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Escoire

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Escoire
Escoira
Escoire (Frankreich)
Escoire (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Trélissac
Gemeindeverband Le Grand Périgueux
Koordinaten 45° 13â€Č N, 0° 51â€Č OKoordinaten: 45° 13â€Č N, 0° 51â€Č O
Höhe 92–213 m
FlĂ€che 3,94 kmÂČ
Einwohner 401 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 102 Einw./kmÂČ
Postleitzahl 24420
INSEE-Code
Website www.escoire.fr

Escoire (Aussprache [ɛsˈkwaʁ], okzitanisch Escoira) ist eine französische Gemeinde mit 401 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im DĂ©partement Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement PĂ©rigueux und zum Gemeindeverband Le Grand PĂ©rigueux. Die Einwohner werden Escoirais und Escoiraises genannt.

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Escoire liegt etwa 11 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux, etwa 46 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 49 Kilometer nordöstlich von Bergerac in der Région naturelle des Périgord central, im touristisch benannten Périgord blanc. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und liegt am Zusammenfluss von Isle und AuvézÚre.

Das DĂ©partement Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das GelĂ€nde ist in der Tiefe in regelmĂ€ĂŸigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das DĂ©partement lĂ€sst sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Escoire liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat. Das Gemeindegebiet befindet sich sowohl im Causse de Cubjac als auch im Causse de Savignac, die zusammen mit dem Causse de Thenon eine Gruppe verkarsteter HĂŒgel mit Kalkstein aus dem Unterjura östlich von PĂ©rigueux bis Excideuil und Thenon bilden, die sich etwa ĂŒber ein Gebiet von etwa 30 Kilometer von Nord nach SĂŒd und etwa 15 Kilometer von West nach Ost erstreckt, durchschnitten von den TĂ€lern der Isle, der AuvĂ©zĂšre und dem Loue.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus OberflĂ€chenformationen aus dem KĂ€nozoikum und aus Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.

Das Gebiet von Escoire erstreckt sich ĂŒber eine Schwemmebene der Isle im Nordwesten und ĂŒber eine bewaldete HĂŒgellandschaft im restlichen Areal, die sich markant von Tal der Isle abhebt. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 213 m im SĂŒdosten in der NĂ€he der Grenze zur Nachbargemeinde Bassillac et Auberoche, der tiefste Punkt mit 92 m im Ă€ußersten SĂŒdwesten bei der MĂŒndung der AuvĂ©zĂšre in die Isle. Das Zentrum liegt in Hanglage auf etwa 110 m Höhe.

Rund 54 % der FlÀche der Gemeinde sind bewaldet, rund 33 % werden landwirtschaftlich genutzt, rund 12 % entfallen auf bebaute FlÀchen.[2]

Umgeben wird Escoire von den drei Nachbargemeinden:

Antonne-et-Trigonant Sarliac-sur-l’Isle
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Bassillac et Auberoche

NatĂŒrliche Risiken

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Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden fĂŒr Escoire

Naturrisiken manifestieren sich in Escoire neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme KĂ€lte, Hitzewelle) vor allem als

Aufgrund der SchĂ€den, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1993, 1999 und 2009 verursacht wurden, wurde fĂŒr die Gemeinde jeweils der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des DĂ©partements ĂŒber Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von HochwasserschĂ€den festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dĂŒrfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von RegenrĂŒckhaltebecken.

Im grĂ¶ĂŸten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von WaldbrĂ€nden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von GestrĂŒpp rund um HĂ€user, Straßen und anderen Einrichtungen oder GerĂ€ten und eine zeitliche und rĂ€umliche BeschrĂ€nkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von AbfĂ€llen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist der grĂ¶ĂŸte Teil der Schwemmebene an der Isle von einer mittleren, der Großteil des höher liegenden Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden DĂŒrre- und Regenperioden betroffen. Die DĂŒrreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1997, 2005 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

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Erst im 15. Jahrhundert wurde der Name des Dorfes urkundlich erwĂ€hnt in der Schreibweise Escoyra (1403), dann Excoire im 18. Jahrhundert. Sein Ursprung ist unklar. Er könnte vom Namen einer gallorömischen Person, °Scaurius, villa, impliziert °Scauria villa (deutsch Landgut des Scaurius), stammen, das von Scaurus, einem römischen Spitznamen (deutsch Klumpfuß) kommt. Eine andere Hypothese bringt den Namen auch mit landwirtschaftlichen TĂ€tigkeiten in Verbindung. Sie fĂŒhrt das okzitanische escoire (deutsch dreschen) von sol d’esscouire (deutsch Tenne, Dreschplatz) an, das im Quercy belegt ist. Das Verb ging aus dem lateinischen executere (deutsch herausschĂŒtteln) hervor.[5]

Der Standort ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, wie Funde bearbeiteter Steine belegen.[6] In der Gegend wurden gallorömische Überreste gefunden, die von einer langen Siedlungsgeschichte zeugen.

Der HundertjĂ€hrige Krieg ausgelöst durch die Heirat von Eleonore von Aquitanien mit Heinrich Plantagenet, dem zukĂŒnftigen englischen König im 12. Jahrhundert, machte Aquitanien zu englischem Besitz. Die Aquitanier lehnten diese Hegemonie jedoch ab. Das Dorf Escoire wurde, wie alle Dörfer der Region, zum Schauplatz von KĂ€mpfen zwischen EnglĂ€ndern und Franzosen. Die Schlacht bei Castillon beendete die Unruhen und endete 1453 mit einem französischen Sieg.

SpĂ€ter richteten die Hugenottenkriege im 16. Jahrhundert verheerende SchĂ€den an. Escoire war, wie viele Dörfer im PĂ©rigord, von diesen Konflikten betroffen. All diese Auseinandersetzungen fĂŒhrten zur EinfĂŒhrung neuer Steuern, gegen die sich die Bauern in der Rebellion der Croquants von 1584 wehrten. Diese KĂ€mpfe dauerten bis ins 19. Jahrhundert an.

Trotz dieser Schwierigkeiten entwickelt sich das Dorf weiter. Das Schloss Escoire wurde im 18. Jahrhundert an der Stelle eines frĂŒheren Festen Hauses erbaut.[7]

Am 25. Oktober 1941 wurden im Schloss Escoire Georges Girard, seine Schwester AmĂ©lie Girard und ihre HaushĂ€lterin Louise Soudeix im Schlaf brutal ermordet. Georges’ Sohn Henri Georges Girard wurde umgehend dieser abscheulichen Verbrechen beschuldigt. In einem aufsehenerregenden Prozess wurde er 1943 freigesprochen. SpĂ€ter wurde er unter dem Namen Georges Arnaud Schriftsteller und erlangte mit seinem Buch Le Salaire de la peur (deutsch Lohn der Angst) (1949) BerĂŒhmtheit.[8]

Bevölkerungsentwicklung

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Escoire: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
207
1800
  
220
1806
  
233
1821
  
199
1831
  
201
1836
  
204
1841
  
178
1846
  
186
1851
  
170
1856
  
189
1861
  
181
1866
  
208
1872
  
173
1876
  
174
1881
  
203
1886
  
183
1891
  
187
1896
  
191
1901
  
161
1906
  
134
1911
  
160
1921
  
121
1926
  
125
1931
  
126
1936
  
129
1946
  
97
1954
  
126
1962
  
148
1968
  
168
1975
  
177
1982
  
234
1990
  
367
1999
  
429
2006
  
457
2013
  
443
2020
  
400
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10][11][12]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

SehenswĂŒrdigkeiten

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  • Kirche Saint-Joseph aus dem 17. Jahrhundert
  • Schloss Escoire aus dem 18. Jahrhundert, Fassaden und DĂ€cher sind seit 1954 als Monument historique eingeschrieben

Die Gemeinde verfĂŒgt ĂŒber eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[13]

ErwerbstÀtigkeit

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Im Jahre 2022 waren 180 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Escoire erwerbstÀtig, entsprechend 74,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersgruppe, wobei der Anteil der MÀnner (73,8 %) niedriger war als bei den Frauen (75,4 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit sechs Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (16). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 7,9 % (2016) auf 3,3 % (2022). Die Zahl der Arbeitslosen in der Gruppe der 15- bis 24-JÀhrigen verringerte sich dabei um 43,8 %.[14]

Branchen und Betriebe

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22 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Escoire wirtschaftlich aktiv:[14]

Branche
Anzahl%
Gesamt22
Baugewerbe522,7 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie522,7 %
Information und Kommunikation14,5 %
Immobilien313,6 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische TĂ€tigkeiten sowie administrative und unterstĂŒtzende DienstleistungstĂ€tigkeiten418,2 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln29,1 %
Andere Dienstleistungen29,1 %

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[15] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde stieg von 2 bei der LandwirtschaftszĂ€hlung von 1988 auf 4 im Jahr 2000, sank auf 2 im Jahr 2010 und im Jahr 2020. Die landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che vergrĂ¶ĂŸerte sich von 53 Hektar im Jahre 1988 auf 134 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte FlĂ€che pro Betrieb stieg signifikant von 26,5 Hektar auf 66,9 Hektar.[16][17][18]

Die Departementsstraße D 6 bildet die Hauptverkehrsstraße der Gemeinde. Sie ĂŒberquert die Isle und trifft in der Nachbargemeinde Antonne-et-Trigonant auf die Nationalstraße N 21. Im SĂŒden stellt sie eine Verbindung zur Nachbargemeinde Bassillac et Auberoche her. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit dem Weilern der Gemeinde.

  • Chantal Tanet, Tristan HordĂ©: Dictionnaire des noms de lieux du PĂ©rigord. Éditions Fanlac, PĂ©rigueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Escoire – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ GĂ©ologie de la Dordogne-PĂ©rigord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  2. ↑ RĂ©partition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (mĂ©tropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  3. ↑ Dossier des DĂ©partements ĂŒber Hauptrisiken. (PDF) DĂ©partement Dordogne, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  4. ↑ NatĂŒrliche Risiken. Ministerium fĂŒr ökologischen Wandel, BiodiversitĂ€t, WĂ€lder, Meer und Fischerei, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  5. ↑ Siehe Tanet, HordĂ©, Seite 145
  6. ↑ Escoire. Gemeinde Escoire, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  7. ↑ Escoire (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  8. ↑ L'affaire du triple meurtre d'Escoire au cƓur de la polĂ©mique de la rentrĂ©e littĂ©raire. Radio France, 1. September 2025, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  9. ↑ Notice Communale Escoire. EHESS, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  10. ↑ Populations lĂ©gales 2006 Commune d’Escoire (24162). INSEE, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  11. ↑ Populations lĂ©gales 2013 Commune d’Escoire (24162). INSEE, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  12. ↑ Populations lĂ©gales 2020 Commune d’Escoire (24162). INSEE, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  13. ↑ École primaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  14. 1 2 Dossier complet Commune d’Escoire (24162). INSEE, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  15. ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  16. ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Escoire. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  17. ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  18. ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).