Sweet Adeline
| Film | |
| Titel | Sweet Adeline |
|---|---|
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1934 |
| LĂ€nge | 87Â Minuten |
| ProduktionsÂunternehmen | Warner Bros. |
| Stab | |
| Regie | Mervyn LeRoy |
| Drehbuch | Erwin S. Gelsey |
| Musik | Jerome Kern |
| Kamera | Sol Polito |
| Schnitt | Ralph Dawson, Harold McLernon |
| Besetzung | |
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Sweet Adeline ist die Verfilmung des gleichnamigen Musicals von Jerome Kern und Oscar Hammerstein II mit Irene Dunne unter der Regie von Mervyn LeRoy in der Hauptrolle. Der Film basiert lose auf dem gleichnamigen Musical von Jerome Kern und Oscar Hammerstein II.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Handlung spielt kurz in den spÀten 1890ern, einer Epoche, die in den USA als die Gay Nineties bekannt war. Adeline Schmidt ist die Attraktion im Hobokener Biergarten ihres Vaters. Sie erfreut die GÀste mit ihrem Gesang und ist in den Komponisten Sid Barnett verliebt. Ihr Vater hÀlt nichts von der Verbindung und warnt seine Tochter eindringlich, sich mit MÀnnern aus dem Showbusiness einzulassen. Adeline macht trotz der Bedenken ihres Vaters Karriere als SÀngerin. Am Ende heiratet sie Sid und ihr Vater gibt seinen Segen zu der Verbindung.
Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Irene Dunne war 1934 neben dem Duo Ginger Rogers und Fred Astaire der populĂ€rste Star ihres Studios RKO. Die Schauspielerin war 1930 als ausgebildete SĂ€ngerin nach Hollywood gekommen, wo sie gleich fĂŒr ihre zweite Filmrolle in Cimarron 1931 fĂŒr den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert worden. In der Folgezeit spielte Dunne hauptsĂ€chlich leidgeprĂŒfte Ehefrauen und Geliebte, die fĂŒr und an der Liebe endlos leiden. Back Street, No Other Woman oder The Age of Innocence prĂ€sentierten Dunne immer wieder als Epitom der selbstlosen Frau, was ihr den Beinamen weiblicher Gandhi eintrug. AllmĂ€hlich löste sich der Star jedoch von diesem Rollenklischee und spielte zunehmend auch Komödien und Gesangsfilmen, so erstmals in Stingaree. Der Erfolg des Films brachte ihr das Angebot von Warner Brothers in der Verfilmung des Broadwaymusicals Sweet Adeline mitzuwirken. Jerome Kern und Oscar Hammerstein II hatten das StĂŒck 1929 fĂŒr Helen Morgan geschrieben, die durch die Mitwirkung als tragische Mulattin in Show Boat, einem anderen Erfolg von Kern â Hammerstein, zu Ruhm gekommen war. Sweet Adeline brachte es auf insgesamt 234 AuffĂŒhrungen und mit dem wiedererwachten Interesse an Filmmusicals kauften Warners die Rechte. Das Musical spielt in den spĂ€ten 1890ern, einer Zeit, die damals bereits als gute alte Zeit, als Gay Nineties bekannt und verklĂ€rt wurde. Unter anderem der Erfolg von Mae West, deren Filme hauptsĂ€chlich wĂ€hrend dieser Epoche spielten, hatte eine Art von Nostalgiewelle ausgelöst.
Bei der Adaption wurde nahezu die gesamte Handlung umgeschrieben und bis auf drei Lieder auch der gesamte Score herausgenommen. Die meisten Kritiker bemĂ€ngelten diese Ănderungen und fanden die Geschehnisse und die neuen Lieder eher banal.
Irene Dunne sollte bis 1937 noch in drei weiteren Verfilmungen von Kern-Hammerstein Musicals auftreten: Roberta, Show Boat und High, Wide, and Handsome.
Lieder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus dem Repertoire der BĂŒhnenversion wurden nur drei Lieder ĂŒbernommen:
- Here Am I
- Donât You Ever Leave Me sowie
- Why Was I Born? ĂŒbernommen.
Jerome Kern und Oscar Hammerstein II schrieben fĂŒr die Filmfassung zahlreiche neue StĂŒcke.
Im Verlauf der Handlung sind unter folgende Lieder zu hören:
- The Polka Dot
- There'll Be a High Time in the Old Town Tonight
- Here Am I â Irene Dunne
- We Were So Young â Irene Dunne
- Why Was I Born? â Irene Dunne
- Oriental Moon
- Molly O'Donahue
- Lonely Feet â Irene Dunne
- T'Was So Long Ago â Joseph Cawthorn, Irene Dunne, Phil Regan, Hugh Herbert und Nydia Westman
- Pretty Little Kitty Lee
- Down Where the Wurtzburger Flows
- Donât Ever Leave Me â Irene Dunne
Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die New York Times fand den Film eher banal.
âDie Ăra von falschen SchnurrbĂ€rten und Kragen aus Pappe, die zunehmend beliebter wird, seit sich Mae West als Historikerin betĂ€tigt, wurde erneut in "Sweet Adeline" geplĂŒndert, einer sehr lockeren Adaption der Kern-Hammerstein Musicalromanze von vor fĂŒnf Jahren. Wenn Miss West uns davon ĂŒberzeugt hat, dass die Neunziger tatsĂ€chlich fröhlich waren, dann hilft "Sweet Adeline" diesen Eindruck zu relativieren. Es wird aufgezeigt, dass die Dekade auch sentimental, naiv und ein wenig langweilig war [...] Der Film gestattet dem angeregten Zuschauer hauptsĂ€chlich Irene Dunne dabei zu lauschen, wie sie ihren unterkĂŒhlten und angenehmen Sopran einsetzt [...] Da Miss Dunne das ĂŒberlegene und beherrschte Auftreten einer GroĂstĂ€dterin aufweist, ist es ein wenig schwer, in ihr die unschuldige Bedienung zu sehen.â[1]
Variety kritisierte die umfangreichen Ănderungen gegenĂŒber der BĂŒhnenversion, die dem Film nicht gutgetan hĂ€tten:
â[...] abgesehen von dem Umstand, dass das MĂ€dchen trotz der elterlichen Bedenken den Biergarten ihres Vaters in Hoboken verlĂ€sst, wĂŒrden Jerome Kern und Oscar Hammerstein, die das Original geschrieben haben, ihre Addie nicht wiedererkennen.â[2]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hintergrundinformationen mit Link zu zahlreichen Setphotos
- Sweet Adeline bei IMDb
- Sweet Adeline bei Turner Classic Movies (englisch, derzeit von Deutschland aus nicht zugÀnglich)
FuĂnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â The age of the handlebar mustache and the inflammable collar, increasingly popular since Mae West turned historian, has been plundered once again in "Sweet Adeline," a loose rewrite of the Kern-Hammerstein musical romance of five years ago. If Miss West persuaded us that the Nineties were genuinely gay, "Sweet Adeline" helps to correct the picture by showing that [the] decade was also sentimental, naĂŻve and a little dull. [...] Chiefly it permits the amiable filmgoer to hear Irene Dunne adjusting her cool and pleasant soprano [...] Since Miss Dunne posesses the handsome and aloof manner of the assured metropolitan, it is a little disconcerting to find her enrolled as the innocent maid of the fable.
- â [...] except for the fact that the girl leaves her fatherâs Hoboken beer garden to go on the stage against parental objections, Jerome Kern and Oscar Hammerstein, who wrote the original, wouldnât know their Addie anymore.