eine weit auslaufende Ebene gekennzeichnet. Durch den Ort zieht sich fast schnurgerade der Leitenbach.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bodenfunde zeigen Besiedlungsspuren in der Jungstein-, der Bronze- und der Römerzeit. 826 wurde Illdorf erstmals in einer schriftlichen Quelle erwĂ€hnt. In einer Schenkung an die Kirche von Freising ist von sechs Tagewerken von Illdorf die Rede. Herzog Heinrich IV. von Bayern, der spĂ€tere Kaiser Heinrich II., schenkte einen Hof an das neu gegrĂŒndete Benediktinerinnenkloster in Neuburg. Die Besitzungen des Ortes waren weit verstreut; viele GĂŒter gelangten an die Grafen von LechsgemĂŒnd-Graisbach, die zahlreiche Höfe an die in ihrem Dienst stehenden Ritter von StraĂ verliehen.
1240 wurde das Zisterzienserinnenkloster Niederschönenfeld gegrĂŒndet. Ritter Bertold von StraĂ schenkte am 14. Februar 1315 dem neuen Kloster die Illdorfer Kirche. Sie blieb dort bis zur SĂ€kularisation im Jahre 1803. Damit stand dem Kloster auch der Zehnt zu. Um 1800 zĂ€hlte Illdorf 17 Anwesen.
In den Jahren 1959/60 wurde als erstes die StraĂe nach Burgheim asphaltiert, spĂ€ter die nach Holzkirchen. 1962/63 wurde die Kanalisation gebaut und 1968 die OrtsstraĂen asphaltiert. Aber von einer zentralen Wasserversorgung wollten die Illdorfer zu dieser Zeit noch nichts wissen. âWir liegen so abseits, dass wir weder eine StaatsstraĂe, noch eine KreisstraĂe besitzen, deshalb haben uns die StraĂenlasten besonders hart getroffenâ, kommentierte damals der letzte BĂŒrgermeister Josef Jester. Nach sechs Jahren Amtszeit als BĂŒrgermeister wurde sein Ort am 1. Juli 1972 in den Markt Burgheim eingemeindet.[2]
Die Schule in Illdorf wurde einklassig gefĂŒhrt und das SchulgebĂ€ude war 1968 etwa hundert Jahre alt. Es wurde allerdings nichts mehr investiert, da der Ort in den Schulverband Burgheim eingegliedert werden sollte.
Kirche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Filialkirche St. Maria in LÀngloh gehört zur Pfarrei St. Elisabeth in Dezenacker, Pfarreiengemeinschaft Sinning.
Ein Kampfflugzeug stĂŒrzt ab
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 30. Mai 2005 stĂŒrzte ein einsitziges spanisches MilitĂ€rflugzeug âDassault Mirage F1â bei Illdorf ab. Es war um 8.30 Uhr vom Zeller Flugplatz bei Neuburg im Rahmen einer NATO-Ăbung gestartet. Wenige Minuten nach dem Start stieg Rauch aus dem Flugzeug, der 27-jĂ€hrige Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und landete in der unmittelbaren NĂ€he der Marienkapelle bei Illdorf. Die Maschine stĂŒrzte zwischen Illdorf und Eschling ab und bohrte sich 15 Meter in den Boden.
Der Pilot Hauptmann Teniente Ricardo Vidal Diaz hatte drei Wirbel gebrochen und musste ins Krankenhaus nach Ingolstadt gebracht werden. Tote und GebÀudeschÀden gab es nicht.
Am 9. September 2005 kam der Pilot zu einem Dankgottesdienst an die Madonnakapelle nach Illdorf. Im Namen des spanischen MilitĂ€rs ĂŒberreichte Pilot Diaz eine Mutter-Gottes-Statue, die Pfarrer Werner Dippel segnete und in die Kapelle verbrachte. Die Statue ist ein Abbild der berĂŒhmten Maria Loretto, der Schutzpatronin der spanischen Luftwaffe. In allen spanischen MilitĂ€rmaschinen befindet sich in den Cockpits ein Bild der heiligen Mutter Maria. Das Bild von der Absturzmaschine fand Wochen spĂ€ter eine BĂ€uerin.
Die letzten Kriegstage 1945
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die letzten Kriegstage hinterlieĂen ihre Spuren auf besonderer Weise und in manchen Orten besonders hart. Dazu zĂ€hlt auch der Ort Illdorf. Pfarrer Karl Nold, der von 1935 bis 1946 die Pfarrei Illdorf betreute, machte Aufzeichnungen darĂŒber und hinterlĂ€sst damit einen besonders genauen Eindruck von dem grauenhaften Geschehen.
Umsichtige MĂ€nner, vor allem Albert Sturm, Hs. Nr. 8 und Anton Meier, Hs. Nr. 58 gruben hinter dem Anwesen von Anton Meier in einem Zeitraum von drei Wochen einen Bunker in den Berg. âHĂ€tten wir diesen nicht gehabt, hĂ€tte es viele Tote gegeben.â
Es war der 26. April 1945. Die Amerikaner erreichten den DonauĂŒbergang. In Illdorf musste die âEwige Anbetungâ auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Der Seelsorger baute noch weiter vor und vergrub das âAllerheiligste Sakramentâ in aller HerrgottsfrĂŒh einen Meter tief in den Boden, denn er hatte Angst vor Phosphorbrandbomben.
Am 26. April 1945 nachmittags schlugen bereits die ersten Artilleriegeschosse ins Dorf. Die meisten EinschlĂ€ge gingen in den Bergranken zwischen âJacklbauerâ und âDodlbauerâ. Gerade hier hatten fĂŒnf Familien ihre Bunker gegraben. Jetzt blieb nichts ĂŒbrig, als die Familien trotz des gefĂ€hrlichen Granatfeuers herauszuholen und in den groĂen Bergbunker zu bringen. Dieser war wesentlich sicherer, da er von zehn Meter dicker Erde umgeben war.
Die Nacht auf den 27. April war eine schreckliche. Die EinschlĂ€ge waren so zahlreich, dass man meinen konnte, es wĂŒrde kein Haus mehr stehen. Aber der Schaden war zum GlĂŒck doch wesentlich geringer. Nur der Schmied gegenĂŒber dem Pfarrhaus und der âJacklbauerâ Hs. Nr. 16 waren sehr stark geschĂ€digt. Die Kampfpause benĂŒtzte ich, um schnell eine heilige Messe zu lesen.
Die deutsche Artillerie hatte sich bei der Einöde Ziegler direkt vor dem Hof verschanzt. Ein amerikanischer SpĂ€htrupp wollte jetzt von Burgheim nach Illdorf wegen der Ăbergabe. Doch die deutsche Artillerie schoss nochmals mit aller Kraft, so dass der SpĂ€htrupp etwa 25 Tote hatte. Die Antwort kam umgehend zurĂŒck, die Amis schossen nun aus allen Rohren gegen das Dorf. Im letzten Moment entstand nochmals ein erheblicher Schaden im Dorf.
Durch die Brandmunition stand der gesamte Stadel vom âHausbauernâ in wenigen Minuten in Flammen. Der Pfarrer wollte sofort MĂ€nner aus dem Bergbunker holen, um zu helfen, doch niemand traute sich bei dem Kugelhagel heraus. Erst spĂ€ter kamen MĂ€nner um wenigstens das Vieh zu retten. Das Feuer griff um sich, Der Stadel vom âHeiligenbauerâ und der Stadel vom âDannaâ Hs. Nr. 1 gingen ebenfalls in Flamen auf.
Die Amerikaner hatten sich inzwischen auf Illdorf vorgemacht und die Leute kamen aus den Bunkern. Die Amerikaner waren fair und erlaubten sofort, das Feuer zu löschen, nur so ist es zu verstehen, wenn die WohnhÀuser gerettet werden konnten.
Und nochmals gab ein verantwortungsloser Artillerieoffizier bei der Einöde Ziegler einen Schuss, der einen amerikanischen Soldaten schwer verletzte. Und die Reaktion, die Amerikaner schossen auf das GebĂ€ude von Ziegler, das auch in Brand geriet, zum GlĂŒck konnte auch hier das Wohnhaus gerettet werden.
Im Anwesen vom Schmid sowie vom Stadel vom Wirt und im Garten vom âBerglschusterâ landeten Volltreffer, die auch das Dach vom Pfarrhaus stark verschoben. Die meisten Fensterscheiben waren eingedrĂŒckt und die Granatsplitter schlugen durch die geschlossenen FensterlĂ€den. Die neu renovierte Kirche erhielt in der rechten Giebelwand einen Einschlag, zwei Kubikmeter Mauerwand wurde abgerissen, vom Kirchendach 500 Dachziegel zerschlagen und die beiden Glasfenster im Chor zertrĂŒmmert. Als Todesopfer war Josef WĂŒrmseher, ein Gastwirt aus Ludwigshafen, der sich bei Verwandten in der MĂŒhle aufhielt, zu beklagen.
Verdiente Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]EhrenbĂŒrger Dekan Sebastian Fend
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fend wurde am 19. Januar 1850 in Niederschönenfeld geboren. Am 9. August 1874 wurde er zum Priester geweiht. Jetzt begann fĂŒr den Neupriester eine Wanderschaft. Die erste Kaplanstelle trat er am 19. September 1874 in Steingaden an, als Expositus in Langenbruck, Pfarrei Fahlenbach, wurde er am 23. September 1876 eingesetzt. Ab 3. MĂ€rz 1877 war er im Illdorfer Nachbarort Wengen als Benefiziums-Vikar tĂ€tig und ab 29. November 1879 als Kaplan in Bernbach (Oberdorf). Am 14. Oktober 1880 ĂŒbernahm er die Pfarrei Illdorf. Er hatte sich unter den Geistlichen ein groĂes Ansehen erworben. Der Bischof ernannte ihn zum Bischöflichen Geistlichen Rat, seine MitbrĂŒder wĂ€hlten ihn zum Dekan des Landkapitels Rain. Er gehörte der GrieĂmayerischen Buchdruckerei als Gesellschafter an. 38 Jahre residierte Pfarrer Fend in Illdorf. In seine Amtszeit fĂ€llt die Einweihung des Friedhofs und der Kapellenbau im Friedhof, aber auch eine groĂe Renovierung im Innern der Kirche.
FĂŒr seine Verdienste zeichnete ihn König Ludwig III. mit dem König Ludwig-Kreuz aus. Die Gemeinden Illdorf und Dezenacker ernannten ihn zum EhrenbĂŒrger.
Pfarrer Fend verstarb am 6. November 1918 im Alter von 68 Jahren an Herzversagen. âAls Mensch wie als Seelsorger hatte er sich die Liebe und Freundschaft nicht nur seiner Pfarrgemeinde, sondern aller, die mit ihm in Verkehr traten gesichertâ, schrieb damals die Heimatzeitung. In der Todesanzeige war zu lesen: âEifrig und gewissenhaft sorgte er fĂŒr das Seelenheil seiner Pfarrkinder, viele MĂŒhe verwendete er fĂŒr die Renovierung unserer Kirche. UnermĂŒdlich war er auch tĂ€tig fĂŒr das Wohl der Gemeinde, stets hilfsbereit in allen Dingen.â
Pfarrer Kaspar Schlicker
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ăber diesen Geistlichen sind nur ein paar Daten vorhanden. Ihm wurde eine Gedenktafel gesetzt, weil er ein groĂer WohltĂ€ter fĂŒr arme Schulkinder mehrerer Gemeinden war.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heimatgeschichtlicher Verein Burgheim (Hrsg.): Markt Burgheim â 150 Einblicke in die Vergangenheit, insbes. S. 250â251 und 292â295, Verlag prellbook, Neuburg an der Donau 2022, ISBN 978-3-947630-04-2
- Chronik des Marktes Burgheim zur 650-Jahr-Feier im Jahre 1986, Herausgeber Heimatgeschichtlicher Verein Burgheim und Markt Burgheim
- Adam Horn und Werner Meyer: Die KunstdenkmĂ€ler von Bayern, Regierungsbezirk Schwaben, Band V., Stadt und Landkreis Neuburg a. d. Donau. MĂŒnchen 1958, Seite 519â521. ISBN 3-486-50516-5
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Burgheimer Zwoaring. (PDF; 12 MB) Handels- und Gewerbevereinigung Markt Burgheim e. V., S. 14, abgerufen am 1. MĂ€rz 2024.
- â Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ămter, Gemeinden und Gerichte 1799â1980. C. H. Beck, MĂŒnchen 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 532.
- â Niederschönenfeld und Feldheim â 750 Jahre wechselvolle Geschichte. Rain 1990, S. 147.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Illdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek